BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Infos über soziale Probleme, Armut, Korruption und Rassismus in Brasilien sowie Infos & Kontakte zu Hilfsprojekten

BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Morena09 » Sa 27. Jun 2009, 10:12

Voraussetzungen:
Interesse an Arbeit mit Kindern und an Theater und Kunst.

Projektbeschreibung:
Verschiedene Sozial-Projekte mit Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Regionen in Fortaleza im Bereich Bildung, Theater und Musik.

BAUMHAUS PROJEKT FORTALEZA BRASILIEN 2009-2010


Kinder und Jugendliche, Menschen aus den armen Vierteln Fortalezas leben unter teilweise sehr prekären Bedingungen in einem Umfeld, in dem sie beständig Gefährdungen, Missbrauch, körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt sind. Instabile Familienverhältnisse, Drogenkonsum, kriminelle Strukturen, mangelnde Hygienevorrichtungen, sexueller Missbrauch und fehlende Aufklärung sind Teil des Alltags in den Favelas und ärmeren Stadtteilen. Die Missstände behindern eine freie, sorglose Entwicklung und den Weg zu mehr Selbstbewusstsein, zu einer umfassenderen Bildung, zu besseren Lebensbedingungen und zu mehr Eigenständigkeit.

BAUMHAUS betreibt in Zusammenarbeit mit der nichtstaatlichen Organisation, der jungen Gruppe „VID’Art“ (Vida=Leben - Arte= Kunst), in Fortaleza mehrere Aktionsprojekte, die über Theater, Kunst, Musik und über außerschulische Weiterbildung, Kindern und Jugendlichen einen Schutz- und Entfaltungsraum bieten.

Die Freiwilligen des BAUMHAUS-Projektes Fortaleza erhalten durch ihre Mitarbeit die Gelegenheit, komplexe soziale Missstände kennenzulernen und besser einzuordnen, ein größeres Maß an Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln, in kleinen, vorsichtigen Schritten positive Veränderungen zu bewirken und in der interkulturellen Aktion ihre eigene persönliche Entwicklung zu bereichern.

Dabei sollten sie möglichst bewusst nicht in der Rolle von „Entwicklungshelfern“ auftreten, sondern als junge Menschen, die ihre eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, ihr individuelles kulturelles und soziales Gepäck, einbringen und zusammen mit anderen jungen Menschen lernen, wie durch Kommunikation und interkulturellen Austausch positive Entwicklungen bewirkt und gefördert und wie unausbleibliche Probleme und Konflikte gemeinsam sinnvoll gelöst werden können.

Die Freiwilligen werden folgende Aufgaben übernehmen:

- Mithilfe bei den verwaltungstechnischen Aktivitäten der Organisationen BAUMHAUS und VID’Art, in der Kunstschule und bei den Veranstaltungen der Gruppe VID’Art.

- Mitarbeit bei den Aktivitäten des Projektes „Teatroteca“ (Theaterthek), das über die Sprache der Bühnenkunst Räume der Diskussion über Bürgerrechte schafft für Kinder und Jugendliche aus armen und ärmsten Verhältnissen. Diese Arbeit kooperiert mit dem Projekt „Minha Casa“ (Mein Haus), einer Institution, die Waisen, Straßenkinder und Opfer von Missbrauch und Gewalt unterstützt und für deren Unterkunft sorgt.

- Mitarbeit und Hilfe bei den Aktivitäten des Projektes „Theater-Workshops“ (Oficinas de Teatro), das die Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung des Anderen im szenischen Spiel fördert. Dieses Projekt wird zusammen mit dem Projekt „Minha Casa“ betrieben.

- Mitarbeit beim Aufbau der Kunstausstellung „Kindlicher Traum“ (Sonho Infantil) in der Weihnachtszeit, ausgearbeitet von Heimkindern und Künstlern der Gruppe VID’Art.

- Mithilfe im Kunstunterricht und beim Aufbau des Bühnenstücks des Projektes „Reintegrar“ (Wieder-Integrieren), einer philantropischen Einrichtung, die Musikunterricht, Theaterstunden und Nachhilfeunterricht für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil São Cristóvão und Umgebung anbietet.

