Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Lemi » Do 26. Feb 2015, 11:25

Oi Brazil53,

Das mit den Nachbarländern stimmt. Sie sind entweder von rückständigen Indianern oder Ultra-Kommunisten regiert. Einzig und allein Chile ist da einen Schritt voraus.

Mein Beitrag soll nur als Warnung dienen, auf was man sich in Brasilien einlässt. In der Presse findet man so eine komplette Liste nicht. Ab und zu wird zwar von Kriminalität geschrieben, manchmal auch Korruption und jetzt Wassermangel, aber zu sagen, dass es immer schon so war, halte ich für grundsätzlich falsch. ES IST IN DEN LETZTEN JAHREN VIEL SCHLIMMER GEWORDEN! Und das betrifft alles ... Kriminalität, Inflation, Steuern, insgesamt ist die Lebensqualität so weit gesunken, dass selbst wegen des Klimas ein Auswandern keinen Sinn mehr macht. Klar, wenn man wie ich 20 Jahre in Brasilien ist, Kinder hat, die die Schule besuchen, Wohneigentum, Hilfsprojekte, Job etc hat, dann überlegt den Schritt des Zürckauswanderns gründlich, weil damit any Schwierigkeiten verbunden sind. Wäre ich allein und frei, dann wäre ich ganz sicher während des zweiten Lula-Mandats aus Brasilien abgehauen.
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Colono » Do 26. Feb 2015, 14:46

Lemi hat geschrieben:Wäre ich allein und frei, dann wäre ich ganz sicher während des zweiten Lula-Mandats aus Brasilien abgehauen.
Und ich war der Meinung Sklavenhaltung sei in Brasilien abgeschaft.
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Berlincopa » Do 26. Feb 2015, 15:42

Lemi hat geschrieben:Oi Brazil53,

Das mit den Nachbarländern stimmt. Sie sind entweder von rückständigen Indianern oder Ultra-Kommunisten regiert. Einzig und allein Chile ist da einen Schritt voraus.

Mein Beitrag soll nur als Warnung dienen, auf was man sich in Brasilien einlässt. In der Presse findet man so eine komplette Liste nicht. Ab und zu wird zwar von Kriminalität geschrieben, manchmal auch Korruption und jetzt Wassermangel, aber zu sagen, dass es immer schon so war, halte ich für grundsätzlich falsch. ES IST IN DEN LETZTEN JAHREN VIEL SCHLIMMER GEWORDEN! Und das betrifft alles ... Kriminalität, Inflation, Steuern, insgesamt ist die Lebensqualität so weit gesunken, dass selbst wegen des Klimas ein Auswandern keinen Sinn mehr macht. Klar, wenn man wie ich 20 Jahre in Brasilien ist, Kinder hat, die die Schule besuchen, Wohneigentum, Hilfsprojekte, Job etc hat, dann überlegt den Schritt des Zürckauswanderns gründlich, weil damit any Schwierigkeiten verbunden sind. Wäre ich allein und frei, dann wäre ich ganz sicher während des zweiten Lula-Mandats aus Brasilien abgehauen.



Könnte es nicht sein, daß es subjektiv für Dich in den letzten Jahren viel schlimmer geworden ist, für andere nur ein bißchen schlimmer und für gar nicht so wenige sogar besser geworden ist?
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Lemi » Do 26. Feb 2015, 16:06

Berlincopa hat geschrieben:Könnte es nicht sein, daß es subjektiv für Dich in den letzten Jahren viel schlimmer geworden ist, für andere nur ein bißchen schlimmer und für gar nicht so wenige sogar besser geworden ist?


Natürlich kann das sein. Meine Meinung, das sagt der Name ja schon, ist subjektiv. Dumm ist nur, dass niemand um mich herum die Lage anders sieht. Selbst die paar PT-Wähler, die ich kenne, denken jetzt anders über Lula, Dilma und Co. Das ist sehr bedenklich.

PS: Für viele meiner Behauptungen gibt es auch Zahlen, die das belegen.
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon moni2510 » Do 26. Feb 2015, 16:40

natürlich ist viel gefühlt... aber es ist auch ein Fakt, dass das eigene Gehalt nie einen Inflationsausgleich dargestellt hat und die gefühlte Inflation noch deutlich über der "offiziellen" liegt. Das trifft natürlich in erster Linie auf Leute zu, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, also mit Arbeitsbuch.

Fakt ist auch, dass es um die Sicherheit immer schlechter bestellt ist. Und das ist nicht nur die gefühlte Häufung von Überfällen auf Freunde, Bekannte, ehemalige Lieblingskneipen etc. Dazu kann man auch beliebig viel nachlesen.

