Banken streiken

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Banken streiken

Beitragvon cabof » Mi 8. Okt 2014, 14:34

demokratische Lösung? - alle zahlen 1 x einen Beitrag für die Gewerkschaft - welchen Sinn die in BR hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
In DE ist die Mitgliedschaft freiweilig, 1% vom Brutto/Monat und man bekommt Streikgeld, eine Zeitschrift und auch juristische Unterstützung im Arbeitsrecht und wer nicht in der GW ist profitiert trotzdem von den erkämpften Leistungen - die Billiglöhner und
Kleinverdiener wurden schon immer vergessen, erst die Politik mußte eingreifen um einen Mindestlohn festzusetzen.
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Re: Banken streiken

Beitragvon Reviersport » Mi 8. Okt 2014, 15:16

cabof hat geschrieben:In DE ist die Mitgliedschaft freiweilig, 1% vom Brutto/Monat und man bekommt Streikgeld, eine Zeitschrift und auch juristische Unterstützung im Arbeitsrecht und wer nicht in der GW ist profitiert trotzdem von den erkämpften Leistungen - die Billiglöhner und
Kleinverdiener wurden schon immer vergessen, erst die Politik mußte eingreifen um einen Mindestlohn festzusetzen.


Naja, dann hast du noch nicht in einem Betrieb mit hohem Organisationsgrad gearbeitet. Da ist gar nichts freiwillig. Direkt nach der Unterschrift unter dem Vertrag steht Dein Betriebsrat vor Dir und haelt dir den Mitgliederantrag hin. Und wehe, du wirst nicht Mitglied (ich finde den DGB ja sinnvoll, daher stand es fuer mich ausser FRage). Dann bekommst du kein Bein auf die Erde. Soviel zu freiwillig.
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Re: Banken streiken

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 8. Okt 2014, 17:27

cabof hat geschrieben:demokratische Lösung? - alle zahlen 1 x einen Beitrag für die Gewerkschaft - welchen Sinn die in BR hat, entzieht sich meiner Kenntnis.


ohne Zahlung mit superior keine Arbeit.
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Re: Banken streiken

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 8. Okt 2014, 17:46

Reviersport hat geschrieben:
Naja, dann hast du noch nicht in einem Betrieb mit hohem Organisationsgrad gearbeitet. Da ist gar nichts freiwillig. Direkt nach der Unterschrift unter dem Vertrag steht Dein Betriebsrat vor Dir und haelt dir den Mitgliederantrag hin. Und wehe, du wirst nicht Mitglied (ich finde den DGB ja sinnvoll, daher stand es fuer mich ausser FRage). Dann bekommst du kein Bein auf die Erde. Soviel zu freiwillig.


Du entscheidest dich direkt am Anfang ob du auf der Arbeitgeberseite stehst (was als Führungsperson selbstverständlich ist) oder die Arbeitnehmerseite unterstützen tust. Allerdings wird sich der Betriebsrat bei einer Führungskraft, die nicht leitende Angestellte ist, verdrücken, wenn es um die Rechte dieser Personen geht. Für Arbeitnehmer ist die Mitgliedschaft im DGB gerade in der heutigen Zeit wichtig. Aber immer mehr denken diesen Beitrag sparen zu müssen, was am Ende teuer ausgehen kann. Jeder sollte aus dem Arbeitsplatz das Beste daraus machen. Wo der Betriebsrat stark ist, da kann man auch seine gewerkschaftliche Ader outen. In meinen Betrieb gab es mal eine Gruppe die selber einen Betriebsrat stellen wollten. Da die Wahlen in Listen erfolgt, haben sich Betriebsräte vorher schon abgesichert. Der Kandidat wurde zwar in den Betriebsrat gewählt, wurde dann aber von den erfahrenen Betriebsräten ausgespielt und gab bei der nächsten Wahl auf. Soviel zu unserer Demokratie. Als unser Unternehmen im Jahr 2000 verkauft wurde, erfuhr ich später, dass die Betriebsräte vom Unternehmer alle bestochen waren. Sie sollten den Mitarbeitern nicht ihre Rechte erklären. Nur einer kannte sie und verweigerte die Übernahme. Da der Unternehmer nur noch ein Büro in NRW besitzt, vor Gericht verloren hat, bezahlt er bis zur Verrentung diesen Mitarbeiter ohne Gegenleistung.
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Re: Banken streiken

Beitragvon Brazil53 » Mi 8. Okt 2014, 18:39

Die Gewerkschaften werden gebraucht um ein Gewicht bei den Tarifverhandlungen zu haben. Ohne Gewerkschaft und Tarifverträge müsste jeder seinen Lohn selber aushandeln und sichern.

Das Tagesgeschäft in den Betrieben machen die Betriebsräte, da ist die Gewerkschaft außen vor und kann nur beratend tätig sein. Betriebsräte sind meistens Mitglied der betreffenden Gewerkschaft, aber haben auch einen kritischen Blick auf die Berufsfunktionäre der Gewerkschaft mit oftmals praxisferne Ideologie. Der große Apparat mit ihren bürokratischen Ritualen könnte auf das wesentliche zusammengestutzt werden. Aber ohne eine starke Gewerkschaft gibt es keine Augenhöhe mit den Arbeitgebern.
Der gute Betriebsrat besucht heute Fortbildungen bei freien Anbietern und nicht bei den Gewerkschaften.
Viele Betriebsräte besuchen überhaupt keine Seminare und verstehen nichts von der schwierigen Materie, sie sind dann auch schnell die Büddel vom Arbeitgeber.
Leider ist das in vielen Firmen so auch bei großen Unternehmen.
Ein guter geschulter Betriebsrat ist aber auch nur ein guter Betriebsrat, wenn er ein Rückgrat hat. Und da gibt es leider auch viel zu wenige von.
Also man muss schon großes Glück haben in einem Unternehmen zu sein, wo der Betriebsrat geschult ist Rückgrat hat und auch noch ein geschickter Verhandlungspartner ist welcher mit seinen Entscheidungen auch weit in die Zukunft sehen kann.
Ich war selber über 15 Jahre Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in einen großen Unternehmen mit über 3500 Mitarbeitern. Ich habe viele tausende Betriebsratsmitglieder aus ganz Deutschland bei Seminaren kennen gelernt, da könnte ich ein Buch drüber schreiben.

