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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 19:38 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
BeitrÀge: 1588
amarelina hat geschrieben:
...aber ich als konsumentIn kann sehr wohl etwas bewirken...ich muss nicht im dezember erdbeeren haben und ich muss auch nicht tÀglich im supermarkt mangos kaufen, die von weiss der herrgott woher eingeflogen werden und nach altem koffer riechen und keinen geschmack haben...


Was Du damit bewirkst ist höchstens die Arbeitslosigkeit irgendwelcher Gartenarbeiter in Holland. Freue Dich doch, dass Du im Dezember meinetwegen geschmacklosere Erdbeeren kaufen kannst - und nicht warten musst bis Deine Eigenen im Garten reif sind - und nicht wie frĂŒher an Skorbut oder Schwindsucht im Winter krank werden musst. Du darfst nicht Ursache und Wirkung verwechseln: Erdbeeren aus GewĂ€chshĂ€usern schmecken wegen ihre 'auf Logistiktauglichkeit' gezĂŒchtet nicht so gut wie die Eigenen aus dem Garten, die aber Botrytis haben und matschig sind... aber das nicht zu kaufen, damit bewirkst Du absolut garnichts!!! Und Mangos brauchst Du nur deshalb nicht, weil Du in Brasilien lebst, aber ein ganzer Industriezweig, der davon lebt, FrĂŒchte in Ausland zu exportieren, der tut doch niemandem was Böses damit... vor 20 oder 30 Jahren kannte man keine Mangos in Deutschland, und auch keine Banane in der DDR... dass es heutzutage sowas gibt ist doch gut, nur wegen der Transporttauglichkeit schmecken die natĂŒrlich nicht ganz s gut wie frisch und saftig gerade vom Baum... aber diejenigen Verbraucher, die jetzt glauben zurĂŒck zu den Wurzeln zu mĂŒssen, hĂ€ngen auch wieder nur einer Romantik nach, und wissen nicht, wie schlecht die ErnĂ€hrung der Bevölkerung vorher war!


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 19:58 
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Registriert: 30 Nov 2004 16:40
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Wohnort: Sergipe
Takeo hat geschrieben:
und nicht wie frĂŒher an Skorbut oder Schwindsucht im Winter krank werden musst.

.. aber diejenigen Verbraucher, die jetzt glauben zurĂŒck zu den Wurzeln zu mĂŒssen, hĂ€ngen auch wieder nur einer Romantik nach, und wissen nicht, wie schlecht die ErnĂ€hrung der Bevölkerung vorher war!



Hab mal einen Beitrag ĂŒber Jugoslawien gesehen, da starben alle an Leber- oder war es Niereninsuffizienz.
Man fand dann heraus, daß es dort sehr feucht war und alle Lebensmittel die gelagert werden mußten schimmelten. Nachdem man das Mehl, Kartoffeln etc. gegen Schimmelbefall behandelt hatte nahm die Lebenserwartung stark zu.

Was mir auch nicht gefĂ€llt ist die Entwicklung der Zukunft, wenn ein reicher Ami den Mais zu Biodiesel verarbeitet und der arme Mexikaner keine Tortillas mehr zu essen hat. Das wird noch eine spannende Entwicklung. Vielleicht marschiert USA in Zukunft anstatt in ÖllĂ€nder in AgrarlĂ€nder ein #-o Brasilien wĂ€re ein guter Kandidat, evtl. noch Argentinien....


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 20:30 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
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Careca hat geschrieben:
Da kann ich dir nur zustimmen. Sowas kann man nur in totaler Verkenntnis der Sachlage behaupten. :roll:

...man(n) könnte auch mal eine zeitung lesen, die WoZ z.b. (ich werd den teufel tun und noch einmal irgend eine zeile aus irgend einer zeitung oder irgend einem einem buch hier schreiben)
wenn man etwas nicht wahrhaben will, dann verkennt der andere total die sachlage...und ja takeo ich spiele schach, aber nicht mit anfÀnger...
mir ist selbstverstĂ€ndlich auch klar, dass heutezutage niemand mehr darum herum kommt mit gen-manipulierten lebensmitteln in berĂŒhrung zu kommen, deswegen kann ich trotzdem dagegen sein...und wenn ichs irgendwie vermeiden kann, kaufe ich nichts von dem zeug.

amarelina



sĂŁo uns cientistas pedantes sem senso de humor que corrigem erros gramaticais em cartas de amor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 21:11 
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Registriert: 20 Jul 2007 21:44
BeitrÀge: 485
Was keiner weiss: Portugiesen sind schon seit Jahrhunderten gen-manipuliert. (Durch Lusitania ist so ziemliches jedes Volk durchmarschiert)



Erregt doch Eure Gemueter nicht so.


