(bfai) Brasilien - Trends zum Jahreswechsel 2005 - Ausblick

Investoren-Tipps für Brasilien

(bfai) Brasilien - Trends zum Jahreswechsel 2005 - Ausblick

Beitragvon thomas » Do 3. Feb 2005, 16:11

Brasilien - Wirtschaftstrends zum Jahreswechsel 2004/05. Ausblick

Identifikationsnummer: MKT20041202094433

Ausblick

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Konjunkturerwartungen

(abs)Sao Paulo (bfai) - Fast unbemerkt im Schatten der asiatischen Länder läuft die brasilianische Wirtschaft auf Hochtouren. Für 2004 sollte ein beachtliches Wachstum von 4,5% erreichbar sein, im darauffolgenden Jahr immerhin noch 3,5%. Brasilien profitiert in vielen Bereichen von der gestiegenen Nachfrage auf den Weltmärkten, sei es bei Nahrungsmitteln, bei Erdöl oder bei Stahl. Die "bfai-Wirtschaftstrends zum Jahreswechsel 2004/ 05" vermitteln aktuelle Wirtschafts- und Branchenprognosen (Brasilien: Bestell-Nr. 10492, Preis 15,- Euro).

(abs)

Die brasilianische Wirtschaft hat im Verlauf des Jahres 2004 die Wende geschafft. Nachdem 2003 noch eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichnet werden musste, deuten nun alle Indikatoren auf ein deutliches Wachstum hin. Die Schätzungen bewegen sich zwischen 4,0 und 4,5%, einige Optimisten rechnen sogar mit einem Wirtschaftswachstum von 5% für 2004. Auch im Folgejahr soll sich der positive Trend fortsetzen, allerdings in leicht abgeschwächter Form. Besonders hervorzuheben ist, dass die BIP-Steigerung nicht ausschließlich auf den florierenden Exporten basiert. Mittlerweile hat auch der Inlandsmarkt wieder Fahrt aufgenommen und selbst die in den vergangenen Jahren z.T. rückläufigen Importe ziehen mit zweistelligen Raten an.

Infrastruktur bleibt problematisch

Allerdings trüben einige Wolken den Konjunkturhorizont. So dürfte z.B. das Wachstum der brasilianischen Landwirtschaft, die zu rd. einem Drittel des Bruttosozialproduktes in Brasilien beiträgt, 2004 an Schwung verlieren. In den vergangenen zwei Jahren hatte insbesondere das hervorragende Abschneiden dieses Sektors eine Wirtschaftskrise größeren Ausmaßes verhindert. Die zweite wichtige Stütze, der Export, könnte 2005 ebenfalls Federn lassen. Einige Prognosen besagen bereits einen Rückgang der Ausfuhren, nachdem diese 2004 noch um knapp 30% zulegten.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben den rückläufigen Notierungen für wichtige Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse dürften sich im kommenden Jahr vor allem die Mängel in der brasilianischen Infrastruktur deutlicher bemerkbar machen. Bereits heute platzen Straßen, Häfen und Eisenbahnverbindungen aus allen Nähten. Die Regierung hat nicht das nötige Kleingeld, um die Lücken zu stopfen und der Privatsektor hält sich bei langfristigen Investitionen noch zurück. Das von allen Seiten geforderte PPP-(Privat-Public-Partnership-)Programm des Bundes lässt ebenfalls seit gut einem Jahr auf sich warten. Lula und seine Mannschaft haben im 1. Halbjahr 2004 ein wichtiges Zeitfenster für die Verabschiedung dieses richtungsweisenden Projekts verpasst. Bereits heute bezweifeln zahlreiche Beobachter, ob die Investitionen selbst bei zügiger Implementierung des Vorhabens nicht schon zu spät kommen. Zwar scheint Brasilien im Moment keine Gefahr zu laufen, wieder in eine Rezession zu schlittern. Die Voraussetzungen für ein ähnlich dynamisches Wirtschaftswachstum über einen längeren Zeitraum hinweg wie z.B. in der VR China sind jedoch noch nicht gegeben.