- Mithilfe beim Theaterunterricht für ältere Menschen im Gemeindezentrum Luiza Távora des Stadtteils Serviluz.

- Mithilfe im Projekt „Vaga-Lumes“ (Glühwürmchen), das Schauspielunterricht (Theater, Tanz und Gesang) für arme Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren der Stadtteile Palmeiras, Rosalina und Serrinha anbietet.

- Mithilfe bei Sport, Spiel und Training und sportlichen Wettkämpfen in den Stadtteilen Palmeiras, São Cristovão, José Walter und Serrinha.

- Mithilfe beim Nachhilfeunterricht, bei beruflicher Aus- und Weiterbildung und beim Fremdsprachenunterricht im Projekt „Minha Casa“ und in den Stadtteilen Palmeiras, São Cristovão, Serrinha und Rosalina.


Die Freiwilligen des BAUMHAUS Projektes Fortaleza sollen:


a) Im Team unter der Koordinierung des Mentors/Leiters/Gruppendirektors arbeiten, der sich für das Funktionieren des Freiwilligen-Programms verantwortet.

b) Interesse an Kunst, Theater und Musik haben.

c) Bereit sein, für mindestens ein Jahr im BAUMHAUS-Projekt Fortaleza mit der Gruppe VID’Art zusammenzuarbeiten.

d) Über gute bis sehr gute Englischkenntnisse verfügen. Grundkenntnisse Portugiesisch (oder Spanisch) sind hilfreich aber nicht notwendig (- vorausgesetzt wird die Bereitschaft, die Landessprache im Verlauf des Aufenthaltes zu lernen).

e) 30 Minuten vor Beginn der jeweiligen Schicht vor Ort sein und ihre Aufgaben während ihrer gesamten Schicht aufmerksam erfüllen.

f) Beim Auftreten von außerordentlichen Vorfällen im Ablauf des Projektes einen schriftlichen Bericht verfassen und an die in der Gruppe VID’Art für das Freiwilligen-Programm verantwortliche Person übergeben.

g) Die Konkretisierung der Projekte, Aktivitäten und Leistungen fördern, an denen sie beteiligt sind.

h) Überall, wo es notwendig ist, im Sinne des Teamgeistes mithelfen, wenn sie von den Verantwortlichen der verschiedenen Dienste der Gruppe VID’Art gebeten werden.

i) Klarstellung über den Ablauf der Projekte (Zeiten, Aktivitäten usw.) gewährleisten, wenn diese erbeten wird, oder jemanden aus der Gruppe nennen, wenn der Freiwillige selbst keine Klarheit geben kann.

j) Über die Sicherheit und den Erhalt der Materialien der Projekte wachen.

k) Über die Sauberkeit und den Erhalt der Räumlichkeiten der Projekte und der Gruppe VID’Art wachen.

l) Jeden Monat pünktlich einen ausführlichen Bericht über ihre Tätigkeiten, die Projekte und die Situation vor Ort an die Projektleitung von BAUMHAUS-Fortaleza in Deutschland senden.



-


Bewerbungsende ist der 30.06.09 und ihr würdet im September 09 - August 10 ausreisen.

http://www.jugend-im-ausland.de
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Takeo » Sa 27. Jun 2009, 18:49

Ich weiss, dass Ihr es nur gut meint - aber das sind doch teilweise schon ganz schön gewagte Thesen, besonders aus der Feder von Ausländern!

Morena09 hat geschrieben:Kinder und Jugendliche, Menschen aus den armen Vierteln Fortalezas leben unter teilweise sehr prekären Bedingungen in einem Umfeld, in dem sie beständig Gefährdungen, Missbrauch, körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt sind. Instabile Familienverhältnisse, Drogenkonsum, kriminelle Strukturen, mangelnde Hygienevorrichtungen, sexueller Missbrauch und fehlende Aufklärung sind Teil des Alltags in den Favelas und ärmeren Stadtteilen. Die Missstände behindern eine freie, sorglose Entwicklung und den Weg zu mehr Selbstbewusstsein, zu einer umfassenderen Bildung, zu besseren Lebensbedingungen und zu mehr Eigenständigkeit.


