In Brasilien ist es gestern erneut zu Protesten gegen die chaotischen Verhältnisse im Luftverkehr des Landes gekommen.
Nach Medienberichten besetzten empörte Passagiere Landebahnen und Flugzeuge. Mehrere Menschen seien festgenommen worden. Wie die Luftfahrtbehörde ANAC mitteilte, waren landesweit etwa 44 Prozent aller Flüge mehr als eine Stunde verspätet; 40 Verbindungen wurden ganz gestrichen.
Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva forderte nach einer Krisensitzung in Brasilia, dass die Passagiere respektiert werden müssten.
Flugzeug gestürmt
In der Hauptstadt Brasilia besetzte eine Familie aus Protest gegen die Verspätungen ihres Fluges ungeachtet heftigen Regens die Landebahn. In der nordöstlichen Provinzhauptstadt Salvador stürmten Dutzende Passagiere ein Flugzeug, nachdem sie mehrere Stunden vor dem Gate gewartet hatten.
"Dienst nach Vorschrift
Bereits seit drei Monaten kommt es immer wieder zu schweren Störungen im brasilianischen Luftverkehr. Zuletzt hatte am 6. Dezember eine Panne einen zentralen Kontrollturm lahm gelegt. Außerdem machen die Fluglotsen seit Wochen "Dienst nach Vorschrift", um auf ihre Arbeitssituation aufmerksam zu machen.
Nach Angaben der Luftfahrtbehörde waren aber die Fluggesellschaften und das schlechte Wetter für die Probleme verantwortlich. Außerdem habe es auf dem Flughafen Santos Dumont in Rio de Janeiro am Morgen einen Stromausfall gegeben.
"Sehr frustrierend"
Eine Untersuchungskommission des Parlaments, die die Gründe für das Luftverkehrschaos ermitteln sollte, schloss ihre Arbeit ohne Ergebnis ab.
"Das ist schon sehr frustrierend. Leider haben wir viel Zeit verloren und werden kaum etwas zur Lösung der Krise im Luftverkehrsbereich beitragen können", räumte Kommissionschef Alceu Collares offen ein.
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