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Condor




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BeitragVerfasst: 11 Jul 2007 13:47 
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Unfassbar wenn man sich für behinderte Verwandte schämt.

Vor drei Wochen waren wir an der Hochzeit eines Cousins meiner Frau. Eine seiner Nichten war Brautjungfer. Sie ist so um die 13, geistig behindert und dies ist auch auf den ersten Blick erkennbar. Von verstecken also keine Spur.

Die Tochter einer Cousine meiner Frau ist taub. Ich habe selten eine Mutter (in diesem Fall alleinerziehend) erlebt die so stolz auf ihr Kind ist. Dieses ist jetzt 11 und lernt seit kurzem Englisch - in der Gebärdensprache. Zudem geht es in eine normale Schule und hat zusätzlich täglich mehrere Stunden Stützunterricht. Die Kleine hat allerdings das Glück dass der Ex-Mann und leibliche Vater Geld hat und seine finanzielle Verantwortung bis anhin grosszügig wahrnimmt. Ansonsten sähe dass wohl düsterer aus.

BB



Biergarten 27.9.2008 in Belo Horizonte


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BeitragVerfasst: 11 Jul 2007 18:05 
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Brummelbärchen hat geschrieben:
Unfassbar wenn man sich für behinderte Verwandte schämt.

Vor drei Wochen waren wir an der Hochzeit eines Cousins meiner Frau. Eine seiner Nichten war Brautjungfer. Sie ist so um die 13, geistig behindert und dies ist auch auf den ersten Blick erkennbar. Von verstecken also keine Spur.

Die Tochter einer Cousine meiner Frau ist taub. Ich habe selten eine Mutter (in diesem Fall alleinerziehend) erlebt die so stolz auf ihr Kind ist. Dieses ist jetzt 11 und lernt seit kurzem Englisch - in der Gebärdensprache. Zudem geht es in eine normale Schule und hat zusätzlich täglich mehrere Stunden Stützunterricht. Die Kleine hat allerdings das Glück dass der Ex-Mann und leibliche Vater Geld hat und seine finanzielle Verantwortung bis anhin grosszügig wahrnimmt. Ansonsten sähe dass wohl düsterer aus.

BB



Ist ja fantastisch, daß es doch noch an verschiedenen Orten eine Art Integration von Behinderten geht. Leider aber alles Stückwerk von Einzelpersonen oder gut organisierten Vereinigungen oder Kommunen. Zentral, bzw. von staatlicher Seite kann man keine organisierte Hilfe erkennen. Das muß schließlich in jedem Staat die Aufgabe der zentralen Regierungsgewalt sein, damit auch überall im ganzen Land jeder Gleichbehandelt wird. Habe mich auf alle Fälle gefreut, daß es doch noch positives gibt.


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BeitragVerfasst: 11 Jul 2007 19:06 
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Hallo zusammen

Ich war recht beeindruckt als ich in Salvador war. Mir fehlt ein Bein und ich bin daher auf Krücken unterwegs. Wenn sich irgendwo eine Warteschlange gebildet hatte, (Flughafen, etc.), kam von irgendwoher ein Mitarbeiter und brachte mich und meine Frau nach ganz vorne.
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie glücklich ich über diesen Zustand war, als ich den Rückweg von Itaparica nach Salvador über die "Sao Joao-Tage" antrat....Die Warteschlange dort, eieiei, ich denke, ich hätte dort übernachten müssen.
Solche Aktionen kann ich hier in der Schweiz gänzlich vergessen :roll: Sollte ich mich mal nach vorne begeben und auf mein fehlendes Bein deuten... nicht auszudenken :roll:

Da ich noch vor einigen Jahren ganz im Rollstuhl war, kann ich es mir schlecht vorstellen ohne eigenes Fahrzeug in Bahia unterwegs zu sein.

Einzig am Strand (Praia do Flamengo) hatte es eine "Bar" welche gänzlich behindertengerecht ausgestattet war, inkl. Behindertentoilette.

Btw. als ich in Itaparica aussteigen wollte (war ein kleines Schiffchen), war dies unmöglich. Ein Mitarbeiter dort schnappte mich trug mich auf den Schoss raus.

Und was ich gar nicht recht begriffen habe, ist dass ich bei einigen Busfahrten zahlen musste, bei anderen nicht. Kommt das auf den Fahrer an? :?:

Grüsse

xesuis


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 07:51 
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xesuis hat geschrieben:
Hallo zusammen

Ich war recht beeindruckt als ich in Salvador war. Mir fehlt ein Bein und ich bin daher auf Krücken unterwegs. Wenn sich irgendwo eine Warteschlange gebildet hatte, (Flughafen, etc.), kam von irgendwoher ein Mitarbeiter und brachte mich und meine Frau nach ganz vorne.
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie glücklich ich über diesen Zustand war, als ich den Rückweg von Itaparica nach Salvador über die "Sao Joao-Tage" antrat....Die Warteschlange dort, eieiei, ich denke, ich hätte dort übernachten müssen.
Solche Aktionen kann ich hier in der Schweiz gänzlich vergessen :roll: Sollte ich mich mal nach vorne begeben und auf mein fehlendes Bein deuten... nicht auszudenken :roll:

Da ich noch vor einigen Jahren ganz im Rollstuhl war, kann ich es mir schlecht vorstellen ohne eigenes Fahrzeug in Bahia unterwegs zu sein.