Und die weitere Entwicklung, da muss man schon der Superoptimist sein, um da was positives zu sehen... grad gelesen, Arbeitslosenzahlen explodieren...

http://oglobo.globo.com/economia/populacao-desocupada-sobe-225-mais-do-que-no-auge-da-crise-global-15444477

Ich habe die Konsequenzen gezogen, habe aber auch keine Kinder, die ich mit umziehen muss, sondern "nur" einen Mann, der derzeit auch lieber friert also ohne Wasser und Strom in Rio bei 40 Grad zu schwitzen.
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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Brazil53 » Do 26. Feb 2015, 18:30

Lemi hat geschrieben:
Berlincopa hat geschrieben:Könnte es nicht sein, daß es subjektiv für Dich in den letzten Jahren viel schlimmer geworden ist, für andere nur ein bißchen schlimmer und für gar nicht so wenige sogar besser geworden ist?


Natürlich kann das sein. Meine Meinung, das sagt der Name ja schon, ist subjektiv. Dumm ist nur, dass niemand um mich herum die Lage anders sieht. Selbst die paar PT-Wähler, die ich kenne, denken jetzt anders über Lula, Dilma und Co. Das ist sehr bedenklich.

PS: Für viele meiner Behauptungen gibt es auch Zahlen, die das belegen.


Berlincopa, auch du solltest anerkennen, dass nach dem imposanten Wirtschaftswachstum in den Jahren 2004 bis 2011, alles stagniert und sogar rückläufig ist.
Bis 2011 hat sich die Lage für ein drittel der Brasilianer verbessert und erreichten die untere Grenze des Mittelstandes.
Es leben aber noch immer etwa 10 Millionen Brasilianer in extremer Armut.

Seit dem Jahr 2012 hat der neue Mittelstand das große Problem diese Position zu halten.

Die neue Mittelklasse braucht natürlich gute Zukunftsbedingungen und die Sicherung des erworbenen Lebensstandards und die Aussicht auf die Steigerung des Lebensstandards.
Und diese Erwartungen werden jetzt nicht mehr erfüllt. Das Vertrauen zur Regierung und einer guten Zukunft ist geschwunden.

Aber im letzten und diesem Jahr ist es für niemanden mehr besser geworden, wenn man die korrupte Kaste mal ausklammert.
Dilma hat jeden Rückhalt verloren, da kann ich der Beobachtung von Lemi nur zustimmen. Die PT Wähler fühlen sich verraten und verkauft. Die anderen Parteien genießen dadurch aber keine bessere Beurteilung.

vamos ver
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon amazonasklaus » Do 26. Feb 2015, 18:34

Müßig, sich zu streiten. Es gibt halt unterschiedliche Auswandererprofile. Für den Urlaubs-Rentner ohne schulpflichtige Kinder, der von seiner Rente aus dem Ausland leben und sich seinen Aufenthaltsort frei aussuchen kann, sieht's freilich anders aus als für den Arbeitnehmer, der in der Nähe der Firma wohnen muss, für seine Kinder eine ordentliche Schule braucht und mit seinem Gehalt die Defizite der staatlichen Dienstleistungen kompensieren muss.
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Trem Mineiro » Do 26. Feb 2015, 19:34

Oi Brazil
In den meisten Punkten hast du es getroffen.
Wobei, Brasilien lieben und dahin auswandern sind halt 2 Paar Schuhe. Natürlich liebe ich Brasilien auch, bzw. hab es in 20 Jahren lieben gelernt. Ich würde aber seit 2003, da fing bei mir so langsam eine kritische Phase an, auf keinen Fall dorthin auswandern.
Ich bin ja nie ein Auswanderer gewesen, immer ein Expat mit Rückkehrgarantie, Rückfahrkarte und (noch) gutem deutschen Rentenanspruch geblieben. Hätte man mich um das Jahr 2000 herum (da war ich bereits 5 Jahre in Brasilien) gefragt, ob ich mir einen Lebensabend in Brasilien vorstellen könnte, hätte ich wohl ja gesagt. Die weitere Entwicklung Brasiliens hat dass dann (trotz brasilianischer Frau) umgekehrt.

