Brasilianische Autofahrer: Motor an - Hirn aus ?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Brasilianische Autofahrer: Motor an - Hirn aus ?

Beitragvon Seebaer » Di 19. Sep 2006, 01:36

Moin Leute,

war am Wochenende aud der BR 101 Santos -Rio unterwegs. Wenn man diese Strecke unfallfrei uebersteht kann man allerdings schon fast von einem Wunder sprechen.
Es wird gerast wie nichts gutes, ueberholt in jeder Situation, egal ob da eine Bergkuppe ist, unuebersichtliche Kurve, Gegenverkehr, Baustellen etc... und wenn man nicht rechtzeitig Platz macht wird halt ueber den Seitenstreifen ueberholt. Dazu kommt dann auch noch das Fahren ausschliesslich mit Standlicht, normales Abblendlicht scheint hier bei den Autos und LKW's eine Sonderaustattung zu sein.
Und dann noch die total besoffenen Auto- und Lkwfahrer. Aus einer Seitenstrasse bog ohne Rueckicht auf den Verkehr einige Autos vor uns ein Fahrzeug auf die Stasse ein, durch ein lautes Hupkonzert konnte gerade noch eine Kollision verhindert werden. Dieses Fahrzeug machte ein Ausweichmanoever auf den Seitenstreifen auf dem wiederum ein aelterer Herr, der zu Fuss unterwegs war, sich nur durch einen Sprung in die Buesche vor dem Ueberfahren retten konnte !
Nun hatte ich dieses Fahrzeug vor mir. Den Schlangenlinien war anzusehen in welchem Zustand sich der Fahrer befinden musste. Also sofort in die Bremsen und Sicherheitsabstand eingehalten, was wiederum den Unwillen der nachfolgenden Fahrzeuge zufolge hatte und ich daraufhin beidseitig ueberholt wurde. Den Besoffenen zu ueberholen stellte sich fuer diese auch etwas schwieriger heraus. Der Hoehepunkt kam als der Besoffene dann sein Fahrzeug auf die Fahrbahn in den Gegenverkehr lenkte. Waren es erst nur einige Schlenker auf die Gegenfahrbahn blieb er nun stur da. An einer Frontalkollision bei ca 100 kmh koennen nur Meter gefehlt haben nachdem der Entgegenkommer sein Fahrzeug wohl refexmaessig auf den Seitenstreifen gelenkt hat.

Irgendwann habe ich es dann auch geschafft an dem Fahrzeug vorbei zu kommen. Ich konnte noch sehen wie anderer Verkehrsteinehmer an einem Polizei Posto anhielt um diese darueber zu informieren was auf ihrer Bundesstrasse so abgeht.

Durch den taeglichen Verkehr auf Rios Strassen ist man ja so einiges gewoehnt, aber wehe viele dieser hirnamputierten werden auf die Landstrassen losgelassen.
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Beitragvon tadinho » Di 19. Sep 2006, 01:49

.....wobei dies noch ein harmloses beispiel über den täglichen wahnsinn ist.....
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So kenn ich das...

Beitragvon Pedro I » Di 19. Sep 2006, 04:05

Auf er CE40 ist es Sonntags durchgehend lebensgefährlich. Nicht nur, weil viele keinen Lappen haben und viele mit Lappen auch nicht fahren können. Der Suff ist das Problem. Bin schon weiss nicht wie oft mit Vollbremsung fast in den Graben gefahren, weil mir einer entgegen kam, der beide Spuren und beide Seitenstreifen gebraucht hat und dann in meinem Rückspiegel den Wagen schnurgerade in die Pampa gesetzt hat.
(Dabei brauche ich einen Crash mit minem 2-Tonnen-Leergewicht wohl nicht wirklich fürchten, aber jede Woche ein neues Auto kaufen?)
Für einen echten Brasilianer alles kein Problem....Gibt auch leider fast jedes Wochenende tödliche Unfälle.
Nachts ist es dann besonders lustig, wenn die randvollgeknallten Fussgänger dann mitten auf der Fahrbahn ihren Rausch ausschlafen. Einfach herrlich!
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Beitragvon sefant » Di 19. Sep 2006, 07:41

Genial finde ich auch die Motorboys....haben alle sicher keine Krankenversicherung, aber ballern zwischen den Autos lang als hätten sie 7 Leben. Ab und zu darf man dann auch einen zerlegten auf der Strasse bewundern.

