Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Brazil53 » Mo 23. Mär 2015, 16:46

Aber in Deutschland ist alles gründlich geregelt, man kann Bestechungsgelder als Betriebsausgabe absetzen. :mrgreen:
Übrigens in fast allen Industrieländern gibt es Spielregeln für Bestechungsgelder....

Der Staat macht es ihnen leicht. Wer in Deutschland Geschäftspartner besticht, wird sogar belohnt: Das Finanzamt stuft Schmiergelder als sogenannte „nützliche Abgaben“ ein. Und die lassen sich als Betriebsausgaben von der Steuer abziehen (§ 4 Abs. 4 EStG). Voraussetzung: Der Empfänger ist genannt – egal ob im In- oder Ausland.


Und auch wer straflos Bestechungsgelder kassieren darf ist geregelt

Und besonders Vorbildhaft ist, dass Staatsdiener immer der Staatsanwaltschaft gemeldet werden.

Da wären in Brasilien sicherlich auch entsprechende Regelungen notwendig.

Ausnahme: Ein Staatsdiener hält die Hand auf. Korrupte Amtsträger muß der Fiskus der Staatsanwaltschaft melden. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung des Betrugs ist dann wichtiger als das Steuergeheimnis.

Anders bei bestochenen Privatpersonen. Der Fiskus informiert die Staatsanwaltschaft nur, wenn Schmiergelder in erheblicher Höhe oder an Schwerkriminelle (Waffen, Drogen) fließen.



http://www.focus.de/finanzen/news/steuern-bestechung-lohnt-sich_aid_148825.html
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Colono » Mo 23. Mär 2015, 17:38

Um wieder den Brasilienbezug herzustellen, wer kann sich noch daran erinnern dass unser Hartz4 Namensgeber besonders verdienten Mitarbeiter mit Reisen in Brasiliens Bordelle belohnte.


http://www.dw.de/ex-diretor-da-volkswagen-peter-hartz-livra-se-da-cadeia/a-2327154

PS Topaktuell, das Thema Bilfinger war soeben ausfuehrliches Thema im Globo Mittagsjournal.
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 23. Mär 2015, 19:18

Der Welt-Artikel ist doch quatsch.
Die vermengen einmal Korruptions- und Betrugsfälle. Betrugsfälle sind dann die, wo ein Mitarbeiter Geld angenommen hat.
Korruptionsfälle sind in D ja wohl ehr die, wo die Deutschen Exporteure wiederum Geld stiften, um an Aufträge zu kommen.
Da gibt es ein paar aufgedeckte Fälle (immer wieder zuerst die bekannten 3 deutschen Namen)und der Rest bildet sich dann aus Befragung der (betroffenen) Managern wie sich ihre eigenen Betriebe verhalten. Und klar, dass sie meinen das es bei ihnen kaum Fälle gibt (bis ihnen die Polizei das Gegenteil beweist)Was sollen sie den anderes sagen.
Auch die ganzen internen Regeln sind doch quatsch, Augenwischerei. Die großen Schmiergeldzahlungen hat man längst auf Externe Firmen im Ausland ausgelagert bzw. werden von den Repräsentanten vor Ort geregelt und wehen der Höhe der Summen meist auf oberster Ebene genehmigt. Oder meint ihr, ein Abteilungsleiter kann mal eben 1 Mio. € für Nebenausgaben abzweigen.

Moralisch wird das alleine dadurch gedeckt, weil es die böse internationale Konkurrenz auch so macht..........

Alles brotlose Diskussion........... :^o

Gruß
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 23. Mär 2015, 19:28

Brazil53 hat geschrieben:Aber in Deutschland ist alles gründlich geregelt, man kann Bestechungsgelder als Betriebsausgabe absetzen. :mrgreen:
Übrigens in fast allen Industrieländern gibt es Spielregeln für Bestechungsgelder....

Der Staat macht es ihnen leicht. Wer in Deutschland Geschäftspartner besticht, wird sogar belohnt: Das Finanzamt stuft Schmiergelder als sogenannte „nützliche Abgaben“ ein. Und die lassen sich als Betriebsausgaben von der Steuer abziehen (§ 4 Abs. 4 EStG). Voraussetzung: Der Empfänger ist genannt – egal ob im In- oder Ausland.


