Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon cwoern » Fr 22. Feb 2008, 20:54

Hallo,

Leb´wohl Brasilien. Vor rund 9 Jahren kam ich als Single her und fand alles neu und spannend, die Mark war noch etwas wert und es hat sich neben vielen anderen Dingen eben auch finanziell gelohnt, hier zu sein (besonders, wenn man seine Kohle aus Europa bekam).

Die Jahre vergingen, irgendwann habe ich hier geheiratet, wir haben heute 2 Kinder und haben uns schon laenger gefragt, ob es noch so vorteilhaft wie frueher fuer uns hier ist.
Obwohl wir uns hier (fast) immer wohl fuehlten, hat sich doch einiges geaendert. Heute steht der Entschluss fest, am 02.06. sitzen wir im Flieger, die neue Heimat wird Australien sein.
Sicher auch nicht alles optimal da, aber folgende Gruende fuehrten dazu, dass wir uns um eine Permanet Residence dort bewarben (und bekamen):

1.)
Obwohl ich in all den Jahren gut verdiente, haben sich die Kosten mehr als verdoppelt (von ´99 bis heute), wenn ich Faktoren wie Lohnsteigerung, Teuerung, Euroverfall zum Real, bzw. dessen Aufwertung mit einbeziehe.
Um unseren guten aber nicht luxerioesen Lebensstandard (in SP) halten zu koennen, muesste ich mit einem bras. Vertrag schon in einer Groessenordnung verdienen, die als Angestellter in meinem Job eher unueblich (aber auch nicht unmoeglich) ist.
Mit einem zu erwartenden australischen Gehalt kann ich die Familie genausogut oder besser unterhalten (trotz hoeherer Kosten in vielen Bereichen dort), schon im Hinblick auf gut funktionierende staatliche Schulen und ein wesentlich besseres staatliches Gesundheitssystem als hier.

2.)
Auch wenn ich es bis heute (trotz wechselnder Arbeitgeber) immer hinbekam, diesen angesprochenen guten aber nicht luxerioesen Standard bezahlen zu koennen, macht(e) uns doch die Zukunft Sorgen.
In all den Jahren lernte ich Leute kennen, die Geld hatten und ploetzlich der Fall kam. Das waren keine Spinner, sondern treusorgende Vaeter, die Ihren verhaeltnismaessig guten Jobs verloren und ploetzlich von 2000 Reais leben mussten. Folge: Krankenversicherungen kuendigen, Kinder auf staatliche Schulen...
Das ist nun nichts fuer mich und wir wollen nicht den Tag abwarten, wo so etwas mal eintreffen koennte.

3.)
Thema Sicherheit: Wir haben schon in verschiedenen Staedten in BR gelebt und mir ist Gott sei Dank noch nichts passiert. Anders natuerlich meiner Frau oder deren Freundinnen. Kaum eine, denen noch nicht per Waffengewalt Handtaschen, Autos oder wenigstens Geld irgendwann einmal abgepresst wurde.
Ich kenne ueble Gegenden wie z.B. Benfica in Rio (dort arbeitete ich lange) nur zu gut, Gegenden oder Tatsachen, die einem das Land oft weniger rosig erscheinen lassen.
Besonders, wenn man Kinder hat, erscheinen einem diese Dinge viel wichtiger als frueher.
Nur der Sicherheit wegen ewig in einem Condominio-Knast zu leben ist nicht ideal, ganz besonders nicht fuer Kinder.

4.)
Thema Zukunft: Hauptsaechlich wegen unserer kleinen Kinder haben wir immer haeufiger an unsere und deren Zukunft gedacht und genau hier denken wir, dass die in Australien besser als hier sein wird.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass wir wohl mit einem weinenden aber auch einem lachenden Auge leb´wohl sagen muessen.
Brasilien wird sicher zukuenftig einen noch hoeheren weltweiten Stellenwert erhalten, aber viele Dinge werden sich dadurch jedoch nicht aendern.

Vieles ist so schon seit 500 Jahren und wird sich nicht aendern (weil dafuer sorgen auch viele Leute), so dass vermutlich immer soziale Probleme bestehen bleiben, die, die uns allen bekannten, Probleme nach sich ziehen.
Und diese bezahlen wir oder die Brasilianer mit einer recht hohen Unsicherheit, hohen Versicherungskosten, hohen Stromkosten, hohen Schulkosten, hohen Kosten fuer Condominio...

