brasilianisches Konsulat

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Beitragvon Kuddel » So 31. Jul 2005, 16:20

Moin,
Nach altem wie nach neuem Recht muss man unterscheiden zwischen „unbefristet“ und „eigenständig“.
Nach 3 Jahren wird, wie früher auch, eine Erlaubnis erteilt die nicht befristet ist. Sie kann aber, z.B. bei einer Scheidung, widerrufen werden.

Ich werden noch ein wenige spitzfindig:
thomas hat geschrieben:Gem. § 28 Abs. 2 AufenthG beträgt die Frist drei Jahre für einen Ausländer, der mit einem Deutschen verheiratet ist.

Stimmt nicht. Es heißt:
„… familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen“
Den Unterschied habe ich gerade einer Brasilianerin erklärt. Ihr Freund meinte Sie muss ihnen heiraten um hier bleiben zu dürfen.
Sie darf aber auch hier bleiben um mit der gemeinsamen Tochter, als Tochter eines Deutschen auch Deutsche, hier zu leben.
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Beitragvon Moranguinho » So 31. Jul 2005, 18:42

thomas hat geschrieben:Nach fünf Jahren Aufenthalt und Ehe kannst Du die Staatsbürgerschaft beantragen.
Die entgültige Aufenthaltsgenehmigung (neu: Niederlassungserlaubnis) bekommst Du schon nach drei Jahren Aufenthalt und Ehe.


Hallo,

das stimmt aber nicht: Laut Verwaltungsvorschrift zum StAG gibt es die Einbürgerung nach 3 Jahren Aufenthalt und 2 Jahren Ehe mit einem Deutschen. (Allerdings ist die Verwaltungsvorschrift nicht so ganz aktuell :cry: )

"9.1.2.1 Allgemeine Anforderungen

Erforderlich ist i.d.R. ein Aufenthalt im Inland von drei Jahren. Nach einer Unterbrechung des Aufenthalts (vgl. Nummer 89.1.1) können frühere Aufenthalte im Inland bis zu zwei Dritteln der geforderten Aufenthaltsdauer angerechnet werden.

Die eheliche Lebensgemeinschaft des Einbürgerungsbewerbers mit dem deutschen E-hegatten muss im Zeitpunkt der Einbürgerung seit zwei Jahren bestehen. Dieser muss in dieser Zeit deutscher Staatsangehöriger oder Statusdeutscher gewesen sein."


http://www.einbuergerung.de/verwalt_staat.rtf

Viele Grüße

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Beitragvon Moranguinho » So 31. Jul 2005, 18:48

Latina hat geschrieben:
[...]

Versteh ich nicht. Ich hab schon seit 2004 unbefristete Aufenthaltserlaubnis, wo ist der Unterschied zu Niederlassungserlaubnis?
Kann ich jetzt doppelte Staatsangehörigkeit haben?


Wie schon gesagt: Laut dem Ausländeramt in Darmstadt geht gibt es seit einigen Monaten die doppelte Staatsbürgerschaft für Brasilianer.

Am sichersten ist es, wenn Du mal bei Deinem Ausländeramt fragst. Die werden schlußendlich ja auch darüber entscheiden.

Viele Grüße

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Beitragvon thomas » Mo 1. Aug 2005, 17:16

@Latina:
Es ist etwas komplizierter, aber die Niederlassungserlaubnis ist im Grunde genommen einfach der neue Name für die frühere unbefristete Aufenthaltserlaubnis.
Für Dich ändert sich dadurch nichts.

@Kuddel:
Kuddel hat selbstverständlich Recht. Neben der Ehe gelten die drei Jahre auch für minderjährige ledige Kinder eines Deutschen und für Eltern eines minderjährigen ledigen Deutschen zur Ausübung der Personensorge.

Wenn man es ganz genau nimmt, kommen aber noch andere Kriterien hinzu. Hinter dem netten Satz "und es bestehen keine Ausweisungsgründe" verstecken sich einige Gemeinheiten. So ist zB die Sozialhilfebedürftigkeit ein theoretischer Ausweisungsgrund.

@Moranguinho:
Es gilt immer noch soweit anwendbar die alte Verwaltungsvorschrift aus dem Jahr 2000.. gibt noch nichts neues.

Irgendwo hatten wir doch schonmal eine Diskussion zur doppelten Staatsbürgerschaft. Brasilien hatte sich ja bewegt und die Möglichkeit dazu geschaffen. Das muss wohl Eindruck auf die dt. Behörden gemacht haben, wenn sie Dir das schon offiziell so verkünden. Ein völkerrechtliches Abkommen o.ä. gibt es aber nicht. Ich bin aber relativ zuversichtlich für meine Frau in zwei Jahren die doppelte zu bekommen. Umgedreht übrigens auch für mich :) will auch mal was von haben :)

t.
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Beitragvon tinto » Mo 1. Aug 2005, 22:40

Na, jetzt wird's aber interessant, auch für mich. Ich kenn viele Deutsche, die in Brasilien mit'ner Permanencia leben, auch solche, die mit einer Brasileira verheiratet sind.