Und ich will auch nicht überkritisch wirken, aber...

Morena09 hat geschrieben:
Die Freiwilligen des BAUMHAUS Projektes Fortaleza sollen:


d) Über gute bis sehr gute Englischkenntnisse verfügen. Grundkenntnisse Portugiesisch (oder Spanisch) sind hilfreich aber nicht notwendig (- vorausgesetzt wird die Bereitschaft, die Landessprache im Verlauf des Aufenthaltes zu lernen).


verstehe ich nicht!

Eure Freiwilligen müssten die Landessprache nicht nur nicht perfekt beherrschen, sondern auch in der Lage sein, die feinsten Nuancen in der Kommunikation ihrer zu betreuenden Personen herauszuhören, damit sie auch raffen was überhaupt wirklich abgeht!

Wenn ich sowas lese, frage ich mich, WEN ihr eigentlich anweben wollt und WAS Ihr Euch davon versprecht: Soo werdet ihr allerhand abenteurlustige Hippies mit guten Vorsätzen und edlen Vorstellungen finden, die gerne mal ein bisschen die brasilianische Unterschicht, oder das, was sie sich darunter vorstellen, beschnuppern wollen... aber im besten Falle dann versuchen nur ihre europäischen Ansichten aufzupropfen.

Ist Euch denn schonmal in den Sinn gekommen, dass Ihr vielleicht auch freiwillige Brasilianer finden könntet, die dann die Kultur und Sprache und Hintergründe ihres Landes viel besser verstehen könnten, und somit vielleicht viel mehr ausrichten könnten als Europäer mit ihren Ansichten?
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon esteban38 » Sa 27. Jun 2009, 19:55

die Präsentation macht doch einen guten Eindruck.

Musik, Theater, das kommt bei Jungen nicht nur in Europa , sondern bestimmt auch in Brasilien gut an.

Lasst Euch bloss von der Spiesser- und Nörgelsektion nicht vergraulen. Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren heisst das Stichwort. Wer nix riskiert und nie was ausprobiert wird selten um spannende Erfahrungen reicher.

Musik ist eh international und gerade beim Theater gibts zig Formen, wo Detailkenntnisse der Sprache bis zur hintersten Deklination aber sowas von Wurst ist.

Wünsch Euch Glück und find jede/n gut, der macht und nicht nur 100 Projekte in der Schublade hat und erdrückt von seinen ach so tollen Projekten doch nie was realisiert.

In diesem Sinne
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Takeo » Sa 27. Jun 2009, 21:36

esteban38 hat geschrieben:Lasst Euch bloss von der Spiesser- und Nörgelsektion nicht vergraulen. Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren heisst das Stichwort. Wer nix riskiert und nie was ausprobiert wird selten um spannende Erfahrungen reicher.


Ach so!
Es soll also mehr ein erweitertes Erfahrungsangebot für Europäer in der Favela von Fortaleza sein - dann sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus! Nur, das kann man ja explizit dazu schreiben, sonst glauben Leute wie ich noch, dass, es sich dabei um ernstgemeinte Entwicklungshilfe handelte.

T'schuldigung für meine kritischen Einwände, sollten eigentlich konstruktiv gemeint sein.
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon esteban38 » Sa 27. Jun 2009, 23:35

Takeo hat geschrieben:
Ach so!
Es soll also mehr ein erweitertes Erfahrungsangebot für Europäer in der Favela von Fortaleza sein - dann sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus! Nur, das kann man ja explizit dazu schreiben, sonst glauben Leute wie ich noch, dass, es sich dabei um ernstgemeinte Entwicklungshilfe handelte.

T'schuldigung für meine kritischen Einwände, sollten eigentlich konstruktiv gemeint sein.


Was das Projekt alles soll ,kannst Du ja nachlesen, es steht oben detailliert und ist gut erklärt. Wenn Du dazu weitere Fragen hast, wende Dich doch bitte an morena und nicht an mich.

