Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon cabof » Do 9. Feb 2012, 08:02

Kann man zu stehen wie man will.... wenn man in BR diese Polizeinachrichten im TV sieht (Fala Brasil) wo die Verhafteten halbnackt
der Presse vorgefuehrt werden, Reporter uebernehmen praktisch das Verhoer.... na ja.
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon karlnapp » Do 9. Feb 2012, 08:18

Elsass hat geschrieben:Methoden aus der Diktatur, wie z.B. Folter um Gestaendnisse zu erzwingen, sind keine Seltenheit.
Woher willst Du das wissen?
Glaubst Du etwa die Horror-Story des deutschen Touristen, der beim Kokain-Schmuggel erwischt wurde und den die Polizei den lieben langen Tag nackt tanzen ließ? Und wenn ihn mal die Lust zum Tanzen verließ, dann wurde er angeblich zärtlich mit nassen Handtüchern massiert!

Hilfe seitens der Deutschen Botschaft = Fehlanzeige!
Zu allem Überfluß war der Erwischte nämlich beim deutschen Zoll beschäftigt!
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon Elsass » Do 9. Feb 2012, 11:11

cabof hat geschrieben:Kann man zu stehen wie man will.... wenn man in BR diese Polizeinachrichten im TV sieht (Fala Brasil) wo die Verhafteten halbnackt der Presse vorgefuehrt werden, Reporter uebernehmen praktisch das Verhoer.... na ja.

Da waescht eine Hand die andere.
Die Presse lebt von der direkten Anbindung an die Polizei. Und bezahlt dafuer!
Grund: Schlechte Bezahlung der Polizei, ein gestoertes Verhaeltnis zum Buerger speziell in Bahia (ACM ist heute noch ueberall praesent, nicht nur in Strassennamen).
Ein Neuordung des Polizeirechts ist ueberfaellig.
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon karlnapp » Do 9. Feb 2012, 11:26

Alles hat seine zwei oder mehr Seiten.
Hätten meine Zwangskameraden und ich,
als Soldaten der BW das Streikrecht gehabt,
wir hätten dies vom ersten Tag an wahrgenommen!

So gesehen, ist Brasilien ein wunderbares, freies Land!
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon cabof » Do 9. Feb 2012, 14:52

Ja Herr Karlchen, ein wunderbares, freies Land.... muß man nicht irgendwo Grenzen setzen?

Das freie Land bezieht sich ausschliesslich auf Korruption, alles ist möglich wenn man denn dafür zahlt, die richtigen (Un) Verwant-
wortlichen schmiert, dann kriegste auch Deinen gebrauchten Messerschmidt Kabinenroller importiert.

Beispiel: zum Schutze des Castor-Transportes wurden kürzlich Hundertschaften von Polizisten abgezogen, die Mordrate in Köln pro
Tag von 50 Toten wurde nicht überschritten... alles im grünen Bereich.

Ernsthaft: da gibt es in Brasilien noch echten Handlungsbedarf, der einfache Polizist hat Familie und muß seinen Kopf für die
Oberen hinhalten, schlecht bezahlt, da haben die Kartelle leichtes Spiel ihm ein paar Scheine abzudrücken damit er wegsieht.

Solange es Brasilien gibt und so lange es Brasilien geben wird - keine Änderung.
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon Elsass » Do 9. Feb 2012, 15:41

cabof hat geschrieben:die Mordrate in Köln pro Tag von 50 Toten wurde nicht überschritten... alles im grünen Bereich.
:?: :cry:
ist ja noch schlimmer als in Salvador?
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon cabof » Do 9. Feb 2012, 15:49

Sollte nur ein Scherz sein, Verminderung der Polizeipräsenz (die tun ja sowieso nix) wegen des Castortransportes hatte keinen Einfluß
auf die Dilekte in der Zeit. Nein, ich nehme die deutsche Polizei in Schutz, leisten ganze Arbeit, die A...löcher befinden sich in
der Justiz, türkischer Totschläger in der Schule, 2 Jahre auf Bewährung, Türke bringt Türke um... Schwamm drüber.
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon zagaroma » Do 9. Feb 2012, 16:26

Ja, wir Anglosachsen fragen uns immer, wie die Korruption so allgegenwàrtig und bis in die untersten Rànge der Institutionen existieren kann.

