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 Betreff des Beitrags: Re: Bankgruendung
BeitragVerfasst: 05 Mär 2005 00:40 
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Registriert: 28 Nov 2004 19:45
Beiträge: 76
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CC hat geschrieben:
ciao leute ,

ich hab im thread <soziales> vorgeschlagen , eine bank zu gruenden- denkbar waere auch ein fonds, mit dem sog. microkredite finanziert werden.

ich haette gern die meinung von den fondspezialisten
oder bankern unter euch dazu.

herzliche gruesse
CC


kenne mich da eigentlich nicht so aus, aber fuer eine Bank brauchst Du immer _mindestens_ 7-8 stellige Euro/Dollar Betraege zur Gruendung (z.B. Offshore Bank). Dazu kommt, dass nicht einfach jeder ueberall eine Bank aufmachen kann, selbst wenn er das Geld hat.

Bei Dir habe ich eher den Eindruck, Du willst eine Art Sozialprojekt machen und der Profit steht weniger im Vordergrund. Meines erachtens der voellig falsche Ansatz, Du willst Geld verleihen, nicht verschenken. Solche "sozialen Banken projekte" sind schon in Deutschland gescheitert, in Brasilien? Hoffnungslos.


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 Betreff des Beitrags: Re: ...
BeitragVerfasst: 05 Mär 2005 09:05 
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Registriert: 07 Jan 2005 09:37
Beiträge: 2483
Wohnort: Rheinland/Münsterland
CC hat geschrieben:

wuerdest du dich an einem guten konzept finanziell beteiligen, wenn

1. der nutzen fuer die kreditnehmer hoch ist
2. der fonds ( bank) durch zinsen profit macht
3. du sogar eine rendite erwarten kannst

herzliche gruesse
CC


Aber hast Du folgende zwei Dinge beachtet:

1. Kann man Kreditausfälle kalkulieren und (ausreichend)
absichern?
2. Rendite ist sicher notwendig und auch möglich. Aber sie ist gerade im Mikrobereich durch relativ hohe Kosten (z.B. Verwaltungskosten einschl. Personalkosten) und in Brasilien zumindest die vergangenen 20 Jahre (und in solchen Größenordnungen muss man auch in die Zukunft denken wegen der Laufzeiten sowie wegen einer denkbaren Zinsbindung) durch die Inflation erheblich in Frage gestellt.

Eine Bankgründung benötigt daher echte Profis, ohne die geht es wohl kaum. Bin kein Bankkaufmann, aber ich denke, dass es schwierig ist.



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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 Betreff des Beitrags: Re: ...
BeitragVerfasst: 06 Mär 2005 00:38 
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Registriert: 28 Nov 2004 19:45
Beiträge: 76
Wohnort: NYC
CC hat geschrieben:

wuerdest du dich an einem guten konzept finanziell beteiligen, wenn

1. der nutzen fuer die kreditnehmer hoch ist
2. der fonds ( bank) durch zinsen profit macht
3. du sogar eine rendite erwarten kannst

herzliche gruesse
CC


Nein, das wuerde ich aus zwei Gruenden nicht;

1. Habe ich z.Zt. kein Geld uebrig und
2. Beteilige ich mich gundsaetlich finanziell nur an Dingen, von denen ich etwas verstehe bzw. die ich komplett durchschaue. Bei einem solchen Projekt ist dies nicht der Fall, die Chance, dass ich dort mangels Erfahrung Geld verliere ist sehr sehr hoch.


Gruss Yens


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08 Mär 2005 02:56 
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Registriert: 26 Nov 2004 20:45
Beiträge: 1509
Die deutsche Entwicklungshilfe weiss bestimmt mehr. Die haben sicherlich solche Projekte schon mal angedacht bzw. in anderen Teilen der Welt schon ausgeführt.

http://www.gtz.de
http://www.kfw.de
http://www.bmz.de

Thomas


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08 Mär 2005 17:39 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2022
Hi CC,

gibt es auf deine Frage eigentlich eine andere Antwort als:

Ja logisch !?

Ich würde mitmachen ............



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08 Mär 2005 20:43 
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Registriert: 16 Dez 2004 14:20
Beiträge: 1003
Wohnort: Belo Horizonte - Wiesbaden
Hallo CC

Ich hatte ja schon im >Thread Soziales< mein Interesse an einer Beteiligung erklärt. Will das hier noch mal bestätigen, selbst wenn kein Gewinn zum Schluss rausspringen würde. Sehe das mehr als soziale Investition.
Ich war nur gestern im Gespräch mit einem RA über Lemis Projekt und wir kamen auch auf unsere Bank-Gründung zu sprechen.
Da in Brasilien das illegale Kreditgeschäft (Caxinha) blüht, sind die Anforderungen an Banken, auch mit unserem sozialen Hintergrund sehr restriktiv. Ich glaube das wäre in D einfacher.

