Bauen lassen in Brasilien

Tipps zum Erwerb, Verkauf, Vermietung von Häusern, Wohnungen oder Grundstücken in Brasilien (KEINE IMMOBILIEN-ANGEBOTE) sowie Infos zu Bau, Umbau, Ausbau und Renovierung

Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Hebinho » Di 3. Mär 2009, 15:42

Das waere doch der ideale Wohnort fuer unseren Amazonas-Koch: Strandhaus mit "Poekelautomatik"!

Spass beiseite, wenn ich sehe, wie die selbsternannten Betonspezialisten (pedreiros) hier tragende Stahlbetonteile (colunas und vigas) konstruieren (billige Holzverschalung, den Zement von oben eimerweise reinkippen und dreimal mit dem Hammer symbolisch auf die Verschalung klopfen), wundert es nicht, dass nach spaetestens 5 oder 6 Jahren die Armierung den ersten Rost nach draussen schickt, um nach dem Wetter zu sehen.
Selbst bei Profibaufirmen ist selten ein Vibrationsverdichter zu sehen und nach dem Abnehmen der Verschalung werden die Luecken mehr schlecht als recht zugekleistert.

Und einen ganz besonderen Leckerbissen sucht sich die maresia immer: die Leiterbahnen bei allem, was Elektronik enthaelt und nicht tropenfest ist! Bei meiner Schwaegerin werden im Ferienhaus (Nova Viçosa) sogar die Kupferleitungen in den Steckdosen und Schaltern angefressen.

Leben am Strand ist schoen, aber hat auch nette Folgekosten, die vielleicht keiner anfangs mit bedenkt.
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon nini » Di 3. Mär 2009, 20:22

feutigkeit ist das eine. was ich immer wieder sehe, den zusammenhang jedoch nicht, ist der pilzbefall. die fassaden kriegen zuerst schwarze striemen, die beachtet man kaum. bis dann ..... der verputz blasen bildet und abbröckelt.

salvador hat einer der wirklich schlimmen orte mit maresia. man muss nur einmal der orla entlang fahren und die häuser anschauen :shock: sprich die fassaden.
die teile sind fast alle gefliesst. in jeder erdenklichen farbe und form und halten offenbar sehr viel besser...

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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Hebinho » Di 3. Mär 2009, 21:27

Dieser Typ Feuchtigkeit ist aber weniger die "Maresia" sondern Feuchtigkeit, die sich das Mauerwerk ueber Kapilarwirkung aus dem Boden "holt"! Da schuetzen auch die Fliesenwaende nicht, wenn von der Rueckseite der Fliesen her die Waende nass werden.
Die "Horizontalsperre" kennen die wenigsten Pedreiros, dazu kommt dann noch, dass man keine Dachrinnen anbaut, sondern den Regen direkt 0,5 Meter neben dem Mauerwerk auf den Boden traeufeln laesst.

Auf diese Weise ist auch bie mir hier spaetestens alle drei Jahre ein (teilweises) Neuverputzen der Waende bis in etwa 1 Meter Hoehe angesagt, natuerlich mit dem faelligen Neustreichen. Koennte man alles durch entsprechende Massnahmen bei der Planung und vor allem Ausfuehrung des Baus verhindern.

Aber das Thema heisst ja "Bauen lassen in Brasilien", und das kommt dann alles dabei heraus, wenn man "laesst"!
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Severino » Di 3. Mär 2009, 23:14

In Brasilien wird nunmal nicht nach deutschen Standards gebaut. Selbst wenn man selbst Bauherr ist, es liegt aus Kostengründen nicht drin.
Habe im letzten Jahr mit einem Partner ein Haus gebaut, das nun von der Caixa zur Finanzierung angeboten wird. Alles korrekt und mit fiscalização. Verkaufspreis ist für die 70 qm edificada 60.000 R$. Zwei pedreiros haben daran mit einem servente etwa 3 Monate gearbeitet (ca. 15.000 R$ inkl. INSS und FGTS). Für das unbebaute Grundstück haben wir 8.000 R$ bezahlt. Material war etwa doppelt soviel wie für die Arbeiter. Dann noch all die Gebühren und Abzüge. Bleibt also nicht mehr viel übrig - für drei Monate durch zwei.....
Und für den Preis findet die Caixa schnell einen Käufer, der das Ganze dann über viele viele Jahre abzahlt. Dass der dann dafür im Endeffekt das Dreifache zahlt - ist ja nicht mein Problem.
Wer also in Brasilien bauen lassen will, sollte sich zunächst über den hiesigen Markt orientieren. Natürlich kann man auch nach deutschem Vorbild bauen - ist alles eine Preisfrage....
Drainage und wasserdichte Bodenplatte kann man auch hier machen - bleibt aber das Problem der Luftfeuchtigkeit, insbesondere am Meer...
paz e amor
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon nini » Mi 4. Mär 2009, 03:22

