Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon mikelo » Fr 4. Mai 2007, 18:40

Brasilia. DPA/baz. Im Streit um Preisnachlässe für Medikamente in der Dritten Welt bricht Brasilien erstmals das Patent eines Mittels gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am Freitag in Brasilia das entsprechende Dekret. Wie Medien berichteten, trifft diese Entscheidung das vom amerikanischen Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme hergestellte Medikament Efavirenz. Einen Patentbruch für Efavirenz hatte Thailand Ende 2006 angekündigt. Das Dekret über Patentbruch garantiere einen Preisrückgang von 72 Prozent, hiess es in Brasilia.

Brasilien will nach eigenen Angaben in einer ersten Phase von einem indischen Hersteller ein Nachahmpräparat, ein so genanntes Generikum, erwerben. Von Merck hatte der Staat bislang Efavirenz für 1,59 US-Dollar pro Einheit erworben. Später wolle man die Herstellung eines Efavirenz-Generikums für brasilianische Labore ausschreiben.

Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln. Zur Zeit bekämen 75 000 Menschen das Medikament Efavirenz kostenlos vom Staat, teilte das Gesundheitsministerium mit. Brasilien hat mit über 200 000 registrierten Fällen die absolut meisten Aids-Kranken in Lateinamerika. Die Aufklärungs- und Vorsorge- Kampagnen des Staates sowie die ärztliche Hilfe für die Kranken gelten aber unter Experten weltweit als beispielhaft.

"Diese Massnahme ist Teil unserer Politik, den Zugang der gesamten Bevölkerung zu Medikamenten zu ermöglichen. Aufgrund der von den Konzernen geforderten Preisen ist dieser Zugang oft sehr schwer. Wir kämpfen um gerechtere Preise", erklärte Gesundheitsminister José Gomes TemporÆo bei der offiziellen Zeremonie im Regierungspalast Planalto. Merck habe bei Verhandlungen einen Preisnachlass von 30 Prozent angeboten. Dieses Angebot habe man aber als ungenügend zurück gewiesen. Brasilien hatte bereits 2001 und 2003 Patentbrüche mit Herstellern von Aids-Medikamenten angekündigt, war damals aber nach kurzer Zeit mit den Herstellern zu einer Einigung gekommen.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?Ob...026E32B759AF414
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Beitragvon Birgit » Fr 4. Mai 2007, 19:51

[...] von mir selber gelöscht! Birgit
Zuletzt geändert von Birgit am Di 4. Dez 2007, 19:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Tudacudaduda » Sa 5. Mai 2007, 07:06

Birgit hat geschrieben:Außerdem sind die gemeldeten 200.000 doch knapp an der Realität vorbei- zumindest wenn man der Dunkelziffer dieses Berichtes Glauben schenken darf


Daß mit den offiziellen brasilianischen AIDS-Zahlen irgendetwas nicht stimmen kann, liegt eigentlich auf der Hand, wenn man diese mit anderen Zahlen kreuzt. Wenn die AIDS-Prävention in Brasilien wirklich so gut funktionieren würde, dann dürfte z.B. die Zahl der Geburten gerade bei den unter 20jährigen nicht noch kräftig weitersteigen. 1993 waren Frauen/Mädchen dieser Altersgruppe für 17,3 % der Geburten verantwortlich, jetzt liegen sie bei 26,7%. Selbst wenn man dabei einrechnet, daß die Zahl der Geburten in Brasilien insgesamt rückläufig ist, ist hier doch von einem deutlichen Zuwachs zu sprechen. Und wieviele Frauen/Mädchen in Brasilien haben Kinder nicht nur von einem Partner, sondern von zwei, drei, vier, etc. verschiedenen Partnern? Wer sich so promiskuitiv verhält und dabei kein Präservativ verwendet, setzt sich natürlich nicht nur der Gefahr von Schwangerschaften aus. Bei Umfragen unter brasilianischen Jugendlichen fällt auch immer wieder auf, wie wenige angeben, Präservative benutzen. Da können sie während des Karnevals noch soviele Lümmeltüten gratis verteilen, wenn dann 90% davon ungenutzt im Müll landen, hilft das auch nix.
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Re: Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon mikelo » Mo 7. Mai 2007, 23:50

