Auto Unfall Versicherung

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Auto Unfall Versicherung

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 22. Dez 2004, 17:19

Angeregt durch den Hinweis von Hans-Joachim Menzel möchte ich dieses für Brasilientouristen und auch für Langzeitreisende sehr wichtige Thema mal aufgreifen. Angehängt an eine kleine Begebenheit würde ich gerne mal Eure Erfahrungen mit Unfällen und Reparaturen kennen lernen.

Die Hausherrin fährt einen schnuckeligen Geländewagen, 4 Jahre alt, allerliebst zurechtgemacht und gepflegt und man sieht ihm nicht an, dass er schon 60.000 km zurückgelegt hat, davon bald die Hälfte im Gelände rund um Belo Horizonte. Wir waren am Wochenende in Conceicao do Mato Dentro, tief in der Serra do Cipo. Die Pousada lag an der Hauptstraße, der Wagen wurde nach vielen Versicherungen des Pousadabesitzers, dass dort alles sicher und nie was passiert ist, vor der Pousada geparkt. Gegen 2 Uhr nachts wurde an die Tür geklopft, große Aufregung und was für eine Bescherung. Unser Wagen war auf vollkommen leerer Dorfstraße so kräftig im Bereich der B-Säule gerammt worden, dass er vor Schreck die Bordsteinkante hochgesprungen ist. Dabei wurde er noch einen Meter zurückgedrückt und gegen einen Baum geschoben, wobei das aufgeschnallte Reserverad die hintere Tür eindrückte. Die Hauptstraße war so breit, das sich 4 Autos bequem hätten begegnen können, kein geparktes Auto behinderte die Fahrt, und auch kein Unfallgegner war zu sehen. Das Auto war natürlich nicht mehr fahrbereit, also ein Fall für die Versicherung.

Da das Abschleppen Teil der Versicherungsleistung ist, wurde die Versicherung verständigt, obwohl 24 Stunden-Service-Telefon war am Sonntag niemand erreichbar, uns gelang es aber uns am gleichen Abend, wir waren inzwischen mit dem Taxi nach BH zurückgefahren, die Versicherung zu verständigen und den Unfall zu melden. Völlig ohne Grund versuchte die Versicherung in der gleichen Nacht das Fahrzeug, dass immer noch vor der Pousada, stand zu bergen. Anruf in der Frühe um 3.00 Uhr: doch der Pousadabesitzer wacht nicht auf, um den Schlüssel herauszurücken. Anruf um 4 Uhr in der Frühe: wo in der Rezeption ist der Fahrzeugschein abgelegt. So ging es die Nacht weiter bis das Auto in Belo war.

Da die Abschleppkosten nur bis 100 km durch die Versicherung gedeckt waren, wurde der Wagen nicht in die Werkstatt geschleppt sonder verblieb beim Abschleppunternehmen, bis meine Frau die überschießenden 20 Reais bar auf den Tisch legte.

Das alles war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was sich in den nächsten Wochen abspielen sollte.
In Brasilien wird das Auto nicht vom Besitzer, sondern von der Versicherung repariert. Die Versicherung lässt das Auto nicht in eine Fachwerkstatt bringen, sondern in eine Werkstatt mit der Versicherung einen generellen Vertrag hat. In unserem Fall war es eine Werkstatt, die sich auf Blechreparaturen spezialisiert hatte. Das Auto blieb erst mal eine Woche stehen, bis sich ein Sachverständiger das Auto angeschaut hatte. Die Reparaturkostenvoranschlag lag bei ca. 1/3 der Zeitwertes des Autos. Nach einer weiteren Woche und mehreren Rückfragen in der Werkstatt erfuhr ich, das man noch nicht reparieren kann, das die Versicherung selber die erforderlichen Ersatzteile bestellt. Ein Besuch bei der Versicherung bestätigte dieses Vorgehen. Ich nutzte den Besuch um zu fragen, ob der Wagen wegen seiner Schäden im Bereich des Vorderrades, der B-Säule und des Schwellers nicht in eine Fachwerkstatt gehöre, die sich mehr mit den mechanischen Teilen des Autos auskennt. Dieser Aspekt war dem Versicherungssachbearbeiter vollkommen fremd. Er konnte nicht mal sagen ob der Wagen, der Gott sei dank einen stabilen Leiterrahmen besitzt, nach dem Unfall vermessen worden war. Ich verließ die Versicherung mit der Zusage, dass man sich um die Dinge kümmern würde und der Wagen in 2 Wochen wie neu auf dem Werkstatthof stehen würde.