Gruß

Manfred


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08 Mär 2005 21:15 
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Registriert: 26 Nov 2004 20:45
Beiträge: 1509
Auf die Frage, ob ich durch entsprechende Rendite auf eingesetztes Kapital gern Geld verdiene, kann ich nur mit ja antworten.

Ob in einen Mikrokreditfonds, hängt von den Einzelheiten ab.

Das Fondsmanagement würde mich interessieren, dort ua. Kosten und zB die Frage des Forderungsmanagements, die ja gerade bei solchen Kleinstsummen nervig sein kann. Kreditvergabe: Kriterien und Personal, ich kann mir vorstellen, dass die Auswahl von kreditwürdigen Kleinstprojekten eine sehr sensible Angelegenheit ist, die vieler Kenntnisse bedarf.

Thomas


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 Betreff des Beitrags: Ah jetzt ja..
BeitragVerfasst: 08 Mär 2005 21:28 
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Registriert: 28 Nov 2004 21:47
Beiträge: 688
Wohnort: Santa Maria / RS
Ah jetzt kommen wir ja langsam in realistische Diskussioner!

Wie soll das denn funktionieren?
Müssen potentielle Kreditnehmer einen Businessplan aufstellen?
Wenn ja, wie wird er geprüft?
Wie umfangreich muss er sein?

Wie ist eine Absicherung der Kreditgeber (also des Fonds) ?
Ist ein Kreditmodell (stille Teilhaberschaft) überhaupt realistisch?
Wenn nein, wird dann etwa Risikokapital verliehen?
Hat der Fond Mitspracherecht im Geschäft nach der Kreditvergabe?
Bietet der Fond auch Beratung (Meiner Meinung nach ist das essentiell!!)?

.... Mir fallen wahrscheinlich noch eine Million weitere Fragen ein...


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 Betreff des Beitrags: weiter geht´s...
BeitragVerfasst: 09 Mär 2005 08:57 
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Registriert: 28 Nov 2004 21:47
Beiträge: 688
Wohnort: Santa Maria / RS
Sinnvoll fände ich es z.B. auch, wenn der Fond zunächst regional begrenzt arbeitet.
Absolut erstrebenswert wäre es, einen Contador unter Vertrag zu nehmen, der die Existenzgründungen buchhalterisch und bürokratisch begleitet, denn das sind die Aspekte, auf die man als Gründer normalerweise überhaupt keine Lust hat und die dennoch neben dem Kerngeschäft extrem wichtig für die Überlebenschancen sind.
Wenn man es so weiterspinnt, kommt jedoch in andere Dimensionen. Das was ich angesprochen habe ist eigentlich eine relativ weitreichende Wirtschaftsförderungsmassnahme. Trozdem halte ich es für sinnvoller, denn den Leuten einfach nur X*1000 R$ Startkapital in die Hand zu drücken und eine jährlich Zinszahlung zu erwarten, birgt zuviele Risiken.

Unter Beachtung der rechtlichen Rahmen, die für Fonds in Brasilien gelten, die ich aber nicht kenne, müsste das also folgendermassen ablaufen:
    -Fond hat Grundkapital
    -Fond hat das Ziel X Existenzgründungen pro Jahr zu fördern
    -Das verliehene Geld wird verzinst (wenn es als Kredit oder Darlehen gegeben wird)
    -Die Zinseinnahmen werden entweder an die Teilahber ausgeschüttet, oder wieder angelegt. Ich würde bei dem Risiko die Ausschüttung bevorzugen.
    -Die Existenzgründer bekommen vom Fond einen Contador gestellt
    -Beratung in allen Bereichen wird auch vom Fond zur Verfügung gestellt (kostenfrei??)
    -


Ist ziemlich komplex, wobei ich wahrscheinlich über die Hälfte vergessen habe....

...SWK!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09 Mär 2005 14:27 
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Beiträge: 1509
Kommerzielle Perspektiven sind eher ungünstig, wo soll die Rendite herkommen, wenn Du nur 5% von den Kreditnehmern nimmst.. das wird von den Kreditvergabekosten und den späteren Verwaltungskosten bei solchen Kleinstsummen total aufgefressen.

Die Idee mit den Paten ist schon clever, aber gerade am Anfang schwer zu implementieren bzw. einfach zu umgehen.

Welche Laufzeit strebst Du für die Kredite an?

Ich glaube nicht, dass Du die komplette Kreditberatung, Buchhaltung, Forderungsmanagement etc.pp. ehrenamtlich erledigen lassen kannst.

Es als Hilfsprojekt aufzuziehen ist wiederum eine andere Sache, wenn Du Spenden von irgendwo her bekommst (Entwicklungshilfe wiederum).

t.


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