Aber einen Deutschen, der beide Pässe hat, der ist mir noch nicht begegnet.

Bei den Brasilianern hatte ich umgekehrt immer den Eindruck, sie müssten die brasilianische Staatsangehörigkeit aufgeben, bekommen dann den deutschen Pass (Einbürgerung) und holen sich dann wieder den brasilianischen Pass (nach deutschem Recht nicht rechtmäßig).

Diese Illegalität deckt sich auch irgendwie mit folgender Richtlinie der brasilianischen Konsulate:

Brasilianern, die eine andere Staatsangehörigkeit erworben haben, kann nur dann ein Visum erteilt werden, wenn ihre Entlassung aus der brasilianischen Staatsbürgerschaft im Diário Oficial da União veröffentlicht wurde.

Das heißt ja nichts anderes als entweder oder...dafür auch diese processo de perda da nacionalidade.

Gut, wir hatten das Thema schon an anderer Stelle. Sollte sich wirklich was geändert haben? Ich glaube nicht!

Hab aber schon länger nicht mehr Gesetzesänderungen verfolgt. Ausländerrecht ist nicht mein Schwerpunkt....

Wer von Euch Deutschen hat denn schon einen deutsche und einen brasilianischen Pass??
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Schöne Grüße,
tinto
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Beitragvon Moranguinho » Di 2. Aug 2005, 07:37

tinto hat geschrieben:Na, jetzt wird's aber interessant, auch für mich. Ich kenn viele Deutsche, die in Brasilien mit'ner Permanencia leben, auch solche, die mit einer Brasileira verheiratet sind.

Aber einen Deutschen, der beide Pässe hat, der ist mir noch nicht begegnet.

Bei den Brasilianern hatte ich umgekehrt immer den Eindruck, sie müssten die brasilianische Staatsangehörigkeit aufgeben, bekommen dann den deutschen Pass (Einbürgerung) und holen sich dann wieder den brasilianischen Pass (nach deutschem Recht nicht rechtmäßig).

Diese Illegalität deckt sich auch irgendwie mit folgender Richtlinie der brasilianischen Konsulate:

Brasilianern, die eine andere Staatsangehörigkeit erworben haben, kann nur dann ein Visum erteilt werden, wenn ihre Entlassung aus der brasilianischen Staatsbürgerschaft im Diário Oficial da União veröffentlicht wurde.

Das heißt ja nichts anderes als entweder oder...dafür auch diese processo de perda da nacionalidade.

Gut, wir hatten das Thema schon an anderer Stelle. Sollte sich wirklich was geändert haben? Ich glaube nicht!

Hab aber schon länger nicht mehr Gesetzesänderungen verfolgt. Ausländerrecht ist nicht mein Schwerpunkt....

Wer von Euch Deutschen hat denn schon einen deutsche und einen brasilianischen Pass??


@ Tinto: Es hat sich was geändert:

"[...]

Aquisição da Nacionalidade Alemã

Sobre a aquisição de nacionalidade estrangeira, a Constituição da República Federativa do Brasil determina, em seu artigo 12, parágrafo 4º, que:

"Será declarada a perda da nacionalidade do brasileiro que:

I – tiver cancelada sua naturalização por sentença judicial, em virtude de atividade nociva ao interesse nacional;

II – adquirir outra nacionalidade, salvo nos casos:

a) de reconhecimento de nacionalidade originária pela lei estrangeira;

b) de imposição de naturalização pela norma estrangeira, ao brasileiro residente em Estado estrangeiro, como condição para permanência em seu território ou para exercício de direitos civis."

Os brasileiros que adquiriram a nacionalidade alemã para exercer plenamente seus direitos civis neste país e que desejam manter sua nacionalidade brasileira deverão dirigir correspondência a esta Embaixada explicando as razões de sua naturalização.

A correspondência será analisada e, caso se confirme que o brasileiro se enquadra no previsto no artigo 12, parágrafo 4º, inciso II, letra b, da Constituição, será emitida declaração da Embaixada negando a abertura de processo de perda de nacionalidade brasileira."


http://www.brasilianische-botschaft.de/setorkonsular/c04_naci.html

Jedenfallls von brasilianischer Seite.

Von deutscher Seite scheinbar auch, aber gerade im Ausländerrecht ist es immer schwierig, schlüssige Infos zu bekommen, die geben einem nicht gerne etwas schriftliches in die Hand.

