Brasilianische Staatsbürgerschaft

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon Trem Mineiro » Do 25. Okt 2007, 23:01

Oi Tudo Bem
Es gibt diese Diskussion und ich habe sie von A-Z verfolgt. Zum Schluss kommt man dahin, dass es für Deutsche keinen erkennbaren Vorteil gibt, die Brasilianische Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Wenn du die Staatsbürgerschaft beantragst, hast du bereits vorher einen triftigen Grund/Berechtigung für ein Dauervisum, brasilianische Staatsbürgerschaft also nicht nötig.

Wenn Du Steuern in Brasilien zahlen willst, was du ab 184 Tage Aufenthalt in Brasilien musst, kannst du das auch ohne Staatsbürgerschaft. In D bist du Steuerfrei, wenn du deinen Lebensmittelpunkt nach Brasilien verlegst, dazu brauchst du keine brasilianische Staatsbürgerschaft.

Also warum soll man das dann machen, um in D steuerfrei einkaufen zu können?
Um für viele Länder dieser Welt ein Visum beantragen zu müssen, wo du als Deutscher heute so reinkommest. Um auf die (ach so runtergeputzten) Sozialleistungen verzichten zu können. Aus der deutschen Sozialversicherung fliegst du sowieso schon raus, wenn du ein erstes Beschäftigungsverhältnis in B aufnimmst.
Und für D brauchst du nach 90 Tagen auch ein Visum.

Solange es keine echten Vorteile mit der Brasilianischen Staatsbürgerschaft gibt, gibt’s da wenig abzuwägen.

Ok, als Brasilianer brauchst du nicht immer wieder deinen Pass auf dem deutschen Konsulat verlängern lassen, aber meist wird man ja auch versuchen, Gründe zu finden, um nicht aus der deutschen Staatsbürgerschaft entlassen zu werden, dann muss man doch hin.

Und du verlierst deine Permanencia nicht, wenn dein brasilianischer Partner dich in den Wind schickt. Bin allerdings nicht sicher, ob 5 Jahre in Brasilien nicht einen eigenen Anspruch begründen, Kinder sowieso, und so lange wird es auch bald dauern, bis du Brasilianer wirst.

Gruß

Manfred
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon bruzundanga » Fr 26. Okt 2007, 15:14

So is es trem bom.

Nur Steuerfrei einkaufen
Also warum soll man das dann machen, um in D steuerfrei einkaufen zu können?

kannst Du auch als Deutscher sofern der brasilianische Wohnsitz im Reisepass eingetragen ist.

P.S.: Es könnte ja ideologische Gründe geben, nur finde ich die nicht.
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon Claudio » Fr 26. Okt 2007, 17:15

alleswirdgut hat geschrieben:Also gibt´s keine Vorteile?



viele werden sagen es ist kein Vorteil......aber ein mündiger Bürger Brasiliens hat das WAHLRECHT
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon amarelina » Fr 26. Okt 2007, 17:30

Claudio hat geschrieben:aber ein mündiger Bürger Brasiliens hat das WAHLRECHT


.....und nicht nur das, der mündige bürger brasiliens muss wählen

amarelina
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon ralf123 » Fr 26. Okt 2007, 18:35

amarelina hat geschrieben:.....und nicht nur das, der mündige bürger brasiliens muss wählen


und ich kann mich noch erinnern, wie eine freundin bei der letzten wahl in rio fluchte, dass sie am sonntag nachmittag noch raus musste um zu wahlen.. :cry:

und wie ich ihr sagte, siehste, waerst du jetzt deutsche... :lol:
gruesse

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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon bruzundanga » Fr 26. Okt 2007, 18:39

awg "frug":
Kann man sich auch wählen lassen?


Nachgelesen in der Verfassung:

Constituiçãi brasileira:
Art.12
São brasileiros: (ECR nº 3/94 e EC nº23/99)

.
.
.
.
.
II - naturalizados
.
.
b) os estrangeiros de qualquer nacionalidade residentes na República Federal do Brasil há mais de quinze anos ininterruptos e sem condenação penal, desde que requeiram a nacionalidade brasileira.
.
.
.
§ 2º A lei não poderá estabelecer distinção entre brasileiros natos e naturalizados, salvo nos casos previstos nesta Constituição.
§ 3º São privativos de brasileiro nato os cargos:

I - de Presidente e Vice-Presidente da República;
II - de Presidente da Câmera dos Deputados;
III - de Presidente do Senado Federal; (Keine Konkurrenz für Renan)
IV - de Ministro do Supremo Tribunal Federal;
V - da carreira diplomática
VI - de oficial das Forças Armadas
VII - de Ministro de Estado da Defesa.
.
.
.

