Ein brasilianischer Richter will, dass YouTube intime Aufnahmen von Ronaldos Ex-Verlobter sperrt. Dem zum Google-Imperium gehörenden Video-Dienst drohen nun Strafen von bis zu 90.600 Euro pro Tag.
Enio Santarelli Zuliani, Richter am obersten Gerichtshof des brasilianischen Bundesstaates Sao Paulo, hat am Donnerstag den US-Videohoster YouTube angewiesen, Brasilianern den Zugang zu einem Video zu verweigern, das Supermodel Daniela Cicarelli und ihren Freund, den Banker Renato Malzoni, in einem "intimen Augenblick" an einem Strand nahe der andalusischen Stadt Cadiz zeigt.
Der neue Jo-Jo-Effekt
Zulianis Urteil ist nicht nur in Sao Paulo, sondern in ganz Brasilien rechtskräftig. Cicarelli und Malzoni waren gerichtlich gegen mehrere Medienhosting-Dienste vorgegangen, die das Video gezeigt hatten. YouTube war schon im September 2006 vom Gericht dazu aufgefordert worden, den Clip zu entfernen.
YouTube war der Weisung mehrmals nachgekommen. Die YouTube-User luden das Video aber immer wieder hoch und machten es damit auch in Brasilien verfügbar.
Cicarellis Intimbereich
Daniela Cicarelli gilt in Brasilien als Supermodel. Sie hat eine eigene Show auf MTV und war mit Fussballstar Ronaldo verlobt, ist also eine Person des öffentlichen Lebens. Die Frage lautet also wieder einmal, wie weit das öffentliche Interesse gehen darf.
"Das Internet ist ein demokratisches Medium und muss verteidigt werden", sagte Anwalt Rubens Decousseau Tilikan, der Cicarelli und Malzoni vor Gericht vertritt. "Es geht geht uns aber darum, ein grundlegendes Recht auf Privatsphäre durchzusetzen."
Tilikan betonte, er würde so weit gehen, ein YouTube-Verbot für ganz Brasilien erwirken zu wollen: "Wir wollen ganz einfach, dass dieses Video nicht mehr im Netz zu sehen ist."
90.600 Euro Strafe pro Tag
In der nächsten Instanz berät ein dreiköpfiges Richtergremium darüber, ob die Weisung weiter durchgesetzt werden soll. Dabei droht YouTube eine Strafe von umgerechnet bis zu 90.600 Euro für jeden weiteren Tag, an dem das Video von der Site abgerufen werden kann.
YouTube-Sprecherin Jennifer Nielsen wollte zu dem Verfahren nicht Stellung nehmen.
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