Wenn Du nicht verstehst, dass die MOTIVATION , warum ein Europäer Entwicklungshilfe leistet, UNTER VIELEN ANDEREN PUNKTEN bewusst oder unbewusst beinhaltet, sich auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln, kann ich Dir auch nicht helfen.
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Takeo » So 28. Jun 2009, 01:37

Mein guter Freund und Forumsmitglied hat seinen weitaus weniger glamourösen Zivildienst mal in einer deutsch-kurdischen “Begenungstätte” für Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik verbracht – und das war schon schwer genug. Vor diesem Hintergrund versuche ich mir nur realistsich vorzustellen, wer bei diesem Projekt der Nutzniesser sein soll – die Kinder aus Fortaleza oder die Jugendlichen aus Deutschland? Die Kurden zumindest gehen bis dato trotz harter Arbeit der Begenungstätte immer noch mit dem Messer aufeinander los… Es ist nämlich sehr gefährlich, gerade wenn man Sprache und Kultur nicht richtig versteht, dass grosse Missverständnisse entstehen: das Ergebnis davon können wir ja fast täglich in europäischer Presse über Brasilien nachlesen! Deshalb bin ich der Meinung: Brasilianer helfen am besten in Brasilien (die machen nämlich auch Musik und können Theater spielen!), und Deutsche helfen in Deutschland… da gibt es genug zu tun! Aber gut… das sind nur so meine Gedanken, zu einem Thema wo ich mich jetzt auch nicht sooo mit beschäftigt habe, ich kann mich ja auch täuschen, wer weiss?


PS.: Ich bin kein Nörgler und schonmal garnicht ein Spiesser, nur ein Realist im Feldzug gegen die weit verbreitete Heuchelei in unserer Welt, und damit ein "Reduktionist" (frei von mir erfunden), der versucht die Aussagen auf ihren wahren und nackten Kern zu reduzieren. Das ist nicht immer bequem, weil es oft voraussetzt eingefahrene Paradignmen zu brechen, also somit genau das Gegenteil eines Spiessers!!!
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Westig » So 28. Jun 2009, 04:52

Na ja, alle haben hier Recht.

Takeo hat Recht, weil solche Art der Entwicklungshilfe den Betroffenen strukturell und nachhaltig vielfach recht wenig bringt. Und das soll ja in der Regel so sein bei der Entwicklungszusammenarbeit, wenn man das zuständige Ministerium BMZ so versteht und auch die hunderte deutsche und schweizer und österreichische und US-amerikanische und kanadische (wo sind da eigentlich die brasilianischen??) Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Brasilien und mit der Entsendung und der Vermittung von jungen Ausländern für soziale Dienste befassen, in welcher Form auch immer.

Esteban38 hat Recht, weil er von der positiven Motivation spricht. Und vielleicht meint, einfach mal nicht faul am Strand und in Strandbars herumzuhängen im Urlaub in Brasilien, sondern versuchen, sich selbst einzubringn mit dem was man kann, was man meint kennenlernen zu sollen, und was man bei sich selber und zusammen mit anderen ausprobieren könnte.

Und schließlich: die Entsenderorganisation hat Recht, die einlädt mitzumachen, und dabei eine gewisse Sicherheit bietet, vermittelt, Projekte aussucht, sicherlich auch prüft und evaluiert, und dabei ordentliche Zuschüsse aus deutschen (nicht aus brasilianischen, so was gibt es da nicht) BMZ-Finanzierungen erhält und wahrscheinlich auch dabei deutsche Arbeitsplätze schafft und wahrscheinlich auch einigermaßen gut davon lebt.

Was ist dagegen einzuwenden??

Da gibt es ausländische (keine brasilianischen) Ferien-Freiwillige für 6 Wochen, die mal ein paar Schulen, Häuser und Gemeindezentren anstreichen in Armenvierteln, oder die mal helfen, Photovoltaische Anlagen für die Wasserversorgung oder einfach nur für Stromversorgung in der Dorfschule zu installieren, Studenten sind das, aus Freiburg z.B. oder von der Cornell University, und die Anlagen werden z.B. aus Deutschland geschickt - nicht aus Sao Paulo -.