mikelo hat geschrieben:Brasilia. DPA/baz. Im Streit um Preisnachlässe für Medikamente in der Dritten Welt bricht Brasilien erstmals das Patent eines Mittels gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am Freitag in Brasilia das entsprechende Dekret. Wie Medien berichteten, trifft diese Entscheidung das vom amerikanischen Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme hergestellte Medikament Efavirenz. Einen Patentbruch für Efavirenz hatte Thailand Ende 2006 angekündigt. Das Dekret über Patentbruch garantiere einen Preisrückgang von 72 Prozent, hiess es in Brasilia.

Brasilien will nach eigenen Angaben in einer ersten Phase von einem indischen Hersteller ein Nachahmpräparat, ein so genanntes Generikum, erwerben. Von Merck hatte der Staat bislang Efavirenz für 1,59 US-Dollar pro Einheit erworben. Später wolle man die Herstellung eines Efavirenz-Generikums für brasilianische Labore ausschreiben.

Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln. Zur Zeit bekämen 75 000 Menschen das Medikament Efavirenz kostenlos vom Staat, teilte das Gesundheitsministerium mit. Brasilien hat mit über 200 000 registrierten Fällen die absolut meisten Aids-Kranken in Lateinamerika. Die Aufklärungs- und Vorsorge- Kampagnen des Staates sowie die ärztliche Hilfe für die Kranken gelten aber unter Experten weltweit als beispielhaft.

"Diese Massnahme ist Teil unserer Politik, den Zugang der gesamten Bevölkerung zu Medikamenten zu ermöglichen. Aufgrund der von den Konzernen geforderten Preisen ist dieser Zugang oft sehr schwer. Wir kämpfen um gerechtere Preise", erklärte Gesundheitsminister José Gomes TemporÆo bei der offiziellen Zeremonie im Regierungspalast Planalto. Merck habe bei Verhandlungen einen Preisnachlass von 30 Prozent angeboten. Dieses Angebot habe man aber als ungenügend zurück gewiesen. Brasilien hatte bereits 2001 und 2003 Patentbrüche mit Herstellern von Aids-Medikamenten angekündigt, war damals aber nach kurzer Zeit mit den Herstellern zu einer Einigung gekommen.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?Ob...026E32B759AF414




In Brasilien wurde ein Aids-Medikament zwangslizensiert. AIDS-Patienten können so besser behandelt werden, die UNO bezeichnet das Aidsprogramm als vorbildlich. Die US-Handelskammer bezeichnete den Patentbruch als einen großen "Schritt rückwärts" und behauptete, er werde Investoren verschrecken. Dass wegen geistiger Eigentumsrechte gestorben wird, obgleich es vermeidbar wäre, wird damit einmal mehr belegt.

Vergangenen Freitag wurde in Brasilien eine Verordnung unterschrieben, die erlaubt, dass das Arzneimittel Stocrin des US-Konzerns Merck Sharp und Dohme mit dem Wirkstoff Efavirenz durch ein Nachahmerpräparat ersetzt werden kann. Brasilien wird das Generika aus Indien importieren, so Gesundheitsminister José Gomes Temporão.

Statt 1,10 Dollar pro Wirkstoffkapsel kostet das Medikament 44 US-Cent pro Kapsel. So günstig können lebensrettende Medikamente hergestellt werden - auf der anderen Seite wird klar, dass Unternehmen wegen lukrativer Gewinnspannen das Sterben tausender Aidskranker in Kauf nehmen.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die Preispolitik Mercks laut der taz als "Respektlosigkeit" gegenüber brasilianischen Aids-Kranken. In Zukunft könnten auch andere Medikamente zwangslizenziert werden.

