Brasilien-Neuling braucht Hilfe bei Urlaubsplanung

Infos und Tipps zu Hotels, Pousadas, Städten und Regionen entlang des Giganten "Rio Amazonas" und rund ums Pantanal

Brasilien-Neuling braucht Hilfe bei Urlaubsplanung

Beitragvon BeateR » Mi 20. Dez 2006, 12:24

Hallo Zusammen,
ich bin gerade über dieses Forum gestolpert. Vielleicht könnt Ihr mir helfen:
Wir (mein Mann und ich) wollen im September 2007 unseren 4-wöchigen Urlaub in Brasilien verbringen. Wir sind beide Naturfans und wollten das Pantanal besuchen und evtl. eine mehrtägige Schifffahrt auf dem Amazonas.
Meine Fragen:
Kann man von Rio d.J. aus ins Pantanal mit einem Mietauto fahren? Braucht man 4x4? Kann man sowas evtl. auch mit einem Camper?
Wie sieht es mit der Kriminalität aus?
Für die Amazonas-Fahrt finde ich im Netz nur grosse Kreuzfahrtschiffe. Wir hatten aber an etwas kleineres, nicht so komfortables, gedacht. Gibts sowas?

Das sind fürs Erste schon sehr viele Fragen. Trotzdem wäre ich glücklich, wenn ich ein paar Anregungen bekommen würde.

Vielen Dank
Beate
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Severino » Mi 20. Dez 2006, 14:21

Willkommen bei den Brasilienfreunden....
Eine generelle Antwor auf Deine Fragen gibt es nicht. Natürlich kann man mit dem Mietauto von Rio ins Pantanal fahren. Aber unterschätze nicht, dass Brasilien grösser ist als Europa.
4x4 braucht man nicht unbedingt, solange man auf befestigten Strassen bleibt. Will man auf Naturstrassen eventuell sogar noch bei Regen fahren, würde ich jedoch dringend 4x4 empfehlen. Dazu kommt, dass brasilianische Strassen für Europäer oft recht ungewohnt sind. Insbesondere nachts würde ich daher keine grossen Touren empfehlen. Schlechte Beschilderung, Ungenügende Beleuchtung, Schlaglöcher und das schlimmste diese Bodenwellen - besonders auf der Autobahn (BR). Die sind zwar mit einem niedlichen kleinen gelben Schild angezeigt - trotzdem solltest Du da mit mehr wie 40 km/h nicht drüber.
Einen Camper habe ich persönlich in Brasilien noch nie gesehen. Halte es auch für etwas unglücklich als Tourist irgendwo am Strassenrand zu übernachten. Gehört ja immerhin schon zum Thema Gefährlich.
Da musst Du einfach immer daran denken, dass der Mindestlohn bei R$ 350 (ca. 110 Euro) und der Durchschnittslohn bei 1100 R$ im Monat liegt. Das Schlimme dabei - das reicht den meisten nicht Mal oder gerade so zum Überleben. Daher sind ein paar leicht zu bekommende Reais von ein paar Touristen natürlich lukrativ. Daran solltest Du immer denken.
Beobachte insbesondere die anderen Autofahrer. Wenn die nachts bei rot an einer Ampel nicht halten, dann wissen die warum. Wie gefährlich Brasilien für Euch ist, hängt also zum grössten Teil von Eurem Verhalten ab. Wenn ich nachts in St.Pauli mit ner dicken Goldkette rumlaufe kriege ich halt eher eins über die Rübe, als wenn ich das nicht mache..... Sollte es jedoch tatsächlich passieren, das ihr zur falchen Zeit am falschen Ort nach dem Weg fragt, dann gebt sofort alles - so könnt ihr vielleicht das Leben retten. Ich will hier keine Angst machen, aber auch nichts verheimlichen. Ich persönlich wurde bisher noch nie überfallen. Aber meine Freundin und auch mein Schwiegervater hatten schon das Vergnügen. In einem Fall ging es um 100 R$ aus dem Bancomat und im anderen um ein Kofferradio.....
Ach ja, Natur, da kann ich noch Goias und Tocantins empfehlen. Lieht ja auf dem Weg vom Pantanal nach Manaus....
paz e amor
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Beitragvon loiro » Mi 20. Dez 2006, 22:52

Hi Beate!