Wirtschaftliche Entwicklung und Prognosen

Indikator 1) | 2002 | 2003 | 2004 2) | 2005 2)
Bruttoinlandsprodukt 3) | 1,5 | -0,2 | 4,5 | 3,5
Bruttoinvestitionen 3) 4) | -1,4 | -6,6 | 6,2 | 7,2
Verbrauch 3) 4) | 0,4 | -2,3 | 3,0 | 3,7
Industrieproduktion 3) | 1,5 | -1,0 | 5,9 | 4,8
Ausfuhr 5) | 3,6 | 21,0 | 26,9 | 7,9
Einfuhr 5) | -14,9 | 2,3 | 25,8 | 11,3
Verbraucherpreise 6) | 12,5 | 8,9 | 7,2 | 5,9
Durchschnittslöhne 7) | 1,0 | -11,4 | 9,1 | k.A.
Beschäftigungsvolumen 8) | 3,0 | 2,1 | 3,1 | k.A.
1) Änderungen gegenüber dem Vorjahr in %, wenn nicht anders angegeben; 2) Mittelwerte offizieller Prognosen und Schätzungen privater Institutionen; 3) real; 4) privat und staatlich; 5) Warenhandel auf Basis laufender US-Dollar zu FOB-Preisen; 6) IPCA; 7) IBGE-Indikator; für 2004 bis August; 8) Beschäftigungsindex für industriellen Sektor (IBGE), August 2004

Quellen: Fundacao Instituto Brasileiro de Geografia e Estatistica IBGE, Banco Central do Brasil , "IPEA Boletim Conjuntural", Ministerio do Trabalho; Prognosen: Dresdner Bank Lateinamerika (DBLA), Instituto de Pesquisas Economicas Aplicadas (IPEA), Sociedade Brasileira de Estudos de Empresas Transnacionais e da Globalizacao da Economia (Sobeet), Citibank, bfai

1) offizielle Zahlenangaben oder Mittelwerte privater und offizieller Schätzungen für 2004, wenn nicht anders vermerkt; 2) offizielle Arbeitslosenquote, September 2004; 3) gesamte externe Verschuldung; 4) Werte für 2003

Quellen: Banco Central do Brasil, IBGE, MICT/SECEX, Sobeet, Fipe, Citibank, DBLA, bfai Sao Paulo

Großprojekte: Autobahnring und Metro-Ausbau in Sao Paulo, Investitionen im Bereich Erdöl und -gas, Transportinfrastruktur (Eisenbahn, Straßen, Häfen)

Wachstumsbranchen: Erdöl und -gas, Landwirtschaft, Stahl, Papier und Cellulose, Mobilfunk, Erneuerbare Energien, Biotechnologie

Wechselkurs: 1 US$ = 2,90 R$ (Ptax - Taxa Media do Banco Central)

Jahresdurchschnittskurse (zum US$): 2001: 2,33 R$; 2002: 2,90 R$; 2003: 3,08 R$

Wachstumsbranchen

Im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung in Brasilien zeichnet sich ein Aufschwung in zahlreichen Branchen ab. Einige Sektoren wiesen jedoch bereits in der Vergangenheit trotz der eher durchwachsenen Konjunktur eine positive Entwicklung auf. Auch in Zukunft dürften diese Bereiche hervorragende Geschäftschancen bieten.

Binnennachfrage nach Stahl zieht an

So erhöht z.B. der brasilianische Binnenmarkt seine Nachfrage nach Stahl mit zunehmender Schlagzahl. Alleine im September 2004 stieg der lokale Absatz um 33% im Vergleich zum selben Vorjahresmonat auf den Rekordwert von 1,6 Mio. t. In den ersten drei Quartalen 2004 lag der Anstieg immer noch bei 19%. Der Fachverband IBS (Instituto Brasileiro de Siderurgia) sieht in diesen Zahlen den Beweis dafür, dass es sich nicht nur um eine kurzfristige zyklische Erholung, sondern vielmehr um einen nachhaltigen Aufschwung handelt. Für das Gesamtjahr rechnet IBS mit einem Zuwachs der Binnenverkäufe von 14,3%. Der Verband erwartet bis 2008 Investitionen in Höhe von 7,4 Mrd. US$ im brasilianischen Stahlsektor, wodurch die Produktionskapazität um 30% auf 45 Mio. t Rohstahl pro Jahr ausgedehnt werden soll. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein großes Investitionsprojekt in diesem Bereich verkündet wird. So planen z.B. der Bundesstaat Maranhao und das Unternehmen Companhia Vale do Rio Doce (CVRD) die Errichtung des größten Zentrums für Stahlproduktion in Brasilien. Ab 2010 ist die Herstellung von 24 Mio. t Stahl pro Jahr vorgesehen, was einer Steigerung der derzeitigen Menge um 70% entspricht.