Ich glaube (und ich weiss, ich wiederhole mich), der Grund ist wieder mal die latinische Mentalitàt. Die basiert nàmlich auf einem Grundprinzip, das uns ziemlich fremd ist, aber hier total normal und von ausnahmslos allen praktiziert: a conveniéncia. Ich tue, was mir nùtzt und Vorteile bringt.

Das ist das ERSTE Kriterium, nach dem eine aufkommende Situation beurteilt wird. In persònlichen Beziehungen, in der Arbeitswelt, immer. Alle eingegangenen Verpflichtungen und Versprechen werden sofort hinfàllig, wenn sich ein besseres Angebot pràsentiert. Man wùrde sich als sehr dàmlich vorkommen und auch vor anderen so dastehen, wenn man es ausschlagen wùrde. Wir nennen das egoistisch, sie nennen das einen Glùcksfall.

Deshalb gibt es auch so wenig Kontrolle der Korruption: man geht davon aus, dass natùrlich jeder sowiel kassiert, wie er kann, alle tun es ganz selbsverstàndlich und es gilt als moralisch gerechtfertigt. Proteste gibt es nur von denen, die aussen vor sind, und alle wissen, die wùrden auch, wenn sie kònnten. Niedrige Rànge der Staatsangestellten (Polizei, Zoll etc.) werden schlecht bezahlt, WEIL sie eben mit der Einstellung die Lizenz erhalten, illegal dazuzuverdienen. Und das tun sie unvermeidlich.

Probleme gibt es nur, wenn es wirklich stark ùbertrieben wird, wie in Italien in den frùhen 90ern, als die grosse Aktion "Mani pulite" gestartet wurde. Es ging aber nicht wirklich darum, die Korruption auszurotten, man wollte nur das Gleichgewicht wieder herstellen: zu lange hatten immer die gleichen Leute Macht und Kohle in der Hand gehabt, da wollten die anderen jetzt auch mal ran. Es geht dort auch immer noch fròhlich (wenn auch etwas vorsichtiger) so weiter, und deshalb sind sie nun bankrott, was sie aber nicht weiter beeindruckt, irgendwie wurschteln sie sich da wieder raus.

Ausserdem, all das Schwarzgeld kurbelt die Wirtschaft an, es wird nàmlich fròhlich wieder rausgeschmissen, man hat ja nicht wirklich dafùr gearbeitet. Und so kehrt es ganz schnell wieder in den Kreislauf zurùck....

Also, man muss sich nicht wundern oder entrùsten, hier ticken die Uhren einfach anders. Das Gleichgewicht eines latinischen Staates ist fùr uns schwer nachzuvollziehen, und die Hintergrùnde sind sehr undurchsichtig. Und unsere Massstàbe (schreibt man das wirklich mit 3 s ???) muss man hier einfach vergessen!
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon Elsass » Fr 10. Feb 2012, 08:34

Im Folgenden eine Stellungnahme der Landesregierung von Bahia (Jaques Wagner):
Die Polizei habe in Bahia eine reale (inflationsbereinigte) Gehaltserhoehung von bis zu 35% erhalten in den letzten 5 Jahren.
Es besteht allerdings noch eine Diskrepanz zu den schon von Lula versprochenen bundesweiten Tarifen - GAP (wieviel?). Die will die Landesregierung bis Nov. 2015 ausgleichen.

BOLETIM DA SECOM – 08.02.2012

A implantação escalonada da Gratificação por Atividade Policial GAP IV, a partir de novembro de 2012, de forma que todo o efetivo da Polícia Militar seja promovido até 2015 à GAP V, principal reivindicação da categoria, é a proposta do Governo do Estado aos policiais militares. A GAP IV terá sua implantação concluída em 2013. Um processo de transição será implantado, em 2014, com a aplicação de uma escala intermediária equivalente à metade da diferença entre a GAP IV e a GAP V e, em novembro de 2015, todos chegarão à GAP V.

