Besitz in Brasil

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: Besitz in Brasil

Beitragvon GatoBahia » Mi 16. Mär 2016, 09:09

Frankfurter hat geschrieben:
GatoBahia hat geschrieben: Eine notariell beglaubigte Schenkung würde das Problem doch aus der Welt schaffen?
[-X

Gato :cool:


Bei einer Schenkung, Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern zu schützen, sind zeitl. FRISTEN für die Wirksamkeit zu beachten.

Für eine rechtliche Klarheit sollte ein guter Rechtsanwalt zur Beratung hinzu gezogen werden.

Wenn dafür kein Geld zur Verfügung steht, ist das mit der Ziehung der Axxxxkarte zu vergleichen :oops:


Hätte ich jetzt in Fettdruck schreiben sollen das er es zurückdatieren soll? Ich kenne weder ihn, noch die Gläubiger und schon gar nicht die gesamten Umstände des Vorgangs. Bin Gott sei Dank auch kein Anwalt :idea:

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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon guelk » Di 22. Mär 2016, 17:50

adoketa16 hat geschrieben:Hallo an alle User,

Wir haben damals, so 1997 oder 98 in Br Grund-und Hausbesitz erworben.
Permanencia hatte ich, ist aber längst abgelaufen. CPF auch, hab ich aber nicht weiter verfolgt, ob noch gültig.
Erwerb des Besitzes lief regulär ohne Probleme, Papiere sind vorhanden, also Kaufurkunde und Registration, wir stehen beide drin, sind also glaub ich auch beide im Cartorio vermerkt.



Der Kauf ist inzwischen fast 20 Jahre her. Gehört das noch Euch? Usucapião geht schon nach zwei Jahren, könnte also sein, daß Ihr gar keinen Besitz in BR mehr habt. Da reicht es, daß ein anderer IPTU gezahlt hat, der macht das 2 Mal und trägt es dann auf seinen Namen ein. Noch einfacher, wenn der Besitzer nicht da ist, um einen Mietvertrag oder ähnliches vorzulegen...

Wenn es von der Familie Deiner verwaltet wird, dann wird es vermutlich Euch noch gehören, aber sonst, weiß man nicht.

Auch wenn die CPF inzwischen suspensa ist, kann man über sie die Sachen ermitteln. Wenn die CPF gecancelt wurde, dann kann es auch sein, daß Euer Besitz wackelt, denn einer der Besitzer "existiert nicht mehr". Brasilianische Gesetzte sind ziemlich unergründlich.

Angeblich kommt die Änderung in den nächsten <6 Monaten, daß man usucapião im cartório machen kann, mit den Belegen der IPTU-Zahlung. Im dümmsten Fall kann ja vielleicht ein Familienmitglied von Ihr das angehen, dann gehört es offiziell nicht mehr Euch und Du hast nichts versteckt.
Ja, ich bin Rio gegenüber positiv eingestellt.
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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon frankieb66 » Di 22. Mär 2016, 18:54

Ola,

guelk hat geschrieben:Der Kauf ist inzwischen fast 20 Jahre her. Gehört das noch Euch? Usucapião geht schon nach zwei Jahren, könnte also sein, daß Ihr gar keinen Besitz in BR mehr habt. ...

naja, das mit den 2 Jahren trifft wirklich nur in Sonderfaellen zu (gemeinsam genutzte Immobilie vor einer Trennung wird nach der Trennung von einem der Ex-Partner exclusiv weitergenutzt, und auch dann nur wenn andere Voraussetzungen zusaetzlich erfuellt werden)...

Art. 1.240-A. Aquele que exercer, por 2 (dois) anos ininterruptamente e sem oposição, posse direta, com exclusividade, sobre imóvel urbano de até 250m² (duzentos e cinquenta metros quadrados) cuja propriedade divida com ex-cônjuge ou ex-companheiro que abandonou o lar, utilizando-o para sua moradia ou de sua família, adquirir-lhe-á o domínio integral, desde que não seja proprietário de outro imóvel urbano ou rural....

Ansonsten gelten Fristen von 15 bzw. 10 Jahren (bei bestimmten Voraussetzungen) fuer urbane Immobilien, und 5 Jahre fuer rurale, aber auch nur dann wenn alle anderen Rahmenbedingungen auch stimmen ...