hm, admin, da bin ich etwas skeptisch...
wenn es an der dampfsperre mangelt, dann zieht es doch die feuchtigkeit vom sockel gegen die decke. so etwa ein meter hoch. der verputz fängt an blasen zu bilden, immer sockel richtung decke. dieser prozess ist so langsam, als dass er den verputz verformt eben die entsprechenden blasen. man kann 2-3mal darüber pinseln, bevor man die wand mit einem strohhalm durchstossen kann...

die fliessen hier hotels an der orala, also 10stockwerke und mehr....
das ist schutz für den verputz gegen maresia, ansonsten geht man alle 3-5jahre die fassade renovieren.
mit der zeit (2-3 jahre) werden die fugen schwarz, aussen haben die irgend ein schwarzes gewächs, ähnelt flechten, denke aber es ist ein pilz. an den glatten keramik platten kann sich das zeugs offenbar nicht festsetzen.

die bodenplatten, keramikteile oder wie auch immer die man benennt, scheinen mir die gleichen wie ich in der wohnung habe. nur, ich sehe sie in unterschiedlichen grössen und farben auf den fassaden....
nein, es sind nicht die modernen marmor aussen-verschalungen die wir von sonstwoher kennen.

aber, ich mach bei gelegenheit mal ein paar fotos!

gruss
nini
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Hebinho » Mi 4. Mär 2009, 13:07

Ich hatte ja auch geschrieben, dass der Effekt bis etwa 1 Meter Hoehe ueber Boden einsetzt.

Im Uebrigen sehe ich das alles noch als wichtige Informationen zum Thema "Bauen lassen in Brasilien"an, denn gerade diese "Horizontalsperre" ("Dampfsperre" kenne ich wieder nur im Zusammenhang mit dem Dachbau) ist keinesweg eine teuere Angelegenheit, schliesslich werden auch hier in Brasilien dafuer Produkte angeboten, die beim Bau nicht mehr kosten, als die ohne deren Verwendung nach 2-3 Jahren faellige erste Renovierung der Waende!

Das Problem ist das fehlende Wissen bei einem Grossteil der "Maurer", die in der Regel KEINE entsprechende Fachausbildung besitzen, um derartige Probleme ueberhaupt zu verstehen, geschweige denn, sich um Abhilfe WAEHREND der Bauphase Gedanken zu machen.

Bei den schwarz werden Fugenmassen handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um entweder Pilze, Bakterien oder Flechten, die sich an der rauen Oberflaeche des "rejuntamentos" (wie diese Masse hier heisst) ansiedeln und sich von der Luftfeuchtigkeit (Regen, maresia) und dem ueberall vorhandenen Staub in der Luft ernaehren.

Auch das laesst sich weitestgehend vermieden, indem man bereits in der Bauphase spezielle Produkte (rejuntamento) nimmt, die durch ihre chemische Zusammensetzung diese "Ansiedlung" verhindern.

Viele kennen das Problem ja auch aus dem Badezimmer, wo besonders im Bereich der Duschkabine die Verfugung immer die Tendanz hat, im Laufe der Zeit dunkel zu werden. Dann hilft nur noch die Zahnbuerste und "cloro" (bzw. andere chlorhaltige Produkte - Handschuhe nicht vergessen!), um die Fugen wieder in Richtung Originalfarbe zu bekommen!

Und dass nicht alle brasilianischen Bauarbeiter fachtechnisch nichts auf dem Kasten haben, hat mir einer gezeigt, der mir beim Umbau unseres Hauses ein Trick genannt hatte.

Unabhaengig von der Fugenmasse laesst sich das Aussehen "wie neu" ueber lange Zeit ganz einfach bewirken:
Warten, bis die Fugenmasse nach dem Fliesen trocken ist und dann mit einem Finger durchsichtiges Silikon (aus der Tube oder der Kartusche) mit dem Finger in die Oberflaeche der Fugenmasse einreiben. Von den Fliesenkanten mit einem Tuch die ueberschuessige Silikonmasse abwischen, trocknen lassen, fertig.
Und das wirkt tatsaechlich, denn nach ueber einem halben Jahr ist keine Verfaerbung zu erkennen.

