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Brasilien setzt auf Reservespieler
21. Juni 2006
von FIFAworldcup.com
Am 22. Juni wird in der Partie gegen Japan sicherlich eine andere "Seleção" auflaufen. Für beide Mannschaften wird es das letzte Gruppenspiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ sein.
Selbst wenn Carlos Alberto Parreira auf die Spieler der ersten beiden Begegnungen setzt, ist eines doch anders: Brasilien ist die einzige Mannschaft der Gruppe F, die schon jetzt die nächste Runde sicher erreicht hat. Der Druck, das Spiel unbedingt gewinnen zu müssen, ist im Gegensatz zu den ersten beiden Partien nicht mehr da. Hinzu kommt, dass die Brasilianer auf eine Mannschaft treffen, die unbedingt einen Sieg benötigt. Die Japaner müssen alles auf eine Karte setzen, was den brasilianischen Ballzauberern die nötigen Freiräume bieten sollte, um ihr Spiel zu entfalten. Genau das hat sich der brasilianische Mittelfeldstar Ronaldinho gewünscht: "Wenn die Japaner ihr Heil in der Offensive suchen, machen sie für uns vieles einfacher. Gegen Australien haben sich fast alle Spieler auf einer Spielfeldlänge von 30 Metern gedrängt."
Aber nicht nur wegen der bereits sicheren Qualifikation und des Ergebnisdrucks der Japaner muss Brasilien in der dritten Begegnung einen anderen Fussball zeigen. Es ist gut möglich, dass Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira einige Veränderungen an der Startformation vornimmt.
Der Hauptgrund für die personellen Änderungen sind sicher die Spieler, die von einer Gelbsperre bedroht sind (Cafu, Emerson, Ronaldo und der Reservespieler Robinho). Ein anderer Grund wäre sicherlich das Ausprobieren unterschiedlicher Optionen für das Achtelfinale. Bei der letzten Begegnung Brasiliens weiß Parreira bereits, wer sich als Erster und Zweiter der Gruppe E qualifiziert hat und somit Gegner der Brasilianer sein könnte.
"Die zweite Hälfte der Partie gegen Japan könnte somit (je nach Spielstand) zu einer Art taktischer Trainingseinheit für die Mannschaft werden", so der ehemalige Spieler der brasilianischen Nationalmannschaft, Falcão, der heute für einen großen brasilianischen Fernsehsender die Spiele kommentiert.
In der Abwehr könnten Cafu und Emerson aus der Startelf rücken, damit sie nicht Gefahr laufen, die zweite gelbe Karte im Turnierverlauf zu sehen (was einer Sperre im Achtelfinale gleichkäme). Cicinho bzw. Gilberto Silva würden in diesem Fall wohl ihren Platz einnehmen. Ronaldo wird hingegen vermutlich in der Startelf bleiben. "Er braucht noch Spielrhythmus", hat Parreira immer wieder betont. Tatsächlich hat sich Ronaldo im Training von Tag zu Tag verbessert.
Trotz seiner Gelben Karte hat auch Robinho gute Aussichten, wenigstens nach der Halbzeitpause in die Partie zu kommen. Nach seinen zwei Einwechslungen hat er dem Spiel einen völlig neuen Rhythmus verliehen und avancierte zum großen Liebling der brasilianischen Anhänger. Viele Fans fordern für den jungen Angreifer von Real Madrid einen Platz in der Startelf.
Aber auch andere Spieler, wie Juninho Pernambucano, könnten gegen Japan zum Einsatz kommen. Der Mittelfeldakteur von Olympique Lyon hat sich in den Trainingeinheiten, genauso wie viele andere Reservisten, in den Vordergrund gespielt.
Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Brasilien in den WM-Vorbereitungsspielen nach Hereinnahme der Reservespieler zur zweiten Halbzeit zusätzlichen Druck entfaltet hat.
"Für mich ist das kein Problem, mich zwischen so vielen qualitativ hochwertigen Spielern entscheiden zu müssen. Ganz im Gegenteil. Es ist schön, so viel Qualität in einer Mannschaft zu haben. Alle 23 Spieler, die hier dabei sind, könnten beim Anpfiff auf dem Platz stehen", beschrieb Parreira einmal sein Luxusproblem. Gegen Japan könnte der Zeitpunkt gekommen sein, um aus dieser Situation einen Nutzen zu ziehen.
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FIFAworldcup.com
Gruss brasilmen Thomas
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