Wer will kann sich ja mal z.B. hier einlesen:

http://www.direitonet.com.br/resumos/exibir/365/Usucapiao

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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon cabof » Mo 28. Mär 2016, 05:00

Frage, die tauchte gestern auf, eine BR wohnt in DE, hat Besitz in Brasilien - wenn sie ein Testament "letzter Wille" (ohne Notar) in DE aufsetzt, ist dieser letzte Wille auch in Brasilien gültig? Hat da jemand eine Erfahrung? Die Dame möchte keine 200 € für eine kompetente Notar-Antwort ausgeben.
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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon Ararenser » Mo 28. Mär 2016, 15:09

cabof hat geschrieben:Frage, die tauchte gestern auf, eine BR wohnt in DE, hat Besitz in Brasilien - wenn sie ein Testament "letzter Wille" (ohne Notar) in DE aufsetzt, ist dieser letzte Wille auch in Brasilien gültig? Hat da jemand eine Erfahrung? Die Dame möchte keine 200 € für eine kompetente Notar-Antwort ausgeben.



Also wenn sie keine 200 Euronen für eine Notarantwort ausgeben will, dann wird sie auch nichts gross zu vererben haben. Ansonsten wird ja wohl in Brasilien auch ein Erbrecht existieren. Meine Sogra ist im Januar gestorben. Besass zusammen mit ihrer Schwester ein Haus. Tante (ihre Schwester) kinderlos und meine Sogra nur 1 Kind (meine Frau). Jetzt gehört das Haus einfach zu Hälft der Tante und zur Hälfe meiner Frau. Normale Erbfolge also.
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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon adoketa16 » Di 29. Mär 2016, 19:10

Hallo Leute,

erst mal danke für eure Anteilnahme. Und bitte kein Streit!
Natürlich war meine Reaktion (e.V) so nicht i.O., deshalb auch schlaflose Nächte. Aber nicht nur deshalb auch, sondern auch wegen der sonstigen Umstände, weswegen ich die e.V. geben musste. Das ist aber ein ganz anderes Thema, was nicht hierher gehört.

Keine Sorge, da gibts keine Mietschulden - ist ja Haus und Grund im Eigentum - und auch in Brasil ist denke ich soweit alles i.O. Zumindest ist bei meiner Frau alles regular. Wie es bei mir aussieht, sollte ich ggf. mal schauen, aber das interessiert mich eigentlich nicht weiter, da ich schon sehr lange nicht mehr in Brasil war (und mich treibt da auch nichts mehr hin - selbst auch nicht als Fluchtörtchen) Ausserdem habe ich keinen Grund, vor irgendwas zu flüchten, ausser vor meinen immensen Schulden gegenüber einem Gläubiger, in welche ich beruflich (hat nichts mit Brasil zu tun) gerutscht bin. Nur soweit dazu.

Auch gibts keinen Ehe-Krieg, und meine Frau ist nicht auf Machtgehabe oder Geldgier ausgerichtet. Sie ist integriert, geht ihrem Job nach.
Von all diesen Bedenken greift hier nichts. Schade, wenn andere da andere und schlimmere Erfahrungen machen mussten.

Mir ging es einfach nur um die Frage, wie hoch eine Wahrscheinlichkeit besteht oder ob es überhaupt möglich ist, dass hier in D über Amtweg, also nicht Gläubiger oder sonstige Privatpersonen - ein Bezug hergestellt werden kann. Ich denke da an irgendwelche zwischenstaatlichen Kontakten, wie man es z.B. zu Schweiz oder Louxemburg kennt (bzgl. hinterlegten Geldern, wo man nicht so genau weiss, wie woher, Hoeness lässt grüssen).
Jetzt bitte keine Rückschlüsse, ich bin kein Schwer-Krimineller und Hinterzieher!

Ich weiss ja nicht, wielange eine Behörde braucht, um in der Welt an irgendwelche Informationen zu kommen, meine e.V. ist schon eine Weile her ...

Naja, und wenn es niemanden gibt, der sich auskennt oder aus irgendeinem Grund mal selbst Erfahrung gesammelt hat - hätte ja sein können - dann halt nicht.

Trotzdem danke.
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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon adoketa16 » Di 29. Mär 2016, 19:28

allo Guelk,

hab erst grad gelesen. Na Gott sei Dank ist das noch in Besitz. Ich kenn diese Brasil-internen Interpretationen auch.
Die Immobilie ist vermietet und wird über eine bras. Firma (Paulo Miranda) betreut. Miete geht regelmässig und ordentlich auf bras. Konto ein - wird von hieraus online auch eingesehen BB - da gibts keine Probleme. Kosten für Sanierungen, IPTU usw. läuft alles über die Betreuung, meine Frau, und nur die, hat den Vertrag mit der bras. Firma gemacht. Da ist alles nach meiner Kenntnis i.O.
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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon GatoBahia » Di 29. Mär 2016, 19:55

adoketa16 hat geschrieben:Hallo Leute,

erst mal danke für eure Anteilnahme. Und bitte kein Streit!

