Bier (dosen) größen und Bierpreise

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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon Gunni » So 26. Mai 2013, 16:29

...hier ein bischen was zum nachdenken !

In Brasilien sind Konservierungsmittel, Farbstoffe, Schaumstabilisatoren, Antioxidantien und der Austausch der Rohstoffe durch billigere Varianten wie Reis und Mais üblich. - Damit das ganze nicht auch noch "rausgeschmeckt" wird, suggeriert man dem Kunden, das Bier nur "beeem gelado" zu trinken.

Erst letzte Woche habe ich mal einige Supermärkte in Alagoas abgeklappert, um herauszufinden, welches Bier ich wo für wieviel Geld kaufen kann und ich fand eigentlich keine 0,33l Dose unter 1,39R$ - die Regel war eher bei 1,59 bis 2,09 R$ !! Flaschenbiere etc. waren deutlich teurer.

Wenn ich nun den Literpreis bei 1,39R$ in Euro ermittle, so komme ich derzeit auf einen durchschnittlichen bras. Bierpreis von etwa 1,58 bis 2,26 Euro / Liter - vergleiche ich dies nun mit den Bierpreisen der Supermärkte in Deutschland (damit meine ich kein Öttinger, sondern hochpreisige Biere), so zahle ich heute in Brasilien schon 10 - 30% mehr für den Liter.

Berücksichtige ich noch die Tatsache, daß der billigere Rohstoff Reis bzw. Mais verwendet wird, teilweise nicht einmal gemalzt (was zwar für die Stärke im Bier gut ist, aber nicht für die Aromen sorgt) und dazu nur 28% der Lohn/Gehaltskosten wie in einer deutschen Brauerei, so muß sich doch ein Brauer in Brasilien dumm und dämlich verdienen, oder ??

....gedankenverloren wollte ich meine Dosen an der Kasse (Caixa Rapida) bezahlen und da hab' ich mir doch glatt noch eine Tüte Erdnussflipps in das Körbchen gelegt..... nach 30min warten (will echt nicht wissen, was die in dem Markt dann unter "Caixa Comun" verstehen) hab ich vor lauter Langeweile das kleingedruckte auf der Tüte gelesen "Hergestellt durch gentechnisch veränderten Mais" ..... oh jeh, gleich wieder zurückgelegt..... damit könnten ja die Kosten für die Bierherstellung noch weiter gesenkt werden.....

Na denn "Saude" !
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon frankieb66 » So 26. Mai 2013, 16:50

Gunni hat geschrieben:...hier ein bischen was zum nachdenken !

schöner Bericht, aber wo ist jetzt dein Problem?
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon BrasilJaneiro » So 26. Mai 2013, 17:56

Gunni hat geschrieben:...hier ein bischen was zum nachdenken !

In Brasilien sind Konservierungsmittel, Farbstoffe, Schaumstabilisatoren, Antioxidantien und der Austausch der Rohstoffe durch billigere Varianten wie Reis und Mais üblich. - Damit das ganze nicht auch noch "rausgeschmeckt" wird, suggeriert man dem Kunden, das Bier nur "beeem gelado" zu trinken.

Erst letzte Woche habe ich mal einige Supermärkte in Alagoas abgeklappert, um herauszufinden, welches Bier ich wo für wieviel Geld kaufen kann und ich fand eigentlich keine 0,33l Dose unter 1,39R$ - die Regel war eher bei 1,59 bis 2,09 R$ !! Flaschenbiere etc. waren deutlich teurer.

Wenn ich nun den Literpreis bei 1,39R$ in Euro ermittle, so komme ich derzeit auf einen durchschnittlichen bras. Bierpreis von etwa 1,58 bis 2,26 Euro / Liter - vergleiche ich dies nun mit den Bierpreisen der Supermärkte in Deutschland (damit meine ich kein Öttinger, sondern hochpreisige Biere), so zahle ich heute in Brasilien schon 10 - 30% mehr für den Liter.