Generika weiter stark gefragt

Der Verkauf von Generika erreichte im August 2004 einen neuen Rekordwert. Die Pharmaunternehmen konnten 11,2 Mio. Einheiten davon absetzen, was einem Anstieg um 41,2% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat entsprach. Nach Angaben des Instituts IMS Health legte der Umsatz mit 48,0% sogar noch deutlicher auf 39,7 Mio. US$ zu. Der Marktanteil von Generika am gesamten pharmazeutischen Sektor Brasiliens erreichte somit 9,7% (August 2003: 7,9%). Der Boom in diesem Segment lässt sich auf die deutlich niedrigeren Preise sowie auf das zunehmende Vertrauen der Konsumenten und Ärzte in diese Medikamente zurückführen. Aber auch die allgemeine Erholung der Arzneimittelabsätze in Brasilien liefert wichtige Impulse. In den ersten acht Monaten 2004 erreichten die Verkäufe von Generika in Brasilien 80,2 Mio. Einheiten bzw. 280,8 Mio. US$, was einer Zunahme von 35% bzw. 49% entspricht. Nach Einschätzung von IMS Health wird der Marktanteil von Generika 2007 bei 30% liegen, wobei diese Prognose angesichts der jüngsten Entwicklung noch eher als konservativ gilt.

Bahnbetreiber verdoppeln Investitionen

Der Ausbau der brasilianischen Eisenbahn scheint ebenfalls langsam ins Rollen zu kommen. Bis 2008 sollen nach Angaben des Verbandes Associacao Nacional dos Transportadores Ferroviarios (ANTF) 7 Mrd. R$ in diesen Bereich fließen. Allein 2004 investieren die Unternehmen insgesamt 2 Mrd. R$ in das 28.000 km umfassende Schienennetz. Nach Einschätzung von Branchenkennern ist die relativ hohe Summe auf die positive konjunkturelle Lage wie auch auf die deutlich verbesserte finanzielle Situation der Betreiber zurückzuführen. Im 1. Halbjahr 2004 investierten die elf in Brasilen tätigen Konzessionäre 813 Mio. R$, was bereits 76% der Engagements im Vorjahr in Höhe von 1,1 Mrd. R$ entsprach. Der damals erzielte Durchschnittswert von rd. 10.000 US$ pro Streckenkilometer ist im internationalen Vergleich allerdings noch immer sehr niedrig. In den USA werden beispielsweise 30.000 US$ pro Kilometer investiert.

Biotechnologie bietet Geschäftschancen

Der Markt für Biotechnologie wächst in Brasilien mit jährlichen Steigerungsraten im zweistelligen Bereich, das Umsatzvolumen der Branche belief sich 2003 auf deutlich über 3 Mrd. US$. Mit dem Wirtschaftsaufschwung dürfte der Sektor weiter an Fahrt gewinnen. Die Exporte und Importe im Bereich Biotechnologie erreichten 2003 rd. 1 Mrd. US$, wobei die Einfuhren in den vergangenen Jahren zumeist um jährlich rd. 15% zunahmen. Die Importe werden voraussichtlich mehr und mehr durch die lokale Produktion ersetzt, dennoch dürften sich die jährlichen Zuwachsraten künftig bei knapp 10% einpendeln. Ein Teilbereich, der sich besonders positiv entwickelt, ist die Erzeugung von Ethanoltreibstoff. Brasilien verfügt über Produktionskapazitäten von jährlich 14,5 Mrd. l Alkohol auf Basis von Zuckerrohr. Die hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland nach Alternativen zu Benzin treibt die Investitionstätigkeit in diesem Bereich an. Auch der Siegeszug der "Bicombustivel- Fahrzeuge" in Brasilien, die Benzin und Ethanol in einer beliebigen Mischung als Treibstoff zulassen, wird künftig die Nachfrage nach diesem Energieträger in die Höhe treiben.