Mietwägen sind in Brasilien im Vergleich zu Deutschand oder anderen Urlaubsländern wie Spanien oder Südafrika recht teuer. Hinzu kommt, dass Einwegmieten fast immer hohe Kosten für die Rückführung des PKW bedingen. Einen ersten Anhaltspunkt über die Preise bekommst du beim ADAC oder Sixt.

Ein Autokauf ist für Ausländer eine kleine Hürde, u. a. benötigtst du ein CPF, das ist eine lokale Steuernummer. Es geht aber grundsätzlich. Frage hier nach mehr Info. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das günstiger kommen kann ...

In jedem Fall ist ein internationaler FS sinnvoll, da weniger Probleme auftreten können.

Campen ist unter Kostengesichstpunkten nicht erforderlich - es gibt überall Motels und außerhalb der Ballungszentren, speziell RJ, sind die Hotels erschwinglich.

Lange Strecken überwindet man in Brasilien mit Fernbussen (guten, dichtes Netz, preiwert). Auch Fliegen ist nicht zu teuer ...
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Amazonas

Beitragvon vicios-brasileiros » Do 21. Dez 2006, 10:28

Hallo Beate,

von Manaus aus findest du vor Ort genügend "kleine" Dampfer mit denen du ein paar Tage rumschippern kannst. Ich empfehle den Rio Negro flussaufwärts. Wesentlich schöner und angenehmer als der Amazonas.

Von Rio ins Pantanal geht wirklich per Bus einwandfrei. 24 Stunden? Ich kann mich nicht mehr erinnern.

Gruß
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Beitragvon BeateR » Do 21. Dez 2006, 15:02

Hallo,
vielen Dank mal für die ersten Antworten.

Ich habe unterdessen hier in diesem Forum noch einiges geblättert und u.a. die Threads über die Fahrweise der Brasilianer gelesen. Also Busfahren kommt für mich nicht infrage, da sterbe ich vor Angst. Lieber sitze ich als Beifahrer neben meinem Mann, da weiss ich, dass der sehr vorsichtig fährt. Die Kosten für ein Mietauto sind auch nicht das Problem. Auch die lange Entfernung ist kein Problem, da wir in ein Land fahren, um dieses kennenzulernen. Und dafür sind m.E. Überlandfahrten gar nicht so schlecht, weil man eben auch durch untouristische Orte kommt. Nachts wird natürlich nie gefahren.
Wir haben Autofahrer-Erfahrung u.a. in Afrika, Australien, Chile, Argentinien, Costa Rica und einiges mehr. Ist es in Brasilien viel gefährlicher?
Wie geht es mit der Sprache? wir sprechen zwar englisch und ein bischen spanisch, aber kein Wort portugiesisch. Kommt man "mit Händen und Füssen" durch?
Vielen Dank auch für den Tipp von Vicios-Brasileiros. Allerdings werden bei Mieten eines Bootes vor Ort wohl die fehlenden Sprachkenntnisse ein Hinternis sein, oder spricht man englisch.
Es wäre schön, wenn ich noch ein paar Anregungen bekommen könnte.
Viele Grüsse
Beate
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Beitragvon sefant » Do 21. Dez 2006, 20:49

Also mein Tipp:

Autofahren über Land ist in Brasilien purer Stress. Schlechte Straßen, gefühlte 132 Millionen Schlaglöcher (viele schlichte Reifenkiller) und dann noch gefühlte 1 Millionen Bekloppte um dich rum, die rasen, auf deiner Spur überholen, deine Kurve schneiden, besoffen fahren und und und...