Berücksichtige ich noch die Tatsache, daß der billigere Rohstoff Reis bzw. Mais verwendet wird, teilweise nicht einmal gemalzt (was zwar für die Stärke im Bier gut ist, aber nicht für die Aromen sorgt) und dazu nur 28% der Lohn/Gehaltskosten wie in einer deutschen Brauerei, so muß sich doch ein Brauer in Brasilien dumm und dämlich verdienen, oder ??

....gedankenverloren wollte ich meine Dosen an der Kasse (Caixa Rapida) bezahlen und da hab' ich mir doch glatt noch eine Tüte Erdnussflipps in das Körbchen gelegt..... nach 30min warten (will echt nicht wissen, was die in dem Markt dann unter "Caixa Comun" verstehen) hab ich vor lauter Langeweile das kleingedruckte auf der Tüte gelesen "Hergestellt durch gentechnisch veränderten Mais" ..... oh jeh, gleich wieder zurückgelegt..... damit könnten ja die Kosten für die Bierherstellung noch weiter gesenkt werden.....

Na denn "Saude" !


Ich hab Zeiten erlebt, da gab es kurz vor den Ferien kein Bier zu kaufen und dann ab Weihnachten bis Februar fast 3 DM für die Flasche. Da ist es heute doch besser. Auch wenn teuer. Aber es gibt Bier. Damals teilten sich Antarctica, Brahma und Kaiser den Markt auf. Über Geschmack lässt sich streiten. Jedenfalls ist das brasilianische Bier mit einem Kirmesbier zu vergleichen. Es löscht den Durst.
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon Trem Mineiro » So 26. Mai 2013, 19:39

frankieb66 hat geschrieben:schöner Bericht, aber wo ist jetzt dein Problem?


Oi Gunni,
danke für deinen Bericht, regt einen Wirklich zum Nachdenken an. Dank Bierqualität, hohem Preis und Lei Seca hat das Nachdenken bei mir dazu geführt, dass ich mich inzwischen Fruchtsäften zugewandt habe. Sind auch nicht billig, aber gesund. Und ab und zu ein Caipi ist besser als diese Plürre

Das mit dem Kirmesbier ist gut, bin ich richtig durstig, greif ich mir auch das nächstbeste Bier und lösche.

@Frankie: was soll dein Kommentar, als aktiver User solltest du doch Postings begrüßen, so wie ich deine Bemerkung verstehe willst du damit ausdrücken, dass man den Post von Gunni auch hätte weglassen können, unsinning, unnötig (andere Meinung als....wer?) Willste hier alles alleine schreiben?

Gruß
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Zuletzt geändert von Trem Mineiro am So 26. Mai 2013, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon frankieb66 » So 26. Mai 2013, 19:42

Trem Mineiro hat geschrieben:@Frankie: was soll dein Kommentar, als Moderator solltest du doch Postings begrüßen,

Du irrst Manfredo, ich bin hier kein Moderator.
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon Gunni » So 26. Mai 2013, 23:06

@ frankieb66

Ganz einfach - ich hab ein Verständnis-"Problem" und will auch ein bischen zum nachdenken anregen, denn wie kann der Bierpreis in Brasilien so hoch sein, wenn "geringerwertige" Zutaten verwendet werden und die Herstellungskosten theoretisch auch niedriger sind ? - - Am Hopfenimport und der leicht erhöhten Alkoholsteuer allein kann es wohl sicher nicht liegen.

@ Trem Mineiro

...das mit dem Saft kam mir auch schon in den Sinn, aber da hat mich ebenfalls der Schlag getroffen beim lesen des Kleingedruckten - hergestellt auf Sojabasis (!) mit Pfirsich- / Ananas- oder Sonstwas-Geschmack.... einen naturbelassenen echten Fruchtsaft findet man auch immer schwerer....
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon Trem Mineiro » So 26. Mai 2013, 23:52

frankieb66 hat geschrieben:[Du irrst Manfredo, ich bin hier kein Moderator.


