Das brasilianische Militär stand im Jahr 1990 kurz vor dem Bau der Atombombe. Die Entwicklung wurde von den Streitkräften gegen den Willen der demokratischen Regierung voran getrieben.
Es habe sich um ein geheimes Projekt gehandelt, das am Ende von den Streitkräften gegen den Willen und ohne Kenntnis der demokratischen Regierung fortgesetzt worden sei. Die damalige Militärführung habe eine Regierungsanweisung zur Einstellung des Programms missachtet. Das enthüllte José Luiz Santana, ein führender Wissenschaftler des Landes.
Herkunft des Urans unklar
Santana war zu Beginn der 90er Jahre Präsident der "Nationalen Kommission für Nuklear-Energie" (CNEN). Nach seinen Angaben hätten die Streitkräfte mehrere Teile der Atombombe gebaut und über importiertes angereichertes Uran verfügt. "Ich habe die Energiekommission im April 1990 übernommen, aber erst im August jenen Jahres konnten wir Zugang zum Urancontainer der Militärs erlangen", sagte Santana in einem Interview mit dem Fernsehsender "Globo". Seine Organisation habe sieben Monate gebraucht, um das Projekt tatsächlich stoppen zu lassen. Woher das Uran stammte, verriet Santana nicht. Nach Angaben des Wissenschaftlers wollten die brasilianischen Militärs auch einen Explosionstest in dem bergigen Cachimbo-Gebiet im Osten der Amazonas-Region machen.
Militärs wollten die Bombe
Der erste demokratische Präsident Brasiliens, José Sarney, hatte erst vor wenigen Wochen enthüllt, dass Brasilien zur Zeit der Militärregierung überhaupt offizielle Pläne zum Bau der Atombombe hatte und diese von ihm beendet wurden. Die Militärs, die das Land bis 1985 regierten, standen schon in den 70er und 80er Jahren im Verdacht, eine Atombombe bauen zu wollen.
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