Bauen lassen in Brasilien

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Neto » Sa 17. Nov 2007, 17:53

lol hat geschrieben:Das ganze lohnt aber trotzdem. :D


dem stimme ich zu.

Mit meinem Partner hatte ich auf unserem Sitio 2 Cabanas von einer Firma hinstellen lassen.
Eine Art Fertigbausatz aus Holz, mit Veranda und schönem, gefliestem Bad.
Bauzeit laut Vertrag, 90 Tage úteis.Das Wörtchen úteis ( Wochentage ) kannte ich nicht und schenkte auch nicht weiter Beachtung.
Letztendlich standen die Hüttchen nach fast 9 Monaten Bauzeit in voller Pracht auf dem Hügel.
Bahia ist in Bezug auf Feiertage sehr grosszügig.
Als ich nach 4 Jahren einen Ortswechsel vorzog, standen die Cabanas immer noch in alter Frische in der Landschaft.

Gleichzeitig liessen wir das Sitio von A - Z renovieren.Dafür beaufttragte ich einen ´Baumeister´.
Ohne vor Ort gewesen zu sein, wäre diese Aktion teuer und schlampig geworden.
Überhöhte Rechnungen, falsche Abrechnungen, falsches und billigstes Material.
Ich lernte sehr schnell jeden Bauladen kennen und war wachsam wie ein Hund.

viel Glück und als Anhang noch meine Feststellung speziell für den Norden Brasiliens:

traue niemandem.................... nicht mal dir selbst
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon donesteban » Sa 17. Nov 2007, 19:49

Danke schon mal bis hierher. Ich blicke es aber noch nicht so recht. Daher stelle ich ein paar konkrete Fragen. Vielleicht weiß jemand Antwort.

a) Gibt es denn Bauleiter, Vorarbeiter (= mestre de obra?), die ich quasi wie Handwerker "im Deutschelande" beauftragen (nicht anstellen) kann? Die könnten sich ja dann mit den Aushilfen selbst herum ärgern und auch wie vorgeschlagen die Bezahlung machen.

b) Wenn a) nicht geht, dann würde ich also z.B. meine Architektin dazwischen schalten und wäre dann von eventuellen Ansprüchen der Arbeiter geschützt? Dafür müsste ich dann ca. 10% hin legen und bekäme fachliche Unterstützung?

Also während ich so schreibe wird mir b) irgendwie immer sympatischer. Ich kläre das mit ihr am Montag mal ab.

Das mit den Ansprüchen und Arbeitsrecht ist für mich irgendwie der Alptraum schlechthin. Ich glaube, selbst bei b) müsste ich noch klären lassen, ob mich das wirklich vor Ansprüchen schützt. Bin vielleicht auch schon paranoid geworden, seit ich bei euch im Forum lese :wink: (keine Kritik, im Gegenteil, vielen Dank!) Ich mache hier bisher alles zwar sorgfältig aber eigentlich ohne echte Erfahrung und nur mit gesundem Menschenverstand. Hatte vielleicht einfach nur Glück.

Höre gerne mehr von Euch.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Totinho » Sa 17. Nov 2007, 22:32

@donesteban

Folgendes kann ich nicht durch Gesetze belegen, ist aber so:

Wenn Du eine konkrete Arbeit zu einem Festpreis in Auftrag gibst, egal ob an eine Person oder an eine Firma, dann bist Du sicher vor Abfindungen oder anderen Überraschungen.

Im Stundenlohn oder Angestelltenverhältnis musst Du mit damit rechnen, dass Du vors Arbeitsgericht gezerrt wirst.

Den Weg über die Architektin halte ich für gut, dann bist Du aus allem raus. Musst aber mit ihr vereinbaren, dass Du für "Sonderausgaben" nicht aufkommst. [-X
ROT ist dem Chefe vorbehalten
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » Di 20. Nov 2007, 14:55

Totinho hat geschrieben:Folgendes kann ich nicht durch Gesetze belegen, ist aber so:

Wenn Du eine konkrete Arbeit zu einem Festpreis in Auftrag gibst, egal ob an eine Person oder an eine Firma, dann bist Du sicher vor Abfindungen oder anderen Überraschungen.
Ich habe derzeit einen Prozess beim TJ zu laufen.
Es geht darum, dass der mit den Renovierungsarbeiten beauftragte Unternehmer zwar meine Zahlungen erhalten hat, die Jungs vom Bau aber nicht komplett bezahlt hat. Da der gute Mann (angeblich) mittellos ist soll jetzt ich die Restzahlungen leisten. Am 3.12. ist Termin...

