Bootsschein in BR notwendig ?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Bootsschein in BR notwendig ?

Beitragvon patecuco » Mo 9. Apr 2007, 21:46

Frage an alle Seeleute hier:

Braucht man in BR einen Bootsschein, also wie in unserem überaus gut bürokratisierten Deutschland ?

Oder ist das in BR nicht Vorschrift, evtl. Vorschrift aber niemand kontrolliert es (jeitinho)??

Gibt es eine Grenze (PS) ab der ein Bootsschein notwendig wird ?

Wie handhaben das die Hafenmeister ?

Wer hat in BR ein Boot und kennt sich aus ?

Will eigentlich nur ein kleines Boot mit Motor/Segel zum sportfischen...

also Glückauf, äh Wasser marsch natürlich oder so.....
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Beitragvon didi » Mo 9. Apr 2007, 23:29

hallo,
hab zwar "noch" kein boot, will mir aber noch eins anschaffen. hab mich
aber schon ein wenig schlau gemacht.
brasilien ist gross daher kann ich nur sagen wie es bei uns in der region
gehandhabt wird.
sportbootfuehrerschein wird benoetigt fuer alle motorgetrieben
wasserfahrzeuge. wird hier auch kontrolliert, sofern du von einem
regulaeren bootshafen startest. den fuehrerschein erhaelt man von der zustaendigen capitania nach einem entspechendem test. soll nicht so
schwer und auch nicht allzu teuer sein.

aber was anderes noch zum angeln, bei uns hier ist die ibama sehr
hinterher das die regeln eingehalten werden, d.h. fangmengen, geschirr
usw.
so darfst du zb. eine rolle nur zum anlanden, nicht aber zum blinkern benuetzen, das auch nur vom boot aus. eine rolle vom ufer aus darf nicht
benutzt werden.
spinnerige regeln, aber ich hab gehoert von brasilianschen bekannten,
deren geschirr konfisziert wurde.

gruss didi
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Beitragvon patecuco » Di 10. Apr 2007, 13:10

Oi Didi,

dass man nicht mit der Angel vom Strand aus fischen darf ist mir neu, d.h. eigentlich glaube ich das nicht, ist ja als Sportfischerei mit Schein erlaubt. Ohne Schein darf man auch angeln, aber nur ohne molinete, d.h. mit Bambusstecken und Leine.

Ein Freund hat mir ein Treibnetz geschenkt, damit gehe ich üblicherweise am Strand fischen, manchmal fängt man was, manchmal nichts. Bin auch schon mit rede de arrasta und auch schon im maré mit Netz vom Boot aus fischen gewesen. Das ist mir als Hobbyfischer zwar nicht erlaubt, doch als Berufsfischer ist es wieder ok. Doch über so Kleinigkeiten schaue ich in BR gern hinweg.

Man braucht zwar einen Schein von der Ibama, den hat aber niemand. Dieser Nachbar hat mir einmal seinen abgelaufenen Schein gezeigt, da stand was drin, man müsse bestimmte Regeln einhalten, wie Fangmenge etc. (10 kg + 1 Fisch) das hab ich nie erreicht, und die Beantragung geht auch einfach, nur Geld einzahlen, der Schein wird per Post zugeschickt, gilt für 1 Jahr und kostete damals 30 R$. Gleichzeitig stand drauf, daß man zum Angeln gar keinen Schein braucht, solange man nicht Berufsfischer ist (evtl. ohne molinete).

Also in BR gilt natürlich an jeder Straßenecke ein anderes Gesetz, aber dass Angeln mit vara verboten sei habe ich noch nie gehört. Eher das Fischen mit ganz engmaschigen Netzen, spaßhalber sagte ein Schwager, mit diesem Netz fängt man sogar Moskitos....

Dass das tarrafa für den amador de pesca verboten ist, ist auch ein Quatsch, denn damit fängt man wirklich nur sehr wenig, außerdem ist es gar nicht so einfach, hab ich letzten Winter ausprobiert, ist aber recht anstrengend immer 3-4kg Blei zu werfen. Mit Sondergenehmigung ist es dann wieder erlaubt....was'n Quatsch.

Wir haben dann eines nachts, bei Vollmond mit diesem rede de arrasta einige Kilo Fisch rausgeholt, natürlich auch jede Menge kleine Fische, und natürlich fuhren wir mit dem Auto am Strand endlang, doch machen das so wenige und so selten, daß es niemand stört. Daß es dort jemanden von der Ibama gibt fällt gar nicht auf, die engagieren manchmal Fischer um die Legestellen der Tartarugas zu markieren, das ist alles.

