Brasilianische Autofahrer: Motor an - Hirn aus ?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Fussgänger

Beitragvon brasifan » Di 26. Sep 2006, 16:44

die Ampeln mit Countdown gibt es in ganz Bahia, aber ich glaube als Fussgänger muss man sehr vorsichtig sein, ist besser

Und egal wie alle anderen Fahren, bist du als Gringo in einen Unfall verwickelt, dann zieh dich warm an, Schuld hast du fast immer und zahlen musst du auch, teilweise kräftig !
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Beitragvon Jorginho » Di 26. Sep 2006, 16:47

Nicht schlecht, Herr Schluckspecht! :drunk: Von 1.250 Autofahrern, die die Detran Rio während der Nationalen Verkehrswoche (vom 18. bis 25. September) in Röhrchen pusten ließ, waren 85% nicht mehr fahrtauglich.

http://www1.folha.uol.com.br/folha/coti ... 6329.shtml
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Beitragvon angradosreis » Do 28. Sep 2006, 21:20

Zu dem Thema "Motor an, Hirn aus" kann ich auch einen Schwank aus meiner Jugend erzählen:

Ein Bekannter in Brasil besass einen Fiat Strada, das ist quasi ein Uno Pickup. Er fuhr an einem Sonntag Abend meine Frau und mich zu einem Fest mit Livemusik. Auf der Landstrasse tauchte hinter uns ein VW auf. Er sah so ähnlich aus, wie der Passat, den es bei uns in den 80ern gab. Ich glaube in Brasil heisst der Wagen "Parati" oder so ähnlich. Der VW fuhr dicht auf, versuchte uns mehrmals zu überholen, was ihm nicht gelang, weil unser Fahrer das Letzte aus seinem Fiat herausholte.

Schliesslich reduzieten wir unsere Geschwindigkeit, weil wir nach rechts auf einen Feldweg abbiegen mussten. Auf dem Feldweg konnte man nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Ausserdem kam ein Audi A3 aus dem Feldweg und wollte nach links auf die Landstrasse abbiegen. Jetzt überholte uns der VW. Als er wieder auf die rechte Spur einscherte, bremste er ebenfalls, weil er auch nach rechts zu dem Fest fahren wollte. Leider war er viel zu schnell und schaffte es nicht, scharf nach rechts abzubiegen. Er hätte sich dabei überschlagen können, so schnell war er noch. Ich dachte noch: "Fahr' doch geradeaus weiter auf der Landstraße." Aber er nahm den Mittelweg und fuhr in den A3. Peng!

Wir hielten natürlich an. Es gab ein grosses Palaver. Ich sagte zu meiner Frau: "Komm lass uns zu dem Fest gehen. Dieser Idiot, warum muss er überholen, wenn er anschliessend rechts abbiegen will?" Meine Frau entgegnete: "Nein, wir müssen warten. Unser Fahrer kennt den Idioten." "Ach so, die zwei kennen sich! Jetzt verstehe ich."

Wie gesagt, es war Sonntag Abend, Flamenco spielte vorher, da war der VW-Fahrer natürlich nicht mehr nüchtern. Man einigte sich irgendwie und ging dann zum Fest. Dort sah ich ihn weitertrinken.
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Beitragvon angradosreis » Do 28. Sep 2006, 21:42

In Jamaica fahren sie ähnlich chaotisch. Für uns kommt noch der ungewohnte Linksverkehr dazu. Ich fuhr einmal mit meinem Mietwagen hinter einer älteren Limusine auf der Landstraße. Als wir uns den nächsten Ort näherten, wurde der Wagen immer langsamer. Ein Bremslicht war nicht zu sehen. Zum Glück hielt ich einen großen Abstand. Trotzdem musste ich stark bremsen. Mein Vordermann fuhr langsamer, als nötig. Schliesslich sah ich, dass der Fahrer (auf dem rechten Vordersitz) seinen linken Arm ausstreckte. Er signalisierte, mit damit dass er links abbiegen wollte. Es ging kein Bremslicht und kein Blinker an der Karre.

Unfall sah ich keinen, aber jede Menge gewagte Übeholmanöver.

Noch eine lustige Geschichte:

1999 war ich mit einem Kumpel in den USA. Wir liehen uns einen dieser großen Geländewägen. Eines Tages waren wir auf einem Highway mit vier oder fünf Spuren unterwegs. Irgendwann fiel uns auf der rechten Sprur ein Sattelschlepper auf. Direkt neben ihm auf der zweiten Spur fuhr die ganze Zeit ein Wagen, nicht größer als ein Golf. Ich glaube, es war ein Japaner. Jeder, der an den beiden vorbei wollte, musste auf die dritte oder vierte Spur rüber. Neugierig fuhr ich auf der dritten nach vorne neben den Kleinwagen. Von unserem Geländewagen aus konnte man schön nach unten in das Auto schauen. Da sass eine dralle Weisse drin, die Bluse aufgeknöpft bis zum Bauchnabel. Sie hatte keinen BH an. Meinem Kumpel fielen fast die Augen aus dem Kopf. Ich schaute rüber zu dem Trucker, der grinste und zeigte mit dem Daumen nach oben. So fuhren wir eine Weile zu dritt nebeneinander. Als die nächste Ausfahrt kam, gab die Tussi Gas, zog rechts rüber und fuhr raus, der Trucker hinterher. Mir war es zu riskant, abrupt von der dritten Spur nach rechts rüber zu fahren, also fuhren wir weiter.
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Beitragvon Gregor » Do 28. Sep 2006, 22:06

angradosreis hat geschrieben:Er sah so ähnlich aus, wie der Passat, den es bei uns in den 80ern gab. Ich glaube in Brasil heisst der Wagen "Parati" oder so ähnlich.


Der alte Passat (Santana) hiess Quantum und war das gleiche Modell, welches auch unter gleichem Namen in US verkauft wurde. Im Prinzip unserem Passat sehr ähnlich, nur Lampen und einige andere Details unterscheiden sich. Der Parati ist die Kombiversion des Gol, und beide gab es - aus gutem Grund - nie in D. Nur so nebenbei erwähnt.
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Fahrerflucht

Beitragvon Bequimao » Mi 1. Nov 2006, 16:57

robertwolfgangschuster hat geschrieben:In Brasilien gilt jeder der innerhalb von 24 Stunden nach einem Unfall festgenommen wird als in Flagranti verhaftet, was die Fahrerflucht zur Plicht macht. Nach 48 Stunden stellt man sich mit einem Anwalt und kann nicht mehr verhaftet werden.
Habe etwas davon gehört dass das Gesetz geändert wurde und jemand der Hilfe leistet nicht mehr in flagranti gepackt werden kann, aber wer vertraut hier schon darauf dass das der Polizei bekannt ist, man flüchtet weiter.



Es gibt noch einen sehr realen Grund für Fahrerflucht in Brasilien: Ich habe schon mehrmals Zeitungsberichte gelesen, wo die Polizei Unfallverursacher, auch unschuldige, vor Lynchjustiz Umstehender schützen mußte. Gut vorstellbar, daß so etwas fatal endet. Ist Euch so etwas bekannt? Habt Ihr Belege?

Grüße, Bequimão
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