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Condor




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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 04:28 
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Man könnte den Spiess auch leicht umdrehen und vielleicht sagen:

22% der Brasilianer erwirtschaften das gesamte Bruttosozialprodukt des ganzen Landes.
Sowas könnte man auch ruhig mal diskutieren!

Bruzundunga: ich habe den Bericht schon original in der Veja gelesen, dass 'Bolsa Familia' 'Bolsa Puta que pariu' genannt wird habe ich von Arbeitskollegen! ... Leider leben oder kommen wir hier nicht aus der Caatinga und kennen uns daher nicht so gut aus mit 'Bolsa puta que pariu'.


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 04:44 
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Severino hat geschrieben:
Eine Bekannte aus der Nachbarschaft bekommt als alleinerziehende Mutter mit drei Kindern R$ 95 pro Monat. Einen festen Job hat sie nicht.


Dann hätte sie es sich auch mal vorher überlegen sollen, 3 Kinder in die Welt zu setzen, diese blöde Kuh, die nur dazu beiträgt dass Brasilien an seiner ganzen beschissenen armen Bevölkerung verreckt!

Jetzt kannst Du uns natürlich - zu Deiner Verteidigung - vorlügen, dass die arme Frau vergewaltigt worden ist, oder sonstwas... aber 'ne Tüte Camisinhas sind viiiiieeeeel billiger als 'ne Hand voll Blagen, die auch noch statt kulturell gebildet zu werden putzen gehen müssen - eine Vergonha ist das den armen Kindern gegenüber! Allein schon der Ausdruck "alleinerziehende Mutter" ist pure Ironie!


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 07:12 
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oi takeo, du brauchst gar nicht so auf die frau(en) herunter zu schimpfen. meines wissens braucht es um kinder zu machen auch männer.
und wo sind die?
ich habe mal irgendwo gelesen, dass in Brasilien über 80% der frauen ihre kinder alleine aufziehen.
also WO sind die männer?
und noch was: es haben nicht alle menschen die gleichen chancen und nicht alle haben das glück einen richtigen beruf zu erlernen, eine schule zu besuchen oder sogar zu studieren.
es ist ein privileg, dessen man sich ruhig bewusst sein dürfte, wenn man dieses glück hatte.

amarelina



não há diferença entre um sábio e um tolo quando ambos estão apaixonados.


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 08:36 
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Takeo hat schon ganz recht. Viele brasilianische Frauen werden schwanger - ohne vorher darüber nachzudenken. Das funktioniert in Brasilien eben auch anders, als in Europa. Mit der "Es wird schon irgendwie" - Menthalität wachsen die Brasilianer auf. Und das schon seit vielen Generationen.
Dass die meisten Männer sich kaum um ihren Nachwuchs kümmern ist ebenso Tradition in Brasilien. Warum auch? Man(n) kann den ganzen Tag arbeiten um am Ende des Monats den salario zu bekommen. Das reicht eh für nichts. Warum also arbeiten? Wenn man denn überhaupt Arbeit findet. Da liegt das Problem. Deshalb erwirtschaften wohl etwa 22% der Brasilianer das gesamte Bruttosozialprodukt des Landes.... denn die haben Jobs, die sich lohnen.
Bolsa familia gehört wie CPMF und einige Steuern mehr abgeschafft. Daran bereichern sich nur korrupte Politiker und das was bei der "armen" Bevölkerung noch ankommt ist sowieso ein Witz. Genauso wie der Salario Minimo. Ein Mindestlohn, der nicht zu Überleben reicht. Wird er angehoben steigen Miete, Lebensmittel usw. ebenso. Und der Brasilianer nimmt das hin und fügt sich in sein Schicksal. Es wird schon alles gut - se Deus quiser.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 09:26 
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Severino hat geschrieben:
Takeo hat schon ganz recht.

es geht nicht darum, ob jemand recht hat oder nicht. es geht darum, ob jemand, dem es, jedenfalls materiell gesehen, ziemlich sicher nicht schlecht geht (sonst wäre er ja nicht hier im forum, weil er dann gar nicht die möglichkeit hätte) auf menschen zu schimpfen, die nicht soviel glück hatten und keine privilegien haben.
man sagt in Brasilian dazu auch: reclamar de barriga cheia...
ihr werdet es ja vielleicht schon gemerkt haben. ich solidarisiere mich immer mit den aussenseitern der gesellschaft, die andern brauchen meine solidarität nicht.