. . .

Trotzdem danke.


Mit dem Streit finanzieren wir doch dieses Forum, hat also nichts mit deinem Thema zu tun :lol:

Danke für den Informationsfluss von deiner Seite, hat man auch nicht oft :!:

Von der dt. Behördenseite hast du kaum was zu befürchten, und solange dier niemand einen Privatschnüffler an die Fersen setzt kannst du das wohl gelassen aussitzen. Die andere mögliche Option hatte ich ja oben schon genannt :idea:

Gato :cool:
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Re: Besitz in Brasil

Beitragvon Gunni » Mo 11. Apr 2016, 12:27

@adoketa16

Die Systeme in Brasilien und Deutschland, um als Staat an Geld zu kommen, sind derzeit in einem rasanten Optimierungsprozess - sollte daher in einem der beiden Länder ein Finanzamt irgendeinen "Verdacht" gegen dich haben, würde ich das nicht unterschätzen und mich "vorbeugend" bemühen.

hier 2 Beispiele:

(1) Die Ehefrau eines Freundes von mir ist immer gern mal wieder länger als 3 Monate in Brasilien - vor allem im Herbst/Winter - das ging auch viele Jahre bisher gut - aber vor Kurzem wurde er vom Finanzamt des Steuerbetruges bezichtigt, denn er hätte beim Finanzamt einen Antrag stellen sollen, um von Steuerklasse III in I zu wechseln, sobald die Frau länger als 90 Tage aus Deutschland weg ist. - Führte letztendlich bei Ihm zu einer mehrmonatigen Gehaltspfändung, und um größeren Ärger beim Arbeitgeber zu vermeiden, wurde "bereitwillig" sogar rückwirkend Steuerklasse I akzeptiert und bezahlt, selbst für den Zeitraum, wo seine Frau hier war. (die Info mit den mehr als 90 Tagen Auslandsaufenthalt wird inzwischen wohl vollautomatisch vom Flughafen ans Finanzamt übermittelt - nach einer Kulanzzeit von weiteren 30 Tagen gab's dann Ärger).

(2) Bei einer gemeinschaftlichen Einkommenssteuererklärung waren durch einen Fehler meines Steuerberaters Unregelmäßigkeiten in den Angaben aufgetreten. - Dies führte dazu, dass das Finanzamt Stuttgart die kompletten Infos über mich und meine Frau (Brasilianerin) direkt aus Brasilien eingeholt hat (die größten "Helfer" für's Finanzamt waren dabei die Banken, bei denen wir in Brasilien Konten hatten - laut brasilianischem Gesetz sind diese sogar zur Auskunft verpflichtet - der Rest der Daten kam von der RF !) - - zu allem Ärger wurde das Geld auf den brasilianischen Konten (Corrente und Poupanca) in Deutschland beim Finanzamt dann auch noch einfach addiert (obwohl eigentlich in Brasilien nur 1x vorhanden) und der Real zum Euro 1:1 umgerechnet. - Das hat mich danach fast 2 Jahre gedauert, bis ich aus der Sache draus war und meine zu viel gezahlten Steuern wieder erstattet bekommen habe. - Am extremsten war aber, dass man die Überprüfung in Brasilien zur "Vorsorge" gleich über einen Zeitraum von 10 Jahren rückwirkend ab dem Steuerjahr durchgeführt hat, was wohl angeblich ebenfalls zulässig ist und dann wurden alle Daten zum Vorteil des Finanzamtes behandelt (s.o. Umrechnung, Addierung etc.) - übrigens das gleiche Spiel hat auch die Receita Federal mit Deutschland gemacht...zum Glück gibt's aber in Deutschland noch ein Bankgeheimnis - aber egal....ich wurde in 2 Ländern zuerst mal voll versteuert und "durfte" mir danach meine Überzahlungen in beiden Ländern wieder einfordern.

Du siehst - man sollte den Fiskus beim "eintreiben" seiner Gelder auch global nie unterschätzen. - - Meine Anwälte in Brasilien und Deutschland rieten mir damals übrigens, internationale Verbindungen, auf die ich selbst noch Einfluss habe, zu kappen oder auf ein Minimum zu reduzieren (so wurden dann fast alle Bankkonten in Brasilien aufgelöst)

Vielleicht helfen dir ja die Beispiele etwas bei deiner Problematik oder regen zum nachdenken an

Gruß - Gunni
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