[-X [-X [-X [-X [-X


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 22:13 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
BeitrÀge: 1588
amarelina hat geschrieben:
mir ist selbstverstĂ€ndlich auch klar, dass heutezutage niemand mehr darum herum kommt mit gen-manipulierten lebensmitteln in berĂŒhrung zu kommen, deswegen kann ich trotzdem dagegen sein...und wenn ichs irgendwie vermeiden kann, kaufe ich nichts von dem zeug.


Und WARUM Nicht??? Warum bist Du denn so dagegen? Hat dich die ahnungslose Presse ĂŒber Jahre verrĂŒckt gemacht??? Biotechnologie ist eins von vielen Werkzeugen, was seit einigen Jahren plötzlich kĂŒnstlich von der hysterischer Presse hochgespielt wurde - heute redet jeder Ă€ngstlich von Biotechnologie, es haben sich lediglich ein paar Methoden geĂ€ndert, Biotechnologie ist ĂŒber 5.000 Jahre alt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 09 Okt 2007 22:23 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
BeitrÀge: 1588
patecuco hat geschrieben:
Takeo hat geschrieben:
und nicht wie frĂŒher an Skorbut oder Schwindsucht im Winter krank werden musst.

.. aber diejenigen Verbraucher, die jetzt glauben zurĂŒck zu den Wurzeln zu mĂŒssen, hĂ€ngen auch wieder nur einer Romantik nach, und wissen nicht, wie schlecht die ErnĂ€hrung der Bevölkerung vorher war!



Hab mal einen Beitrag ĂŒber Jugoslawien gesehen, da starben alle an Leber- oder war es Niereninsuffizienz.
Man fand dann heraus, daß es dort sehr feucht war und alle Lebensmittel die gelagert werden mußten schimmelten. Nachdem man das Mehl, Kartoffeln etc. gegen Schimmelbefall behandelt hatte nahm die Lebenserwartung stark zu.....


Genau. Aber leider gibt es Ă€hnliche Befunde fĂŒr Biogetreide. Was lernen wir daraus? Nicht alles was aus der Natur kommt ist unbedenklich!

patecuco hat geschrieben:
Was mir auch nicht gefĂ€llt ist die Entwicklung der Zukunft, wenn ein reicher Ami den Mais zu Biodiesel verarbeitet und der arme Mexikaner keine Tortillas mehr zu essen hat. Das wird noch eine spannende Entwicklung. Vielleicht marschiert USA in Zukunft anstatt in ÖllĂ€nder in AgrarlĂ€nder ein #-o Brasilien wĂ€re ein guter Kandidat, evtl. noch Argentinien....


aber patecuco, es ist doch genau andersrum! Die Amis verarbeiten ihren Mais zu Biodiesel, und die Mexikaner kriegen deshalb fĂŒr ihren eigenen Mais und ihr eigenes Zuckerrohr jetzt mehr Geld. Auch Brasilien bekommt jetzt mehr Geld fĂŒr Mais, Soja und Zuckerrohr, weil die Amerikaner ihre SojaflĂ€chen fĂŒr Mais ausnutzen... ...und da jetzt in ganz Lateinamerika mehr Mais angebaut wird, werden Tortillas auch nicht teurer.

WARUM steht die Welt eigentlich jedesmal Kopf, wenn irgendein Agrarthema auf den Tisch kommt???


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 10 Okt 2007 08:20 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
BeitrÀge: 950
Takeo hat geschrieben:

Und WARUM Nicht??? Warum bist Du denn so dagegen?

weil bis jetzt noch niemand die folgen von gen-technisch verÀnderten lebensmitteln auf tiere und menschen absehen kann.
meine meinung ist folgende: solange noch jeden tag hunderte von tonnen durchaus noch geniessbare lebensmittel auf den mĂŒll geworfen werden, braucht die welt keine gen-technisch verĂ€nderten lebensmittel. was es vielmehr braucht ist eine gerechte verteilung der vorhandenen lebensmittel!! und was es auch braucht sind konsumentInnen die darauf schauen, woher ihre lebensmittel kommen, was sie beinhalten und wer sie hergestellt hat.

amarelina



sĂŁo uns cientistas pedantes sem senso de humor que corrigem erros gramaticais em cartas de amor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 10 Okt 2007 17:50 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
BeitrÀge: 1588
amarelina hat geschrieben:
und was es auch braucht sind konsumentInnen die darauf schauen, woher ihre lebensmittel kommen, was sie beinhalten und wer sie hergestellt hat.


Na sag' ich doch! Dann ist ja alles Okay!


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 10 Okt 2007 17:56 
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Registriert: 15 Feb 2006 20:47
BeitrÀge: 2110
Leider hat der Konsument da nur beschrÀnkt Einfluss. Freie Marktwirtschaft ist ja so gut wie nicht vorhanden, zumindest im internationalen Kontext.

