Severino hat geschrieben:
Was mir in dem Zusammenhang immer wieder auffällt ist die Hilfsbereitschaft der Menschen in Brasilien. Auch Berührungsängste, wie man sie von Europa kennt haben die Brasilianer kaum. Da wird nicht diskutiert, sondern gehandelt. Aber vielleicht ist das ja in Brasilien so, weil jeder weiss, dass der Staat nichts tut. Und vielleicht ist das in Deutschland/Schweiz/usw. so, weil sich da jeder hinter dem Deckmäntelchen "Ich zahl ja meine Steuern" versteckt.
Du hast es auf den Punkt gebracht!
Das kannst du in jeder Lebensweise sagen. Darum wundern (heute) sich auch soviele Rentner in Deutschland, daß sie so wenig erhalten, wenn kein Eigentum da ist, in Mietskasernen hausen (und noch Stolz über ein paar qm sind) auf alles (Politik, Unternehmer, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Jugend) schimpfen aber über 50 Jahre behauptet haben, wir sind die Elite der Welt (Beste Schul- und Ausbildung, beste Arbeitsbedingungen und beste Sozialsysteme). Was das alles Wert war, sehen die Kinder und Enkelkinder von heute. Arbeitslosigkeit, Hartz IV, mit 40 zu alt und ein Staat der sich für andere (USA) verschuldet, damit man ein wenig Krieg in Afghanistan spielen kann. Bananenrepublik!
Da sind Länder wie Brasilien besser. Das Volk weiß daß es von Verbrechern regiert wird aber im Großen in Ruhe gelassen wird. Zu erwarten hat man nichts. Deshalb hat man das Fordern (wie in Westeuropa) nicht gelernt und ist noch bescheiden und kann vor allem teilen. Und wenn mal Fahrgäste zum Kassierer sagen, er möchte die paar Reais für den Kranken, Alten oder Behinderten nicht kassieren, dann hat er noch ein Gewissen, was man in Deutschland, der Schweiz und Österreich nicht hat. Das wäre ja ein Unding, wenn zwei Euro Fahrgeld fehlen würde und der Busfahrer sich noch als Robin Hood aufspielt.