Besuch vom Zuckerhut in Kamp-Lintfort: Das National-Team der Kegler trainierte für die WM. Von Brasilien nach Deutschland zu reisen, ist offenbar nicht so kompliziert, wie von Bergheim nach Kamp-Lintfort zu fahren. Jedenfalls verfransten sich die Gäste vom Zuckerhut gestern Morgen im rheinischen Montags-Verkehr und kamen erst verspätet zum Empfang ins Rathaus. „Eine Premiere. Besucher aus Brasilien haben wir hier noch nicht begrüßt“, ließ Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt wissen.
Perfekte Anlage
Und Nationalmannschaften dürfte die Bergbau- und Klosterstadt auch noch nicht allzu oft zu Gast gehabt haben. Die Damen und Herren aus Südamerika vertreten Brasilien bei der Weltmeisterschaft der Scherenkegler im saarländischen Oberthal, die am Wochenende beginnt. Auf Einladung der Vereinigten Sportkegler Kamp-Lintfort (VSK) absolvierten die WM-Teilnehmer gestern Abend ein Testspiel gegen die Kamp-Lintforter. „Für solch eine Vorbereitung ist unsere Anlage bestens geeignet“, so Franz-Josef Spölmink, Vorsitzender der hiesigen Sportkegler.
Die Bahnen sind topmodern, zeigen sogar die Geschwindigkeit der Kegelkugeln an. Sportkegeln ist etwas ganz anderes als Kegeln, wie es im Kegelclub betrieben wird, erläutert Spölmink. Die Kamp-Lintforter kegeln in der NRW-Liga, sozusagen die zweite Liga. Einen Nationalspieler, der ab Samstag in Oberthal für Deutschland an die Bahn geht, stellt VSK zwar nicht – aber der Verein hatte eine Spielerin hervor gebracht, die jetzt für Brasilien an der WM teilnimmt: Renate Mangold-Hänsel ist nämlich die „Schnittstelle“ zwischen Kamp-Lintfort und Brasilien.
Deutsch-brasilianische Eltern
Die 37-Jährige hat deutsch eingeheiratet, ihr Mann Michael ist Jugendnationaltrainer für den Kegelsport. Das Paar lebt jetzt in Kamp-Lintfort, mit Baby Christina. Die brachte Renate Mangold-Hänsel gestern sogar mit ins Rathaus. „Christina hat schon die deutsche und die brasilianische Staatsangehörigkeit“, berichtete die Klasse-Keglerin.
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