amarelina



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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 10:17 
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amarelina hat geschrieben:
....es geht nicht darum, ob jemand recht hat oder nicht. es geht darum, ob jemand, dem es, jedenfalls materiell gesehen, ziemlich sicher nicht schlecht geht (sonst wäre er ja nicht hier im forum, weil er dann gar nicht die möglichkeit hätte) auf menschen zu schimpfen, die nicht soviel glück hatten und keine privilegien haben.
man sagt in Brasilian dazu auch: reclamar de barriga cheia...
ihr werdet es ja vielleicht schon gemerkt haben. ich solidarisiere mich immer mit den aussenseitern der gesellschaft, die andern brauchen meine solidarität nicht.

amarelina

Oh, da hast Du aber viel zu tun.... Wobei ich nicht beurteilen vermag was Glück und Privilegien gemeinsam haben - insbesondere in Brasilien.
Für die oben erwähnte Frau sind die Kinder ihr Glück. Kein Internet zu haben ist für sie aber kein fehlendes Privileg.
Für eine europäisch erzogene Frau ist es unverständlich, dass eine Frau sich schwängern lässt und sich damit in ihr "Unglück" stürzt...
So verschieden ist die Welt. Und das Problem des barriga cheia ist, dass da meist auch noch die olhos grande dazukommen...
Aussenseiter der Gesellschaft - ist das nicht irgendwie jeder auf die eine oder andere Art? Wer definiert denn dann den Insider? Denken wir nicht alle schon viel zu materialistisch? Aber ich höre lieber auf, sonst endet das noch in einer Diskussion über "Der Sinn des Lebens"....



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 15:04 
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amarelina hat geschrieben:
oi takeo, du brauchst gar nicht so auf die frau(en) herunter zu schimpfen. meines wissens braucht es um kinder zu machen auch männer.
und wo sind die?
ich habe mal irgendwo gelesen, dass in Brasilien über 80% der frauen ihre kinder alleine aufziehen.
also WO sind die männer?
und noch was: es haben nicht alle menschen die gleichen chancen und nicht alle haben das glück einen richtigen beruf zu erlernen, eine schule zu besuchen oder sogar zu studieren.
es ist ein privileg, dessen man sich ruhig bewusst sein dürfte, wenn man dieses glück hatte.

amarelina


Ach komm'... das hat nichts mit Frauen oder Männern zu tun... die Frauen machen in ihrer infinitiven Ignoranz die Beine breit, und die Männer, diese blöden Säcke, spritzen kräftig ab... so geht das bei den sog. "Armen".

Chancengleichheit?

Je grösser der Anteil der nichtverdienden armen ungebildeten Gesellschaft ist, desto schwieriger wird es auch für diese Leute aus der Armut und Ignoranz herauszukommen... da ist immer mehr Kinder machen vollkommen kontraproduktiv für den Einzelnen und für die Gesamtbevölkerung.

Privileg?

Viele von uns müssen auch ganz schon kämpfen und sehr hart arbeiten um auf dem Lebensstandard zu bleiben auf dem wir uns befinden, und mussten auch früher schon ganz schön kämpfen um da hinzugelangen wo wir jetzt sind... von Nichts kommt nichts...Das ist kein Privileg, das ist Blut Schweiss und Tränen!!! Genauso wie Benachteiligung... das sind doch heutzutage auch nur noch leere Begriffe! Denn die Armen hängen 'rum und spielen Snooker (die Männer), behandeln ihre Frauen und Kinder schlecht (auch die Frauen!!!), laden ihren Müll in der Natur ab und zündeln in der Natur herum... schöne Gesellschaft!!!