Da ich aber gerne vom Boot aus fischen will, überlege ich mir ein kleines Boot mit Außenborder zuzulegen. Ein anderer Verwandter züchtet Austern, da er nicht genug Geld für die Investition in Fischzucht hat, recht gute Erfolgsaussichten, doch reich wird er davon nicht.

Wenn man sich anschaut, was die Norweger mit treibenden Netzen als Fischzucht machen, ist der Vergleich zu Brasilien geradezu lächerlich. Vielleicht kommt ja mal ein Multi auf diese Idee, doch bisher ist es eher eine Kleinstindustrie.


Schau mal hier bei Ibama:

http://www.ibama.gov.br/pndpa/index.php?id_menu=60

und hier steht unter PUnkt 18, dass vara com mulinete für pescador amador erlaubt ist :

http://www.ibama.gov.br/pndpa/index.php?id_menu=109

Falls Du älter als 65 bist, brauchste auch keine Lizenz mehr, doch solange will ich nicht warten. :wink:
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Beitragvon didi » Di 10. Apr 2007, 15:07

hallo
@patecuco,
das mit der rolle vom ufer aus bezog sich ja auf reine hobbyangelei, dh.
ohne jegliche scheine, da ist dann halt nur bambusstange mit einem
stueck leine rangetuetert erlaubt.

gruss didi
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Re: Bootsschein in BR notwendig ?

Beitragvon Roro » Mi 11. Apr 2007, 00:57

Es gibt 3 verschiedene Führerscheine
Arrais Amador - wird benötigt selbst für Jetskis und auf Seen und beinhaltet hauptsächlich eine theoretische Muliple Choice Prüfung. Der nächste für Küstenschiffahrt ist der Mestre Amador und man muss auch eine praktische Prüfung mit einem Motorboot, meist Aussenborder ablegen. Danach kommt der Capitão für internationalen Schiffsverkehr.
Die Hafenmeister interessieren sich im Raum São Paulo, Rio dafür denn wenn Du ein Boot in einer Marina liegen hast muss die Kopie des Führerscheins und der Bootpapiere sowie der Seguro obrigatorio vorliegen und wird in regelmässigen Abständen kontrolliert. Vor ein paar Wochen gabs sogar in Parati eine Grossrazia wo auch die Sicherheitseinrichtungen im Boot kontrolliert wurden wenn alles in Ordnung war gabs dann auch einen Aufkleber, wie TÜV. Finde ich gut es gibt zuviele schwarze Schafe die mit Escunas Touristen rumkuttern aber keine Ahnung haben was zu tun ist falls mal ein Notfall oder ein Wetterwechsel oder sonstiges passiert. Es wurden einige Schiffe an die Kette gelegt die keine Schwimmwesten dabei hatten oder der sogenannte Kapitän keinen "Führerschein" hatte. Habe dasselbe auch bei meinen Reisen in Brasilien erfahren. Es wird einfach mehr kontrolliert.
Keine Angst die Prüfung ist sehr einfach für den Arrais Amador und es gibt viele Stellen wo die Prüfung abgelegt werden kann.
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Beitragvon patecuco » Mi 11. Apr 2007, 08:32

Oi Roro

genau diese Info suchte ich. Jetzt hab ich mit diesen Begriffen mal gegoogelt und folgende Info gefunden:

................

Classificação dos navegantes amadores:

Capitão Amador: Apto a conduzir embarcações entre portos nacionais e estrangeiros.

Mestre Amador: Apto para conduzir embarcações entre portos nacionais e estrangeiros, desde que dentro dos limites da navegação costeira.

Arrais Amador: Apto para conduzir embarcações de esporte e recreio em águas interiores, geralmente estabelecidas por Norma da Captania dos Portos de cada Estado, normalmente: baías, enseadas, lagoas, rios, canais, etc...

Quem pode se habilitar a Arrais Amador ?
Todos os brasileiros(as) e estrangeiros(as) acima de 18 anos, que atestem boa saúde psicofísica, além de pagamento das taxas de inscrição.

Quem está dispensado da habilitação ?
Todos os condutores de dispositivos flutuantes e embarcações miúdas sem motorização quando na atividade de esporte e recreio.

O que é embarcação miúda ?
São todas as embarcações com comprimento inferior a 5 metros ou com comprimento superior a 5 metros com convés aberto, sem cabine habitável, sem propulsão mecânica fixa ou com motor de popa com capacidade inferior a 30HP.

............

Kann man gleich den Mestre Amador machen, oder muß man zuerst arraia amador erwerben und dann Mestre Amador ?

