Brasilianischer Pass

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Brasilianischer Pass

Beitragvon Schwiizermeitli » So 9. Jun 2013, 18:38

Hallo Zusammen


Ich wurde heute gefragt ob Ich, wenn ich denn ein Paar Jahre in Sao Paulo lebe irgendwann den Brasilianischen Pass
erhalte... Und ich hab keine Ahnung... Bis jetzt hab ich mich nie damit befasst.. Und ich habe auch scho verschiedenes gehört..
Mein Mann ist ja Brasilianer.. und würden wir hier in der Schweiz bleiben, bekäme er nach 5 Jahren den Schweizerpass....
Wie ist das in Brasilien? Akzeptieren die Doppelbürgerschaft und gibt es überhaupt eine Chance auf den Pass..?
Und was ist wenn man den Pass bekommt und sich dann nach einigen Jahren trennt/scheidet, nehmen sie einem den dann wieder weg? :shock:

Danke schöööööön

Ps; Trinkt bitte nen Caipi für mich.... so schwanger geht das irgendwie seeeehr schlecht :D
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon amazonasklaus » So 9. Jun 2013, 19:06

Die brasilianische Staatsbürgerschaft kannst Du nach ein paar Jahren ohne weiteres bekommen. Brasilien hat mit der doppelten Staatsbürgerschaft kein Problem. Wie es die Schweiz hält, weißt Du besser. Die Deutschen verlieren jedenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn sie die brasilianische annehmen. Allerdings frage ich mich, welche Vorteile Du Dir von der brasilianischen Staatsbürgerschaft versprichst? Für mich persönlich würde ich da eher Nachteile sehen.
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon frankieb66 » So 9. Jun 2013, 21:38

amazonasklaus hat geschrieben:Die Deutschen verlieren jedenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn sie die brasilianische annehmen.


das stimmt nicht. Mein Sohn hatte zuerst nur die deutsche Staatsbürgerschaft, später kam die brasilianische dazu. Jetzt hat er beide und nicht mal das dt. Konsulat in Brasilien hat ihm davon berichtet dass er kein Deutscher mehr sei als er sich dort neulich seinen neuen dt. Reisepass abgeholt hat.
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon amazonasklaus » So 9. Jun 2013, 21:51

frankieb66 hat geschrieben:
amazonasklaus hat geschrieben:Die Deutschen verlieren jedenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn sie die brasilianische annehmen.


das stimmt nicht. Mein Sohn hatte zuerst nur die deutsche Staatsbürgerschaft, später kam die brasilianische dazu. Jetzt hat er beide und nicht mal das dt. Konsulat in Brasilien hat ihm davon berichtet dass er kein Deutscher mehr sei als er sich dort neulich seinen neuen dt. Reisepass abgeholt hat.

Das stimmt von Ausnahmen abgesehen im Allgemeinfall durchaus. Dein Sohn hatte vermutlich bereits durch die Geburt Anspruch auf beide Staatsbürgerschaften. Dieser Fall scheint mir bei der TE jedoch nicht vorzuliegen.
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon Trem Mineiro » So 9. Jun 2013, 22:48

In Deutschland kommt es auf das Wort "Annehmen" an. Wer sich um eine fremde Staatsbürgerschaft bewirbt oder in dessen Militär eintritt, verliert seine deutsche Staatsbürgerschaft automatisch. In Ausnahmefällen kann man vorher die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft beantragen und sich genehmigen lassen, alleine der Besitz eines deutschen Schäferhundes reicht da aber nicht aus :P . Dazu muss das alle 2 Jahre erneuert werden und kann dann abgelehnt werden.

Wer also wie ein in Brasilien geborener Deutscher die brasilianische Staatsbürgerschaft bereits automatisch hat (auf wenn noch keinen Pass) kann legaler Doppelstaatler werden.

Gruß
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon zagaroma » So 9. Jun 2013, 23:17

Trem Mineiro hat geschrieben:In Deutschland kommt es auf das Wort "Annehmen" an. Wer sich um eine fremde Staatsbürgerschaft bewirbt oder in dessen Militär eintritt, verliert seine deutsche Staatsbürgerschaft automatisch. In Ausnahmefällen kann man vorher die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft beantragen und sich genehmigen lassen, alleine der Besitz eines deutschen Schäferhundes reicht da aber nicht aus :P . Dazu muss das alle 2 Jahre erneuert werden und kann dann abgelehnt werden.

Wer also wie ein in Brasilien geborener Deutscher die brasilianische Staatsbürgerschaft bereits automatisch hat (auf wenn noch keinen Pass) kann legaler Doppelstaatler werden.

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Stimmt so wohl auch nicht ganz. Wenn die Konsulate effizient arbeiten (was, soweit ich weiss, nur in USA der Fall ist), kann man ein spezielles Formular ausfüllen, dass man NICHT auf die deutsche Staatsbürgerschaft verzichtet, wenn man die eines anderen Landes annimmt. Man wird allerdings nicht automatisch darauf hingewiesen, dass so ein Formular existiert und notwenig ist, um Deutscher zu bleiben.