Wenn Du Dich in Brasilien für die benachteiligten Minderheiten einsetzten willst, dann solltest Du mal langsam anfangen, auch über den benachteilgten aber hart arbeitenden Mittelstand Brasiliens nachzudenken, dem absolut garnichts leicht bekommt, der für das Bruttosozialprodukt verantwortlich ist, vom Staat an allen Ecken nur ausgenommen wird und vor der Justiz nie Recht bekommt... weil zu arm um für Korruption und zu Reich um als "arm+ausgebeutet" zu gelten!

BTW:
"Reclamar de barriga cheia" wird anders gebraucht: es heisst "sich beklagen wo eigentlich nichts zu beklagen ist"... und das tun wir hier nicht.

Aber ich beklage mich, wenn ich von Januar bis Mai arbeiten muss, um unteranderem 'Bolsa Puta' finanzieren muss, IPVA bezahlen muss, aber auf der Strecke nach SP mir fast einen Achsenbruch hohle und dann in SP für ein paar ganz gewöhnliche Strecken fast 200,- R$ Pedágio bezahlen muss... und dann zusehen muss, wie sich die Armen bei der ganzen Stütze die sie bekommen sich noch verbreiten wie die Karnickel!

Da kann man auch mal drüber nachdenken!


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 15:35 
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Wow. Excellente Beschreibung, Takeo. Geht aber auch kürzer: Wer keine Bildung hat kriegt keinen Job. Dann hat er den ganzen Tag nix zu tun - ausser ....
Und noch kürzer: Dumm fickt gut....



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 17:13 
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@takeo
Bin auch ein Mitglied der MSB(Movimento dos Sem Bolsa quer dizer sem Bolsa Familia e sem Bolsa BNDES) und verstehe, bzw. kann Deine Argumente nachfühlen.
Nur vorschnelle Rundumschläge sind meiner Meinung nach nicht die richtige Antwort auf die Probleme Brasiliens.

Zu Unterscheiden sind kurzfristige und langfristige Lösungen. Zu unterscheiden sind Lösungen, die auf dem Papier noch richtig sind und dann in der Praxis wegen Korruption und Inkompetenz wie man hier sagt zu einem "tiro pela culatra" werden und Lösungen die das Papier von vornherein nicht wert sind.

Die Bolsa Familia hat, meiner Meinung nach, einen bestimmten (theoretischen) Wert als kurzfristige Lösung.

Langfristig braucht Brasilien eine signifikante Erhöhung des Bildungsniveaus und massive Investitionen in die Infrastruktur, der Rest kommt von selbst (der 3. Punkt fällt mir jetzt nicht ein)

Selbstverständlich ist das Theorie. In der Praxis hat man es dann noch mit korrupten und inkompetenten, schamlosen Politikern zu tun. Das Anführen von Einzelfällen führt aber zu nichts, genausowenig wie das Vermengen von Korruption und politischen Lösungsversuchen.

Im Unterschied zu Dir gebe ich den Armen noch einen bestimmten Bonus und trete mehr nach oben als nach unten. Die "schöne Gesellschaft" hängt mir auch manchmal zum Hals raus, was aber nicht ausschliesst das ich die Auswegslosigkeit dieser Schicht ein bisschen mehr berücksichtige. Schliesslich gibt es eine Unmenge von Fällen in denen Arme trotz strampeln nicht einmal in die Nähe unseres Lebenstandards kommen (den ich jetzt mal nicht weiter spezifizieren will).

In diesem Sinne

Pensando construtivo.

P.S. Damit die Mittelschicht hier in Br. besser vertreten wird muss sie sich noch Nachschub aus den Reihen der Armen holen und klar das polit. Bewusstsein verbessern.


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2007 19:50 
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Dein letzter Satz ist nicht uninteressant - von diesem Aspekt habe ich das nur selten betrachtet.

Leider habe ich aber auch mal in der SuperInteressante gelesen, dass der soziale Aufzug in Lateinamerika zwar tendenziell besser funktioniert als in 'eingefahrenen Gesellschaften' wie USA und Europa, sich aber andererseits die arme Bevölkerung schneller vermehrt als der soziale Aufzug funktioniert, sodass sich das demographisch nicht bemerkbar macht.

Anm.:
Soziale Aufzug = Aufstieg in die nächst höhere soziale Schicht.


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