Zum Thema Bauen/Renovieren allgemein:
Ich würde es nie weider machen, siehe Netos Beitrag.
Meine Meinung: Material selber kaufen und und die Verwendung wie ein Luchs überwachen, da sonst billigstes Zeug verwendet wird oder dein Material verschwindet.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon donesteban » Di 20. Nov 2007, 16:08

Tuxaua hat geschrieben:Ich habe derzeit einen Prozess beim TJ zu laufen.
Es geht darum, dass der mit den Renovierungsarbeiten beauftragte Unternehmer zwar meine Zahlungen erhalten hat, die Jungs vom Bau aber nicht komplett bezahlt hat. Da der gute Mann (angeblich) mittellos ist soll jetzt ich die Restzahlungen leisten. Am 3.12. ist Termin...

Übel, übel man. Das hört sich aber wirklich extrem an. Frage: War der "Unternehmer" eine Art Einzelunternehmer, so eine Art Gewerbetreibender bzw. Freiberufler oder gar ein "selbsternannter Unternehmer"? In meinem Falle wäre die construtora eine LTDA Limitada, also eine "brasilianische GmbH". Wie soll denn da eine Wirtschaft funktionieren, wenn die Unternehmenseigner bei Konkurs zwar geschützt werden dafür im Notfall die Auftragsgeber zur Kasse gebeten werden. Nee, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Danke für Dein posting und gerne mehr Feedback zu dieser "Horrorvision".
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » Di 20. Nov 2007, 16:43

donesteban hat geschrieben:In meinem Falle wäre die construtora eine LTDA Limitada, also eine "brasilianische GmbH".
War bei mir eine ltda mit CNPJ, inscricao municpal + estadual und allem Pipapo, keine microempresa.

Ins Rollen gekommen ist die Sache, da die Bauleute regelrecht gestreikt haben, d.h. sie kamen zwar, haben aber nicht gearbeitet, da die Lohnzahlungen schon 2 Wochen ausblieben.
Der Unternehmer stellt sich jetzt auf den Standpunkt, dass er ja die von ihm mit den Bauleuten vereinbarten Zahlungen geleistet habe (unbewiesen!) und die ausstehenden Löhne nur wegen Terminüberschreitungen zustande gekommen sind. Vertraglich vereinbart war eine Renovierungsdauer von 50 dias uteís, nach 3 Monaten kam es zu dem Eklat.

Mir blieb damals nichts weiter übrig als die schon bezahlten aber nicht ausgeführten Leistungen nochmals direkt an die Bauleute zu zahlen.
Mein Fehler war, dass ich die vertragliche Restrate, zahlbar nach Fertigstellung, zu niedrig angesetzt habe (20%) und nicht täglich mindestens von früh bis abend auf der Baustelle war.

Fakt ist, dass ich deswegen einen Prozess gegen den Unternehmer angeleiert habe und unabhängig davon vor Gericht gezerrt werde, da die Bauleute den Unternehmer auf Zahlung verklagt haben.
Da der Unternehmer angeblich über keine Mittel verfügt soll ich jetzt zahlen (Lohn, FGTS, anteilig 13tes+Urlaubsgeld).
Meine Anwältin meinte dazu, dass das sehr wohl sein kann, der Arbeitnehmer hat hier in rechtlicher Hinsicht nahezu Narrenfreiheit.

donesteban hat geschrieben:Wie soll denn da eine Wirtschaft funktionieren...
Nee, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Wer sich am schlechtesten wehren kann, dem wird's genommen :^o
Vor einigen Jahren konnte ich mir auch Vieles nicht vorstellen :twisted:
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon donesteban » Di 20. Nov 2007, 17:02

Ufff :-k
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon chegei » Di 20. Nov 2007, 17:15

Tuxaua hat geschrieben:
donesteban hat geschrieben:In meinem Falle wäre die construtora eine LTDA Limitada, also eine "brasilianische GmbH".
War bei mir eine ltda mit CNPJ, inscricao municpal + estadual und allem Pipapo, keine microempresa.

Ins Rollen gekommen ist die Sache, da die Bauleute regelrecht gestreikt haben, d.h. sie kamen zwar, haben aber nicht gearbeitet, da die Lohnzahlungen schon 2 Wochen ausblieben.
Der Unternehmer stellt sich jetzt auf den Standpunkt, dass er ja die von ihm mit den Bauleuten vereinbarten Zahlungen geleistet habe (unbewiesen!) und die ausstehenden Löhne nur wegen Terminüberschreitungen zustande gekommen sind. Vertraglich vereinbart war eine Renovierungsdauer von 50 dias uteís, nach 3 Monaten kam es zu dem Eklat.