“Nós, ao longo de cinco anos, concedemos 30% de aumento real. E eu tenho limite na folha. As negociações são em torno da chamada GAP 4 e da GAP 5, mas evidentemente isso terá que ser partilhado até 2015", explicou o governador Jaques Wagner. “Meu esforço está sendo esse, muito grande, fazendo propostas consistentes para que a gente possa terminar esse movimento", concluiu.

Todo o efetivo da PM terá avanços na GAP, seguindo o mesmo cronograma. Além disso, está assegurado o reajuste de 6,5%, retroativo a janeiro de 2012. Essas propostas irão assegurar ganhos escalonados no período, que chegarão a 38,89% para soldados e a 37,11% para sargentos, graduações que correspondem aos maiores contingentes da tropa.
A proposta é centrada no objetivo principal de estabelecer uma política de mobilidade no avanço entre os níveis da GAP até chegar ao quinto e último nível da gratificação criada em 1997. Também está inserida na proposta uma medida de valorização do soldo com a incorporação de R$ 41,00 da GAP III.

O Governo do Estado também resolveu desconsiderar, pela via legal, como infração administrativa disciplinar as situações que envolvam, exclusivamente, a paralisação pacífica do serviço durante o período do movimento.

Entre 2007 e 2012, os policiais tiveram ganhos real de até 35,05%

Entre 2007 e 2012, o governo concedeu aos policiais militares ganho real de até 35,05% em seus vencimentos, já incluído o reajuste de 6,5% retroativo a janeiro para todos os servidores públicos. Com isto, os soldados tiveram ganho nominal de 79,36% e os sargentos, 87,19%, enquanto a inflação do período (IPCA) foi 38,61%. A segurança pública na Bahia foi reforçada com a admissão de 8.366 policiais militares e, para melhorar as condições de trabalho dos policiais, foram adquiridos equipamentos como 2.928 automóveis e 10.120 coletes balísticos.

A carreira dos praças foi restruturada, com o resgate das graduações de cabo e subtenente, extintas em governos passados, e foi eliminada a ‘GAP percentual’, que reduzia a remuneração durante a aposentadoria do policial. Também estão incluídos nos avanços alcançados no atual governo os pagamentos da gratificação por Condições Especiais de Trabalho (CET) aos praças que atuam em operações de policiamento e aos motoristas, e do auxílio alimentação, antes restrito a Salvador, para todo o estado, com aumento de 80% no valor. Em 2011, foi criado o Prêmio por Desempenho Policial (PDP), que começa a ser pago em 2012.
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Re: Bahia hat die höchste Form des Kommunismus erreicht

Beitragvon RTP » Sa 7. Apr 2012, 00:19

zagaroma hat geschrieben:Ja, wir Anglosachsen fragen uns immer, wie die Korruption so allgegenwàrtig und bis in die untersten Rànge der Institutionen existieren kann.

Ich glaube (und ich weiss, ich wiederhole mich), der Grund ist wieder mal die latinische Mentalitàt. Die basiert nàmlich auf einem Grundprinzip, das uns ziemlich fremd ist, aber hier total normal und von ausnahmslos allen praktiziert: a conveniéncia. Ich tue, was mir nùtzt und Vorteile bringt....



DANKE, DANKE, DANKE, DANKE! Wenn man den Wald vor lauter Baeumen nicht sieht!
Mensch, habe ich mir hier in den vergangenen sieben Monaten schon die Birne zermuerbt, warum alle hier so egoistisch sind. Ich habe anfangs wirklich die falschen Leute getroffen (Ja, es gibt ein paar Andersdenker in BRA) und war wirklich verwundert, warum ich hier ausgerechnet in meiner Firma mit meinem Schicksal so hardern musste. #-o
Diesen komischen "Jeitinho" habe ich auch abgetan als "unloyal" und "hinterlistig" - eher wenig clever. Aber, wie man sieht, es klappt. :roll:

Nochmals Danke, frohe Ostern und alles Gute aus Manaus.
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