Da gibt es ausländische Sechsmonats-Freiwillige, die mal was anderes kennenlernen wollen, und dabei nicht unbedingt in der Frankfurter Drogen- oder der Berliner Obdachlosenszene mitarbeiten wollen - ganz abgesehen davon, dass das recht kompliziert und mit viel Regelwerk verbunden ist, und die eine Auszeit nehmen wollen um irgendwo einfach und bescheiden mit anzupacken in Brasilien und froh sind, wenn ihnen ein mehr oder weniger sinnnvolles Projekt vermittelt wird. Gut organisierte und effiziente Schul- und Hochschulpartnerschaften sind das oft, Gemeindepartnertschaften von Ingolstadt nach Recife, - nicht von Sao Paulo nach Recife - das gibt es nicht in Brasilien.

Und da gibt es schließlich auch mehr oder weniger gut bezahlte junge Freiwillige, keine Schülerinnen und Schüler sondern gestandene jungen Menschen mit abgeschlossener Ausbildung in agrartechnischen, handwerklichen, medizinischen, sozialen Bereichen, die für ein paar Jahre von seriösen ausländischen (nicht brasilianischen, so was gibt es da nicht) Diensten in Entwicklunsprojekte vermittelt werden.

Was ist gegen das alles einzuwenden? Solange arme Brasilianerinnen und Brasilianer davon irgendwie Nutzen erhalten, und solange, um mit Esteban38 zu sprechen, "die MOTIVATION , warum ein Europäer Entwicklungshilfe leistet, UNTER VIELEN ANDEREN PUNKTEN bewusst oder unbewusst beinhaltet, sich auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln", ist das doch in Ordnung.

Strukturell verändert das wenig - oder gar nichts - nicht an den brasilianischen Strukturen der weltweit problematischsten und ungerechtesten Einkommensverteilung, auch nicht an Elendsstrukturen, nicht an Ausbeutung, schon gar nichts an zunehmend schamloserer Korruption tausender brasilianischer Regierungsfunktionäre, auch nichts am Klimawandel, noch an der globalen Umweltverschmutzung. Na und?

Vielleicht gibt es ja bald, nach zig Jahren sozialdemokratischer (?) Bewusstseinsbildung und "Paradigmenwechsel" seitens der Regierung Lula, entsprechende brasilianische Freiwilligendienste und Baumhausprojekte und BEDs (Brasilianischer Entwicklungsdienst) und brasilianische MISEREORs - mit 200 Mio. Euro Spenden pro Jahr und brasilianisches "Brot für Brasilien" und brasilianische GTZ- mit mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr - und CIDSE, dem in Europa viele Spendenorganisationen angeschlossen sind auf brasilianisch. Und tausende brasilianische engagierte Nichtregierungsorganisationen die sich mit Brasilien beschäftigen.

Da kann man eventuell mit Takeo nun sagen, Schuld an aller Misere sind die Portugischen Kolonialherren vor 500 Jahren. Und die ungerechten terms of trade. Und die EU-Agrarsubventionen. Und die Umweltverschmutzung in den USA. Alles richtig.

Aber deswegen tausenden junger Leute aus Deutschland die Motivation nehmen, neben Strand und Abenteuerlust auch etwas Sinnvolles in Brasilien zu machen?
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Teckpac » So 28. Jun 2009, 06:36

Westig hat geschrieben:Na ja, alle haben hier Recht ....


