Autofahren in Brasilien

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Autofahren in Brasilien

Beitragvon MartaBrusseli » Mi 30. Apr 2014, 15:48

Hallo,

gilt der deutsche Fuehrerschein in Brasilien? Kann man damit ein Auto mieten? Und die Frage ist wo? Ich will mit meinen Freunden waehrend der WM mit dem Auto die anderen Fussball Stadien besuchen.
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 30. Apr 2014, 16:12

Ein deutscher Führerschein ist für 6 Monate in Brasilien gültig. Die wenigsten Probleme hat man mit dem Scheckkarten-Führerschein.

Ein Problem ist, dass das nicht jeder Polizist weis, weil auch die Regeln in letzter Zeit mal wieder geändert würden. Deshalb empfiehlt es sich die nachstehende verlinkte Resolution auszudrucken und mit sich zu führen.

http://www.denatran.gov.br/download/Resolucoes/RESOLUCAO_CONTRAN_360_10.pdf

Die bisher verlangte Übersetzung des Führerscheins ist damit nicht mehr erforderlich.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Autofahren in Brasilien nicht ungefährlich ist, ich würde das so in etwa mit Rom vergleichen.
Die Selbstbehalte bei Auto-Vermietern sind recht hoch und bezüglich der Haftflicht gegen dritte sind die Leistungen sehr gering, er kann also passieren, dass man selber für Schäden, z.B. bei einem Schwerverletzten haften muss. Dazu möchte ich mich nicht unbedingt auf die brasilianische Justiz und die Polizei verlassen müssen.

Mir ist da noch nichts gravierendes passiert, so mit Totalschaden und verletzten, aber auch in den kleinen Fällen war ich irgendwie immer Schuld. Heute hab ich dafür eine Bord-Kamera mit Black-Box an Bord und einen Bullenfänger vorne am Auto.

Ist aber alles machbar, man muss halt noch vorsichtiger sein. Dazu kann man auch heute noch Autos ohne Airbag und ABS und solche in D gewohnten Standards mieten. Also aufpassen, was man da mietet, auch Klimaanlage ist angebracht, selbst im Juli-Winter. Und wer überland mal einen Unfall hat und auf der leitplankenlosen Landstraße in die Büsche verschwindet sollte ein Überlebens-Training mitgemacht haben. Außerhalb der Großstädte steigt halt das Risiko. Die Straßen sind teilweise schlecht und ich persönlich fahre nachts generell nicht überland, wobei man bei längeren Touren die kurzen Wintertage berücksichtigen muss. Streckenleistung liegt so bei 700 km, viel mehr gibt ein Tag nicht her. Und Autobahnen sind selten.

Viel Glück
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon Colono » Mi 30. Apr 2014, 19:36

Trem Mineiro hat geschrieben:Ein deutscher Führerschein ist für 6 Monate in Brasilien gültig. Die wenigsten Probleme hat man mit dem Scheckkarten-Führerschein.

Ein Problem ist, dass das nicht jeder Polizist weis, weil auch die Regeln in letzter Zeit mal wieder geändert würden. Deshalb empfiehlt es sich die nachstehende verlinkte Resolution auszudrucken und mit sich zu führen.


Das sind dann die Polizisten welche einen Autofahrer wegen ungeeignetem Schuhwerk, raushängenden Ellenbogen, abgelaufenen Feuerlöscher etc. aufhalten. Im allgemeinen wird aber jedes Papier akzeptiert wo auf portugiesisch Führerschein drauf steht. Als Tourist wirst du in den seltensten Fällen aufgefordert den kontollierenden Herren wegen angeblichem Fahrens ohne Fahrerlaubnis auf die Polizeiwache zu begleiten weil er es nicht besser weiss. Da heisst es mal eher: " Ich will dir ja nicht deine Ferien versauen, aber hast du nicht eine kleine Spende für unseren Polizeigrillsportverein. :mrgreen: " Besonders häufig in Paraiba und sonstiger Äquatornähe.