Die WHO sieht Brasilien hingegen zur Zwangslizenzierung berechtigt. Der Patentbruch wird dort ausdrücklich begrüßt, der Einsatz günstiger Generika in Entwicklungsländern gefordert.
http://www.gulli.com/news/brasilien-kla ... 007-05-07/
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Re: Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon Tudacudaduda » Di 8. Mai 2007, 03:17

mikelo hat geschrieben:So günstig können lebensrettende Medikamente hergestellt werden


Ja, von Unternehmen, die selber keinen Cent in die teure Forschung stecken - jedes neue Medikament kostet schließlich von der Entwicklung bis zur Markteinführung ca. 400 bis 600 Millionen Euro und 12 bis 15 Jahre Forschung und Arbeit.
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Re: Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon amarelina » Di 8. Mai 2007, 06:59

Tudacudaduda hat geschrieben:
Ja, von Unternehmen, die selber keinen Cent in die teure Forschung stecken - jedes neue Medikament kostet schließlich von der Entwicklung bis zur Markteinführung ca. 400 bis 600 Millionen Euro und 12 bis 15 Jahre Forschung und Arbeit.


gemessen an den profiten die diese pharmamultis machen sind das peanuts...

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Re: Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon Macumba » Di 8. Mai 2007, 11:40

Ich frage mich immer, warum die hocheffiziente und gleichsam wohltätige Pharmaindustrie in Kuba, Venezuela etc. nicht die entsprechenden Mittel selbst entwickelt und zum Selbstkostenpreis auf den Markt wirft....
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Re: Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon cebolinha » Di 8. Mai 2007, 11:54

Tudacudaduda hat geschrieben:Ja, von Unternehmen, die selber keinen Cent in die teure Forschung stecken - jedes neue Medikament kostet schließlich von der Entwicklung bis zur Markteinführung ca. 400 bis 600 Millionen Euro und 12 bis 15 Jahre Forschung und Arbeit.


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Beitragvon Bernado » Mi 9. Mai 2007, 18:47

Also ich habe mich gefragt wie lange sich die Brasilianer das Gefallen lassen, ich halte es für keinen Rückschritt sondern einen Fortschritt für die vielen Kranken, die sich das Medikament nicht leisten können.

Aber die Frage stellte sich mir schon länger.
http://www.wto.org/english/news_e/pres03_e/pr350_e.htm
"In Mallorca trifft man mehr Deutsche als in Berlin."
Thomas Gottschalk am 23.6.2007
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Re: Brasilien bricht erstmals Patent von Aids-Medikament

Beitragvon mikelo » Mo 14. Mai 2007, 03:02

mikelo hat geschrieben:Brasilia. DPA/baz. Im Streit um Preisnachlässe für Medikamente in der Dritten Welt bricht Brasilien erstmals das Patent eines Mittels gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am Freitag in Brasilia das entsprechende Dekret. Wie Medien berichteten, trifft diese Entscheidung das vom amerikanischen Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme hergestellte Medikament Efavirenz. Einen Patentbruch für Efavirenz hatte Thailand Ende 2006 angekündigt. Das Dekret über Patentbruch garantiere einen Preisrückgang von 72 Prozent, hiess es in Brasilia.

Brasilien will nach eigenen Angaben in einer ersten Phase von einem indischen Hersteller ein Nachahmpräparat, ein so genanntes Generikum, erwerben. Von Merck hatte der Staat bislang Efavirenz für 1,59 US-Dollar pro Einheit erworben. Später wolle man die Herstellung eines Efavirenz-Generikums für brasilianische Labore ausschreiben.

Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln. Zur Zeit bekämen 75 000 Menschen das Medikament Efavirenz kostenlos vom Staat, teilte das Gesundheitsministerium mit. Brasilien hat mit über 200 000 registrierten Fällen die absolut meisten Aids-Kranken in Lateinamerika. Die Aufklärungs- und Vorsorge- Kampagnen des Staates sowie die ärztliche Hilfe für die Kranken gelten aber unter Experten weltweit als beispielhaft.

