Auto Unfall Versicherung

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 23. Dez 2004, 17:28

Oi, patecuco,

entschuldige, daß ich bei meiner letzten Nachricht nicht richtig gelesen habe und deinen nick verunstaltet habe. Das war keine Absicht. Leide ich vielleicht an latenter Legasthenie oder sind das die ersten Alterserscheinungen?

Gruß

H-J
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Beitragvon patecuco » Fr 24. Dez 2004, 11:46

Oi HJM

zuerstmal hab ich daran gedacht das selbst zu bauen, so mit Halterelais und temporizador, dann habe ich aber das gefunden :

http://www.sdantifurto.com/osd.htm

da kommen meine spaerlichen Elektrikerkenntnisse wahrscheinlich nicht mit.

Até
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Beitragvon Stephan » Fr 24. Dez 2004, 14:27

Vor 1 1/2 Jahren hatte ich ebenfalls einen Autounfall mit Blechschaden. Was ich dabei erlebt habe reicht um ein ganzes Buch zu schreiben. Fazit auf jeden Fall. Meide die Verbrecher von der Bradesco. Egal ob Hotline, Verkaufer oder Gutachter keiner steht auf deiner Seite oder ist sonst wie gewillt dir zu helfen. Die 0800 Nummer der Bradesco in Bahia laesst dich locker mal 30 Minuten in der Warteschleife. (Freitagvormittag, keine Ferien). Die Gutachter sind nicht dafuer da zu Begutachten sondern um den Preis zu druecken. Da wird dann aus einem Kostenvoranschlag von 2500 R$ mal eben 1000 R$ heraus gestrichen. Das alles bei einem 5 Jahre altem Auto.
Bis der Gutachter gewillt ist das Fahrzeug zu Betrachten passiert erstmal nichts. Das waren in meinem Fall 3 Tage. " Vielleicht Montag um 10" war die Antwort auf mein wann.

Der Unfallgegner hat natuerlich nicht zahlen wollen. Ebenfalls hatte die Policia Militar an diesem Vormittag auch keinen Bock den Unfall aufzunehmen.
Jetzt nach einm Jahr und paar Monaten haben wir die Sache bei den "pequenas Causas" eingereicht. da der Schaden 5000R$ nicht ueberstieg ist die Prozesseroeffnung Kostenfrei.
Und siehe da dieses Bahianische Ars........ von Unfallgegner hat sogar schon angerufen und Nachgefragt auf welches Konto er ueberweisen soll.

Ente gut alles gut. Aber finger Weg von der Bradesco. Egal ob Plano de Saude, Casa oder Carro. Die sind die groeste !&@*$#! die es in Lateinamerika gibt.

Mein Wagen lauft jetzt unter der Flagge der "Sul America" Bisher ein Schadensfall mit der SA. Ein wahre Freude dort anzurufen. Nett bis zum Umfallen und ausserst Effektiv. "....der Abschleppwagen ist auf dem Weg.... ein Taxi an die selbe Adresse ist bestellt.....sollen wir jemmanden benachrichtigen....wir haben bereits mit der Werkstattt telefoniert" Alles in einm Satz. Wer oeffterst hier in brasilien telefoniert weiss wovon ich spreche, hein!?

Gruesse aus SC

Stephan
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Beitragvon Trem Mineiro » Di 11. Jan 2005, 17:56

Ein Tipp für Brasilienneulinge mit Auto:

In Brasilien muss man manchmal Steuern zahlen, für Autos heißt die IPVA
Aber glaubt nicht, dass ihr einen Steuerbescheid oder eine Zahlungsaufforderung bekommt. Das müsst ihr alles selber in die Wege leiten, sonst bekommt ihr eure neuen Fahrzeugpapiere nicht und irgendwann ab Februar häufen sich dann die Fahrzeugkontrollen (der Blitz) und wenn ihr keine Zahlungsquittungen vorweisen könnt, ist das Auto futsch.