Sicherlich werden wir schon aufgrund der Familie hier im Urlaub herkommen, aber "echte" Brasilianerinnen werden unsere beiden Maedchen wohl nicht werden (muessen/koennen).

An dieser Stelle uebrigens noch ein Link zur "Flohmarktecke" hier im Forum, in der ich nahezu alles anbiete, was ich hier vor unserer Abreise noch verkaufen moechte.

wegen-umzug-nach-australien-alles-muss-weg-auto-einrichtu-t9900.html


Gruss Christian
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon O_Periquito » Fr 22. Feb 2008, 22:05

oi cwoern

ich kann deine entscheidung und die deiner frau gut verstehen. für australien wünsche ich dir und deiner familie viel glück und alles gute.
wo die preisspirale hier noch hinführt weiss keiner und die ständig zunehmende kriminalität in brasilien ist sehr beängstigend.

egal was viele jetzt sagen, in meinen augen macht ihr es richtig.
gruss O_Periquito
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon Brasileiro » Sa 23. Feb 2008, 13:57

Hallo Christian,

ich kann zwar deine Gründe nicht verstehen, wünsche dir aber auch alles gute und viel Glück für die neue Herausforderung in Australien.

Und wer weiss, wenn es dort mal zum Kriseln anfängt und Brasilien nun immer besser dasteht, vielleicht kommst ja mal wieder... ;-)

Bis dann
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon cwoern » Sa 23. Feb 2008, 16:02

Brasileiro hat geschrieben:Hallo Christian,

ich kann zwar deine Gründe nicht verstehen, wünsche dir aber auch alles gute und viel Glück für die neue Herausforderung in Australien.

Und wer weiss, wenn es dort mal zum Kriseln anfängt und Brasilien nun immer besser dasteht, vielleicht kommst ja mal wieder... ;-)

Bis dann
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Eben, man weiss nie, was passiert. Auswandern ist ja heute nicht mehr das Riesending, eigentlich geht man nur woanders wohnen und arbeiten :mrgreen: . Wir haben ja im Zweifelsfall die Wahl, zurueck zu kommen oder uns auch nach Europa zu begeben.
Achso, sind meine Argumente so "an den Haaren herbeigezogen"?
Die Situation wuerde in einigen Punkten sicher anders aussehen, wuerden wir irgendwo laendlicher in BR leben (was aber aufgrund meines Berufs gar nicht ginge). Wie auch immer, meine Kinder sind bras. und deutsche Staatsbuerger, werden nun 3-sprachig aufwachsen (sind sie eigentlich eh´schon, nun zukuenftig eben englischlastiger) und hoffentlich dort gut beschult. Ihnen stehen nach diesem Schritt in vielleicht 20 Jahren sicher mehr Tueren offen, als wuerden wir hierbleiben.

Gruss Christian
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon Brasileiro » Sa 23. Feb 2008, 20:46

cwoern hat geschrieben:
Brasileiro hat geschrieben:Hallo Christian,

ich kann zwar deine Gründe nicht verstehen, wünsche dir aber auch alles gute und viel Glück für die neue Herausforderung in Australien.

Und wer weiss, wenn es dort mal zum Kriseln anfängt und Brasilien nun immer besser dasteht, vielleicht kommst ja mal wieder... ;-)

Bis dann
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Eben, man weiss nie, was passiert. Auswandern ist ja heute nicht mehr das Riesending, eigentlich geht man nur woanders wohnen und arbeiten :mrgreen: . Wir haben ja im Zweifelsfall die Wahl, zurueck zu kommen oder uns auch nach Europa zu begeben.
Achso, sind meine Argumente so "an den Haaren herbeigezogen"?
Die Situation wuerde in einigen Punkten sicher anders aussehen, wuerden wir irgendwo laendlicher in BR leben (was aber aufgrund meines Berufs gar nicht ginge). Wie auch immer, meine Kinder sind bras. und deutsche Staatsbuerger, werden nun 3-sprachig aufwachsen (sind sie eigentlich eh´schon, nun zukuenftig eben englischlastiger) und hoffentlich dort gut beschult. Ihnen stehen nach diesem Schritt in vielleicht 20 Jahren sicher mehr Tueren offen, als wuerden wir hierbleiben.

Gruss Christian


Du triffst es auf den Punkt, es kommt immer drauf an wo man in Brasilien lebt.
Dementsprechend kann die Situation komplett anders aussehen.
Deine Gründe sind sicher nicht an denn Haaren herbeigezogen, nur sehe ich die Dinge halt nunmal doch anders, dies auch deshalb weil wir beide wohl grundsätzlich unterschiedliche Ansichtsweisen haben.