Abraços
Zuletzt geändert von bruzundanga am Fr 26. Okt 2007, 19:03, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon ralf123 » Fr 26. Okt 2007, 18:52

bruzundanga hat geschrieben:awg "frug":


oi bruzundanga,

"backte" und "buk" gibts nebeneinander,
"fragte" und "frug" aber nicht.

wird offenbar langsam zeit, dass de mal wieder ein vierteljaehrchen in deutschland vorbeischaust #-o
gruesse

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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon bruzundanga » Fr 26. Okt 2007, 19:13

Damit lass ich mir noch ein bisschen Zeit. Schliesslich gibt es ja das Internet.

Dort findet man (von den Anführungsstrichen mal abgesehen) auch folgendes

Weil gar zu schön im Glas der Wein geblunken,
hat sich der Hans dick voll getrinkt.
Drauf ist im Zickzack er nach Haus gehunken
und seiner Grete in den Arm gesinkt.
Die aber hat ganz mächtig abgewunken
Und hinter ihm die Türe zugeklunken.


Bei "frug" handelt es sich um eine so genannte analogische Umbildung:


"Ein bestimmter Fall des analogischen Ausgleichs ist der Übergang eines Wortes von einer Flexionsklasse in eine andere. Dabei wird ein Wort, das bisher nach einer Flexionsklasse flektierte, nach dem Vorbild phonologisch oder semantisch ähnlicher Wörter nach einer anderen Flexionsklasse flektiert. Durch diesen Mechanismus sind in der Sprachgeschichte viele Verben von der starken in die schwache Konjugation übergegangen..."
http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Wandel/Wandel_Analog.html

Natürlich war mir klar, dass <frug> in Bezug auf die normative Grammatik des Deutschen falsch ist.
Unter deskriptiven Gesichtspunkten sieht die Sache schon anders aus.

Abraços
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon Takeo » Fr 26. Okt 2007, 22:50

amarelina hat geschrieben:
Claudio hat geschrieben:aber ein mündiger Bürger Brasiliens hat das WAHLRECHT


.....und nicht nur das, der mündige bürger brasiliens muss wählen

amarelina


... und wird dadurch ja eigentlich entmündigt - Demokratie ist Wahlrecht, nicht Wahlpflicht!
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Re: Brasilianische Staatsbürgerschaft

Beitragvon dietmar » Sa 27. Okt 2007, 02:31

Warum ... alle paar Jahre zur Wahl zu gehen ist doch nicht schlimm. Das ist eben staatlich befohlene Demokratie. Schliesslich wird man ja nicht gezwungen, jemanden die Stimme zu geben. Und zudem, es gibt tausend Dinge, die man häufiger machen muss ...

Gäbe es wie damals - ihr wisst schon - nur das Ja und das Nein ... würde ich die Sache anders sehen.

Zumindest erzählt mir hier nach der Wahl kein Verlierer, die 30% die daheim geblieben sind, hätten ja eigentlich ihn wählen wollen, aber es kam Formel1 und es hat geregnet. Während die Miniparteien behaupten, sie wären aus Protest daheim geblieben und und die Sieger freudestrahlend verkünden, es wären ebenfalls ihre Anhänger, die nur nicht gewählt hätten, weil ja schon klar gewesen wäre, dass man gewinnen würde.

Das grosse Problem ist einfach, dass zu wenig von der Möglichkeit des "Nullens" Gebrauch machen. Hier in meinem Bekanntenkreis herrscht die Meinung, eine Enthaltung sei mehr oder minder eine "verschenkte Stimme". Die Aufassung teile ich nicht. Ist ist das verfassungsmässige Recht, seinen Protest ins Ergebnis einfliessen zu lassen. Enthaltungen könnten nämlich ruckzuck absolute Mehrheiten verhindern und dann würden die Herrschaften erst einmal dumm aus der Wäsche gucken.

Sicherlich gibt es dieses Recht auch bei einer Wahlfreiheit, doch eine Enthaltung durch Fernbleiben ist als doch etwas anderes als eine Enthaltung an der Urne. Und kann eben - wie z.B. in Deutschland regelmässig der Fall - beliebig interpretiert werden.

Zudem muss ich mich hier nicht mit Schwachmaten rumschlagen, die gar nicht wählen waren, aber den Wahlausgang mokieren. Und dies habe ich seit der Europawahl 1988 in meiner alten Heimat dutzendfach erlebt.

der brasilblogger, der in seinem Leben schon vom aktiven und passiven Wahlrecht Gebrauch gemacht hat.
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