Das Thema "Bauen lassen in Brasilien" ist halt doch mit einigen Stolpersteinen von den rechtlichen Aspekten bis hin zur Bauplanung und -ausfuehrung recht komplex und ich wuerde auch sagen, wenn es nicht fuer mich ist, egal. Aber wenn es der Bau ist, den ich selbst - langzeitig - bewohnen will, sollte man schon ein paar Sachen beruecksichtigen!

Ach ja, die speziellen Abdicht- und Fugenmassen gibt es beispielsweise bei "Weber Quarzolit". In den Baumarkt gehen und sich deren Katalog geben lassen, sind ueber 200 Seiten mit Produkt- und Verarbeitungshinweisen und vielen Tipps! Wenn der Baumarkt den nicht hat, per Internet anfordern!
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Männlein » Mi 4. Mär 2009, 17:59

nini hat geschrieben:hm, admin, da bin ich etwas skeptisch...
wenn es an der dampfsperre mangelt, dann zieht es doch die feuchtigkeit vom sockel gegen die decke. so etwa ein meter hoch. der verputz fängt an blasen zu bilden, immer sockel richtung decke. dieser prozess ist so langsam, als dass er den verputz verformt eben die entsprechenden blasen. man kann 2-3mal darüber pinseln, bevor man die wand mit einem strohhalm durchstossen kann...

die fliessen hier hotels an der orala, also 10stockwerke und mehr....
das ist schutz für den verputz gegen maresia, ansonsten geht man alle 3-5jahre die fassade renovieren.
mit der zeit (2-3 jahre) werden die fugen schwarz, aussen haben die irgend ein schwarzes gewächs, ähnelt flechten, denke aber es ist ein pilz. an den glatten keramik platten kann sich das zeugs offenbar nicht festsetzen.

die bodenplatten, keramikteile oder wie auch immer die man benennt, scheinen mir die gleichen wie ich in der wohnung habe. nur, ich sehe sie in unterschiedlichen grössen und farben auf den fassaden....
nein, es sind nicht die modernen marmor aussen-verschalungen die wir von sonstwoher kennen.

aber, ich mach bei gelegenheit mal ein paar fotos!

gruss
nini


Hallo

Und das Problem aufsteigende Nässe ist so einfach zu lösen . Aber wenn man versucht das einem Maurer zu erklären dann ruft das dort in den meisten Fällen den Blick " ach der Gringo labert mal wieder" hervor .
Ich habe auch letztes Jahr nochmal neu gebaut mit einer Baufirma . Und denen hatte ich im Vorfeld genauestens erklärt wie ich den Unterbau des Hauses sprich Fundamente und Bodenplatte haben möchte .
Die Fundamente wurden mit den Kalksteinen verfüllt oben auf fertiger Höhe wurden U Steine gemauert die mit Sperrbeton verfüllt wurden und einen Ringanker haben. Darauf kam eine !5 cm dicke vollflächige Betonplatte mit einer Eisenarmierung . Unter der Betonplatte wurde Granitsplitt als Isolationsmasse verfüllt .
So auf der durchgängigen Betonbodenplatte wurden die Mauern angelegt und nach der ersten Reihe Steine mit einer Asphaltmanta 2 mm abgedeckt als Sperre gegen Nässe .. Der Witz war als ich das dem Unternehmer vor Baubeginn unterbreitete . Mann das ist alles so teuer das machen wir hier nicht so .Ich habe ihm damals erklärt mein Freund wer bezahlt du oder ich also bitte keine Diskussion mehr . Heute macht er das bei all seinen weiteren Bauten so . Ich kann das schön beobachten da er in dem Neubaugebiet wo auch ich gebaut habe mehrere andere Projekte hochzieht
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon ptrludwig » Mi 4. Mär 2009, 21:32

@Männlein
Super Haus!!! Kannst du auch etwas über den Preis sagen, oder ist das geheim?
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon nini » Mi 4. Mär 2009, 21:52

bravo, schickes teil, parabens. in welchem preisrahmen bewegen wir uns da und eventuell, in welcher region.
merci
nini
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Re: Bauen lassen in Brasilien

Beitragvon Itacare » Mi 4. Mär 2009, 22:47

Horizontalsperre.... Kapillarwirkung....Vorteil von Dachrinnen...
Das muss doch alles der Architekt wissen, dafür wird er bezahlt.

Oder müssen brasiliansiche Architekten etwa nicht studieren? Wo ist der Aufschrei derer, die immer behaupten die brasilianische Ingnenieurskunst stünde der deutschen in nichts nach? :roll:
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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