Weiter südlicher sollte man sich bei einer Polieikontrolle vor unbeabsichtigten Gesten mit der Hand oder missverständlichen Ausdrüken hüten. Das gibt dem Beamten Gelegenheit jemand für ein paar Stunden aus dem Verkehr zu ziehen und eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung zu schalten. Ist mir mal passiert, ich habe da mal bei einer Kontrolle aus Rage nur so mit der Hand gefuchtelt weil der gute Herr meine Frau meiner Meinung etwas zu forsch ansprach. Darauf wurde mir mal der Kofferraum des Steifenwagens gezeigt. Ist aber glimpflich ausgegangen.

Auch vor Alkohol am Steuer (selbst in geringen Mengen) sei gewarnt. Die Kontrollen sind mit der Zeit immer häufiger und stets rigoros.

Die Fahreugpapiere nicht Zuhause vergessen, da kann einem das Fahrzeug abgeschleppt werden. Bei ausgelienen Fahreugen auch die Gültigkeit der Papiere kontrollieren. Da wird sonst ebenfalls das Fahrzeug rigoros eingezogen. Allerdings dürfen das nur die Beamten der Policia Millitar und nicht die von der Strassenerkehrsbehörde der Kommunen (Agentes de Transito). Die können nur Knöllchen vergeben.

Ansonsten gute Fahrt,

Colono
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon cabof » Mi 30. Apr 2014, 19:46

Es werden auch Zusatz KfZ Versicherungen für Mietwagen im aussereuropäischen Raum angeboten, sog. Traveller-Police, mal googeln oder
auf die Seite eines Automobilclubs gehen. Gute Fahrt!
Cabof
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon Paraiba » Mi 30. Apr 2014, 21:10

Hallo, diesen Beitrag finde ich für meine Reiseplanung sehr interessant.
Verstehe ich das richtig, brauche ich also keinen internationalen Führerschein?
L.G. Paraiba
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon Colono » Mi 30. Apr 2014, 21:25

Paraiba hat geschrieben:Hallo, diesen Beitrag finde ich für meine Reiseplanung sehr interessant.
Verstehe ich das richtig, brauche ich also keinen internationalen Führerschein?
L.G. Paraiba


Der internationale wäre sogar streng genommen gar nicht gültig. Also einfach ordnungsgemäß mit dem normalen Lappen fahren und in Paraiba immer etwas Wechselgeld bereithalten.

Schönen Urlaub
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon moni2510 » Mi 30. Apr 2014, 23:35

Wechselgeld oder Waze (damit kann man die Abzocker recht gut umschiffen. Die Wegelagerer werden sich doch die WM nicht entgehen lassen, sind ja schliesslich Ferien und die Familie will auch mal Urlaub machen...
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon Trem Mineiro » Do 1. Mai 2014, 01:14

Colonos Beitrag beschreibt so ziemlich alles was man sich so erzählt oder Kollegen und Bekannte auch erlebt haben.

Ich fahr jetzt 18 Jahre in Brasilien Auto und bin nie aufgefordert worden, bei berechtigten oder angeblichen Verkehrsverstößen das örtlich Grillfest zu unterstützen.
Meiner Meinung nach ist es auch für den gemeinen Beamten einfach zu kompliziert, so was mit einem Touristen der kein Portugiesisch spricht und dazu noch in einem Mietwagen, der ja meist einwandfrei ist, durchzuziehen. Also vergesst ja eure paar Worte portugiesisch und sprecht viel Englisch.
Ich bin selbst bei gravierenden Verkehrsverstößen (Radar, Überholen, etc.) immer mit einer freundlichen Ermahnung ohne Strafe weitergefahren.

Man kann allerdings nicht mit automatischen Radargeräten diskutieren und die gibt es in Brasilien inzwischen zuhauf, auch Ampelblitzer. Bei uns ist der Rekord auf einer 90 km Strecke Landstraße 28 Geräte, meist 60 km/h. Und die Mietwagengesellschaft darf die Strafen von eurer Kreditkarte abbuchen (wenn ihr nicht bar bezahlt habt, aber die werden die Kreditkarte sehen wollen).

