Brasilianische Autofahrer: Motor an - Hirn aus ?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Beitragvon sefant » Sa 23. Sep 2006, 21:51

Das ist doch ein Hobby. Ich sehe regelmässig Autofahrer, die erstmal beschleunigen, wenn sie Fussgänger vor sich sehen....
Beleeeza
Benutzeravatar
sefant
 
Beiträge: 1094
Registriert: Mi 4. Mai 2005, 02:13
Wohnort: Münster/Belo Horizonte
Bedankt: 6 mal
Danke erhalten: 127 mal in 88 Posts

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Brummelbärchen » Sa 23. Sep 2006, 22:06

Auf dem C64 (das waren noch Zeiten...) gab es doch so ein Game, bei dem man möglichst viele Leute überfahren musste. Und wenn es knapp wurde konnte man hupen; dann ist das Omi schneller gelaufen und man hat es vielleicht doch noch erwischt. Verglichen damit ist 'Doom' schon fast pädagogisch wertvoll...

BB
Benutzeravatar
Brummelbärchen
 
Beiträge: 966
Registriert: Mo 24. Apr 2006, 17:31
Wohnort: Belo Horizonte
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 3 mal in 2 Posts

Beitragvon sefant » Sa 23. Sep 2006, 22:15

Brummelbärchen hat geschrieben:Auf dem C64 (das waren noch Zeiten...) gab es doch so ein Game, bei dem man möglichst viele Leute überfahren musste. Und wenn es knapp wurde konnte man hupen; dann ist das Omi schneller gelaufen und man hat es vielleicht doch noch erwischt. Verglichen damit ist 'Doom' schon fast pädagogisch wertvoll...

BB


Jaa, das kenn ich auch noch!
Beleeeza
Benutzeravatar
sefant
 
Beiträge: 1094
Registriert: Mi 4. Mai 2005, 02:13
Wohnort: Münster/Belo Horizonte
Bedankt: 6 mal
Danke erhalten: 127 mal in 88 Posts

Beitragvon dumpfbacke » Sa 23. Sep 2006, 22:29

Leute ihr uebertreibt doch, oder? Das ist doch nicht brasilienspeziefisch, bzw. diesen Fahrstil/Agressivitaet gibt es doch ueberall in Suedamerika, oder ist es Brasilien doch heftiger?

Falls ja, kann ich einen wissenschaftlichen Artikel aus Portugal posten, dann waere meine Theorie: "Geisteskranker Portugalvirus ist einmalig, hat sich aber weltweit (Ex-Kolonien) verbreitet", perfekt.
Benutzeravatar
dumpfbacke
 
Beiträge: 476
Registriert: Mo 24. Okt 2005, 15:05
Wohnort: Hauptstadt Afrikas,nicht Addis Abeba, im Volksmund auch: Idiotópolis
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Jorginho » So 24. Sep 2006, 09:51

dumpfbacke hat geschrieben:Leute ihr uebertreibt doch, oder? Das ist doch nicht brasilienspeziefisch, bzw. diesen Fahrstil/Agressivitaet gibt es doch ueberall in Suedamerika, oder ist es Brasilien doch heftiger?


Nein, nein... die übertreiben nicht. Das ist schon sehr brasilienspezifisch, Gas zu geben, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren will. Hier in Portugal dagegen respektieren die Auto- und Motorradfahrer Zebrastreifen sogar noch mehr als in Deutschland. Das ist zumindest mein Eindruck und der vieler Besucher, die ich gefragt habe.
Benutzeravatar
Jorginho
 
Beiträge: 626
Registriert: Mo 29. Nov 2004, 11:15
Wohnort: Freaklândia
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon tinto » So 24. Sep 2006, 11:33

Also, da fäält mir auch was ein, ist schon etwas her:

4 mal in meinem Leben hatte ich Todesängste.

2 mal davon in Brasilien. Erstaunlicherweise nicht, als ich zufällig in eine Schiesserei geraten war. Aber im Verkehr. das erste mal war an Bord eines VASP Fluges, das zweite Mal im Autoverkehr - und das kam so. Ich war bei Bekannten in Diadema, die Verwandte in Eldorado haben, das liegt von SP aus Richtung Curitiba.

Wir waren 6 Personen in diesem Wagen Marke GM, der vom Aussehen exakt unserem letztem Kadett entsprach. Keiner Angeschnallt. Der Fahrer fuhr genau so wie im Eingangsbeitrag beschrieben.