Denn dein Satz das ihnen damit mehr Türen offenstehen als wenn ihr hier bleiben würdet, sehe ich anders, da man nie hervorsehen kann was eventuell tatsächlich besser sei, etc...
Auch die Sache mit den privaten Schulen, von denen ich nichts halte, sehe ich komplett anders, da ich die Meinung vertrete das man mit der Bildung von Kindern kein Geschäft machen darf (sollte!).

Und Chancen ergeben sich immer dort - wo man dafür auch etwas tut, das kann einem nicht mal die beste Schule der Welt beibringen, das muss in einem schon drin sein - dann kann man seinen Weg auch überall auf dieser Welt gehen, beispiele dazu gibt es genug...

Was hilft ihnen schon die Mehrsprachigkeit, wenn dies in naher Zukunft der technologische Fortschritt übernimmt, oder mit anderen Worten gesagt, man dann frei mit jeden Menschen auf der Welt in der eigenen Sprache sprechen kann.

Bis dann
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon cwoern » Sa 23. Feb 2008, 21:42

Du triffst es auf den Punkt, es kommt immer drauf an wo man in Brasilien lebt.
Dementsprechend kann die Situation komplett anders aussehen.
Deine Gründe sind sicher nicht an denn Haaren herbeigezogen, nur sehe ich die Dinge halt nunmal doch anders, dies auch deshalb weil wir beide wohl grundsätzlich unterschiedliche Ansichtsweisen haben.


... und wahrscheinlich auch Lebenssituationen.

Denn dein Satz das ihnen damit mehr Türen offenstehen als wenn ihr hier bleiben würdet, sehe ich anders, da man nie hervorsehen kann was eventuell tatsächlich besser sei, etc...


Das kann man nie, aber man kann es stark beeinflussen. Du wirst mir recht geben muessen, dass jemand, der gut beschult ist und eventuell noch in der ersten Welt z.B. studiert hat, im internationalen Personalkarussel eher Chancen hat, als jemand der mangels Geld lediglich den "Segundo Grau" in Brasilien gemacht hat (immer vorausgesetzt, dass diese Person das auch will. Ich akzeptiere auch andere Lebenseinstellungen, nur moechte ich die Weichen fuer meine Kinder in alle Richtung stellen wollen und koennen, was diese daraus spaeter machen (wollen) ist ja deren Sache).

Auch die Sache mit den privaten Schulen, von denen ich nichts halte, sehe ich komplett anders, da ich die Meinung vertrete das man mit der Bildung von Kindern kein Geschäft machen darf (sollte!).


Abgesehen von wenigen Aussnahmen und den staatlichen brasilianischen Hochschulen vermag ich kaum zu erkennen koennen, warum Kinder auf staatlichen Schulen bis zum 10. Schuljahr "vorbereitet" werden sollten, sofern Geld fuer eine private Schule vorhanden ist, oder die gewaehlte staatliche eine gute Ausnahme darstellt.
Schau Dir mal die Zahl der Studierenden an, die vorab auf staatlichen Schulen waren. Die ist sehr gering auf guten privaten bras. Hochschulen und vermutlich gegen null bei staatlichen Hochschulen. Ich plane ja nicht, dass meine Kinder mir einen opulenten Rentenabend finanzieren sollen, sie sollen eben nur keine von ihnen spaeter gewollte Chance verbaut bekommen, weil ich private Schulen aus Ueberzeugung ablege. Klar waere es klasse, wenn private Schulen nicht notwendig waeren, so ist es aber leider nicht in Brasilien (und meine Ueberzeugung ist auch, dass viele exakt darauf Wert legen, eine gewisse Menge an ungebildeten und zukuenftig billigen Arbeitskkraeften zu haben).
Ich bin lang genug hier und lernte sehr intelligente Menschen kennen, die es selbst bedauert hatten, nie die Moeglichkeit gehabt zu haben, z.B. zu studieren.

Und Chancen ergeben sich immer dort - wo man dafür auch etwas tut, das kann einem nicht mal die beste Schule der Welt beibringen, das muss in einem schon drin sein - dann kann man seinen Weg auch überall auf dieser Welt gehen, beispiele dazu gibt es genug...


...und leider weit mehr Gegenbeispiele. Glaubst Du, ein Parkplatzwaechter an der Strasse hat die Moeglichkeit Chancen in der grossen weiten Welt zu suchen oder gar zu finden? Genauso wenig wie sein Kollege aus Bangladesch. Es ist nun einmal so, dass sozialer Frieden und ein einigermassen finanzieller Wohlstand im Regelfall mit vernuenftiger Schulbildung zusammengebracht werden muessen.