Bei den Werkstattleuten, die ich zwischenzeitlich schon gut kannte, erzeugten diese „Ergebnisse“ nur ein leichtes Grinsen. Zum einen hatte der Gutachter den Reparaturumfang kräftig zusammengestrichen und dabei und die Verwendung von gebrauchten oder reparierten Teile vorgeschlagen. Dazu war bekannt, das die Versicherung bei billigsten Quellen kauft ohne Rücksicht auf kurze Lieferzeiten oder Qualitätsstandards.

Am Ende der 2.Woche war immer noch nichts passiert, darum fand eine weitere Woche später noch ein Gespräch bei der Versicherung statt, zur Unterstützung hatte ich einen Bekannten mitgenommen, der bei Sprach- oder besser Verständigungsschwierigkeiten später als Zeuge dienen konnte. Dazu hatten wir ein Schreiben mit allgemeiner Beschwerde vorbereitet, in dem wir eine Vermessung des Wagens forderten und eine Vermessung der Wagens auf eigene Kosten androhten, wenn diese nicht von der Versicherung in Auftrag gegeben würde. Der Versicherungssachbearbeiter versuchte die Schuld für die Verzögerungen auf die Werkstatt und die Teilelieferanten abzuwälzen, ich warf ihm vor, mit der fachgerechten Reparatur eines Autos wohl überfordert zu sein und nur die Interessen der Versicherung an einer möglichst billigsten Reparatur zu vertreten. Die Versicherung versprach die Vermessung des Autos, wohl wegen der möglichen Schadensersatzansprüche aus Fahrlässigkeit die in unserem Schreiben formuliert waren.

Allerdings dauerte es eine weitere Woche, bis der Wagen von einer anderen Fachwerkstatt vermessen war. Ergebnis: Rahmen ok, aber vorderes Federbein muss ausgetauscht werden. Das Federbein ist aber schwer zu besorgen und dann kam der Vorwurf an mich, dass ich das ja alles Schuld wäre, weil ich einen (allerdings in Brasilien sehr gebräuchlichen) Importwagen fahren würde. Mein Konter, das man das Federbein ja schon vor 4 Wochen hätte bestellen können, ging in allgemeinen sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten unter. Nachdem wir feststellten, dass auch am Blechkleid des Auto nichts passierte, obwohl die Teile wohl herumlagen, kann der Hinweis der Werkstatt, das die Versicherung die Reparatur erst freigibt, wenn die letzte Schraube da ist. Hintergrund ist, das die Versicherung keine Teilleistungen vorab bezahlt, sondern erst bei Ende und Abnahme aller Arbeiten. Am Ende von 3 weiteren Wochen war der Wagen endlich fertig, optisch war der Wagen eine Pracht (war ja auch frisch gewaschen)
Da der Sachverständige entschieden hatte, die Fahrertür nur zu reparieren anstatt neu zu kaufen, passte diese nicht dicht in den Rahmen, dazu waren durch die lange Aufenthaltszeit in der Werkstatt einige Teile, wie Aschenbecher, Ersatzradschloss und Warndreieck samt Verbandskasten nicht mehr auffindbar. Also blieb das Auto noch eine weitere Woche in der Werkstatt. Auch nach der Übergabe ist das Auto bis heute regelmäßig in der Werkstatt um die Tür neu zu justieren.

Insgesamt hat die Reparatur des Autos, dass unter deutschen Normen sicherlich ein Totalschaden gewesen wäre, mehr als 10 Wochen gedauert. Die Reparatur wurde durch die Versicherung nur unter dem Gesichtspunkt „so billig wie möglich“ durchgeführt ohne Rücksicht auf Zeit und Qualität. Dabei stellte man sich auch noch unbeholfen und stur an. Natürlich habe ich anschließend die Versicherung gewechselt, bin aber sicher, dass die nächste mich nicht besser behandeln wird.

Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht, oder erging es euch sogar mal besser. Auf die Rückmeldung bin ich gespannt.

Weihnachtliche Grüsse

Manfred
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Beitragvon Gast » Mi 22. Dez 2004, 18:55

Hallo Manfred,

nach meinen Erfahrungen sind die brasil. Autoversicherungen noch größere Verbrecher als die brasil. Banken.
Vor etlichen Jahren, als mein VW Parati noch recht neu war, hatte ich ihn versichert (in Dtld. würde man das wohl Vollkasko nennen, was ja hier in Brasilien üblich und aus verschiedenen Gründen angebracht ist). Irgendwann einmal war dann die Versicherungsprämie etwa 20% des Listenpreises des Autos. Daraufhin bin ich dann ohne Versicherung gefahren. Mittlerweile hat der Karren einen neuen Motorblock bekommen (ich habe tief in die Tasche gegriffen und das bei einer Concesionária machen lassen, mit Nota Fiscal und Garantie etc.). jetzt wollte ich das Auto wenigstens gegen Schäden gegenüber Dritten (danos contra terçeiros) versichern. War alles wunderbar, das sollte 370 R$ kosten. Die habe ich auch gleich gelöhnt. Dann kam Einer zur Inspektion des Fahrzeugs. Auch nicht schlimm, habe ich mir gedacht, schließlich ist meine Karre in so einem Zustand, daß ich den jederzeit beim deutschen TÜV vorfahren könnte. Nach einer Woche kam die Überraschung. Die Versicherung teilte mit mit, daß das Fahrzeug keinen Originalmotor mehr hätte und damit die Charakteristika des Fahrzeugs verändert wurden. Deshalb würden sie mich nicht versichern. Jetzt habe ich eine andere Versicherung, die keine vistoria macht und hoffe, daß ich die Versicherung nie in Anspruch nehmen muß.

Und jetzt die tollste Nummer, was brasil. Autoversicherer betrifft:
Ich hatte noch einen VW Käfer, Baujahr 69, 100% in Schuß, als ob der gestern erst ausgeliefert worden wäre, also ein echtes Sammlerstück.
Ich fahre abends aus der UFMG raus, da steht sogar eine Ampel. Nun beschleunigt ein Käfer, erst recht, wenn es leicht bergauf geht und man gleich eine Rechtskurve fährt, ja nicht gerade wie eine Rakete. Links hielt noch ein Bus an der Ampel und plötzlich kommt auf dem anderen Fahrstreifen einer knapp an mir vorbeigeschossen. O.K. dachte ich, Vollidiot (!) und hab das abgehakt, und habe nach der Vollbremsung wieder gas gegeben. Ta traf mich der zweite Idiot, der mit etwa 100 km/h die rote Ampel ignoriert hat. Der Käfer überschlägt sich und kommt einen Meter neben einem Betonpfeiler zum liegen. Dann kommt das Übliche, PM, Abschleppwagen, Zeugen ....
Das Ganze ist am 3.3.2004 passiert. Die Versicherung wollte 2.000 R$ zahlen. Bei Gericht gab es mitlerweile schon 2 Termine, der letzte war Mitte Oktober. Bis jetzt liegt noch kein Urteil vor. Den Crash hat der Käfer im Unterschied zum Fahrer leider nicht überlebt.
Natürlich gibt es keinen Ersatzwagen, Schmerzensgeld etc.
Also, wenn mich jemand an brasil. Autoversicherer erinnert, dann habe ich sofort die Haßmütze auf.
Mein Traum: Einmal mit einem HUMMER kreuz und quer durch BH und alle niedermachen, die keinen Blinker setzen, ohne sich um Vorfahrtsregeln zu kümmern nach dem Motto fahren "weg, jetzt komm' ich" und keine Ampeln beachten.
Es wird leider nur ein Traum bleiben.

Gruß

H-J
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Mi 22. Dez 2004, 18:58

der letzte Kommentar war natürlich nicht von einem anonymen Gast, sondern von mir.