Investitionen und Investitionsklima

Die Investitionsquote der brasilianischen Wirtschaft erreichte im 1. Halbjahr 2004 knapp 19% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit den höchsten Wert seit 2001. Das reale Wachstum der produktiven Engagements belief sich somit auf 6,8%. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 2004 knapp 155 Mrd. R$ investiert. Als besonders erfreulich werden die Zahlen aus dem Bausektor eingestuft, dessen Nachfrage bis zum 3. Quartal 2004 um 5,8% gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres zulegen konnte. Die Bauindustrie Brasiliens zog 65 % aller Investitionen im Land auf sich, durchschritt jedoch in den vergangenen Jahren eine lang anhaltende Durststrecke.

Fusionen und Akquisitionen nehmen zu

Die meisten Beobachter gehen trotz der positiven jüngeren Entwicklung davon aus, dass für ein nachhaltiges hohes Wirtschaftswachstum ein Verhältnis der Investitionen zum Bruttoinlandsprodukt von deutlich über 20% erzielt werden müsse. Das derzeitige Niveau der Investitionstätigkeit sei dafür jedoch noch nicht ausreichend. Von der anziehenden Konjunktur profitieren auf der anderen Seite auch die Fusionen und Akquisitionen in Brasilien. Nach Erhebungen der Unternehmensberatung KPMG soll sich deren Gesamtzahl bis Jahresende auf 275 erhöhen, was einer Steigerung um 20% gegenüber 2003 entspräche. Alleine im 3. Quartal 2004 lag die Zahl mit 76 Transaktionen um 25% über derselben Vorjahresperiode. Am aktivsten zeigte sich dabei der Sektor Nahrungsmittel mit 14 Operationen, gefolgt von der Marketingbranche (acht) sowie Telekommunikation und Informationstechnologie (jeweils sechs).

Staatsfinanzen, Verschuldung

Der Primärüberschuss im brasilianischen Staatshaushalt - Bund, Bundesstaaten und Gemeinden eingeschlossen - erreichte im August 2004 mit 10,9 Mrd. R$ das beste Ergebnis für diesen Monat seit dem Beginn der Erhebungen 1991. Über den gesamten Jahresverlauf betrachtet stieg der Überschuss vor Zahlung der Schuldzinsen auf 63,7 Mrd. R$ bzw. 5,8% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit liegt der Wert deutlich über den IWF-Vorgaben in Höhe von 4,25% bzw. 56,9 Mio. R$. Das Verhältnis zwischen öffentlicher Verschuldung und BIP liegt nun bei 54,1%. Trotz der positiven Entwicklung ist Brasilien nach Einschätzung von Beobachtern weiterhin anfällig für externe Einflüsse der internationalen Finanzmärkte.

Steuerlast nimmt zu

Die Steuer- und Abgabenlast in Brasilien erreichte im 1. Halbjahr 2004 ca. 38,1% des Bruttoinlandsprodukts. Nach Angaben des Instituts IBPT ist die hohe Summe u.a. auf die Erhöhung der Beiträge zur Sozialversicherung (INSS) zurückzuführen. Die gestiegenen Beiträge wirken sich wiederum negativ auf das Nettoeinkommen und somit den Konsum der brasilianischen Bevölkerung aus. Die Steuerlast ist mittlerweile um ca. 14% gegenüber dem 1. Halbjahr 2003 angestiegen. Jeder Brasilianer zahlte damit durchschnittlich 206,9 R$ mehr an die Staatskasse als noch ein Jahr zuvor. Das Institut befürchtet, dass sich der Betrag bis Ende 2004 noch einmal um 2% erhöht.