Aber trotzdem schnell....ich hatte meinen Beitrag beeits nach 3 Minuten korrigiert.........sinnvollerweise hättest du deine Antwort dann auch anpassen können.
Moderator bist du nur drüben, ändert aber nichts daran, dass es sinnlos ist, bei Beiträgen abzuklopfen, ob uns der TE was sagen will oder ob wir, wie in diesem Fall, selber denken sollen. User schreiben ja auch für andere.


@Gunni,
wobei die Säfte auf Soja-Basis nicht die schlechtestens sind, wenn halt noch ein bisschen Frucht dabei ist. Das ist dann letztendlich nur eine Preisefrage. Und in den Kneipen bei uns bekommt man noch echte Fruchtsäfte, dazu haben wir auch Saft-Läden.

Und ab und zu ein eiskaltes Bier bringt einen ja auch nicht um.

Gruß
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon Gordinho » Mo 27. Mai 2013, 13:51

Gunni hat geschrieben:wie kann der Bierpreis in Brasilien so hoch sein, wenn "geringerwertige" Zutaten verwendet werden und die Herstellungskosten theoretisch auch niedriger sind ? - - Am Hopfenimport und der leicht erhöhten Alkoholsteuer allein kann es wohl sicher nicht liegen.


Es liegt daran, dass der Anbieter am Markt diesen Preis erzielen kann. Natürlich könnte er es nicht, wenn er (ABInBew) nicht über 70 Prozent Anteil am Markt hätte und damit natürlicher Kartellführer von 95 Prozent wäre. Dumm ist es aber, denn bei einem angemessenen Bierpreis liessen sich höhere Gewinne erzielen als jetzt.
Ich habe auch schon mit allerlei experimentiert, aber befriedigend ist die Situation nicht. Trinkbarer Wein ist zu teuer, Fruchtäfte herstellen mühsam, im Laden Phantasiepreise, Cachaca aus Minas kann man auch nicht jeden Tag trinken.... Also immer wieder mal was anderes, jetzt gerade Tomatensaft mit Vodka. Da kann man den billigen nehmen, bei minus 5 Grad im Mix gibts keine Unterschiede mehr. Was ich nie anrühren werde ist Pitú, da riecht die Wohnung nach Tankstelle und das mag ich nicht.
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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon BrasilJaneiro » Mo 27. Mai 2013, 19:26

Gordinho hat geschrieben:
Gunni hat geschrieben:wie kann der Bierpreis in Brasilien so hoch sein, wenn "geringerwertige" Zutaten verwendet werden und die Herstellungskosten theoretisch auch niedriger sind ? - - Am Hopfenimport und der leicht erhöhten Alkoholsteuer allein kann es wohl sicher nicht liegen.


Es liegt daran, dass der Anbieter am Markt diesen Preis erzielen kann. Natürlich könnte er es nicht, wenn er (ABInBew) nicht über 70 Prozent Anteil am Markt hätte und damit natürlicher Kartellführer von 95 Prozent wäre. Dumm ist es aber, denn bei einem angemessenen Bierpreis liessen sich höhere Gewinne erzielen als jetzt.
Ich habe auch schon mit allerlei experimentiert, aber befriedigend ist die Situation nicht. Trinkbarer Wein ist zu teuer, Fruchtäfte herstellen mühsam, im Laden Phantasiepreise, Cachaca aus Minas kann man auch nicht jeden Tag trinken.... Also immer wieder mal was anderes, jetzt gerade Tomatensaft mit Vodka. Da kann man den billigen nehmen, bei minus 5 Grad im Mix gibts keine Unterschiede mehr. Was ich nie anrühren werde ist Pitú, da riecht die Wohnung nach Tankstelle und das mag ich nicht.


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Re: Bier (dosen) größen und Bierpreise

Beitragvon amazonasklaus » Mo 27. Mai 2013, 19:42

Gordinho hat geschrieben:Fruchtäfte herstellen mühsam

Mit der gefrorenen Polpa aus dem Supermarkt ist das eigentlich kein großer Akt: Polpa und Wasser in den Mixer geben, mixen, Zucker oder Süßstoff je nach Geschmack zugeben. Das war's.
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