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http://www.baz.ch/news/index.cfm?Ob...026E32B759AF414




Staatspräsident Lula da Silva: Es kann alle treffen, wenn es um unsere Verantwortung geht, Kranken zu helfen
Von OTZ-Korrespondent Carl D. Goerdeler, Rio Brasilien hat den Patentschutz des Anti-Aids-Mittels "Evafirenz" der amerikanischen Firma Merck aufgehoben und wird diesen Wirkstoff nun billiger aus Indien beziehen und danach möglicherweise selber herstellen. "Wir haben diesen Schritt unternommen; es trifft diesmal ein Medikament, es kann aber im Prinzip alle treffen - wenn es nämlich unsere Verantwortung erfordert, den Kranken zu helfen", begründete Staatspräsident Lula da Silva die Entscheidung. Brasilien betreibt schon lange, zum Ärger mancher multinationaler Pharmakonzerne, eine Politik der Missachtung von Patentrechten - weil die Bekämpfung von Aids wichtiger sei als die Bilanzen der Pharmaindustrie. So sieht man es im Parlament, aber auch in den Forschungsstätten Brasiliens.


Dr. Dumith Chequer Bou-Habib nimmt ein Papiertuch in die Hand, dreht die Kombination auf der Panzertür und senkt vorsichtig die Klinke. "Das ist unser B-3- Labor und da dürfen nur wenige hinein. Bitte berühren Sie nichts und bleiben Sie ruhig!" "Risco biologico" warnt ein Schild. In diesem Labor-Tresor lagern tiefgekühlt bei Minus 70 Grad die tödlichen Viren - alle möglichen Varianten der "Acquired Immune Deficiency Syndrome" - HIV-Viren, deren Herkunft immer noch im Dunkeln liegt, und die den davon Infizierten nach Monaten, nach Jahren an simplen Krankheiten - wie eine Grippe - sterben lassen.

Das hochgesicherte Labor, das Dr. Dumith aufschließt, gehört zu "Fiocruz", der staatlichen Forschungszentrale am Rande von Rio de Janeiro. Dort ergründen Pharmakologen und Biologen, Chemiker und Ärzte Mittel und Wege, Seuchen zu bekämpfen. Aids gehört dazu. "Fiocruz" trägt seinen Namen nach dem Besieger des Gelbfiebers Oswaldo Cruz, der ein Schüler des großen Louis Pasteur gewesen war.

Brasilien ist schon 1983 in den Kampf gegen Aids eingestiegen. Die Weltbank hatte dem Land ein verheerendes Szenario vorausgesagt, zur Jahrtausendwende würden 1,2 Millionen Brasilianer infiziert sein. Das ist nicht eingetreten. Rund 200 000 Brasilianer sind heute HIV-positiv - in Brasilia rechnet man aber mit 540 000 Fällen. Das ist eine stattliche Zahl - aber die Todesrate wurde um die Hälfte gesenkt. Und denen, die überleben, aber bereits an Aids leiden, wird geholfen. Seit acht Jahren haben die Brasilianer ein Recht darauf, antiretrovirale Medikamente kostenlos zu bekommen. Zwei der drei Medikamente, die Kranke einnehmen, stammen aus brasilianischer Pharmaproduktion. Brasilien ist das einzige Land südlich des Äquators, das die fachliche Kompetenz und die notwendigen Einrichtungen besitzt, solche Arzneien herzustellen. Es handelt sich zum großen Teil um Generika.

"Piraterie!" bekamen die Brasilianer aus dem Norden zu hören. Doch vor Racheakten schreckten die Multis zurück: Zu groß ist der brasilianische Pharmamarkt, auf dem sie gutes Geld verdienen. Die Brasilianer jedenfalls fühlen sich moralisch im Recht, Anti-Aids-Präparate nachzubauen. "Es wäre gar nicht finanzierbar gewesen, wenn wir die üblichen Wucherpreise für Markenpräparate hätte zahlen müssen", empört sich Ana Eppinghaus, die in Niteroi das kommunale Anti-Aids-Programm leitet. Was Senhora Eppinghaus dem Besucher zeigt, sind eindrucksvolle Statistiken, die belegen, wie nach der Einführung der kostenlosen Anti-Aids-Medikamente die Todesfälle drastisch gesunken sind.


13.05.2007
http://www.otz.de/otz/otz.nachrichten.v ... otzHOMHomN
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