Die Infos zur Zahlung bekommt man im Internet (modernes Land)
Schaut auf die Seite http://www.DETRANNET.MG.Gov.br
dann: in die Abteiluing : Vehicolos
dann: Ser/Inf IPVA
dann : pagamento
dann : emitier guia de arecadastracao do IPVA

dort bitte den COD RENAVAM aus eurem grünen Fahrzeugschein eintragen und schon erhaltet ihr einen Zahlschein, den ihr ausdrücken könnt..
Damit zur auf der Seite angegebenen Bank und in einer oder 3 Raten zahlen

Es gibt auch eine Abkürzung im Internet: http://www.perseus.sef.mg.gov.br:7777/i ... _guia.html

Und wo wir gleich dabei sind. Habt ihr noch alte Multas, die ihr berechtigter Weise oder vermeintlich berechtigt nicht gezahlt habt. Dann ist es Zeit in euch zu gehen. Solange diese Strafen nicht gezahlt sind, gibt es keine neuen Papiere. Und ab Mitte des Jahres werden bei den Kontrollen wenn keine neuen Papieren (2005) vorgezeigt werden können, eure Autos wiederum stillgelegt. Wenn ihr nicht wisst, warum ihr keine neuen Papiere bekommt (Unschuldslämmer) schaut auf der gleichen Seite unter Multas. Bei mir war eine Anzeige offen, die ich (schwöre) nie bekommen hatte.
Da ich unschuldiger Ausländer, der wo nicht portugiesisch sprechen, durfte ich mit meinem Carro wenigstens noch zur DETRAN fahren. Der Parkplatz mit den stillgelegten Autos (Kontrollstelle am Hippodrom) war auch schon voll. Von dort mit dem Bus in die Stadt wäre auch ein Abenteuer gewesen. Aber mit den Polizisten habe ich immer gute Erfahrungen gemacht (ehrlich).

Fahrt vorsichtig :jail:

Manfred
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Di 11. Jan 2005, 19:18

Das war wirklich ein wertvoller Tipp von Manfred für alle diejenigen, die noch nicht so lange in Brasilien sind. Mit der Zeit hat man sich an dieses Prozedere gewöhnt und merkt gar nicht, daß es vielleicht andere gibt, denen dies neu ist.
Manfred hat ja auch das wichtige Thema "multas" angesprochen und bereits angedeutet, daß man auch mal eine multa bekommen kann, ohne daß man benachrichtigt wird bzw. daß diese Benachrichtigung irgendwie verschwindet. Es ist deshalb anzuraten in regelmäßigen Abständen die homepage des DETRAN zu besuchen und sich über evtl. multas zu informieren.
Im Übrigen sind die multas für brasil. Verhältnisse recht gesalzen. Deshalb fahre ich hier - mit wenigen Ausnahmen - immer so wie in Dtld.
Es gibt ein paar goldene Regeln, die man beachten sollte, um das Risiko von multas zu minimieren, denn normalerweise strafen die gerne ab bei:
Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt
Überholverbot
Was weniger vorkommt sind Strafen wegen unerlaubten Gebrauchs des celular, aber das soll es auch schon gegeben haben und wegen der Anschnallpflicht. Aber das letztere ist wahrscheinlich eh kein Problem, denn wenn man sich nicht in Brasilien anschnallt, wo dann????

Gruß

H-J
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Beitragvon Severino » Do 31. Mai 2007, 12:27