H-J
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Beitragvon Trem Mineiro » Mi 22. Dez 2004, 20:03

Hallo H-J

Deine Wut kann ich gut verstehen, dass hat mich ja auch zu meinem Beitrag getrieben. Allerdings wollte ich den zur Eröffnung nicht gleich mit Emotionen färben. Es sind aber nicht immer nur die Versicherungen, die sich unfair benehmen.
Meine Frau wird von einem Klein-LKW, der hinter ihr in die Hauptstraße einbiegt angefahren. Zwischenzeitlich wohlerfahren in diesen Dingen, ruft sie einen befreundeten Übersetzer und die Polizei zur Unfallstelle. Alles klar, LKW-Fahrer fühlt sich schuldig, Der Besitzer des LKWs, der gleichzeitig Firmeninhaber ist, verspricht schnelle Regelung denn er hat ja eine Versicherung.

Am nächsten Tag kam der Umschwung: Natürlich ist der Fahrer schuldig, dieser Barzi, und deshalb hat er ihn auch gleich entlassen. Ich soll mir doch den Schaden von diesem Barzi, diesem Unglücksfahrer, (weitere Schimpfwörter gelöscht) ersetzen lassen. Der Mann hat richtig mit mir gefühlt. :roll:
Wenn ich mich mit Anwaltskosten- und Gerichtskostenvorschuss auf eine Klage eingelassen hätte, hätte ich sicher auch einen Titel erstritten. Der Fahrer hätte den Schaden, der so etwas 3000 Reais betrug, in 300 Monatsraten, also in 25 Jahren abstottern müssen. Bei jedem Ortswechsel aus dem Gerichtsbezirk hatte ich einen neuen Titel erstreiten müssen. Auf den Anwaltskosten wäre ich auf jeden Fall sitzen geblieben.

Fazit: Wer in Brasilien Auto fährt, muss es sich auch leisten können, das Risiko fährt immer mit. Und vor allem braucht man Nerven.
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Beitragvon Lemi » Mi 22. Dez 2004, 23:38

Hi ihr Versicherungsgeschädigten,

zur Abwechslung erzähle ich mal eine positive Geschichte in Sachen Schadensabwicklung. Man sollte vielleicht von Anfang an klar stellen, dass es sich nicht um eine Fahrzeugversicherung handelt.

Ich war mal am WE im Barra Shopping in Rio und hatte dort meinen kleinen Fiat ordnungsgemäss auf dem zum Shopping gehörigen Parkplatz abgestellt. Am Eingang bekam man ein Scheinchen - der Parkplatz war aber kostenfrei.

Als ich mit meinen Kumpels zum Auto zurückkam - wir waren übrigens zum Bowling - sahen wir den Schaden: Die beiden Türen der Beifahrerseite waren eingedrückt. Offensichtlich hatte ein äusserst geschickter Einparker die Kurve nicht richtig berechnet und rammte meinen Fiat (der war übrigens völlig aus dem Häuschen wegen dieser bodenlosen Frechheit !). Als kleines Beweisstück für sein Dämlichkeit liess er die Splitter von seinem dabei zerbrochenen Scheinwerfer neben meinem Auto liegen. Der Fall lag also klar auf der Hand, obwohl keine Zeugen aufzutreiben waren und der Täter sich ohne Zettel an der Frontscheibe verflüchtigt hatte.

Ich hatte plötzlich den Einfall mich mal beim Parkwächter zu erkundigen, ob das Shopping eigentlich für solche Schäden haftet. Schliesslich war es ein bewachter Parkplatz! Und siehe da - ich wurde zur "Abteilung für Diebstähle, Schäden und Rolltreppenunfälle" weitergeleitet. Die Dame dort war sehr freundlich ..... nahm alle Daten von uns beiden (mir und dem Fiat) auf und bat mich auf einem Formular den Schaden zu beschreiben sowie Antrag auf Schadensersatz zu stellen. Das alles tat ich.

Anschliessend erklärte mir die gleiche Dame, wie es nun weitergeht. Ich sollte erstmal 3 Kostenvoranschläge in voneinander unabhängigen Werkstätten meiner Wahl einholen und sie dem Shopping übersenden. Mit diesen Dokumenten in der Hand würde sie dann bei der wöchentlichen Besprechung über "pequenos sinistros" meine Dokumentation vorstellen und anschliessend würde dann abgestimmt, ob dem Antrag stattgegeben würde. Sie meinte auch gleich, dass rund 80% der Fälle genehmigt würden und dass in meinem Falle auch keinerlei Eigenverschulden o.ä. erkennbar ist.