Jetzt zu deiner Aussage: Ich frage mich im Ernst, hat jemand von unseren Aus- und Rückwanderern etwas anderes erwartet?
Aber natürlich haben die heutigen Auswanderer was anderes als die von Lemi beschriebene "Kiste" erwartet. Ich glaube kaum, dass der normale Auswanderer wirklich mitbekommt, was in Brasilien in den letzten Jahren läuft. Dazu herrscht der Irrglaube, dass man mit deutschen Attributen wie Fließ, Tatkraft, Ausdauer, Genauigkeit, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit alle anfallenden Probleme meistern kann. Solche Attribute können auch mal stören. Dazu noch die Einstellung, dass Brasilien ja sowas wie ein Entwicklungsland ist, das sich entwickelt und an dessen Entwicklung man mitarbeiten kann. "Brasilien: das Land der Zukunft". Daran hab ich vor 20 Jahren auch dran geglaubt. Damals nach der Einführung des Reals hat sich die Wirtschaft, vor allem die Industrie sehr gut entwickelt. Entsprechend gut waren auch unsere Geschäfte, die ja dann dazu führten, dass wir eine Tochtergesellschaft dort gründeten und ich so lange blieb.
Das sich das alles so schlecht entwickeln würde (subjektive Beurteilung) hätte ich mir nie träumen lassen. Ich bin dann wohl noch rechtzeitig in die Altersteilzeit gegangen, um da nicht persönlich drunter zu leiden, mich zu ärgern, dass das Land trotz aller Ressourcen nicht voran kommt.

Wenn heute jemand hier in unserem Forum von Brasilien schwärmt (manche nennen es alles durch eine "rosarote Brille" sehen) muss man nur dessen Situation im Detail sehen, die ja die wenigstens der neuen User kennen bzw. sich vorstellen können.
Colono ist da das beste Beispiel dafür. Er ist früh gekommen, hat sein Kapital (in einem kapitalarmen Land) rechtzeitig investiert, hat sich eine günstige Gegend (Wohnumfeld wie auch Beschäftigungsmäßig) ausgesucht und hat sich eine Existenz aufgebaut. Das ist eine Bilderbuchkarriere für einen Auswander. Wenn der uns seine Sicht auf Brasilien zeigt, ist da nichts rosarot, das ist schöne Realität. Was für ihn gilt passt noch auf 5-6 andere User in Brasilien, die aber wohl noch in besseren Zeiten gekommen sind.

Hier im Forum brauchen wir niemanden zu einer Auswanderung nach Brasilien überreden oder ihm diese schmackhaft machen. Wer sich hier meldet hat ja meist bereits einen "Traum vom Auswandern"
Es ist also angebracht, alle Probleme und Hindernisse auf den Tisch zu bringen. Und dann muss einer entscheiden ob er trotzdem............
Und wenn er dann den Schritt wagt, helfen ihm die Tipps die er hier bekommt kaum etwas, weil jede Auswanderung individuelle Probleme mit sich bringt und sich meist (grade in Brasilien, wo es an jeder Ecke anders gehandhabt wird) regional anders darstellen. Aber zumindest kann er lernen, was da so alles möglich ist.
Der echte Auswanderer wird seine Auswanderung auch nicht von unseren Ratschlägen und Warnungen abhängig machen. Da bestehen die meisten drauf, ihren eigenen Weg zu gehen.
Fazit: wir können hier schreiben was wir wollen.........schadet nix, aber Ausnahmen gibt es immer.

Viele negative Beiträge über Brasilien kommen ja grade zustande, weil man das Land liebt und man machtlos mit ansehen muss, wie die herrschende Klasse das Land runterwirtschaftet. Aber das gibt es ja auch in der Ukraine.

Viele Grüße
Trem Mineiro
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Itacare » Do 26. Feb 2015, 23:09

Trem Mineiro hat geschrieben:...Viele negative Beiträge über Brasilien kommen ja grade zustande, weil man das Land liebt und man machtlos mit ansehen muss, wie die herrschende Klasse das Land runterwirtschaftet....


Das Kernproblem auf den Punkt gebracht =D>
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
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Re: Brasilien - Der Traum vom Auswandern

Beitragvon Brazil53 » Fr 27. Feb 2015, 01:12

Itacare hat geschrieben:
Trem Mineiro hat geschrieben:...Viele negative Beiträge über Brasilien kommen ja grade zustande, weil man das Land liebt und man machtlos mit ansehen muss, wie die herrschende Klasse das Land runterwirtschaftet....


Das Kernproblem auf den Punkt gebracht =D>


Das haben die meisten Brasilianer jetzt auch erkannt und äußern es auch. Petrobras hat auch den letzten mit etwas Hirn im Schädel die Augen geöffnet. Ob die Erkenntnis, das die herrschende Klasse das Land runterwirtschaften, auch nachhaltige Folgen für die Politik haben wird, wage ich zu bezweifeln.
Es wird alles seinen Gang gehen.
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