Zum Thema Auto - Unfall habe ich auch noch eine kleine Geschichte. Allerdings ohne Versicherung......
Wir hatte das Wochenende bei Bekannten verbracht und wollten eigentlich gegen Sonntag nachmittag zurückfahren. Auf der brasilianischen BR sind die 60 km in ca. einer Stunde zu schaffen. Sie ist eben momentan nur auf einem Verhältnis von 50:50 zwischen Asphalt und Schlaglöchen. Aber mit unserem kleinen Fiat passt das schon irgendwie.
Jedenfalls wurde aus der geplanten Abfahrt am Nachmittag dann ein Aufbruch gegen 23:00... Es war schon lange dunkel und wer in Brasilien schon nachts gefahren ist, kann sich vorstellen welche Probleme auf einen zukommen. Neben den Schlaglöchern, kaum Beschilderung und keine Signalisierung oder Beleuchtung....
So kam, was ja kommen musste: Ein Trevo (Kreisel). Gerade hatte ich nach einer langen Steigung wieder in den 4. Gang schalten können, da sah ich bereist die weiss lackierten Bordsteine des Trevo. Zum Glück konnte ich noch so stark abbremsen, das nicht viel passierte. Da ich aber nicht ausweichen konnte, sprang der Fiat geradewegs quer über den Kreisel. Wieder auf der Fahrbahn machte er jedoch sehr seltsame Geräusche und ich hielt es für besser anzuhalten. Und da sah ich die Bescherung. Beide Vorderräder ohne Luft.....
Jetzt war guter Rat teuer. Aber wie immer in Brasilien, es gibt immer einen jeitinho. In diesem Fall war das die Borracheria von Ramos. Da war auch eine Telefonnummer angegeben und mein celular hatte sogar noch Kredit. Ramos kam auch gleich und ersetzte beide Felgen, denn auch die waren etwas aus der Form geraten. Dann zog er brauchbare Pneus auf. Für diesen super-schnellen Einsatz zahlte ich dann R$ 80,00 Ist eigentlich für die Arbeit um diese Zeit nicht Mal überissen.
Leider stellte sich dann aber bei dem Versuch weiterzufahrn heraus, dass auch der linke Querlenker was abbekommen hatte. Um nicht noch mehr Schaden anzurichten oder gar wegen dem Defekt von der Strassse abzukommen, fragte ich Ramos, ob er jemand kenne, der uns nach Hause fahren könne... Schnell hatte er seinen Fusca geholt und nachdem weitere 20 R$ den Besitzer gewechselt hatten, ging es los. Noch etwa 25 km. Irgendwie hatte ich mich schon des Öfteren gewundert, warum immer eine borracheria dort ist, wo es auch tatsächlich eine braucht. Jedenfalls holte Ramos noch was zuhause und als sich sein Haus sah, war ich durchaus beeindruckt.....
Am nächsten Tag startete nun das Unternehmen Fiat-Reparatur. Abschleppwagen war schnell organisiert und für 30 R$ wurden wir zu einem Bekannten gebracht, der weiss wie man Autos repariert. Dort angekommen wurde die Sache in seinem Hof begutachtet und ein neuer Querlenker bestellt. Eine halbe Stunde später kam einer auf dem Motorrad und brachte das Teil. War recht schnell eingebaut und der Fiat fuhr wieder. Aber natürlich stimmte die Spur jetzt nicht mehr. Das konnte der Kollege bei sich im Hinterhof natürlich nicht richten. Also auf zur nächsten Werkstatt.
Dort wurde ich an eine älteren Mitarbeiter verwiesen, von dem ich den Eindruck hatte, dass er das erste Mal in seinem Leben einen Schraubenschlüsel ind er Hand hatte. Trotzdem machte er sich schnell ans Werk und ich war überrascht auf eine Art Lasergerät zu treffen, mit dem er seine Einstellungen überprüfte. Jedenfalls rief er mich nach einer halben Stunde um den Fiat wieder raus zu fahren. Dabei zeigte er mir auch noch ganz stolz wie gut er alles eingestellt hatte....
Ich liess den Motor an, legte den Rückwärtsgang ein und liess die Kupplung kommen. DerFiat setze sich in Bewegung. Knapp einen Meter. Danach gab es nur noch knackende Geräusche von der Antriebswelle. Das liess sich mit jedem Kuppeln wiederholen. Der Fiat fuhr einen Meter und dann nur noch Knacken.....
Ratlose Gesichter bei den Spezialisten...
Wieder zurück, wieder Schrauben. Ich weiss nich wieviele Male sich das wiederholte, aber irgendwann entschied ich mich in eine andere Werkstatt zu gehen. Eine, die vielleicht mehr kann als Reifen aufpumpen und die Spur einstellen.....
Wieder den Abschleppwagen kommen lassen. Diesmal will er für die paar km durch die Stadt stolze 20 R$. Naja, was solls, Hauptsache ich kann bald mit dem Fiat nach Hause fahren....
In der nächsten Werkstatt angekommen, die über ca. 5 Hebebühnen, eine kleinne Cafeteria mit Salgados verfügte und einen professionellen Eindruck machte, wurde mir aber mein Wunsch nicht erfüllt. Vielleicht könne man morgen nachmittag den Wagen mal anschauen. Und so liess ich mich von einem Bekannten nach Hause fahren.
Am nächsten Tag dann tatsächlich. Gegen 14:00 ein Anruf der Werkstatt. Sie hätten was gefunden: Einen Gummipuffer der Motorlagerung hatte es auch erwischt und daher verkantete sich der ganze Antriebsstrang beim Losfahren. Das Teil müsse aber erst aus Sao Paulo kommen..... Dafür sei es aber gut gewesen, dass ich nicht zuviel gefahren sei, sonst wären auch noch die Differentiale gestorben... Aber da sie ja eh noch warten müssten, wollen sie die gleich Mal anschauen.... Gegen 16:00 ein weiterer Anruf. Man habe noch ein defektes Kugellager gefunden....
Dann die Überraschung. Am nächsten Tag am frühen Nachmittag wieder ein Anruf. Ich könne das Auto abholen. Alles o.k.
Der Gummipuffer hatte 15 R$, das Kugellager 8 R$ gekostet. Die Arbeit lag bei 40 R$. Und der Fiat fuhr tatsächlich wieder genauso, wie vorher...
Tja, das war wieder ein typisch brasilianisches Erlebnis. Jeder ist Spezialist für Irgendetwas. Aber keiner für Alles.