Einzig am Strand (Praia do Flamengo) hatte es eine "Bar" welche gänzlich behindertengerecht ausgestattet war, inkl. Behindertentoilette.

Btw. als ich in Itaparica aussteigen wollte (war ein kleines Schiffchen), war dies unmöglich. Ein Mitarbeiter dort schnappte mich trug mich auf den Schoss raus.

Und was ich gar nicht recht begriffen habe, ist dass ich bei einigen Busfahrten zahlen musste, bei anderen nicht. Kommt das auf den Fahrer an? :?:

Grüsse

xesuis


Natürlich kommt es nicht auf den Fahrer an. Das entscheiden immer noch die Gesellschaften. Es sei denn, du meinst die Stadtbusse. Da hat es schon früher Fahrer gegeben, die Arme und Behinderte umsonst mitgenommen haben, obwohl dafür keine Erlaubnis vorlag. Das finde ich ja an Brasilien so gut, daß es noch so viele Menschen mit eigener Meinung gibt, die dann die richtige Entscheidung treffen. In Deutschland hätte doch jeder Busfahrer die Hosen voll, einen Passagier gratis zu befördern.


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 08:05 
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Wohnort: mal da Ö - mal dort BRA
Meine Frau ist wenn sie in Rio hochschwanger in den Bus eingestiegen ist, immer hinten eingestiegen (Drehkreuz) und hat nur sehr selten für den Bus bezahlt. Gute Freunde vom Motorrista, Zuckerlverkäufer und schräge Typen im falschen Gebiet fahren meistens gratis, da man sich den Ärger ersparen will, in Rio zumindest.



Paz, Justiça e Liberdade


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 08:08 
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pocoto hat geschrieben:
Meine Frau ist wenn sie in Rio hochschwanger in den Bus eingestiegen ist, immer hinten eingestiegen (Drehkreuz) und hat nur sehr selten für den Bus bezahlt. Gute Freunde vom Motorrista, Zuckerlverkäufer und schräge Typen im falschen Gebiet fahren meistens gratis, da man sich den Ärger ersparen will, in Rio zumindest.



Habe in Rio aber auch schon erlebt, daß drei Gauner bezahlt haben und dann alle Passagiere ausgeraubt haben. Hat Gottseidank nur wenige Cruzados dabei. War für mich dann nicht so schlimm.


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 08:20 
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um gratis mitfahren zu können braucht es einen gültigen behinderten- ausweis, mit dem man vorne einsteigt und den man ohne aufforderung vorzuzeigen hat. vorne einsteigen dürfen auch schwangere, kinder unter 7 sieben und alte menschen über 64
es gibt aber viele die so einen ausweis kopieren, die fahren dann gratis in der stadt herum, obschon sie überhaupt nichts haben, was sie dazu berechtigt. ich habe mal in Salvador eine "razzia" in einem bus erlebt, da haben leute von der busgesellschaft, alle ausweise kontrolliert. auf dieser einen fahrt von ca. 2 std. haben die mindestens sechs leute mit falschen ausweisen kassiert. viel konnten die aber nicht machen, weil einige wurden auch ganz schnell aggressiv, wie das so ist, wenn einer auf einer falschen tat ertappt wird...
bei ausländern ist es ermessenssache des motorista. die haben ja, wenn sie nicht gerade da leben in der regel keinen gültigen bras. ausweis. ich selber habe nie bezahlt und falls ich einen begleiter dabei hatte, bezahlte der wie gesagt erst, seit ca. anfang februar 07 die bustickets auf 2real erhöht und die gratisfahrt für den begleiter eines behinderten abgeschafft wurde. traurig genug, dass es sich die busgesellschaften nicht mehr leisten können auf die paar kröten zu verzichten...

schöns tägli
amarelina



não há diferença entre um sábio e um tolo quando ambos estão apaixonados.


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 09:42 
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Einige der Fahrer schauten mich an und meinten "Voçe non paga", andere Kassierer wiederum fragten mich nach dem Fahrgeld....

Oft waren es die Fahrgäste die den Kassierer drängten ich hätte nicht zu bezahlen :D Um ehrlich zu sein, ging es mir nicht um die zwei R. ich fand es einfach toll wie sich Passagiere für einen einsetzen können, etwas was mich in SSA sehr sehr beeindruckt hat.


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 09:50 
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Was mir in dem Zusammenhang immer wieder auffällt ist die Hilfsbereitschaft der Menschen in Brasilien. Auch Berührungsängste, wie man sie von Europa kennt haben die Brasilianer kaum. Da wird nicht diskutiert, sondern gehandelt. Aber vielleicht ist das ja in Brasilien so, weil jeder weiss, dass der Staat nichts tut. Und vielleicht ist das in Deutschland/Schweiz/usw. so, weil sich da jeder hinter dem Deckmäntelchen "Ich zahl ja meine Steuern" versteckt.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 12 Jul 2007 09:56 
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Severino hat geschrieben:
Was mir in dem Zusammenhang immer wieder auffällt ist die Hilfsbereitschaft der Menschen in Brasilien. Auch Berührungsängste, wie man sie von Europa kennt haben die Brasilianer kaum.


:ola:


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