Bauen lassen in Brasilien

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon ana_klaus » So 1. Mär 2009, 17:20

also wollen wir mal den Verstand einschalten.

Nicht umsonst werden strandnahne Grundstücke nicht verkauft. In der Kenntnis, dass das Meer jedes Jahr Land raubt, ist ein Kauf ausgeschlossen um etwaigen Regressansprüchen aus dem Wege zu gehen. Eine Miete oder Pacht ist, unter Ausschluss von irgendwelchen Verpflichtungen der Verpächters, möglich. Einem Bekannten ist bei einer Flut sein Häuschen zerbröselt. Nach seinen Worten " Pech gehabt "

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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Itacare » So 1. Mär 2009, 23:34

Jetzt könnt ich sagen dass ich schon 1980 einen Hotelbesitzer in Sri Lanka sah der mittels eingegrabener Palmenstämme um seinen Sandstrand kämpfte, einen Kampf den er wohl letztendlich verlor. Die (ehemalige) Eisenbahnlinie verlief ca. 300 m weiter draussen......ungefähr so 4 m unter dem Wasserspiegel....die Gleise konnte man beim schnorcheln noch sehen......die ganze Ecke weggespült bei einer Sturmflut so um 1960.....zu einer Zeit also zu der nachweislich noch keine Erderwärmung vorlag.

Felslose Küstenlinien können sich relativ kurzfristig auch rein aufgrund von Meeresströmungen etc. verändern, ABER WENN ICH MIR DEN TITEL BETRACHTE, GEHÖRT DAS ÜBERHAUPT HIERHER?

Naja, gibt ja auch noch keinen Moderator zu diesem Thema.......

Ja @don, und Du weisst eh, so schnell schießen die Preussen nun auch wieder nicht.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Hebinho » Mo 2. Mär 2009, 01:26

Das gehoert doch schoen zum Thema, finde ich. Jedenfalls hatte der Don im Eingangsthread geschrieben:

Ich habe vor fast zwei Jahren ein sehr schön gelegenes Grundstück direkt am Strand von Gaibu (bei Recife) gekauft. ....Sind 900 m² mit 24 m Front mit Strand zwei Minuten zu Fuß zum Dorfplatz und weitgenug weg, dass es nicht sehr laut ist....
Zuerst wollte ich ein kleine Haus für mich nur so zum Spaß drauf stellen und ein schönen, grünen, exotischen Garten drumrum anlegen. Seit letzem Jahr habe ich aber andere Pläne entwickelt. Ich habe nun die Baugenehmigung für eine Pousada beantragt. Müsste bald durch sein .....


Gerade bei einer Pousada geht man ja davon aus, dass man gerne laenger etwas davon haette. Insofern ist es dann schon interessant, sich darueber kundig zu machen, ob man denn nun sozusagen "auf Sand" gebaut hat oder nicht.

Das primaere Problem mit dem ansteigenden Meeresspiegel um ein "paar Millimeter" im Jahr ist leider mit dem sekundaeren Problem gekoppelt, dass diese geringen Anstiege bereits dazu fuehren, dass sich Stroemungen entlang der Kueste ursploetzlich veraendern, und wo frueher jahrzehntelang das Meer keine "Action" zeigte, wird nun ploetzlich der Sandstrand abgetragen! Ist auch kein Einzelfall und dafuer ist keine Sturmflut erforderlich.

Insofern ist die Felskueste in erster Linie die sichere Moeglichkeit, aber auch Sandstraende, denen Korallenriffe (selbst wenn es abgestorbene sind) vorgelagert sind, haben eine etwas "laengeren Bestand".

Ich kann nur aus der Praxis eines Bekannten hier an der Kueste (zwischen Prado und Alcobaça) sagen, dort fraest seit ein paar Jahren das Meer den Sand ab, wo sich keiner der Ortsansaessigen erinnern kann, dass jemals was weggeschwemmt wurde. Sein Grundstueck "direkt am Meer" wird jedes Jahr um etwa 10-15 m2 kleiner und er hat bis jetzt keinen Kaeufer gefunden. Auch in Mucuri gibt es das Problem der "Meeresfraese".