Für Deutsche ist es übrigens nicht schwierig, eine doppelte Staatsbürgerschaft anzunehmen (für in Deutschland geborene Deutsche; dazu gab es besonders im alten Forum viele Threads, z.B. von Yenz).
Für die meisten Männer ist das in jungen Jahren aber nicht interessant (Wehrpflicht!!!), für den rein brasilienspezifischen Fall bringt es eh nichts (wer möchte schon eine Wahlpflicht :lol: ).

Allzuviele Brasilianer mit legaler doppeltet Staatsbürgerschaft dürfte es noch nicht geben; da die Änderungen noch nicht besonders neu sind.

Sobald es neues von meiner Frau gibt, werde ich berichten; Sie hat jetzt erstmal einen großen Stapel Papier nach Hause gebracht.

Viele Grüße

Moranguinho
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Beitragvon Kuddel » Di 2. Aug 2005, 08:34

Moin,
Ich denke das Recht hat sich nur geändert für Kinder von Ausländern die in Deutschland geboren wurden.
Für unsere Frauen gilt der Grundsatz, für die Deutsche Staatsbürgerschaft ist es nötig die alte aufzugeben.
Da gab es schon immer die Ausnahme dass die doppelte Staatsbürgerschaft hingenommen werden kann, wenn es mit nicht zumutbaren Schwierigkeiten für die Ausländer verbunden ist ihre alte auszugeben.

Gibt eine Brasilianerin ihrer Staatsbürgerschaft auf, so hat Sie in Brasilien Nachteile.
Die PF weigert sich z.B. regelmäßig ein Visum um 3 Monate zu verlängern, während das bei geborenen Deutschen kein Problem ist.

Es kann sein das sich die Bewertung solcher Nachteile geändert hat. Vielleicht hat man sie früher als zumutbar eingestuft und tut das heute nicht mehr. Vielleicht gibt es auch eine Art „politischer Vorgabe“ wie für bestimmte Länder solche Bewertung zu erfolgen hat.
… oder es ist einfach nur Willkür des Beamten?

Vor einigen Jahren hat die Ausländerbehörde es bei einer Kollegin noch für zumutbar gehalten, das Sie für die Aufgabe ihrer alten Staatsbürgerschaft arabisch lernt und Fotos im Schleier macht. So etwas gibt es wohl heute hoffentlich nicht mehr.
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Beitragvon Maninha » Di 2. Aug 2005, 15:54

Latina hat geschrieben:quais documentos é preciso? Eu irei essa semana para o consulado e seria mais pratico para mim se eu já leva-se todos os papeis.


Oi Latina os documentos que precisa säo passaporte brasileiro e o visto permanente (foi oque pediram a minha amiga).
Ela teve que fazer um teste ou melhor escrever uma redacäo em alemäo.
O tema tanto faz, o funcionário pediu que ela escrevesse sobre a vida dela na Alemanha.
De resto, diz ele que será feita uma prova oral.
Como eu ainda näo fui no Auslandamt, näo posso confirmar se em todas as regiöes o procedimento é o mesmo.

Boa sorte.

Maninha
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Beitragvon Moranguinho » Sa 13. Aug 2005, 10:54

Hallo,

jetzt habe ich auch Infos vom Konsulat in FFM:

Falls die deutsche Behörde auf der Aufhebung der Staatsbürgerschaft besteht, kann man auf dem Konsulat den Ausbürgerungsprozess stoppen lassen. Dies ist möglich durch die brasiliansiche Gesetzesänderung, die ich oben bereits gepostet habe. Laut Konsulat machen Sie das mittlerweile standardmäßig automatisch, sie stoppen nur dann nicht, wenn der Brasilianer darauf besteht (darauf würde ich mich aber nicht verlassen).

Laut dem br. Konsulat bestehen die dt. Ausländerämter in 90% der brasiliansichen Einbürgerungen nach Deutschland allerdings nicht mehr auf der Aufgabe der br. Staatsbürgerschaft, da sie den "Trick" mittlerweile kennen. (keine Ahnung, woher die diese Prozentangaben haben). Brasilien verweigert in diesem Fall dann einfach die Entlassung aus der Staatsbürgerschaft.

Das deckt sich auch mit der Aussage des Ausländeramts in Darmstadt, die meine Frau frei entscheiden lassen, ob sei ihren br. Pass behält, oder nicht.

Schriftlich habe ich natürlich nichts (wie sollte das bei Behörden auch anders sein), jetzt werden wir es mal probieren, und schauen, was dabei rauskommt.

Sprachprüfung muss übrigens nur gemacht werden, wenn kein Zertifikat, wie z.B. DSH oder ähnliches, vorliegt.

Die Aussagen von oben können sich natürlich je nach tageszeit und Form des jeweiligen Beamten ändern...Also immer freundlich auftreten und die Nerven behalten... :lol:

Viele Grüße

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Beitragvon Latina » Mi 17. Aug 2005, 21:27

Danke für eure Tipps.
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