Gesagt, getan. Nach dem Meeting im Shopping wurde ich angerufen und die Dame teilte mir mit, dass das Shopping für meinen Schaden aufkommen würde und ich den Fiat in eine der 3 Werkstätten zur Reparatur bringen könne. Die Werkstattrechnung ginge anschliessend direkt ans Shopping.

Das fand ich prima und machte alles so wie mir von der Dame aus Rio aufgetragen wurde. Ein paar Tage später war der Fiat wieder wie neu (der Schaden hatte sein Selbstvertrauen doch etwas angekratzt :? ) und ich hatte weder Ärger noch irgendwelche Kosten - dank dem Barra Shopping !

P.S.: Da ich den kaufmännischen Leiter der Werkstatt recht gut kenne, hat er dem Shopping gleich noch das Ausbeulen der Stossstange aufgebrummt, welche von einem anderen "Ausrutscher" etwas schief stand. :idea:
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Beitragvon patecuco » Do 23. Dez 2004, 00:23

Aus gegebenem Anlass (meinem Schwager wurde gestern das neu gekaufte Auto 1/2 Stunde nach Uebergabe geklaut) will ich mal das Thema auf Diebstahlsschutz und Versicherung bringen.

Neuwagen kann man ja versichern, Motorraeder schon schwieriger, aber wie siehts mit dem Verhindern von Diebstahl aus. Alarmanlage nutzt ja nur was wenn der Wagen aufgebrochen wird, wenn der Schluessel infolge einer vorgehaltenen Wumme herausgegeben wird ist die Alarmanlage auch nutzlos.

Aber da gibts doch so Wegfahrsperren die den Wagen nach 100m lahmlegen. Wie funktioniert das ? Was kostet sowas ? und kann man das einfach nachruesten ?

Will bei meinem naechsten Auto-Kauf in dieser Form den Diebstahl verunmoeglichen.

Sateliten Ueberwachung kommt nicht in Frage, die findet das Auto nicht in einer Garage, das Wegfahren soll verhindert werden.

Wer hat nen Tip ?

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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 23. Dez 2004, 13:44

Hallo Pateco,

von Alarmanlagen halte ich eh nichts, denn in Brasilien macht ja jeder soviel Lärm wie und wann er gerade will. Ich frag' mich sowieso schon lange, ob die Brasilianer mit einer genetischen besonderheit geboren werden, die die Sensibilität hinsichtlich akustischer Wahrnehmung stark mindert, oder ob die brasilianischen Babys auf Grund von Dauerbeschallung ab der ersten Lebensminute diesen Gehörschaden erwerben.
Also ich habe noch nie (!) jemanden gesehen, der sich auch nur umgedreht hat, wenn eine Alarmanlage eines Autos losgegangen ist. In den meisten Fállen geschieht das eh, weil auf Grund fehlender Wartung mal wieder ein Defekt in der Autoelektrik die Alarmanlage ausgelöst hat oder weil es mit anderen Sendern zu Interferenzen kam. Und wenn sich schon bei Überfällen auf der Straße niemand rührt (aus verständlichen Gründen) , wen interessiert da schon, ob ein Auto gerade gesetzeswidrig seinen Besitzer wechselt. Besonders nervtötend ist das mit den Alarmaanlagen vor allem dann, wenn die in der Nachbarschaft nachts losgehen. Da kann es dann Stunden dauern, bis man wieder den verdienten Schlaf findet.
Ich habe mir für 80 R$ ein System einbauen lassen, daß den Motor abstellt nach etwa 1 min, wenn man bis dann den (versteckt angebrachten) Knopf nicht findet. Das ist in den ersten Tagen etwas gewöhnungsbedürftig, denn ich habe es hin und wieder vergessen, den Knopf zu drücken, aber da hat man sich bald daran gewöhnt. Darüber hinaus, habe ich noch einen zweiten "Sicherheitsschalter" einabuen lassen und die beiden Systeme müssen natürlich aktiviert werden, damit sich der Karren bewegt. Die Elektrik funktioniert, d.h. Anlasser, Licht, Hupe (für Brasilianer mit das interessanteste Teil am Auto), etc. Sollte nun jemand feuerkräftige Argumente vorweisen, die den Fahrer davon überzeugen, seinen Platz hinterm Steuer zu räumen, so macht er dies normalerweise, in dem er auf der Fahrerseite aussteigt. Duch das Öffnen der Tür geht normalerweise, auf Grund des Schalters am Türholm die Innenbeleuchtung an. Über diesen Schalter wird auch das Siocherheitssystem wieder lahm gelegt, d.h. der versteckte Knopf muß innerhalb 1 min wieder gedrückt werden. Wenn dies nicht geschieht, geht der Motor aus. Dadurch kann man im Falle eines Falles sein Fahrzeug eigentlich wieder zu Fuß einfangen.