Oi Brazil

schön wäre es.......(oder auch nicht :D )
Nachdem die Firma Thyssen bei ihrem Panzergeschäft, Umsatz 1,2 Mrd. angeblich 300 Mio (DM) als "nützliche Ausgaben" von der Steuer abgesetzt hatte und dann rauskam, dass 200 Mio als Payback in interne schwarze Kassen geflossen waren, wurde auf internationalen Drück die Absetzbarkeit von Schmiergeldern in Deutschland gestrichen und sogar unter Strafe gestellt.
Das war die sogenannte LEX Thyssen. Die Thyssenmanager wurden übrigens nur wegen Steuerhinterziehung bestraft, Schmiergeldzahlungen im Ausland waren ja noch nicht strafbar.
Schau mal auf das Datum von dem Artikel im Fokus.

Gruß
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Brazil53 » Mo 23. Mär 2015, 20:07

Stimmt, das Datum habe ich übersehen.

Ja ja, die gute alte Zeit. :mrgreen:
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Colono » Mo 23. Mär 2015, 21:47

Trem Mineiro hat geschrieben: Schmiergeldzahlungen im Ausland waren ja noch nicht strafbar.

Ich behaupte mal das sind sie immer noch nicht. Denn anders gesehen, wuerden sie in Deutschland dem Bock nicht erlauben gegen sich selbst zu ermitteln. So etwas machen gewoehnlich die Strafverfolgungs-Behoerden. Man wird wahrscheinlich ein paar Bauern opfern, (in den Ruhestand schicken) sich herausreden man hat von allem nichts gwusst und damit hat sichs. Beim Paragraph 130 Owig der das unter "Strafe" stellt, ist im Unterschied zum US Foreign Corrupt Practies Act und seinem GB Pedant keine Haftstrafe fuer Fuehrungspersonal vorgesehen.
Zahlen die deutschen Unternehmen wie gewohnt aus der Portokasse.

Beteiligte sollten sich also nicht damit herausreden die anderen machen das auch.
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Itacare » Mo 23. Mär 2015, 22:29

Colono hat geschrieben:....Beim Paragraph 130 Owig der das unter "Strafe" stellt, ist im Unterschied zum US Foreign Corrupt Practies Act und seinem GB Pedant keine Haftstrafe fuer Fuehrungspersonal vorgesehen.
Zahlen die deutschen Unternehmen wie gewohnt aus der Portokasse.

Beteiligte sollten sich also nicht damit herausreden die anderen machen das auch.


Manche afrikanische Unterhändler, meist Handlanger eines Ministers etc. sagen einem schon bei den ersten Verhandlungen klipp und klar, dass ohne ihre 15 % Provision überhaupt nix läuft. Am besten noch cash im Voraus oder spätestens bei Vertragsunterzeichnung.
Glaubst Du wirklich, Colono, dass USA und GB in diesen Ländern den Schmiergeldzahlern den Vortritt lassen und dort nur Geschäfte ohne solche Zahlungen tätigen?
Das einzige was an den Amis wohl besser ist, ist ihr Geheimdienst, der, will´s der Zufall, immer nur die Sünden anderer aufdeckt.
Wenn Du denkst, die würden sich von der Strafe abschrecken lassen, wieso haben sie dann trotz Todesstrafe eine höhere Mordrate als wir?
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Colono » Di 24. Mär 2015, 14:53

Itacare hat geschrieben:
Glaubst Du wirklich, Colono, dass USA und GB in diesen Ländern den Schmiergeldzahlern den Vortritt lassen und dort nur Geschäfte ohne solche Zahlungen tätigen?

Nein das tue ich ganz sicher nicht. Diese Länder sind bestimmt nicht unschuldig an dieser Export-Praxis. Allerdings wūrde sich Deutschland bei Schmiergeldzahlungen brav hinten anstellen, wäre es in seiner Exportleistung mit Sicherheit nicht Klassenprimus. Eine Disziplin mit recht dubiosen Hintergrund mit all ihren Begehrlichkeiten und Missgunst.