Löhne, Arbeitsmarkt

Alle Zeichen deuten auf eine Erholung des brasilianischen Arbeitsmarktes hin. Die Beschäftigung im Industriesektor erreichte im August 2004 mit einer Steigerung von 3,1% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat den besten Wert seit Beginn der Erhebung durch das Statistikinstitut IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatistica). Auch die Entwicklung über das gesamte Jahr hinweg soll dem Industrieverband CNI zufolge die beste seit Einführung des Plano Real sein. Ähnlich positiv ist die Stimmung in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo, die in Brasilien noch immer eine Vorreiterrolle inne hat und in den vergangenen Jahren mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu kämpfen hatte. Der Industrieverband FIESP (Federacao das Industrias do Estado de Sao Paulo) sieht für 2004 einen Beschäftigungsanstieg von 4% bzw. 65.000 Stellen im Vergleich zu 2003 voraus. Dies fällt umso stärker ins Gewicht, als in den vergangenen zehn Jahren in Sao Paulo nur einmal ein positives Resultat erzielt werden konnte.

Arbeitslosigkeit sinkt, Einkommen steigt

Im ganzen Land sank die Arbeitslosenrate im September 2004 auf 10,9%, was einem deutlichen Rückgang gegenüber demselben Vorjahresmonat (12,9%) und auch gegenüber dem Vormonat (11,4%) entspricht. Auch das Durchschnittseinkommen zieht wieder an, im Vergleich zu September 2003 erhöhte sich dieser Indikator um 3,2%. Die Prognosen gehen von einer weiteren Erhöhung der Beschäftigung in naher Zukunft aus, wobei die anziehende Konjunktur als Hauptgrund genannt wird. Allerdings muss in Brasilien bei der Analyse der Zahlen beachtet werden, dass noch immer ein hoher Prozentsatz der Arbeitnehmer im informellen Sektor tätig ist.

Preisentwicklung, Währung

Die Inflationsrate Brasiliens wird 2004 im Vergleich zum Vorjahr sinken, wenn auch in geringerem Maße als zu Jahresbeginn prognostiziert. Die Schätzungen der Finanzinstitute besagen, dass der für die Inflationsmessung maßgebliche Index IPCA (Indice de Precos ao Consumidor Amplo) Ende 2004 bei 7,2% liegt. Die ursprünglichen Vorhersagen im Januar 2004 gingen nur von einer Rate um die 5% aus. Insgesamt ist es der Regierung jedoch gelungen, die 2002 wieder in den zweistelligen Bereich vorgedrungene Preissteigerung zu bändigen, bereits 2003 entfaltete die strikte Fiskalpolitik der Regierung Lula mit einem IPCA-Wert von 9,3% ihre Wirkung. Im Jahr 2005 soll sich die Tendenz mit einem weiteren Absinken auf 5,9% fortsetzen. Die Zentralbank unterstützte diesen Kurs im Oktober 2004 mit einer in dieser Höhe unerwarteten Anhebung des Leitzinssatzes Selic um 0,5 Prozentpunkte auf 16,75%.

Real zuletzt wieder schwächer

Wie bei der Inflation zeigte die Finanzpolitik der brasilianischen Regierung auch bei der Währung positive Resultate. Der Real liegt seit der zweiten Jahreshälfte 2003 relativ stabil zum US-Dollar bei einem Verhältnis von ca. 2,9 R$/US$. Nur Ende April 2004 schlug der Wechselkurs im Zuge der Erwartungen einer Zinserhöhung in den USA nach oben aus und überschritt dabei wieder die drei vor dem Komma. In der Folgezeit beruhigte sich die Situation jedoch und der Real erreichte wieder eine Zwei vor dem Komma. Die weitere Entwicklung dürfte vorerst stabil bleiben, zumal durch die hohen Handels- und mittlerweile auch Leistungsbilanzüberschüsse kein Druck von dieser Seite zu erwarten ist. Allerdings haben die Ausschläge im Frühjahr gezeigt, dass die brasilianische Wirtschaft noch sehr sensibel auf Bewegungen der internationalen Finanzmärkte reagiert.

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