Ein Betriebsrat sollte aber überall sein, denn es gibt den Arbeitnehmern auch Rechte.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen schließt, dann gibt der Chef allen, auch langjährigen Mitarbeitern einen feuchten Händedruck und das war es.
Hat das Unternehmen einen Betriebsrat muss es einen Interessenausgleich und Sozialplan, mit den Mitarbeitern abschließen, sonst kann er weder schließen, verkaufen oder verkleinern.

Und gestreikt wird in Deutschland ja nun sehr selten, auch weil es ein gewisses Gleichgewicht zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gibt. Und der Wirtschaft tut dieses auch gut.
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Re: Banken streiken

Beitragvon cabof » Mi 8. Okt 2014, 20:00

Leute, auch ich bin in den Genuß eines feinen Sozialplans gekommen ohne jemals im Leben in der GW gewesen zu sein, einige Großfirmen
habe ich auch durchlaufen ohne das jemand vom Betriebsrat mich genötigt hätte einzutreten. Was hier geschrieben wird sind die Aussagen über eine deutsche Gewerkschaft - ich schob ein... welche "Macht" haben br. GW - gibt es auch dort Betriebsräte etc. etc. - die letzt-
endlich auch was für den Arbeiter bewegen?
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Re: Banken streiken

Beitragvon moni2510 » Mi 8. Okt 2014, 20:20

man kann ein bras. Sindicato nicht mit einer deutschen Gewerkschaft und noch viel weniger mit Betriebrat vergleichen.
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Banken streiken

Beitragvon Itacare » Mi 8. Okt 2014, 21:27

Brazil53 hat geschrieben:.....
Ein Beispiel: Ein Unternehmen schließt, dann gibt der Chef allen, auch langjährigen Mitarbeitern einen feuchten Händedruck und das war es.
Hat das Unternehmen einen Betriebsrat muss es einen Interessenausgleich und Sozialplan, mit den Mitarbeitern abschließen, sonst kann er weder schließen, verkaufen oder verkleinern....


Wenn ein Unternehmen pleite ist, hilft auch kein Sozialplan. Wird es verkauft, übernimmt es der Käufer per Gesetz mit allen Rechten und Pflichten. Wer wegrationalisiert oder sonst irgendwie schikaniert wird, geht vors Arbeitsgericht und steht nicht schlechter da als mit einem von einem Betriebsrat oder einer Gewerkschaft ausgehandeltem Plan.

Statt meine Arbeitgeber mit Streiks zu erpressen, habe ich mich darauf verlegt, sie durch Leistung zu überzeugen. Es hat sich gelohnt.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Banken streiken

Beitragvon cabof » Mi 8. Okt 2014, 21:46

Danke Moni für die Ausführung - dachte ich mir schon, wieder eine Ausgabe mehr ohne echten Gegenwert -

Itacare - meine Rede - Extra-Geld fließt bei guter Leistung, das sieht auch ein blinder Chef - an den Rahmenbedingunen
für die Kateorie kann man nicht kratzen, Arbeits- und Urlaubszeiten - die sind festgeschrieben,
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Re: Banken streiken

Beitragvon Brazil53 » Do 9. Okt 2014, 10:29

Leider haben die meisten Arbeitnehmer genau soviel Ahnung von der Materie wie Itacare. Das ist jetzt nicht böse gemeint, weil das Arbeitsrecht nicht so einfach ist.

Ein Beispiel für "Ich hole mir mein Recht selber vor dem Arbeitsgericht"

Der Betriebsrat widerspricht einer Kündigung mit Begründung, dann muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer weiter bezahlen bis der Rechtsstreit vollständig abgeschlossen ist.
Wenn der Arbeitnehmer selber klagt, dann erhält er nach dem Ende der Kündigungsfrist kein Geld mehr und muss ohne Einkommen das Ende des Prozesses abwarten. Das heißt Arbeitsamt oder sofort neuen Arbeitgeber suchen.

Bei einem Verkauf kann muss der Käufer die Arbeitsverträge übernehmen, das hindert ihn aber nicht sofort danach betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen, wenn er zu Beispiel den neunen Betrieb mit einem anderen Betriebsteil zusammen führen möchte um Synergieeffekte zu erzielen oder weil er den übernommenen Betrieb umstrukturieren möchte.
Dann ist man draußen und einen Anspruch auf eine Abfindung gibt es in dem Fall auch nicht.

Anders sieht es aus, wenn der übernommene Betrieb einen Betriebsrat hat. Dieser wird nämlich auch mit allen Rechten und abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen übernommen.
Dann ist wieder ein Interessenausgleich fällig und wenn nötig muss auch ein Sozialplan abgeschlossen werden.

Aber das wird hier zu "off topic"
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