Wenn wir das Wort "Entwicklungshilfe" jetzt mal weglassen und dann das Wort Hilfe oder Betreuung/Anleitung einfügen und uns mal ruhig zurück lehnen, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass dies ein Projekt ist, welches beiden Parteien zu Nutzen kommt! Jugendlichen/Kindern wird ein Weg offenbart, welcher in Brasilien nicht alltäglich ist, der Weg/Pfad zur Kunst wird bereitgestellt und anscheinend in einen guten Rahmen eingefügt!! Was spricht dagegen???? Selbst die Immerkritiker sollten beim Lesen der Website verstummen....hier geht es nicht um Entwicklungshilfe sondern um Hilfe zur Selbstfindung oder Verwirklichung!! Niemand wird vereinnahmt...allles ist freiwillig!!!!! Also mal an die Brasilienfraktion speziell Takeo....lasst mal die Kirche im Dorf..nicht alles ist schlecht was an Aktionen aus dem Westen kommt und nun mal persönlich an Takeo...was denkst Du eigentlich wer Du bist...der Heiland von Brasilien???? Von Dir kommt nur Kontra..egal welch ein Beitrag zum Thema Brasilien.... egal was Leute für Brasilien tun möchten...alles ist in deinen Augen !&@*$#!!!!! Was hast Du denn für Brasilien getan????? Mir stösst schon seit Monaten deine Anti-Europafraktioneinstellung sehr sauer auf!!! Wenn Du nicht in der Lage bist mal unvoreingenommen eine Antwort zu schreiben, dann lass die Finger von der Teclada!!! Scheinbar weisst Du alles was für Brasilien gut ist und was nicht!! Lehn Dich mal zurück und entspanne.....und nochmal an die Takeo-Anhänger.....schaltet das Gewinde im Kopf vorher mal ein, und dann schreibt......Takeo ist nicht der allwissende Brasiliero....Mann, Mann diese Mitläufer sind voll zum Kot..en......manchmal denke ich, dass ich bei manchen Posts vom Allwissenden im falschen Forum bin!!!!! Gute Nacht an alle Brasilienfreunde, die etwas bewegen möchten!!!!  :-)br :dland:
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Grund: Bei langen Texten bitte nicht vollständig zitieren!
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Takeo » So 28. Jun 2009, 16:22

@Teckpack: ich überlese mal charmant Deine Einwände über meine Ansichten, denn ich habe ja bereits angedeutet, dass es nicht immer leicht ist, über die festgefahrenen Paradigmen zu blicken! Also lieber Tecki... beruhig Dich... und bedenke: auf mich hört ja sowieso kein Schwanz, ausser ein paar ins Forum verirrte Brasilienfreunde, die Lust auf hitzige Brasildikussionen haben! :wink:


Westig hat geschrieben:... nicht brasilianischen, so was gibt es da nicht


@westig, Du tust den Brasilianern hier wirklich unrecht: es gibt sehr viele Beispiele, wo Brasilianer viel bewirken und erfolgreiche Entwicklungshilfe im eigenen Land betreiben, Freiwilligenprojekte im Nordosten und im Urwald, Tierschutz, Umweltschutz, Gesundheit, Kunst und Theater (um beim Them zu bleiben), auch viele Projekte die von der Industrie gespendet werden, etc... Du tust ja gerade genau so, was ich immer so hasse: als seien alle Brasilianer nur ignorante Opportunisten, und erfolgreiche Entwicklungshilfe kann nur aus Übersee kommen. Ich sehe es genau umgekehrt: erfolgreiche Entwicklungshilfe kann in Lateinamerika nur aus dem eigenenen Ländern kommen. Ich finde genau diese "romantische Verklärtheit" und konsequenterweise die "fehlende Ausgewogenheit" und "Betroffenheit" (ich finde im Moment keine besseren Ausdrücke!), mit der viele Europäer die lateinamerikanische Unterschicht betrachten eher hinderlich für erfolgreiche Arbeit. Es führt oft zu falschen Vorstellungen und vielen Missverständnissen, und diese widerum sind eher kontraproduktiv für Völkerverständigung und Aufbau.
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Re: BAUMHAUS-Projekt Fortaleza: Arbeit mit Kindern und Jugend

Beitragvon Westig » So 28. Jun 2009, 17:46

Zu Teckpac's Zorn: Recht hat er da.
Davon war geschriebe:

"Gut organisierte und effiziente Schul- und Hochschulpartnerschaften sind das oft, Gemeindepartnertschaften von Ingolstadt nach Recife, - nicht von Sao Paulo nach Recife - das gibt es nicht in Brasilien.

Und da gibt es schließlich auch mehr oder weniger gut bezahlte junge Freiwillige, keine Schülerinnen und Schüler sondern gestandene jungen Menschen mit abgeschlossener Ausbildung in agrartechnischen, handwerklichen, medizinischen, sozialen Bereichen, die für ein paar Jahre von seriösen ausländischen (nicht brasilianischen, so was gibt es da nicht) Diensten in Entwicklunsprojekte vermittelt werden.