Die meisten Konsulate in der Welt registrieren es garnicht, wenn man eine andere Staatsbürgerschaft annimmt, und wenn man seinen deutschen Pass immer pünktlich verlängert, bekommt man auch immer einen neuen, einfach weil die in Berlin nichts Gegenteiliges wissen.
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon Gordinho » Mo 10. Jun 2013, 00:18

Es ist ein Beibehaltungsgenehmigung erforderlich, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu behalten, wenn man eine ander annimmt. Die ist nicht so einfach zu bekommen, man muss besondere Beziehungen zu Deutschland haben, wenn man im Ausland lebt und Ausländer werden will.
Die Ausstellung eines Passes trotz anderer Staatsangehörigkeit, die den deutschzen Behörden nicht bekannt ist, begründet keine deutsche Staatsangehörigkeit. Wenn diese AUTOMATISCH verloren ging, z.B. durch Annahme einer anderen oder Militärdienst, entsteht sie nicht neu durch irrtümliche Dokumente.
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 10. Jun 2013, 00:29

Oi Zagaroma,
so ganz hab ich deinen Einwand nicht verstanden.
Wenn ein Deutscher eine andere Staatsbürgerschaft annehmen will, muss er, wenn er seine Deutsche Staatsbürgerschaft nicht verlieren will, vorher einen Antrag auf Beibehaltung stellen. Die Kriterien für die Beibehaltung sind recht eng, z.B. Grund und Boden in D reichen dazu nicht aus. Da muss man schon andere verbindende Argumente haben, Das wird recht restriktiv gehandhabt. Dazu muss der Antrag alle 2 Jahre wieder neu gestellt werden und wenn er dann nach 4 Jahren abgelehnt wird (weil dein deutscher Schäferhund gestorben ist) dann stehst du dann ohne deutschen Pass da.

So einfach mit Formular ausfüllen und ich will Deutscher bleiben reicht nicht, es gibt da keinen Rechtsanspruch. Es sei denn, du hättest als Nicht-Brasilianer in Brasilien erhebliche Nachteile (Diskriminierung). Wenn man es endlich geschafft hat, den brasilianischen Pass würdevoll überreicht zu bekommen, erfolgt eine automatische Mitteilung an die deutsche Botschaft in Brasilia, wenn die halbwegs flott arbeiten, hast du 14 Tage später ein Briefchen vom zuständigen Konsulat, mit der Bitte, deinen Pass abzugeben weil der Eigentum des Deutschen Staates ist. Ist einer Bekannten von mir hier in BH passiert, die wollte in den UNI-Staatsdienst und hat das in kauf genommen.
Mann kann aber evtl. später, wenn auch mit einigem Aufwand und Kosten die deutsche Staatbürgerschaft wieder beantragen, die man einem unbescholtenem Ex-Deutschen kaum verwehren kann, muss aber dann die Brasilianische formal abgeben.

Das Weiterführen/benutzen eines deutschen Passes nach Annahme einer anderen Staatsbürgerschaft ohne Beibehaltungsgenehmigung ist sogar eine Straftat.

Gruß
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon zagaroma » Mo 10. Jun 2013, 02:15

Oi Trem Mineiro, bitte um Verzeihung, wenn ich falsche Informationen gegeben habe. Wir hatten das nur gerade im Bekanntenkreis, da handelte es sich allerdings um Portugal und nicht um Brasilien. Vielleicht ist es innerhalb der Eu anders?
Oder ist Theorie und Praxis wieder mal nicht das Gleiche?
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Re: Brasilianischer Pass

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 10. Jun 2013, 02:30

Oi Zagaroma
Gott sehne die Portugiesen.........die haben bezüglich Brasilien noch ein paar Sonderregelungen. Für die Staatsbürgerschaft gibt es auch kein Schengen-Recht, da darf jedes Land noch sein eigenes Süppchen kochen. Und da hat Deutschland ganz eigenwillige Vorstellungen und die sind hammerhart.
Die haben ja auch von Brasilianern eine Aufgabe der brasilianischen Staatsbürgerschaft gefordert, wenn diese die Deutsche beantragt haben obwohl das faktisch gar nicht geht, Bis vor 7-8 Jahren musste man trotzdem den Antrag auf Ausbürgerung vorweisen (und den dann nicht weiter betreiben)Selbst die Brasilianer haben über so viel Bürokratismus den Kopf geschüttelt. Jetzt wird das stillschweigend geduldet.

Stark war auch, wenn Iraner zur Khomeini-Zeit nach der Asyl-Wartezeit in D dann eingebürgert werden sollte. Da sollten die Iraner die Entlassung aus der Iranischen Staatsbürgerschaft vorweisen, wissend das dieser ß%$§?&-Staat seine Bürger wegen grade dieser Ausbürgerung verfolgt hat. So sind deutsche Bürokraten gewesen, stur bis zum Geht-Nicht-Mehr. Und viel besser ist es heute nicht. Da lob ich mir das liberale Brasilien, auch bürokratisch, aber man findet immer eine Lösung.

Gruß
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