Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen?

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen?

Beitragvon Brazil53 » So 25. Okt 2015, 19:32

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Hofreiter hat Brasilien besucht.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat sich in Brasilien ein Bild von der Soja-Produktion gemacht. Er vergleicht die dort agierenden Großgrundbesitzer mit Strukturen der Organisierten Kriminalität.


http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.globalisierung-hofreiter-geisselt-brasiliens-agrarindustrie.de5eef12-8c14-4f9d-8c8f-2d354e70c6e6.html
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Trem Mineiro » So 25. Okt 2015, 21:27

Und wo fährt Hofreiter als nächstes hin, da reicht doch schon das nächste Paketzentrum von Amazon oder die Spargelbauern in Dingsbums um nicht artgerechte Haltung zu attestieren. Ich hoffe der reist nicht auf Staatkosten sondern mit Mitteln aus der Parteikasse.

Gruß
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon BrasilJaneiro » So 25. Okt 2015, 21:30

Brazil53 hat geschrieben:Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Hofreiter hat Brasilien besucht.


und wie hat es ihm im Puff gefallen?
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon sefant » Mo 26. Okt 2015, 02:11

Huch, das sind ja echte Weltneuheiten...

Meine Sogra hat vor Monaten mal eine vom Land kennengelernt, die hat am Tag auf der Fazenda 25R$ verdient, Vollzeit...Salario Minimo mein !&@*$#!...
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Cheesytom » Mo 26. Okt 2015, 02:55

@Brazil53, Du solltest wissen, dass ich Deine Meinung schätze, aber der war voll daneben und das ist nun auch mal halb vorbei, mal so ganz an das Argument vom Train "angehängt" und ganz ohne Quellen.
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Brazil53 » Mo 26. Okt 2015, 07:58

Habe ich irgendwo meine Meinung zu dem Bericht geäußert?

Um sich ein Bild über die Agrarstruktur zu machen, hätte er nicht zwingend nach Brasilien fliegen zu müssen. Übrigens war dieses eine Reise die mit Steuermitteln finanziert wurde.
Es sollte mich nicht wundern, wenn er demnächst in Talkrunden des Fernsehen, als Brasilienexperte auftaucht.
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 26. Okt 2015, 11:49

Ich fand das auch nicht als "Meinung" von Brazil.

Das mit den "kriminellen" Strukturen ist ja auch nicht ganz abwegig, Brasilien ist da sicher auch anfällig wobei man ja nur auf unsere "Volkswagen-AG" schauen muss, wenn man ein Beispiel für kriminelle Energien aufzeigen will.
Da ja Korruption ein Geben und Nehmen ist müssen da ja wohl auch Geber im Spiel sein und wer dafür infrage kommt ist wohl jedem klar.

Mir tut auch der "Hofreiter" ein wenig leid, der müht sich so ab, dass Schild der Opposition hochzuhalten. s gibt genügend Wunden, wo man den Finger reinlegen könnte, aber keiner hört der Opposition bei den vielfach berechtigten Klagen zu.

Frau Merkel ist zwar derzeit in einem Stimmungstief aber selbst heute kommt die GroKo noch auf 62 %. Da die Abnahme bei der CDU durch das Flüchtlingsproblem hervorgerufen wird gibt es auch keine Wählerbewegung hin zur SPD.

Und Dumm-Deutschland (bzw. deren Randbereiche) wird wohl irgendwann begreifen, dass AfD und Pegida das Flüchtlingsproblem nicht lösen werden und auf der anderen Seite unseren Wohlstand nicht sichern können.

So hat nicht nur Brasilien seine Probleme.

Gruß
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Colono » Mo 26. Okt 2015, 12:08

ie Handelsketten in Deutschland müssten verpflichtet werden, nichts zu vermarkten, was in anderen Ländern unter Missachtung der Menschenrechte oder unter ökologisch nicht hinnehmbaren Bedingungen produziert wird.



Wenn er den dreifachen Preis fūr seine Aldischnitzel bezahlen wūrde ließe sich vielleicht seine Forderung ökologischer Produktion durchsetzen. Da die Weltmarktpreise fūr Soja im Keller sind, werden die Fazendeiros gezwungen möglichst effektiiv zu produzieren. Klar es geht vielen von ihnen relativ gut. Man könnte da schon neidig werden. Aber das liegt am Produktionsaufkommen und nicht an der Gewinnspanne.