Entsprechende brasilianische Freiwilligendienste und Baumhausprojekte und BEDs (Brasilianischer Entwicklungsdienst) und brasilianische MISEREORs - mit 200 Mio. Euro Spenden pro Jahr und brasilianisches "Brot für Brasilien" und brasilianische GTZ- mit mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr - und CIDSE, dem in Europa viele Spendenorganisationen angeschlossen sind auf brasilianisch. Und tausende brasilianische engagierte Nichtregierungsorganisationen die sich mit Brasilien beschäftigen".

So weit so gut und so engagiert.

Und schreibt doch da Takeo: „Ich finde genau diese "romantische Verklärtheit" und konsequenterweise die "fehlende Ausgewogenheit" und "Betroffenheit" (ich finde im Moment keine besseren Ausdrücke!), mit der viele Europäer die lateinamerikanische Unterschicht betrachten eher hinderlich für erfolgreiche Arbeit.“

Lieber fehlende Ausgewogenheit und romantische Verklärtheit bei jungen Europäern, einfach mal mitanpacken zu wollen, und Betroffenheit auf Seiten von Millionen Menschen in Europa die sich interessieren, spenden (in jeder deutschen Sparkasse liegen hunderte Überweisungsträger aus von dutzenden Organisationen die Gütesiegel und Spendensiegel besitzen- so was schon mal bei Banco Itau oder bei BRADESCO gesehen?). Lieber also solche, als die, die im Rahmen der Xuxa-Show mal ein bischen was Gutes tun, oder bei Ana Maria Braga, wobei gegen die ja überhaupt nichts einzuwenden ist...

Ich habe eine Anzahl von ernsthaften, seriösen Brasilien-engagierten ausländischen Organisationen genannt. Einige hundert könnte man hier locker hinzufügen.

Nun darf man gespannt sein auf Takeo’s Nennung einer Anzahl vergleichbarer (!) Brasilien-engagierter Organisationen. Oder einer Anzahl von Paten- und Partnerschaften, etwa vom satten Curitiba nach Custodia im bitterarmen Sertao.

Takeo, na klar tun Brasilianer eine Menge. Aber nicht im Rahmen eines allgemeinen, von Kleinkinderalter an institutionalisierten, sozialen und sozialpolitischen Bewusstseins. Deswegen, und nicht in erster Linie wegen der Kolonisation vor 500 Jahren, ist Brasilien so wie es ist. Und Peru. Und Mittelamerika.

Und deswegen ist auch die PT und wer weiss auch immer, so wie sie nunmal ist. Und deswegen haben sich die Sandinisten nach der Revolution in Nicaragua nach weniger als einem Jahr um die besten Pfründen des Somoza-Clans gestritten. Und sind mit Schande wieder abgewählt worden, wie auch die „revolutionär-engagierte“ Regierung des „Sozialdemokraten“ Hipolito Mejia in der Dominikanischen Republik, in der etliche seiner Regierungsmitglieder in 2 Jahren zu Millionären wurden. Und wo ebenfalls tausende ausländischer Jugendlicher (und keine dominikanischen!) in Baumhaus-ähnlichen Projekten mitarbeiten.

Na klar mit Sozialromantik. Na und? Lieber so eine Romantik über Werte und auch Selbstfindung, wie Teckpack und wie Esteban38 schrieben, als überhaupt keine.

In Wuppertal und in Frankfurt wird nicht so geprasst wie in Rio und in Sao Paulo. Und Jugendliche aus der brasilienischen Mittelschicht gehen in Brasilia und in Sao Paulo auch nicht für ein Jahr und länger in Baumhausprojekte.

Nun spring doch mal über Deinen oft alleswissenden Schatten und gib anderen hier auch mal – ein wenig – Recht. Den Zorn von Teckpac jedenfalls kann ich bestens verstehen, und dem sollte man auch nicht beikommen mit so manchen Deiner herablassenden Ausdrücke im letzten (und in so manchen anderen ebenfalls) „also lieber Tecki“...Mal was inhaltlich und praktisch Belegbares und nicht mit hoher Theorie zur Diskussion beitragen. Und nicht mit Zynismus andere runtermachen. Auch sowas gehört, mit Verlaub, zu einem guten oder schlechten Forum.
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