Was mich immer wieder verwundert ist die unglaubliche Akzeptanz des besoffen Fahrens, auch in den "höheren" Kreisen, weil man dort doch etwas mehr Intelligenz vermutet...

Beispiel die beiden Brüder meiner Freundin. Beide studiert, eigentlich normale Leute, aber natürlich wird auch beim Barbeque gesoffen, wenn man mit dem Auto dort ist. Mittlerweile sind beide auch Väter geworden und ich bn eigentlich davon ausgegangen, dass sie vernünftiger werden in dieser Hinsicht, aber nix da. Ich verstehe auch nicht, wieso das seitens der Eltern oder Ehefrauen akzeptiert wird. Wenn ich Vater/Mutter wäre, mein Geburtstags-BBQ feier und mein Sohn besoffen mit dem Enkelkind nach Hause fahren will, weil er auf seinen Alk nicht verzichten kann....ich würde den aber sowas von in die Luft sprengen...


Und wenn man dann selber irgendwo mit dem Auto ist und man das angebotene Bier mit den Worten "Nein danke, ich trinke nicht, wenn ich fahre", dann wird man entweder dumm angeschaut oder ausgelacht...

In dieser Hinsicht hasse ich Brasilien...
Beleeeza
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Beitragvon Pimenta Bueno » Di 19. Sep 2006, 08:55

sefant hat geschrieben:Genial finde ich auch die Motorboys....haben alle sicher keine Krankenversicherung, aber ballern zwischen den Autos lang als hätten sie 7 Leben. Ab und zu darf man dann auch einen zerlegten auf der Strasse bewundern.


Frage mich nur, ob du das immer noch so "genial" findest, wenn du mal einen von ihnen "zerlegt" hast und der Rest der Meute dir dann ans Leder will. :wink:
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Re: Brasilianische Autofahrer: Motor an - Hirn aus ?

Beitragvon Fudêncio » Di 19. Sep 2006, 13:44

Seebaer hat geschrieben:...... Dazu kommt dann auch noch das Fahren ausschliesslich mit Standlicht, normales Abblendlicht scheint hier bei den Autos und LKW's eine Sonderaustattung zu sein.....


Wenn überhaupt das Licht eingeschaltet wird :!:
Gleiches gilt für den Blinker, ich verlasse mich grundsätzlich nicht auf Blinkersignale in BRA. Wenn der Blinker überhaupt benutzt wird, dann wird garantiert rechts geblinkt und nach links abgebogen oder umgekehrt.

Beliebter ist da mit eingeschaltetem Warnblinker zu fahren. Dann habe ich immer den Eindruck das man mit Warnblinker von jeglicher Pflicht die Strassenverkehrsregeln und den gesunden Menscheverstand zu benutzen befreit ist :!: :twisted:
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Beitragvon sefant » Di 19. Sep 2006, 16:33

Warum werden die Autos in Brasilien eigentlich mit Blinker verkauft?! Da könnten die Hersteller doch ein wenig sparen :lol:

Genau so die lustigen Streifen auf der Fahrbahn, die eh kein Schwein beachtet...
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Beitragvon Severino » Di 19. Sep 2006, 16:59

Nur vor den obras und den 40 km/h wird auf schritttempo verlangsamt. Ansonsten fährt man so schnell, wie es geht oder die CD anfängt zu springen. Es lebe volksound.
paz e amor
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Beitragvon Takeo » Di 19. Sep 2006, 17:43

...zumindest darf ich in Brasilien die Autabahnen benutzen... in der BRD durfte ich das mit meine 13 jahre alten Golf nicht, da wurde ich von den BMWs und Mercedes und Audis immer von der Überholspur geblinkt, einer hat mir mal den Vogel gezeigt - nur weil ich einen Laster überholen wollte... das zu Deutschland.
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Beitragvon lol » Di 19. Sep 2006, 18:46

Also ich finds eigentlich gar nicht so schlimm, , Augen zu und durch,
auch nicht anders als in Italien oder den französischen Innenstädten.
Freie Fahrt für freie Bürger oder so hieß das doch? :lol:
Das einzige was stört sind a) die schon zitierten Motoboys,
weil denen wirklich jegliches Hirn oder Überlebensinstinkt abhanden
gekommen ist und b) als Fußgänger unterwegs zu sein und eine Strasse
überqueren zu müssen. An die Vorfahrt der abbiegenden Fahrzeuge
gewöhne ich mich nie... :shock:
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