P.S.: IPVA kommt bei mir per Post (obwohl ja auch die letzte Ziffer der placa den Monat nennt in dem man zahlen muss)
Detran und Multas ist für mich bislang unergründlich. Waren aber bisher immer kleinere Beträge.
Versicherung ausser der obligatorischen in der IPVA habe ich nicht. Wollte man mir damals bei der BB anbieten, aber nach dem ich das Kosten/Nutzenverhältnis realisiert hatte, liess ich es dann doch. Das ist für nix. Lieber gleich im Schadenfall vor Gericht, dieses "pequena coisas" Ding. Irgendwie habe ich schon mehrfach mitbekommen, dass das sehr viel Eindruck macht...
paz e amor
Severino
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Beitragvon Trem Mineiro » Do 31. Mai 2007, 17:33

Oi Severino
Mit den kleinen namenlosen Werkstätten daheim und unterwegs habe ich überwiegend nur gute Erfahrung gemacht.
Wir hatten mal Zylinderkopfleckagen. Für Ausbau des Kopfes, halber Motor zerlegt, Abdrücken, erneuter Einbau trotz Risse, weil kein Ersatz verfügbar war, erneuter Ausbau, Umbau aller beweglichen Teile, Ventile etc. weil leicht abweichend, Einbau des neuen Kopfes, Autowaschen haben wir 300 Reais bezahlt.
Nur der Ersatzkopf war so teuer wie in D, da Exportmodell.

Schön, dass du mal wieder zu diesem alten Thread geschrieben hast, da habe ich mal wieder unsere uralten Beiträge gelesen. HaJo ist ja leider aus den Forum verschwunden.

Gruß

Manfred
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Geschichten ums Auto

