Beatrice

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Beatrice

Beitragvon Itacare » Di 5. Mai 2015, 22:16

Eine Freundin meiner Frau, Brasilianerin, verheiratet mit einem Portugiesen, beide damals wohnhaft in Deutschland, Ehe geschlossen in Deutschland, alles regiestriert und legalisiert, 1 Tochter, geboren 2000 in Deutschland, ebenfalls alles registriert.
Vor 10 Jahren, also 2005, gingen sie zusammen nach Brasilien, um ihr Glück zu versuchen. Jetzt wollen sie zurück. Um es vorweg zu nehmen, alles geklärt, keinerlei Probleme für alle 3 mit Aufenthalts-, Arbeitsgenehmigung etc., alles bestens.

Die einzige Frage, die sie haben, betrifft die Tochter. In Brasilien derzeit im 9. Schuljahr (1. Klasse des 2. grau? oder wie ist das System derzeit?)
Wie wird sie hier eingestuft, welche Schule kann sie besuchen? Irgendwelche Sprach - oder Einstufungstests erforderlich? Als sie 5 war, schnabelte sie ganz passabel deutsch, wie das bei Kindern so ist, dürfte aber inzwischen das Meiste vergessen haben. Wobei Kinder, dieses Thema vielen sicher bekannt, ihre Sprachkenntnisse meist sehr schnell wieder auffrischen.
Wie wird das anerkannt, muss sie weiterhin zur Schule, oder könnte sie mit o. a. eine Lehre beginnen? Helle im Kopf und gewieft ist die Kleine, kann ich versichern, aber Beamte haben ggf. andere Ansichten oder Vorschriften.
Wer kennt sich aus, wo kann man ggf. explizit nachfragen?
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Beatrice

Beitragvon Colono » Mi 6. Mai 2015, 00:49

Itacare hat geschrieben:Die einzige Frage, die sie haben, betrifft die Tochter. In Brasilien derzeit im 9. Schuljahr (1. Klasse des 2. grau? oder wie ist das System derzeit?)

In Brasilien wird das Vorschuljahr mitgezählt. Bei euch nicht. Also 8. Klasse. Vermutlich wird ein Eignungstest gemacht.
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Re: Beatrice

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 6. Mai 2015, 13:02

Ich würde generell versuchen, ihr noch ein oder zwei Jahre Schule in Deutschland zu gönnen um ihr den Übergang zu erleichtern. Jedes Quäntchen Bildung, angepasst an die neue zukünftige Umgebung zählt und verbessert ihre Chancen, sich im deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu etablieren.

Wir reden zwar alle darüber, wie gut das Deutsche System, vor allem der dualen Ausbildung ist, aber das gilt halt nur im Vergleich mit anderen Ländern. Wenn man in Deutschland ins Detail schaut, ist da längst nicht alles Gold.
Klar gibt es tausende freie Ausbildungsplätze für Haut- und Realschüler, im Metzger und Bäckergewerbe. Um qualifizierte Ausbildungsplätze in Zukunftsberufen wird hart gekämpft. Die Anforderungen der Ausbilder sind da überzogen, aber sie können aus einem Heer von Bewerbern wählen.

Gruß
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Re: Beatrice

Beitragvon GatoBahia » Mi 6. Mai 2015, 13:17

Frage: So ein Schulwechsel könnte meiner Tochter auch bevorstehen, welche Schulform kann man wählen und wäre mit der brasilianischen vergleichbar?
(Wechsel evt. nach der sechsten Klasse)

Gato :mrgreen:
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Re: Beatrice

Beitragvon Fudêncio » Mi 6. Mai 2015, 14:00

Mit Anerkennung und so läuft da nix, ist doch Quatsch, was will man vom bras. Schulsystem anerkennen ???

Es wird darauf ankommen in welchem Bundesland sie Eltern wohnen werde und nach den dortigen Schulgesetzen. Im Endefekt läuft es erstmal darauf hinaus wie gut Ihr Deutsch ist und wie gut Ihre Allgemeinbildung ist.

Mit 15 eine Ausbildung anfangen ??? Soll ja wohl ein Witz sein !?
In Deutschland gibt´s doch eine SCHULPFLICHT, wenn ich mich nicht irre bis 16, oder !?!?!

:cool:
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Re: Beatrice

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 6. Mai 2015, 14:05

Fudêncio hat geschrieben:In Deutschland gibt´s doch eine SCHULPFLICHT, wenn ich mich nicht irre bis 16, oder


Du irrst dich nicht, aber die Schulpflicht erfüllst du als 15-jähriger Bäckergeselle durch die Berufsschule. (früher als 14-jähriger) :D

Ansonsten stimme ich dir zu, hab's ja auch in meinem Beitrag so ausgedrückt. Lieber wein wenig länger zur Schule mit mind. Realschulabschluss.

