Der brasilianische Aussenminister Celso Amorim hat eine neue Verhandlungsrunde zur Liberalisierung des Welthandels zwischen den USA, der EU, Brasilien und Indien ausgeschlossen.
"Die G-4-Handelsgespräche sind tot", sagte Amorim am Freitag, 22. Juni. "Ich habe heute Morgen WTO-Generaldirektor Pascal Lamy meine Enttäuschung bekundet", erklärte Amorim. Der brasilianische Aussenminister hatte sich am Donnerstag zusammen mit seinem indischen Amtskollegen von den G-4-Handelsgesprächen in Potsdam zurückgezogen.
"Die G-4 als solche sind gestorben, ein neues Treffen dieser Art wäre nicht produktiv", sagte Amorim. Er sprach sich gleichzeitig aber für eine Fortsetzung der Doha-Runde aus. "Das ist nicht das Ende der Geschichte", beteuerte der Aussenminister. Das Treffen von Potsdam sei ein Rückschlag gewesen. "Ich glaube aber weder, dass die Doha-Runde tot ist, noch dass sie dabei ist zu sterben", bekräftigte Amorim. "Wir werden sehen, was wir in anderer Zusammensetzung machen können".
Er hoffe, dass es trotz des Scheiterns der G-4 doch noch in diesem Jahr zu einem Abschluss der Welthandelsrunde komme, sagte Amorim. Es müsse eine neue Form gefunden werden, sagte der Minister. "Das ist schwierig, aber nicht unmöglich".
WTO-Generaldirektor Pascal Lamy lud für Freitagnachmittag die Vertreter der 150 Delegationen zu einer Sitzung ein, um die Doha-Liberalisierungsrunde zu retten. Er traf sich in Genf bereits zu Einzelgesprächen mit der US-Handelsbeauftragten Susan Schwab und Landwirtschaftsminister Mike Johanns.
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