Wenn man dem Don also nicht unterstellt, dass er max. 10-15 Jahre dort Eiegntuemer bleiben moechte, ist es also ein echter Faktor, der beruecksichtigt werden sollte, denn seine Grundstuecksgrenze ganz einfach "nach hinten" zu verlagern, geht nicht!
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Itacare » Mo 2. Mär 2009, 11:03

Na von mir aus….

Aber das Thema heißt ja eigentlich „Bauen lassen in Brasilien“.

Hatte / habe eben die Befürchtung, dass sich das in eine generelle Klimadiskussion verwandelt, und da kommen dann schnell einige Seiten zusammen. Und wenn ihr dem don zuviel Angst macht, berichtet er uns gar nichts mehr…

Ich selbst habe das Problem nicht, mein Grundstück mit Meeresblick liegt so an die 15-20 m über dem Meersspiegel.

Schau´n wir eben mal wo sich das hin entwickelt….
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Hebinho » Mo 2. Mär 2009, 11:44

Itacare hat geschrieben:Na von mir aus….

Aber das Thema heißt ja eigentlich „Bauen lassen in Brasilien“.

Hatte / habe eben die Befürchtung, dass sich das in eine generelle Klimadiskussion verwandelt, ….


Und genau das ist ja ein nicht zu vernachlaessigender Faktor, denn der auslaendische Bauherr nicht uebersehen sollte!

Ob es da nun ueber die in Brasilien zu 99% nicht unter die Mauern gesetzte Kappilarsperre (oder wie das Ding heisst) geht oder darum, ob eventuell vorhandene Erben auf meinen Grundstueck nur noch Austern zuechten koennen, beides sind Faktoren, die generell und in dem Fall (Ufergrundstueck) speziell eine Rolle spielen, war halt nur der Einwurf EINES der vielen Punkte, die ein Bauherr in Brasilien beruecksichtigen sollte.

Und wenn du unter dem Gesichtspunkt "bauen lassen" die brasilianischen Jungs wurschteln laesst, kann es schnell sein, dass die ungewaschenen Sand (schlimmstenfalls noch "gesalzenen") in den Zement mischen (ist ja schliesslich nicht deren Bau, sondern fuer den "Gringo").

Damit es nicht hier wieder "seitenlange" Diskussionen gibt, das schon mal in "eingedampfter" Form: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon donesteban » Mo 2. Mär 2009, 13:35

Abschließend zu dem Thema Strandlage: Nicht der Anstieg des Meeresspiegels sondern die Veränderung und Abtragung der Sandstrände ist die heute offensichtliche Gefahr. Zusätzlich ist die salzhaltige Luft ein Problem und sorgt für ständige Mehrausgaben. Das muss man sich natürlich alles überlegen und auch beobachten.

Vor meinem Grundstück, dass übrigens hier

http://maps.google.de/maps?f=q&source=s ... 6&t=h&z=18
(Edit: Link korrigiert. Hoffentlich passt das mit der "Mitte" nun)

ziemlich genau in der Mitte liegt, wird eine "Promenade" gebaut. Dann meine massive Mauer und dann 1,5 Meter höher mein Grundstück. Ich gehe im schlimmsten Fall davon aus, dass in ca. 10 Jahren das Wasser an die Promenadenmauer klatscht. Dort wird sicher ähnlich wie an der Boa Viagem oder Olinda mit massiven Granitblöcken etc. der Küstenstreifen geschützt. Der Sand ist dann weg, dafür aber auch das Piquiniqui am Wochenende und an Feiertagen :-)

Die Erosion wird vermutlich auch durch die vorgelagerten Riffe gemildert. Mal schauen was die Zukunft bringt. No Risk no Fun :cool:
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Elsass » Mo 2. Mär 2009, 14:45

donesteban hat geschrieben:Abschließend zu dem Thema Strandlage: Nicht der Anstieg des Meeresspiegels sondern die Veränderung und Abtragung der Sandstrände ist die heute offensichtliche Gefahr. Zusätzlich ist die salzhaltige Luft ein Problem und sorgt für ständige Mehrausgaben. Das muss man sich natürlich alles überlegen und auch beobachten.