Was hilft ihnen schon die Mehrsprachigkeit, wenn dies in naher Zukunft der technologische Fortschritt übernimmt, oder mit anderen Worten gesagt, man dann frei mit jeden Menschen auf der Welt in der eigenen Sprache sprechen kann.


... noch ist es nicht so weit! ... und spaetestens nach Feierabend im sozialen Umfeld kann ich mir nicht vorstellen, dass Babelfisch-Mini-PC´s die international besetzte Tischrunde beim Bier begleiten.
Ich gehe auch davon aus, dass Du portugiesisch sprichst und erkannt hast, dass Dir diese Gabe hier sehr hilfreich ist!
Das Intenet ist weitestgehend englischsprachig, zumindest fuer mich im techn. Bereich hat sich dies als sehr vorteilhaft erwiesen. Wuerden international arbeitende Firmen ihren Webauftritt nur in deren Landessprache gestalten, wuerden diese nicht viele Leute erreichen. Jede weitere Sprache, die ein Mensch heute spricht, ist zumindest noch von Vorteil und ist ein Zeichen der Identitaet. Jeder soll seine Sprache aus meiner Sicht auch zukuenftig sprechen sollen und ich wuensche es jedem dazu auch wenigstens noch englisch sprechen zu koennen, wenn er ausserhalb seines Landes Kommunikation ausueben will. Lernt man das im Regelfall auf bras. staatlichen Schulen?

Gruss Christian
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon 1306 » Sa 23. Feb 2008, 22:54

macht mal weiter so ihr zwei.
oder
wir treffen uns hier auf ein Bierchen.

??
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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon Brasileiro » So 24. Feb 2008, 14:48

cwoern hat geschrieben:
... und wahrscheinlich auch Lebenssituationen.

Das kann man nie, aber man kann es stark beeinflussen. Du wirst mir recht geben muessen, dass jemand, der gut beschult ist und eventuell noch in der ersten Welt z.B. studiert hat, im internationalen Personalkarussel eher Chancen hat, als jemand der mangels Geld lediglich den "Segundo Grau" in Brasilien gemacht hat (immer vorausgesetzt, dass diese Person das auch will. Ich akzeptiere auch andere Lebenseinstellungen, nur moechte ich die Weichen fuer meine Kinder in alle Richtung stellen wollen und koennen, was diese daraus spaeter machen (wollen) ist ja deren Sache).

Abgesehen von wenigen Aussnahmen und den staatlichen brasilianischen Hochschulen vermag ich kaum zu erkennen koennen, warum Kinder auf staatlichen Schulen bis zum 10. Schuljahr "vorbereitet" werden sollten, sofern Geld fuer eine private Schule vorhanden ist, oder die gewaehlte staatliche eine gute Ausnahme darstellt.
Schau Dir mal die Zahl der Studierenden an, die vorab auf staatlichen Schulen waren. Die ist sehr gering auf guten privaten bras. Hochschulen und vermutlich gegen null bei staatlichen Hochschulen. Ich plane ja nicht, dass meine Kinder mir einen opulenten Rentenabend finanzieren sollen, sie sollen eben nur keine von ihnen spaeter gewollte Chance verbaut bekommen, weil ich private Schulen aus Ueberzeugung ablege. Klar waere es klasse, wenn private Schulen nicht notwendig waeren, so ist es aber leider nicht in Brasilien (und meine Ueberzeugung ist auch, dass viele exakt darauf Wert legen, eine gewisse Menge an ungebildeten und zukuenftig billigen Arbeitskkraeften zu haben).
Ich bin lang genug hier und lernte sehr intelligente Menschen kennen, die es selbst bedauert hatten, nie die Moeglichkeit gehabt zu haben, z.B. zu studieren.

...und leider weit mehr Gegenbeispiele. Glaubst Du, ein Parkplatzwaechter an der Strasse hat die Moeglichkeit Chancen in der grossen weiten Welt zu suchen oder gar zu finden? Genauso wenig wie sein Kollege aus Bangladesch. Es ist nun einmal so, dass sozialer Frieden und ein einigermassen finanzieller Wohlstand im Regelfall mit vernuenftiger Schulbildung zusammengebracht werden muessen.