Heimische Subventionen und Strafzölle fĂŒr Importe lassen dies ja gar nicht zu. Kein deutscher Verbraucher wĂŒrde deutschen Zucker kaufen, wenn von heute auf morgen die ZuckerrĂŒben-Subventionen wegfallen wĂŒrden. Und wenn ich dann noch lesen muss, dass Bauern Geld bekommen, dass sie nichts anpflanzen, damit die Preise oben bleiben, fĂ€llt mir gar nix mehr ein.

Dass deine billigen Bananen aus EU-Zonen in der Karibik kommen, ist bekannt, oder? Sonst mĂŒssten nĂ€mlich extreme Zölle bezahlt werden. Und da kommen wir zum Verbraucher. Keiner ist doch bereit, diese Preise dann zu bezahlen. Geiz ist doch geil.

Ich verfolge seit einiger Zeit die Diskussion ĂŒber die Preise von Orangensaftkonzentrat. Da erlauben sich die Brasilianer doch wirklich, mehr zu verlangen. Und schon heult die deutsche GetrĂ€nkeindustrie - und nicht zuletzt der Verbraucher auf. Denn diese wollen doch fĂŒr alles genau das bezahlen, was es kosten wĂŒrde, wenn es direkt vor der HaustĂŒr wachsen wĂŒrde.

Also alles ganz einfach fĂŒr Europa. Importe verbieten, Subventionen weg und die tatsĂ€chlichen Preise kassieren. Dann wĂŒrden nĂ€mlich die europĂ€ischen Verbraucher mal (im VerhĂ€ltnis zum Einkommen) dieselben Preise fĂŒr z.B. GemĂŒse bezahlen wie hier in Brasilien. Dann kostet nĂ€mlich das Kilo Kartoffeln mal 5 Euro. Das Geheule werde ich bis hierher hören. Und dann wird man sehen, wie schnell die Anbauer aufgrund notwendiger Produktionsteigerung das BIO aus dem Namen streichen.



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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilien: Obst und GemĂŒse totgespritzt?
BeitragVerfasst: 12 Okt 2007 10:39 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
BeitrÀge: 2996
Wohnort: Anapolis GO
brasilblog hat geschrieben:
....Also alles ganz einfach fĂŒr Europa. Importe verbieten, Subventionen weg und die tatsĂ€chlichen Preise kassieren. Dann wĂŒrden nĂ€mlich die europĂ€ischen Verbraucher mal (im VerhĂ€ltnis zum Einkommen) dieselben Preise fĂŒr z.B. GemĂŒse bezahlen wie hier in Brasilien. Dann kostet nĂ€mlich das Kilo Kartoffeln mal 5 Euro. Das Geheule werde ich bis hierher hören. Und dann wird man sehen, wie schnell die Anbauer aufgrund notwendiger Produktionsteigerung das BIO aus dem Namen streichen.


Die Landwirtschaft ist eben fĂŒr jedes Land immer noch eine "heilige" Kuh. Jeder Konsument ist direkt davon abhĂ€ngig. Und jedes Land verzerrt den Wettbewerb.

Beispiel Deutschland:
Der BĂŒrger zahlt hohe Steuern. Mit diesen werden die heimischen Lebensmittelproduzenten subventioniert, mit Zöllen auslĂ€ndische Produkte verteuert. Im Laden können daher die eigenen Landwirtschaftserzeugnisse unter den echten Produktionskosten verkauft werden.

Beispiel Schweiz:
Die Steuern sind wesentlich tiefer. NatĂŒrlich wir auch hier subventioniert. Trotzdem sind die Preise im Laden wesentlich höher, als z.B. in Deutschland. Aber warum kommt momentan der Knoblauch bei den Grossverteilern aus China? Habe ja noch VerstĂ€ndnis, wenn Mango aus Brasilien eingeflogen werden, aber Knoblauch aus China?

Paradebeispiel fĂŒr absoluten Schwachsinn sind z.B. italienische Mineralwasser in der Pizzeria. Mineralwasser gibt es ĂŒberall vor Ort. Aber es wird per Lastwagen in die Pizzeria gekarrt. Verstopfte Autobahnen, CO2-Emmissionen - und trotzdem bestellt der Konsument das italienische Wasser. Obwohl er all das weiss. Liegt also somit an jedem selbst.

Brasilianische Lebensmittel halte ich persönlich nicht fĂŒr belasteter, als andere. Die Agrar-Chemie ist international. Da kommt ĂŒberall das gleiche mit rein. Ausserdem sorgt die Chemie/Biologie fĂŒr höhere ErtrĂ€ge und bessere QualitĂ€t. Ob mit oder ohne Gen-Technik bleibt fĂŒr den normalen Konsumenten dabei wohl ein Buch mit 7 Siegeln. Jedenfalls hatten die Menschen vor den ersten Dampfloks auch Angst und befĂŒrchteten bei Tempo 30 km/h an galoppierender Schwindsucht zu erkranken...



paz e amor
Severino


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