Da ist man mit einer GUTEN Buslinie echt besser dran...
Beleeeza
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Beitragvon Gunni » Fr 22. Dez 2006, 13:55

...oder 'nen Kampfpanzer mit Klimaanlage - aber mit Drehturm, damit du nicht wenden mußt, wenn dich der Penner hinter dir nervt :lol:
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Beitragvon Gunni » Fr 22. Dez 2006, 14:00

noch was Ernstes :lol: - - Bus fahren in Brasilien ist wirklich nicht übel - du darfst das nicht mit Europa vergleichen, sonst hat man seine Vorurteile - da Brasilien nie groß in den Schienenverkehr investiert hat, hat sich da ein hervorragendes Busnetz etablieren können mit super-konfortablen Bussen, vom Konfort vergleichbar mit Europa oder besser, ...und sogar mit sog. "leitos" (Busse mit Betten drin !!) - Teilweise haben die Reisebusse richtig guten Service, es gibt Begleiter, die dir einen Kaffee servieren etc. etc.

...und es gibt immer wieder 'ne Pause, wo man sich mal die Beine vertreten kann und Ecken bewundert, die man sonst nie sehen würde !

Probiert's einfach aus - gehört einfach zum leben im Land wie eine Caipirinha trinken :wink:
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Beitragvon lol » Fr 22. Dez 2006, 23:05

Da du in Chile und Argentinien Autofahrerfahrung hast kann dich Br.
nicht mehr weiter schocken, halb so schlimm. Wenn du dich trotzdem
entschließen solltest mit dem hier so viel gepriesenen Bus zu fahren:
Die br. Busse sind halb so gut wie in Arg. und Chile und kosten
entspannt das doppelte und brauchen 2 mal so lang.... also eine
Option, aber nicht unbedingt eine Empfehlung. Selbstfahren ist immer
lustiger sofern du keine 3000 km in 5 Tagen abreißen willst, den Kaffee
nimmst du in der Kanne mit oder tinkst in frisch an den tausenden von
Bruchbuden am Wegesrand. Die Strassen sind zwar schlecht, aber du bist ja wahrscheinlich nicht da unterwegs um über den Strassenzustand
zu philosopieren? Also: Nicht lange fackeln, Leihwagen (mit Vollkasko,
wenns das gibt) und ab! Viel Spaß!
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Busfahren in Brasilien

Beitragvon Bequimao » Sa 23. Dez 2006, 12:08

Ich kann Sefant und Gunni nur zustimmen. Argentinien kenne ich nicht wirklich. Das ist 30 Jahre her, daß ich da war. War damals die Zeit der Montoneros kurz vor dem Putsch ...

Ich würde mit dem Bus fahren und mir ein Auto nur dann mieten, wenn ich es wirklich brauche. Möglichst mit Fahrer, um von seiner Ortskenntnis zu profitieren. Außerdem würde ich mindestens eine Strecke fliegen, meist die Rückfahrt, oder gleich einen Gabelflug buchen. Das ist zwar teurer, aber damit spare ich kostbare Urlaubstage. Brasilien hat großflächige Landschaften, und man ist stundenlang oder tagelang unterwegs, ohne daß sich etwas ändert (Ausnahme ist Espírito Santo - ein Geheimtipp).

In Bahía bin ich einmal dieselbe Strecke mit dem Auto und die Rückfahrt mit dem Bus gefahren. Die Hinfahrt von Salvador nach Saúde (bei Jacobina) hat 10 oder 12 Stunden gedauert. Die Schlaglöcher zwingen Dich oft mit 20 oder 30 links zu fahren. Die Rückfahrt mit dem Nachtbus von Jacobina nach Feira de Santana hat von 22 Uhr bis 3 Uhr morgens gedauert, also wesentlich schneller. Der Bus wird bei den Schlaglöchern nicht einmal langsamer, sondern brettert einfach durch. Das ist wie ein Tiefflug, und wenn ich die Straße nicht von der Hinfahrt her gekannt hätte, hätte ich mir nichts dabei gedacht. Ist übrigens auch der Grund, daß Brasilianer in Panik verfallen, wenn ein Gringo mitten auf der Straße hält um links abzubiegen.

Nachts um 3 in einer fremden Stadt anzukommen und ein Hotel suchen zu müssen war natürlich auch ein Stress. Ist aber auch gut gegangen ...
Eine Fahrt wie Ihr sie plant ist etwas für Auto-Freaks. Ich gehöre nicht dazu.

Feliz Natal!
Bequimao
Bequimão ist Manuel Beckmann, brasilianischer Revolutionär in Maranhão (?? - 1685).
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