Mir blieb damals nichts weiter übrig als die schon bezahlten aber nicht ausgeführten Leistungen nochmals direkt an die Bauleute zu zahlen.
Mein Fehler war, dass ich die vertragliche Restrate, zahlbar nach Fertigstellung, zu niedrig angesetzt habe (20%) und nicht täglich mindestens von früh bis abend auf der Baustelle war.

Fakt ist, dass ich deswegen einen Prozess gegen den Unternehmer angeleiert habe und unabhängig davon vor Gericht gezerrt werde, da die Bauleute den Unternehmer auf Zahlung verklagt haben.
Da der Unternehmer angeblich über keine Mittel verfügt soll ich jetzt zahlen (Lohn, FGTS, anteilig 13tes+Urlaubsgeld).
Meine Anwältin meinte dazu, dass das sehr wohl sein kann, der Arbeitnehmer hat hier in rechtlicher Hinsicht nahezu Narrenfreiheit.

donesteban hat geschrieben:Wie soll denn da eine Wirtschaft funktionieren...
Nee, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Wer sich am schlechtesten wehren kann, dem wird's genommen :^o
Vor einigen Jahren konnte ich mir auch Vieles nicht vorstellen :twisted:



du hast den unternehmer und nicht seine arbeiter vertraglich verpflichtet nehme ich mal an mit einem contrato de prestação de serviço,oder?
wenn du einen einigermassen versierten anwalt hast sollte das kein problem sein,vertrag ist vertrag,auch in brasilien
wenn dir dein anwalt was anderes sagt dann schick ihn duschen
abraço
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » Di 20. Nov 2007, 19:06

chegei hat geschrieben:du hast den unternehmer und nicht seine arbeiter vertraglich verpflichtet nehme ich mal an mit einem contrato de prestação de serviço,oder?
wenn du einen einigermassen versierten anwalt hast sollte das kein problem sein,vertrag ist vertrag,auch in brasilien
wenn dir dein anwalt was anderes sagt dann schick ihn duschen
abraço
Mein Anwalt ist eigentlich eine Anwältin und ich bin verheiratet [-X

Ja, es war ein contrato de prestação de serviço, das Sa..gesicht hat aber subkontraktiert, d.h "eigene Leute" hat er gar nicht, was sich leider erst nachträglich rausstellte.
Der Kläger (in diesem Fall der Handwerker) hat sich nach den ersten zwei "Runden" beim tj jedenfalls dahingehend geäußert, dass die Möglichkeit in Frage kommen könnte. Die Aussage kam von Seiten der Justiz.
Der Vater meiner Anwältin war bis zu seiner Pensionierung vor einem Jahr viele Jahre Fachanwalt für Arbeitsrecht, seinen Aussagen schenke ich schon eine gewisse Beachtung. er bestätigt die Möglichkeit.
Ob es bei der Verhandlung am 3.12. genau um "meine" Nachzahlungen geht weiß ich nicht, auf jeden Fall habe ich eine intimação erhalten und bin gerne vorbereitet.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon ana_klaus » Di 20. Nov 2007, 19:49

Bauen bleibt immer ein Abenteuer. Ohne sich vorher Sach-und Fachkundig zu machen um so
mehr. Einer Ltd würde ich nie vertrauen. Gute Erfahrung bei meinen fertiggestellten Immobilien habe ich mit ortsansässigen kleinen Unternehmen gemacht.

Noch einmal:

Leistung definieren
Angebot einholen
Aufrag zum Festpreis vergeben
Bauzeitenplan festlegen
Abschlagszahlungen festlegen, nach Abnahme
Schlusszahlung mit Abnahmeprotokoll
Selbst in Brasilien ist ein Bauherr für ausstehende Löhne eines ausführenden Unternehmens
nicht regresspflichtig.

Was den Bauzeitenplan angeht, muss man sich als Germane schon ein wenig in Geduld üben.

Verfolgt einmal die Reportagen über die Häuslebauer hier in Deutschland.

Unbedarfte bauen oft schlüsselfertig und werden nicht selten Opfer von Haien, meistens
Ltd.

wer baut , ergraut- eine landläufige Floskel

Dieses Problem hatte ich in Deutschland - in Brasilien ist Alles gut gegangen.

Deine Erfahrung musst Du selber machen, treffe für Dich die richtige Entscheidung.

klaus
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