Lemi hat's in dieser Beziehung klever gemacht, der bewegt sich mit einem Fiat fort (er schraubt halt gerne). Da brauchst du kein Sicherheitssystem, denn wer klaut schon sowas???

Gruß

H-J
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Beitragvon Lemi » Do 23. Dez 2004, 15:08

Hi Hajo,

ich bin sowieso davon überzeugt, dass mein Fiat nie fremdgehen würde ...... schon gar nicht mit irgend so einem Taugenichts. Mein Fiat braucht ab und zu ein paar Streicheleinheiten, die er nur von Lemi bekommt - und wenn er mal richtig getreten werden will, mach ich das auch für ihn ........ wir beiden sind eben richtige Freunde !

....... wenn ich schon höre: "ein Auto ist nur ein Gebrauchsgegenstand" :roll:

Er fährt übrigens schon seit 20.000 km ohne Ölwechsel ....... dafür hat sich aber gestern die Kupplung zu Wort gemeldet !?
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Beitragvon patecuco » Do 23. Dez 2004, 16:04

Ja HJM

genau so ein System schwebt mir vor. Wobei ich den Schalter zum wieder in Betrieb setzen, also nach Stillegung, in den Motorraum legen wuerde. Da schaut bestimmt keiner rein, wenn er den Wagen klauen wollte.

Der Haendler in Rio hat mir fuer mein Moped damals so ein "good night" System angeboten. Das funktionierte irgenwie mit einem Sender den man in der Tasche hat und sobald man 10m vom Moped weg ist, geht der Motor aus. Schalter sind ja am Moped nicht so leicht zu verstecken.

Also die Idee mit der Scharfmachung durch Tueroeffnungskontakt ist schon mal gut.

Man kann ja heute nicht mehr sein gestohlenes Pferd mit einem Pfiff zum stehen bringen, wie Telly Savalas im Western...

Einfache Elektrik mit Verzoegerungsrelais und alles 12V krieg ich noch hin.

Den Grund fuer die Vorliebe von Laerm habe ich mich auch schon gefragt, steht das evtl. in der Verfassung ?

>Jeder Brasilianer ist verpflichtet jederzeit und ueberall soviel Laerm wie nur moeglich zu machen......


Oder ist das ein Ueberbleibsel aus der Sklavenzeit, damals mussten die ja immer singen und rhythmisch Krach machen, damit der Arbeitstakt vorgegeben wird....
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 23. Dez 2004, 16:50

Hi pateco,

also die Sache mit dem Schalter (es handelt sich ja nur um einen kleinen Druckknopf) im Motorraum ist vielleicht etwas unpraktisch, denn jedesmal, wenn du wegfährst, mußt du dann deine Motorhaube öffnen und den Schalter betätigen. Es gibt doch im Innenraum genügend Möglichkeiten unter Teppich- oder Kunststioffverkleidungen.
Da muß man eben etwas kreativ sein, wie beim Verstecken seiner Habseligkeiten (Dokumente etc.), damit sie bei einem Einbruch oder Überfall den ungebetenen Gästen nicht gleich in die Hände fallen.
Willst du dir das Teil eigentlich selbst zusammenbasteln?

Gruß

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