Mit was für Kosten muß man rechnen, wenn man ein Boot hat, z.b. Sportboot 30 PS Außenborder, also für Versicherung, Liegeplatz etc.

Freu mich über Infos, da ich bisher elendige Landratte bin (naja von Costa Rica durch den Panamakanal bin ich mal gesegelt).
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Führerscheine

Beitragvon Roro » Do 12. Apr 2007, 12:51

Ola Patecuco,
leider musst Du zuerst den arrais Amador erwerben und anschliessend de Mestre Amador. Der Capitão Schein ist dann wirklich nur wenn Du vertieft einsteigen willst und z.B. auch Astro Navigation beherrschen willst. Ich selbst habe auch nur den Mestre Amador ist vollkommen ausreichend da Du das Wissen über Navigation etc. sowieso haben solltest und auch über entsprechende Erfahrungen verfügen solltest. Alles nur Papiersache wenn Du Dir sicher bist die Regeln zu beherrschen. So wie in Deutschland auch gibts eben hier auch entsprechende Scheine. Wie Du auf meiner Homepage sehen kannst ist mein Boot nicht das Kleinste aber Mestre reicht aus.
Die Liegegebühren kommen darauf an wo Du das Boot hast und wie lang und breit es ist. Santos ist extrem teuer
Normallerweise ein Boot mit 30 PS Aussenborder wird per Gabelstapler oder auch per Anhänger aus dem Wasser geholt und auf dem Trockenplatz abgestellt. Spart Dir dann auch den Unterwasseranstrich.
Versicherung als Faustregel 1% vom Bootswert den Du aber angeben kannst. Das Boot wird aber von der Versicherung begutachtet, deshalb einigermassen den reelen Wert angeben.

Gruss
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Beitragvon patecuco » Do 12. Apr 2007, 19:14

Ola Rolf,

zuerst wollte ich mir ja einen kleinen hobbi-cat 14/16 zulegen, jetzt denke ich aber auch über ein kleines offenes Boot nach, mit dem man etwas besser fischen kann. Boot im Trockenen lagern ist natürlich von Vorteil, allerdings dauerts dann jedesmal wenn man schnell wassern will etwas länger, und vors Haus stellen und jedesmal mit Hänger an den Strand ist mir zu nervig, also irgendwo in ner marina oder nem yachtclub sollte schon sein.

Mit Navigation hab ich keine Probleme, erstens hatte ich mal nen PPL und dann ist Navigatin mit meinem GPS ein Geschenk des Himmels. Bin 1982 mal mit nem Ami in Mittelamerika gesegelt, der hat seinen Sextant überhaupt nicht benutzt, wußte nämlich nicht wie das geht, wir sind trotzdem an den Inseln angekommen, einfach Bussolenzug....und Glück...

Ich hab in einer Woche Hochseesegeln fünf Kilo abgenommen, da er keine Pillen gegen Seekrankheit an Bord hatte, kann ich allen Übergewichtigen empfehlen, mit Erfolgsgarantie. :wink:
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Beitragvon Roro » So 15. Apr 2007, 18:48

In Brasilien gibt es Mittel gegen die Seekrankheit allerdings machen die fürchterlich müde. Ich habe aus Deutschland Reisetabletten an Bord die sehr gut sind und nicht müde machen. Deshalb dran denken für die nächste Hochseetour.
Wo willst Du denn Dein Boot hinstellen - Brasilien ist gross?
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Beitragvon patecuco » So 15. Apr 2007, 21:26

Roro hat geschrieben:In Brasilien gibt es Mittel gegen die Seekrankheit allerdings machen die fürchterlich müde.

Wo willst Du denn Dein Boot hinstellen - Brasilien ist gross?



@Rolf

Meine Restbestände an Pillen aus Indonesien oder Australien machten auch furchtbar müde, die letzten aus Brasilien eigentlich nicht so sehr.

Wir wollen irgendwo in den Süden, also +- Floripa / Santa Catarina

Mir ist der Nordosten zu heiß, d.h. nicht, dass ich Hitze nicht vertrage, sondern da wird man irgendwie zu phlegmatisch, das kenne ich aus Afrika.

Meine Ju war heute ganz erstaunt, als ich ihr erzählte, ich will mir evtl. ne Jacht zulegen, daß das auch unter 1MioEuro geht, wußte sie aber nicht.

Hätte schon Lust mal von Europa/Afrika nach BR zu segeln, aber irgendwie habe ich noch soviele Träume, um die alle zu verwirklichen, sollte ich mindestens 200 Jahre alt werden.
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