Einfach die Parkposition des Autos regelmaessig wechseln, damit es gleichmaessig rostet, also nicht auf einer Seite schnell, sondern auf beiden Seiten langsam. :twisted:
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon donesteban » Mo 2. Mär 2009, 14:59

Korrektur:
Elsass hat geschrieben:Einfach die Parkposition des Autos regelmaessig wechseln, damit es gleichmaessig rostet, also nicht auf einer Seite schnell, sondern auf beiden Seiten langsam schnell. :twisted:
:mrgreen:
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon donesteban » Di 3. Mär 2009, 00:42

donesteban hat geschrieben:In ein paar Tagen schreibe ich dann was zu dem Teil "projeto" und Architektin.

Eigentlich wollte ich die lange Geschichte mit der Suche nach Architekten schreiben. Bringt aber effektiv wenig Infos, für alle die es mir nachtun wollen. Zur Architektensuche sein nur folgendes gesagt.

Es gibt Referenzwerte pro m2. Bei meiner Architektin bezahle ich 20,00 Reias/m2. Bei knappen 400 m2 also ca. 7K. Das ist die untere Kante der Range. Die obere Kante lag bei schwammigen 15K nur für das Projeto, ohne sonstige Hilfe. Alle männlichen Architekten kamen auf die kumpelhafte, schwammige Tur. "Das sehen wir dann, naja, achte lieber auf meine Kreativität, mal sehen, wie lange ich brauche, ja das hängt davon ab". Die beiden Frauen kamen mit den Referenzzahlen und klaren Definitionen, was alles drin ist.

Meine Architektin war ein Glücksgriff. Sie hat alles sauber erledigt und mich darüber hinaus etliche Male auf Ämter begleitet, wenn ich selber festgefahren war. Alles ohne Nachforderungen. Ich glaube, ich habe nochmals irgendwann 60,00 Reais für ein paar Extra-Kopien bezahlt. Sonst nix.

Also bezüglich des Projetos gab es dann auch eine ewige Rennerei auf das Bauamt. Eigentlich sollte es so ablaufen:

  • Pläne einreichen
  • Bauamt prüft und stellt eine Liste mit Änderungen auf
  • Änderungen einreichen
  • Prüfung und fertig

So haben die es auch gemacht. Nur kamen nach jeder Iteration und Abarbeitung der Liste wieder neue Punkte aus dem Nirwana. Die "baulichen" Anforderungen hielten sich dabei jedoch in Grenzen. Die weiter oben beschriebene Dokumentation hat sich durch das ganze Projekt gezogen und da tauchten auch immer wieder neue Dokumente etc. mit auf der Liste auf.

Fazit:

Es ist ein gutes Gefühl, alles offiziell ohne Schmiergelder abgesegnet zu haben. Nun kann auch keiner kommen und mal wieder nen kleines Trinkgeld verlangen, weil er ja damals bei der Mauer etc. ein Auge zugedrückt hat. Beschwerlich war es allemal und Geduld und Zeit muss man haben. Ich würde es aber genau so wieder durchziehen, nur dann natürlich wesentlich schneller. Eventuell würde ich heute Unterstützung von einem despachante holen. Den aber nicht nach Aufwand bezahlen sondern bei erfolgreichem Abschluss. Gut ist, dass ich das nicht gleich gemacht habe. Ich glaube ich wäre dem an die Gurgel, weil ich ihm die vermeintlichen Schwierigkeiten nicht geglaubt hätte. Jetzt habe ich es selbst erlebt und kann nun die Situation besser einschätzen.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon nini » Di 3. Mär 2009, 15:01

hm, maresia, kuckst du dann, nicht wahr :|
kenne niemanden der 2x am strand gebaut oder gekauft hat. ein vorteil ist sicher, dass du kein salz mehr kaufen brauchst, wenn du das fleisch salzen willst, dann kannste das filet mal eben über den küchentisch ziehen.

das fiese an der maresia ist, dass sich die feuchtigkeit festsetzt, anschliessend über tag wieder austrocknet und das salz hinterlässt. die sanfte kraft die dahinter steckt ist enorm.
berufskollegen die solche teile haben, fluchen wie berserker
als ferien-haus würde ich es eventuell riskieren...

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