... noch ist es nicht so weit! ... und spaetestens nach Feierabend im sozialen Umfeld kann ich mir nicht vorstellen, dass Babelfisch-Mini-PC´s die international besetzte Tischrunde beim Bier begleiten.
Ich gehe auch davon aus, dass Du portugiesisch sprichst und erkannt hast, dass Dir diese Gabe hier sehr hilfreich ist!
Das Intenet ist weitestgehend englischsprachig, zumindest fuer mich im techn. Bereich hat sich dies als sehr vorteilhaft erwiesen. Wuerden international arbeitende Firmen ihren Webauftritt nur in deren Landessprache gestalten, wuerden diese nicht viele Leute erreichen. Jede weitere Sprache, die ein Mensch heute spricht, ist zumindest noch von Vorteil und ist ein Zeichen der Identitaet. Jeder soll seine Sprache aus meiner Sicht auch zukuenftig sprechen sollen und ich wuensche es jedem dazu auch wenigstens noch englisch sprechen zu koennen, wenn er ausserhalb seines Landes Kommunikation ausueben will. Lernt man das im Regelfall auf bras. staatlichen Schulen?

Gruss Christian


Keine Frage, wobei man auch in Brasilien studieren kann ohne das man dazu viel Geld benötigt, ist nur ne Frage des eigenen Talentes und vor allem des Willens.
Aber ansonsten gebe ich dir schon recht.
Ich findes es gut, das du deinen Kindern danach die freie Wahl gibst und so wie du schreibst - verstehe ich es so das du ihnen auch die freie Wahl gibst, das ist sehr gut.

Staatliche Schulen sind immer so gut wie sich die Gesellschaft dafür einsetzt, ich sehe es hier vor Ort sehr gut, da ich auch im Schulrat sitze und aktiv mich für die Bildung einsetze und auch wenn Geld für eine private Schule vorhanden wäre, bin ich nicht dafür, da ich genug Beispiele kennen, die damit ihren Kindern nichts gutes getan haben.
Aber auch bei privaten Schulen gibt es Ausnahmen... ;-)

In Zukunft werden keine Babelfisch-Mini-PC´s benötigt, mit technologischen Fortschritt meinte ich einen kleinen Ohrstecker, der dir simultan in "jede" Sprache übersetzt, insofern werden Sprachschulen in Zukunft wohl ihre Tore schliessen müssen... ;-)

Meine Portugiesischkenntnisse, habe ich mir erst viel später angeeignet, dazu brauchte ich keine grossartige Hochschulbildung, leider ist es ja heute so, das egal was viele Studieren, früher oder später treffen die sich in einen anderen Beruf wieder... insofern war das Studium an sich gar nicht erst notwendig, wobei dies daran liegt, das wir unseren Kindern was lernen wollen, was meines erachtens gar nicht notwendig ist.
Viel wichtiger wäre es den Kindern von Anfang an freie Wahl zu überlassen was sie lernen wollen.
Erst dann können sie sich richtig entwickeln, man muss ihnen die Wahl überlassen, Kinder wissen selbst was wichtig ist, man sollte sie nicht unterschätzen.
Das derzeitige Schulsystem ist meines erachtens völlig falsch aufgebaut.

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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon Felix » So 24. Feb 2008, 19:23

Salü Christian

ich sehe, dass du das OZ Visa endlich gekriegt hast. Habe deine Beiträge im OZ Forum hie da gelesen. Wo gehts hin in OZ? Wenn du irgenwie was in Sydney brauchst melde dich, meine Tochter lebt dort, ich lebte 15 Jahre in Sydney und Umgebung.

Gruss

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Re: Brasilien, schoen und doch nicht ideal. Wir verlassen es!

Beitragvon cwoern » So 24. Feb 2008, 20:17

Felix hat geschrieben:Salü Christian

ich sehe, dass du das OZ Visa endlich gekriegt hast. Habe deine Beiträge im OZ Forum hie da gelesen. Wo gehts hin in OZ? Wenn du irgenwie was in Sydney brauchst melde dich, meine Tochter lebt dort, ich lebte 15 Jahre in Sydney und Umgebung.

Gruss

Felix


Hallo Felix,

Soso, der eine verleasst OZ um in Brasilien zu leben, der andere macht es gerade andersherum?!
Ankunft wird in Sydney sein. Werden dort aber nur als Touris einige Tage verbringen und dann weiter nach Melbourne. Ein paar Tips per PM (Ferienwohnung, touristisch. Muss und Pflichtprogramm) hinsichtlich Unterkunft in Sydney waeren nicht schlecht.

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