Später erfuhr ich, dass er auf dem selben Streckenabschnitt einige Monate vorher schon einen Fußgänger tödlich erfasst hat. Vor Gericht wurde er aber frei gesprochen, weil ihm die Schuld an dem Unfall nicht nachgewiesen werden konnte, der Fußgänger war aber angeblich etwas alkoholisiert, hatte dort die Straße überquert wo es unüblich war und so nahm man das als Unfallursache an.

Ihr könnt Euch kaum vorstellen, ich hab mir fast in die Hose gemacht und gebetet als er 3 LKW in einer S-Kurve überholte, der Gegenverkehr musste auf den Seitenstreifen ausweichen, so wurde die Zweispurige Strasse dreispurig, aber immer auch haarscharf erst im letzten Moment. Und gelegentlich konnte er nur mit Mühe die Spur halten, es quitschte bisweilen heftig in den Kurven, am Seitenfester war man mitunter nur 5 Cm vom LKW-Rad entfernt.

Dann kam ein Stau, an dem er links einfach vorbei fuhr. So 20 Autos hatten wir ohne Gegenverkehr passiert, da sah ich vorne ein Unfallstelle, an der der Verkehr einspurig vorbeigeleitet wurde, jetzt war der Gegenverkehr dran. Als erster kam ein Monstertruck heraus und hupte. Natürlich hatte der seinen Spass, dass uns keiner mehr rechts reinließ und hielt auf uns zu, Lichthupe und Hupe. Unserem Fahrer blieb nichts mehr übrig als nach links über den Seitenstreifen in den Graben auszuweichen, nachdem uns dieser LKW entsprechend absichtlich abgedrängt hatte. Ok, danach durfte ich fahren.

Das ging auch bis zum Rückweg gut, obwohl ich u.a. so ein Stinktier überfahren hatte, bis ich in eine Tankstelle einbiegen wollte. Die lag links der Strasse und so ordnete ich mich an der Mittelinie zum Abbiegen ein, ließ den Gegenverkehr passieren. Das aber brachte meine Mitfahrer in Todesängste. In Brasilien fährt man wohl erst nach rechts auf den Seitenstreifen, um von dort abzubiegen. LKW könnten ja sonst auffahren. Ich hab das nicht verstanden, durfte aber auch nicht mehr weiterfahren. Zurück nach SP war also der Fahrer dran, bei dem ich schon Todesängste habe wenn er nur auf dem Fahrersitz Platz nimmt. Details seiner Fahrt erspare ich Euch. Er machte die Scheibenwischer bei Regen nicht an, weil diese schmierten. So übersah er in den Vororten fehlende Gullideckel auf der Fahrbarn. Dort wo 60 war krachten wir mit 100 in zwei Löcher.

Lautes Knallen. Anhalten mitten auf der Kreuzung am Rande einer Favela. Das Vorderrad war Platt, die Felge gebrochen, hinten zischte es bedenklich. Mitten auf der Kreuzung war jetzt Schluss auf der Reise. Kofferaum auspacken, Reserverad auspacken, Montieren. Das Auto wurde derweil mit Taschenmessern gegen Überfälle gesichert. Neugierige standen umher, auch solche, die sich schnell mal was hinzu verdienen wollten. .

Wir kriegten es irgendwie hin. Aber mussten an jeder Tanke anhalten. Luft aufpumpen am anderen beschädigten Reifen, die Luft hielt max einen Km. So mussten wir noch 20 Mal anhalten. Aber zu Hause in Diadema angekommen, merkten wir schon einige Kilomter vorher nachlassende Bremskräfte. Die Bremsschläufe waren aufgrissen, Hydrauliköl überall verteilt, die Spur verzogen, die Servolenlung funktionierte nicht mehr richtig, die Aufhängung beschädigt, kurzum, das war ein Totalschaden.

Da war ich gut zufrieden, dass ich nicht am Steuer saß und sich seine Fahrweise rächte... 8)
_________________________________
Schöne Grüße,
tinto
Benutzeravatar
tinto
Moderator
 
Beiträge: 3909
Registriert: Fr 7. Jan 2005, 09:37
Wohnort: Rheinland/Münsterland
Bedankt: 137 mal
Danke erhalten: 137 mal in 104 Posts

Beitragvon dumpfbacke » So 24. Sep 2006, 15:37

Jorginho hat geschrieben:
dumpfbacke hat geschrieben:Leute ihr uebertreibt doch, oder? Das ist doch nicht brasilienspeziefisch, bzw. diesen Fahrstil/Agressivitaet gibt es doch ueberall in Suedamerika, oder ist es Brasilien doch heftiger?


Nein, nein... die übertreiben nicht. Das ist schon sehr brasilienspezifisch, Gas zu geben, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren will. Hier in Portugal dagegen respektieren die Auto- und Motorradfahrer Zebrastreifen sogar noch mehr als in Deutschland. Das ist zumindest mein Eindruck und der vieler Besucher, die ich gefragt habe.