Beitragvon roman3 » Fr 1. Jun 2007, 00:00

Eigentlich wollte ich jetzt nur mal kurz reinschauen, doch wenn ich diese Zeilen lese muss ich beipflichten. Wir messen als hier Lebende immer alles schnell mit deutschen Massstäben
Wenn mal was nicht so klappt wie ich mir vorstelle, dann sage ich mir, Brasilianer hin oder her, aber sie haben ganz andere Qualitäten. Und rafft uns Europäer die Klimakatastrophe weg, die Brasilianer werden es überleben mit ihren Möglichkeiten mit Widrigkeiten fertig zu werden.
Beispiel, ich habe bewusst Autos gekauft, die theoretisch jeder Dorfmechaniker reparieren kann. Ein sogenannten Kombi, einen Fusca und einen einfachen Gol.
Besagter Kombi, in Deutschland kennt man diese Modell wohl unter Bully, zweimal in Flammen gestanden, eigentlich Schrott, die Kiste, Baujahr 98, lief für ein Trinkgeld immer wieder eine Woche später. Diese Technik der 50 er Jahre war eben noch nicht so toll, wie kann man auch Schläuche für Benzin ohne Schellen einbauen. Doch das nebenbei.
Situation war folgende, Fahrt mit Rentnern ins Hinterland, wenn man so vor sich hinfährt und wer Brasilien kennt, das Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit kommt schon auf, man fährt so dahin eben. Blick immer auf Schlaglöcher gerichtet. Ah und oh die Ausrufe der schönen Landschaft w von meinen Gästen. So eine Fahrt gedacht für Besucher die nicht einen richtigen Ausflug in die Gebirgslandschaft sich zutrauen aber viel sehen wollen ohne die Füsse bemühen zu müssen. Schnupperfahrt eben. Dazwischen die unvermeintlichen Polizeikontrollen, wohin, warum die Fragen. Etwa 8 km nach einer dieser Kontrollen, ein Krachen und Kreischen irgendwie hinten, Schei….! Bremse ging plötzlich so gut wie nicht mehr. Was nun, 6 nervöse Menschen hinter mir. Also Ruhe ausstrahlen. Noch lief die Kiste, aber sehr leistungsvermindernd. Gebirgstour schrieb ich erst mal ab, aber ich fern jeglicher Zivilisation. Kein ADAC. Also noch mal Ruhe ausstrahlen. Wenden ging noch. Doch der Gestank von verbrennen Öl ist ja nicht gerade ein Zeichen des Wohlseins eines Motors. Die Geschwindigkeit des Kleinbusses regelte ich nun einfach mit gewaltsamen Einlegen der Gänge. Nach 5 km war ich schon sehr mutig. Irgendwie vermutete ich die vorher gerade vorher passierte Polizeikontrolle etwas später, so genau hatte ich mir die Landsachaft nicht eingeprägt, wieder Schei…! Mein Bus ist extra metallic grün gespritzt, nicht weiss wie die Linienbusse, es war immer nervig wenn mich die Brasilianer damit verwechselten und sich fast immer auf die Strasse warfen damit ich anhalte. Es ging über die Vorläufer des Gebirges, ich sauste ein Tal hinab, bremsen war ja nicht und da war wieder der Polizeiposten. Dank der Farbe haben die mich meilenweit erkannt, erst erzähle ich denen wohin ich fahren wolle und wenig später jage ich ungebremst auf sie zu. Das muss ja zu Irritationen führen. Einer der Polizisten stand Arm erhoben mitten auf der Fahrbahn, Keine Chance, mit Mühe links vorbei, die ganzen Absperrhütchen flogen nur so durch die Gegend. Für mich hilfreich, es ging gleich wieder den Berg hoch… Irgendwann rollte ich aus und auch dank der Schwerkraft pflichtbewusst zurück. Volles Verständnis für meine Misere. Allerdings, versicherten meine >Mitfahrer> einer der Polizisten hätte seine Waffe schlagartig herausgerissen. Dafür hatte ich allerdings keinen Blick, ich war beschäftigt das Fahrzeug noch halbwegs auf der Strasse zu halten. verständlich ja auch, ich habe den Kontrollpunkt schliesslich förmlich platt gemacht und einen Polizisten in den Graben gejagt.