http://www.topagrar.com/archiv/Soja-anbauen-lohnt-sich-das-867539.html

Da in Brasilien Soja heutzutage der Rentabilität halber nur noch maschinell produziert wird, und niemand jemand so einfach Grund und Boden
entziehen könnte, kann man den Vorwurf der Menschenrechtsverletzung leicht entkräften.
Aufgrund hoher Lohnnebenkosten in Brasilien wurden nahezu sämtliche Agrararbeitsplätze weg rationiert. Mit allen Nachteilen fūr die Landbevölkerung.
Es ist nicht richtig dass irgend jemand eingesessene Kleinbauern von ihrem Grund und Boden vertreiben könnte. Das wūrde sich niemand gefallen lassen. Wenn jemand wenig hat, so kann doch er jederzeit sein Unrecht einklagen. Jeder bekommt Prozesskostenhilfe. Die Gerichte stehen meist auf der Seite des schwächeren.
Auch hier ist das Gegenteil der Fall. landlose Aktivisten des MST besetzen Fazendas widerrechtlich. Die brasilianische Justiz geht da sehr besonnen vor bei der Wiederherstellung der Besitzverhältnisse.

http://g1.globo.com/mato-grosso/noticia/2015/08/quase-200-familias-ligadas-ao-mst-invadem-fazenda-e-alegam-ameaca.html

Die Ūberschrift des Artikels ūber den Grūnenpolitiker sagt alles. Es besteht irgend ein Interresse der ohnehin schon gebeutelten brasilianischen Wirtschaft noch mehr zu schaden und Brasilien dringend benötigte Deviseneinkūnfte zu entziehen. Man nennt das Rufmordkampange.
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 26. Okt 2015, 12:32

Colono hat geschrieben:Es ist nicht richtig dass irgend jemand eingesessene Kleinbauern von ihrem Grund und Boden vertreiben könnte. Das wūrde sich niemand gefallen lassen. Wenn jemand wenig hat, so kann doch er jederzeit sein Unrecht einklagen. Jeder bekommt Prozesskostenhilfe. Die Gerichte stehen meist auf der Seite des schwächeren.
Auch hier ist das Gegenteil der Fall. landlose Aktivisten des MST besetzen Fazendas widerrechtlich. Die brasilianische Justiz geht da sehr besonnen vor bei der Wiederherstellung der Besitzverhältnisse..


Oi Colono
Da beschreibst du mal wieder den Idealen zustand in Brasilien, der so wäre, wenn Politik, Justiz und Polizei dort korrekt arbeiten würden. Da aber auch diese Institutionen wie das meiste in einem nahezu-Entwicklungsland und politisch in einer Bananenrepublik (auf dem Stand ist Brasilien leider inzwischen angekommen) nicht funktioniert, so nützen auch die zweifellos existierenden Gesetze den Leuten nix. Ich hab beruflich genug mit brasilianischer Justiz zu tun gehabt um mir da ein Bild zu machen, von den Sachen aus dem privaten Freundeskreis ganz zu schweigen.
Ich halte dir aber zugute, dass du glaubst was du schreibst und das die Verhältnisse in deinem kleinen Paradies, bzw. da unten im Süden auch so sind. Kämpfe dafür, dass es so bleibt und dass der Süden auch nicht in den Sog hineingezogen wird.

Ich glaube das für den Westen und Nordwesten Brasiliens nicht. Und da brauche ich nicht den Weltreisenden Hofreiter als Informationsquelle.

Wenn du mal durch Mato Grosso und Mato Grosso do Sul fährst wirst du sehen, dass es tatsächlich nicht so leicht ist, einen Kleinbauern zu enteignen. Du findest nicht mal mehr einen. Ob die erschossen worden sind oder einfach durch die Marktmacht der Agar-Konzerne (auch deutsche Junker-Investoren)letztendlich verhungert sind ist auch egal. Genauso sind auch die Bäume und selbst Busch-Inseln verschwunden. Dort geht es schon zu, wie im wilden Westen.

Gruß
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Re: Brasilianische Agrarindustrie mit kriminellen Strukturen

Beitragvon Colono » Mo 26. Okt 2015, 12:48

Trem Mineiro hat geschrieben:Wenn du mal durch Mato Grosso und Mato Grosso do Sul fährst wirst du sehen, dass es tatsächlich nicht so leicht ist, einen Kleinbauern zu enteignen. Du findest nicht mal mehr einen. Ob die erschossen worden sind oder einfach durch die Marktmacht der Agar-Konzerne (auch deutsche Junker-Investoren)letztendlich verhungert sind ist auch egal. Genauso sind auch die Bäume und selbst Busch-Inseln verschwunden. Dort geht es schon zu, wie im wilden Westen.


Mato Grosso do Sul gehoert doch (fast) zum Sueden :mrgreen: . Wenn du dort keinen Kleinbauern mehr findest dann liegt das nicht an der widerrechtlichen Enteignung, sondern an der Grundstuecksspekulation. Viele Leute welche wenig haben koennen den in ihren Augen guten Aufkauf-Angeboten nicht widerstehen.
http://www1.folha.uol.com.br/fsp/dinheiro/fi2504200418.htm

Hast du da sonst noch Belege fuer deine Behauptungen ?
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