Wenn möglich, nehmt ein TomTom-Navi mit und ladet eine Brasilienkarte drauf. Und vor der Reise nach Brasilien dann zusätzlich die Radargeräte-Positionen von der Seite http://maparadar.com/#home . Ist kostenlos und sehr aktuell und lässt sich beim TT einfach installieren. Mit Garmin hab ich in Brasilien da nicht so gute Erfahrung gemacht.

Viel Spaß

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon zagaroma » Do 1. Mai 2014, 03:15

Trem Mineiro hat geschrieben:
Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Autofahren in Brasilien nicht ungefährlich ist, ich würde das so in etwa mit Rom vergleichen.

Trem Mineiro


No no no, Trem, per niente! In Rom sind die Autofahrer wach, schnell und wagemutig. Der Verkehr ist ein Ballett, alle sehen genau, was um sie herum vorgeht und kalkulieren ihre Manöver mit millimetrischer Genauigkeit und maximaler Geschwindigkeit. Regeln gelten nur für die anderen.

Der Brasilianer hingegen schläft am Steuer. Er benimmt sich, als sei er völlig alleine auf der Strasse, hat wenig Wahrnehmungsvermögen und zeitlupenartige Reflexe. Demais informações. Bis die bei Grün mal anfahren...
Hupen ist zwecklos, sie hören sowieso nichts. Das Autoradio ist abartig laut, die Bässe drücken ihnen den Brustkorb rein, die Augäpfel raus und das Gehirn ballert gegen die Schädeldecke. Wie soll man da noch auf den Verkehr achten können.
Der brave Bürger hingegen fährt sowas von korrekt nach allen Regeln und krebst sich durch die Stadt...
Gefährlich sind hier nur die Mopedfahrer, alle auf Suizidmission, und die Fussgänger, die einfach auf die Strasse laufen, ohne nach rechts oder links zu sehen. :roll:
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Re: Autofahren in Brasilien

Beitragvon Colono » Do 1. Mai 2014, 14:23

Seit 86 kenn ich nun mal Brasilien. Unter anderem mit Auto und Familie das Land von Nord nach Süd durchquert. Da kommt schon die ein oder andere Anekdote zusammen. Aber irgendwie ausgeraubt im klassischen Sinn wurde ich hier noch nie. Höchstens mal von einer schlecht ausmachbaren Autobahn- Fotofalle zwischen Recife und Maceio wo man plötzlich von 100 auf 40kmh runterbremsen musste. Ich war da aber selber schuld, weil es mir pressierte und ich unaufmerksam war.
Mehr als 500 Reais fehlten mir daraufhin.
Als ich mich wegen der für Brasilien unübliche anbringung der Black Box beschwerte, bekam ich zur Abfertigung die Antwort "Bei euch machen sie das auch". Wie Recht die Tussi damit hatte.
Punkte bekam ich damals noch keine weil ich noch keinen Brasil-FS hatte. Das Auto war auf meine Frau zugelassen. Die hatte damals auch nur D-Papier.

Von der vorgeschlagen Nixverstehen-Masche halte ich in Brasilien nicht viel. Besonders wenn so jemand mitkriegt dass man mit Einheimischen zusammen ist. Man hat eher einen Sympatievorteil wenn man sich um die Landessprache bemüht. Ist wahrscheinlich überall so.
Trotzdem ich hatte das mal bei einem selbsternannten PKW- Guard am Strand in Mangue Seco bei Recife durchgezogen. Der fühlte sich wahrscheinlich irgendwie von meiner Gringonummer verarscht. Daraufhin brauchte ich einen guten Autospengler. In Fortalezza bezahlte ich der Leihwagenfirma mal eine neue Scheibe. Da hatte ich aber den Tomar-Conta bezahlt. Anscheinend den falschen. Heut zu Tage passiert mir das nicht mehr. Wenn so ein selbsternannter öffentlicher Aufpasser etwas im Voraus von mir verlangt, fahr ich einfach weiter und such mir einfach einen anderen möglichst sicheren Parkplatz. Man lernt hier schon mit der Zeit manches gelassener zu sehen. Sozusagen wird einer tropikalisiert wie unser Trem das mal so nett ausdrückte.
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