Doch Straßenpolizei hin und her, bei der Bezahlung muss man ja zum Strassenräuber werden, die Jungs packten die Reste ihre Absperrung ein, setzten ihr Blau- und Rotlicht und ab ging es zur nächsten Stadt unter Geleit , bei längeren Abfahrten setzen sie sich allerdings halbschräg hinter mich, die Angst dass ich fast umgebremst ihr Fahrzeug wegputzten könnte, sass wohl doch noch in den Knochen. Stellt euch das mal in Deutschland vor. Meine Sorge galt natürlich meinen Touristen. Ein wenig blass waren die schon, nicht gerade Belastbar, eben den Alter geschuldet und die Sorge wie es noch so weiter gehen würde.
Angekommen in einer mir völlig unbekannten Stadt. Den Polizisten bot ich als Dank an in meiner Pousada demnächst 1-2 Tage Urlaub machen zu können. Einer davon machte dann tatsächlich davon Gebrauch, ein liebenswerter Gast samt Familie. Aber weiter. An der nächsten Tankstelle nannte man mir eine kleine Schrauberwerkstatt. Diagnose, nicht kaputte Bremse, sondern ein Stehbolzen ist im Motor weggebrochen.Die diagnose war genau richtig. Meine Touristen hatte ich mittlerweile in eine Art von Cafe geleitet und bereits Ausschau nach einem Taxi gehalten um für sie die 250 km Rückfahrt zu meistern. Die Kosten, die Kosten. Meine Touristen machten sich doch nun ernsthaft Gedanken um ihre Rückkehr, hatten sie doch gesehen, dass der Motor scheinbar im Eimer war. Als ich zurückkam war der Motor schon draussen, ganz ohne Hilfe, nur mit Muskelkraft, wer diese Konstruktion kennt, fast unmöglich meint man.
Mit den üblichen Motorradtaxis führen wir dann zu irgendeinem Schrottplatz , das nächste Ersatzteillager gut 300 km entfernt, diese Möglichkeit fiel also aus, dort fanden wir doch tatsächlich einen solchen Stehbolzen, eilig zurück, Motor auseinander, 30 Minuten später rollte die Kiste wieder. Das hätte ich mal in Deutschland sehen wollen. Das ist jetzt 3 Jahre her, der Motor läuft noch heute ohne Beanstandung. Nun hatte ich Herzklopfen was den Reparaturpreis betraf, entgegen allen üblichen Regeln hatte ich vorher nichts ausgemacht, doch wenn man in einer solchen Notlage ist, setzt das Denken eben aus. Und dann noch ein Gringo. Darüber gibt es ja genug Geschichten. 30 Reais wollte der Chef haben, 3 Leute hatten sich abgerackert und strahlten vor Stolz als ich meine Bewunderung über ihre Leistung und Fertigkeiten geäussert habe. Ich habe einen 100er in die Hand gedrückt und fand das mehr als angemessen. Als ich nach einer reichlichen Stunde wieder auftauchte und zur Weiterfahrt ins Gebirge meine Gäste aufforderte blieb denen nur der Mund offen stehen…..! Fahre ich heute diese Tour mache ich immer einen kleinen Schlenker und werde immer freudig wie ein alter Bekannter gegrüsst. Als ich das letzte Mal vorbeikam, bedeutete man mir, ich solle unbedingt noch mal auf der Rückfahrt vorbeikommen. Grund ein Maiskuchen für mich als Geschenk, zwar liebe ich das Gebäck nicht gerade, für meinem Geschmack staubtrocken, wird beim Kauen immer mehr, meine brasilianische Frau war jedoch begeistert und ich der Freundlichkeit mehr als gerührt.
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Beitragvon sefant » Fr 1. Jun 2007, 00:17

Na gut, wir hatten am Ostersamstag mal in Cabo Frio Probleme mit einem alten Gol.

Der Benzinfilter war wohl zu verdreckt und der Motor lief absolut ruckelig, vorallem tieftourig. Die Reinigung im Centro von Cabo Frio hat dann ca 30min gedauert und R$30 gekostet. War wohl Touri/Feiertagspreis (und auch eine "normale" Werkstatt und kein Hinterhofteil...
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vollkasko

Beitragvon didi » Fr 1. Jun 2007, 02:17

hallo,
ab und an ist eine vollkasko auch in brasilien angebracht, besonders wenn du kids hast, die sich vom fernsehen oder von telespielen zuviel inspieriren lassen. in diesem falle unser jung (19j.). bradesco seguro hat ohne probleme bezahlt. (der junge ist mit ner kleinen platzwunde am kopf davongekommen( anschnallen ist ja nur was fuer warmduscher)).
gruss didi
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