Gruß
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Re: Beatrice

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 6. Mai 2015, 14:25

Itacare hat geschrieben:Eine Freundin meiner Frau, Brasilianerin, verheiratet mit einem Portugiesen, beide damals wohnhaft in Deutschland, Ehe geschlossen in Deutschland, alles regiestriert und legalisiert, 1 Tochter, geboren 2000 in Deutschland, ebenfalls alles registriert.
Vor 10 Jahren, also 2005, gingen sie zusammen nach Brasilien, um ihr Glück zu versuchen. Jetzt wollen sie zurück. Um es vorweg zu nehmen, alles geklärt, keinerlei Probleme für alle 3 mit Aufenthalts-, Arbeitsgenehmigung etc., alles bestens.

Die einzige Frage, die sie haben, betrifft die Tochter. In Brasilien derzeit im 9. Schuljahr (1. Klasse des 2. grau? oder wie ist das System derzeit?)
Wie wird sie hier eingestuft, welche Schule kann sie besuchen? Irgendwelche Sprach - oder Einstufungstests erforderlich? Als sie 5 war, schnabelte sie ganz passabel deutsch, wie das bei Kindern so ist, dürfte aber inzwischen das Meiste vergessen haben. Wobei Kinder, dieses Thema vielen sicher bekannt, ihre Sprachkenntnisse meist sehr schnell wieder auffrischen.
Wie wird das anerkannt, muss sie weiterhin zur Schule, oder könnte sie mit o. a. eine Lehre beginnen? Helle im Kopf und gewieft ist die Kleine, kann ich versichern, aber Beamte haben ggf. andere Ansichten oder Vorschriften.
Wer kennt sich aus, wo kann man ggf. explizit nachfragen?


Auch wenn das im ersten Moment den Eltern nicht passt aber sie müsste bei acht Schuljahren eine Klasse tiefer anfangen. Das bedeutet dann die siebte Klasse. Es wäre sinnvoll sie in einer IGS zu geben. Da kann sie sich entwickeln und dann bei Abschluss der "Mittleren Reife" ins Gymnasium zum Abitur wechseln. Deine Bekannten sollten den Kontakt zur Schulleitung aufnehmen (müssen sie wg der Anmeldung eh) und dort fragen ob eine Lehrerin vielleicht das erste Jahr privaten Unterricht in Deutsch erteilt. Manchmal kennen die auch jemanden. Jedenfalls nicht in die Schülerhilfe etc. Das sind nur Abzocker. Wichtig ist auch den Kontakt zu den Lehrern halten. Dann ist sichergestellt dass sie sich um die Tochter kümmern bzw Probleme sofort geklärt werden und nicht im Zeugnis sich wiederspiegeln.
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Re: Beatrice

Beitragvon Itacare » Mi 6. Mai 2015, 22:38

Trem Mineiro hat geschrieben:......
aber sie können aus einem Heer von Bewerbern wählen.


Wo? Jedenfalls nicht in Bayern. Wir bilden Baumaschinenmechatroniker aus, die verdienen wenn sie fertig sind als Monteure ein Schweinegeld, aber trotz viel PR bekommen wir kaum Lehrlinge.

Aber zurück zur Kernfrage, klar, je mehr und bessere Schuljahre, desto besser die Chancen.
Nur eine fixe Regel, dass das so und so anerkannt bzw. eingestuft wird, scheint es nicht zu geben?
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Re: Beatrice

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 6. Mai 2015, 22:54

Itacare hat geschrieben:Wo? Jedenfalls nicht in Bayern. Wir bilden Baumaschinenmechatroniker aus, die verdienen wenn sie fertig sind als Monteure ein Schweinegeld, aber trotz viel PR bekommen wir kaum Lehrlinge.


Huch.......vielleicht gehören Baumaschinenmechatroniker dann doch nicht zu den "qualifizierte Ausbildungsplätze in Zukunftsberufen" was ich bisher auch dachte. Wie hieß das denn früher :) ?

Ich hab mal meine Lehrer-Nachbarin angerufen, wie das an ihrer Schule läuft. Die händeln das sehr flexibel.
Man berücksichtigt das Alter und die abgeleistete Klassenzahl, die mündlichen und vor allem schriftlichen Deutschkenntnisse, koordinieren das mit dem Elternwunsch und stecken sie in eine Klasse zum vorläufigen (Probe-) Unterricht. Die Einstufung kann dann je nach Fortgang korrigiert werden.
Das Verfahren bezieht sich aber nicht auf Fälle wie deiner sondern mehr auf andere Emigranten, die ab und zu vor deutschen Türen stehen und meist kein oder kaum deutsch sprechen.

In deinem Fall werden die schriftlichen Deutschkenntnisse, also Lesen, Erfassen und Schreiben ausschlaggebend sein. Das bisher vermittelte Wissen-Volumen ist sowieso nicht kongruent. Musste meine Frau mit ihrem Studium auch feststellen.

Gruß
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Re: Beatrice

Beitragvon Cheesytom » Do 7. Mai 2015, 01:37

GatoBahia hat geschrieben:Frage: So ein Schulwechsel könnte meiner Tochter auch bevorstehen, welche Schulform kann man wählen und wäre mit der brasilianischen vergleichbar?
(Wechsel evt. nach der sechsten Klasse)

Gato :mrgreen:


4. Schuljahr Hauptschule, max. 5. wūrde ich versucen, vor allem fūr ihr Wohl.
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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