Die Engländer behaupten "Am Ende gewinnen immer die Deutschen. Das mag oftmals zutreffen, aber bei den Weltkriegen tat man sich dann traditionell immer schwer.
Gestern abend im JN wurde uns in Brasilien wieder mal deutlich vorgefūhrt welch ominösen Eindruck Deutschland international hinterläßt. Nach aller Ausfūhrlichkeit der Bilfingergeschäfte und weiteren 70 Millionen am brasilianischen Staatshaushalt vorbei, zeigten sie unsere oberste Handelsreisende in protokollarischer Bulldozermanier zusammen mit einem eher hemdsärmlich wirkenden Griechen. Der sportliche Einsatz bei der letzten Fussball WM ist da schnell aufgebraucht.
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Itacare » Di 24. Mär 2015, 22:17

Ich sehe da keine Export- sondern eine Importpraxis. Die Schmiergelder werden nicht angeboten, sondern verlangt.
Versuch Dich mal im Handel mit Afrikanern oder Arabern, da stellst Du das ganz schnell fest.

Ja, und der hemdsärmelige Grieche wollte Geld für einen Krieg, der seit 70 Jahren vorbei ist. Weil ihr eigenes Pulver immer im Korruptionssumpf versinkt.
Wir sollten mal die Franzosen fragen, wie viel sie uns für die Überfälle durch Napoleon bezahlen. :mrgreen:
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Re: Bezahlte Bilfinger Schmiergelder zur WM?

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 25. Mär 2015, 00:14

Colono hat geschrieben:Die Engländer behaupten "Am Ende gewinnen immer die Deutschen. Das mag oftmals zutreffen, aber bei den Weltkriegen tat man sich dann traditionell immer schwer.


Oi Colono
Das hast du falsch interpretiert. Die Engländer sagen dass über die Deutschen grade nach den jeweils verlorenen Kriegen.
Obwohl verloren hat sich Deutschland in beiden Fällen im Nachhinein wieder am schnellstens berappelt (jetzt mal egal mit welcher Hilfe) während die Engländer und Franzosen (die großen Verbündeten der Amis)noch ewig unter den Kriegsfolgen gelitten haben. Leichter Neid in Great Old England.
Ansonsten wie stellst du dir Wirtschaft vor. Deutschland macht seine Fabriken zu und Exportiert weniger. Wir erhöhen unsere Arbeitslosen
Und die Welt kauft woanders und dadurch schlechter und teurer.
Und das Ganze hat mit Korruption nun wirklich nichts zu tun. Das ist eben Konkurrenzkampf und für den ist das kleine Deutschland sehr gut gerüstet.

Aber du kannst deine etwas anderen Ansichten da unten in deinem Paradies gerne pflegen. Aus dem Geschäft scheinst du schon länger raus zu sein. Ich inzwischen auch, hab aber noch nicht den großen Abstand wie du.
So langsam sehe ich das aber auch ein wenig lockerer. Sollen die ihr Brasilien doch zugrunde richten. In D gibt es da auch Ansätze, aber das System ist so stabil, dass es wohl noch 20 Jahre dauern wird. Und vielleicht kriegt man auch noch die Kurve. In Brasilien glaube ich das nicht, da seh ich ehr die sich abwärts beschleunigende Spirale. (ist aber nur mein persönlicher Eindruck eines außenstehenden. Mit den brasilianischen Verhältnissen musst du zurechtkommen, was dir ja auch gut gelingt.
Ich mit meinen hier.

Gruß
Trem Mineiro

PS: und dass die Brasilianer sich auf den Bilfinger-Fall stürzen kann ich auch verstehen, lenkt hoffentlich ein wenig ab. Aber auch da gilt, irgendeiner muss das Geld ja in Brasilien genommen haben.
Und ehrlich, was die Brasilianer von uns denken...........was soll's, die vergessen ja auch was Mensalao und Lava Jato ist (war)
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