Hi Jorginho, ich lebe anscheinend in der falschen Stadt oder in Lissabon koennen sich nur Brasilianer ein Auto leisten :shock: :shock: :shock: Abgesehen davon, dass die weisse Asphaltfarbe der Zebrastreifen abgefahren oder ausgebleicht ist, bekommt der Begriff "Zebra" hier eine andere Bedeutung: Grosswild. Vielleicht ist es aber auch nur eine subtile Begruessungsformel, wenn man mir fast die Hacken abfaehrt, weil ich so brasilianisch aussehe (s. Avatar). :D :D :D
Benutzeravatar
dumpfbacke
 
Beiträge: 476
Registriert: Mo 24. Okt 2005, 15:05
Wohnort: Hauptstadt Afrikas,nicht Addis Abeba, im Volksmund auch: Idiotópolis
Bedankt: 0 mal
Danke erhalten: 0 mal in 0 Post

Beitragvon Severino » Mo 25. Sep 2006, 10:51

Die lag links der Strasse und so ordnete ich mich an der Mittelinie zum Abbiegen ein, ließ den Gegenverkehr passieren. Das aber brachte meine Mitfahrer in Todesängste. In Brasilien fährt man wohl erst nach rechts auf den Seitenstreifen, um von dort abzubiegen. LKW könnten ja sonst auffahren.
JA, das ist insbesondere auf der BR oder den Staatsstrassem so.
Auch beim Wechsel von einer BR auf eine andere ist es vielfach so, dass Du zunächst rechts abbiegst um dann die Strasse zu überqueren.....
Innerorts hast Du aber meistens Abbiege-/Wendespuren. Ist aber auch gefährlich, falls es da schon einen kleinen Rückstau hat und Du nicht mehr ganz drauf passt....
paz e amor
Severino
Benutzeravatar
Severino
 
Beiträge: 3402
Registriert: Di 7. Feb 2006, 15:02
Wohnort: Anapolis GO
Bedankt: 1 mal
Danke erhalten: 47 mal in 34 Posts

Beitragvon seitenwandkletterer » Mo 25. Sep 2006, 11:09

Severino hat geschrieben:JA, das ist insbesondere auf der BR oder den Staatsstrassem so.
Auch beim Wechsel von einer BR auf eine andere ist es vielfach so, dass Du zunächst rechts abbiegst um dann die Strasse zu überqueren.....
Innerorts hast Du aber meistens Abbiege-/Wendespuren. Ist aber auch gefährlich, falls es da schon einen kleinen Rückstau hat und Du nicht mehr ganz drauf passt....


Ausserhalb geschlossener Ortschaften ist es vorgeschrieben so abzubiegen. Das Kuriose ist, dass sich die meisten Brasilianer daran halten. Wahrscheinlich ist das die Vorschrift, die am meisten beachtet wird.
Innerhalb geschlossender Ortschaften wir wie bei uns links abgebogen, d.h. mit der Einschränkung das man das amerikanische System benutzt.


...SWK!
"Onde tudo que se planta cresce e o que mais floresce é o amor"
Benutzeravatar
seitenwandkletterer
 
Beiträge: 819
Registriert: So 28. Nov 2004, 21:47
Wohnort: Bagé / RS
Bedankt: 10 mal
Danke erhalten: 16 mal in 16 Posts

Fußgängerampeln mit Countdown

Beitragvon Bequimao » Mo 25. Sep 2006, 16:02

Hallo,

In Salvador ist mir jetzt etwas neues aufgefallen: Fußgängerampeln mit Countdown! Dem Fußgänger wird in der Grünphase die verbleibende Zeit in Sekunden angezeigt, die er noch Zeit hat, die Straße zu überqueren.

Es scheint, daß die Autofahrer bei Grün losrasen, egal ob jemand noch auf dem Übergang ist oder nicht. Sind diese Ampeln eine typisch brasilianische Erfindung, oder gibt es das noch sonstwo?

Üblich ist es eigentlich, daß es überhaupt keine Fußgängerampeln gibt, oder wenn doch, sie nicht funktionieren. Als Fußgänger muß man sich meist an den Autofahrerampeln orientieren.

Grüße, Bequimao
Benutzeravatar
Bequimao
 
Beiträge: 415
Registriert: Sa 18. Mär 2006, 14:20
Wohnort: Mannheim
Bedankt: 4 mal
Danke erhalten: 12 mal in 11 Posts

VorherigeNächste

Zurück zu Tipps für den Alltag

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlungen

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]