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 Betreff des Beitrags: Brasilien steht im Mittelpunkt der diesjährigen ADVENIAT-Wei
BeitragVerfasst: 07 Nov 2005 14:42 
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"Aktion ADVENIAT 2005": Brasilien im Blickpunkt /
Katholische Kirche startet Weihnachtskampagne

07.11.2005 - 13:19 Uhr, Adveniat Bischöfliche Aktion [Pressemappe]
Essen (ots) -

Brasilien steht im Mittelpunkt der diesjährigen ADVENIAT-Weihnachtskampagne. Ziel der Aktion ist es, auf die krasse
Armut weiter Teile der Bevölkerung aufmerksam zu machen und den
Einsatz der katholischen Kirche für Menschenrechte und soziale
Gerechtigkeit zu verdeutlichen. Eröffnet wird die "Aktion ADVENIAT
2005" am 27. November 2005 im Limburger Dom. Höhepunkt der Kampagne
ist die Weihnachtskollekte für ganz Lateinamerika und die Karibik,
die an Heiligabend sowie am ersten Weihnachtstag in allen
katholischen Kirchengemeinden Deutschlands stattfindet.

Zu den bundesweit rund 200 Veranstaltungen erwartet ADVENIAT eine
Reihe namhafter Gäste. Der Vorsitzende der Brasilianischen
Bischofskonferenz (CNBB), Geraldo Cardenal Majella Agnelo, wird die
ADVENIAT-Kampagne in Limburg offiziell eröffnen. Mit Zilda Arns, die
bereits mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde,
steht eine der bekanntesten Frauen Brasiliens auf der Gästeliste. Die
Kinderärztin mit deutschen Wurzeln ist Gründerin und Leiterin der
Familien- und Kinderstiftung "Pastoral da Criança". Der in Bayern
aufgewachsene Missionar Günter Kroemer, Spezialist für Erstkontakte
mit "frei" lebenden Indianervölkern, wird von seinen zahlreichen
Expeditionen in die entlegendsten Gebiete Amazoniens berichten.

Auch Fußballlegende Pelé ruft die Menschen in Deutschland zur
Solidarität mit seinem Heimatland auf: "Über die Aktion ADVENIAT
können auch Sie dafür sorgen, dass weniger Foul gespielt wird in
unserer Gesellschaft. ADVENIAT holt Tausende von Menschen aus der
Abseitsfalle. Dafür bin ich dankbar, denn Armut und Ungerechtigkeit
können wir nur in einer starken Mannschaft besiegen", appelliert der
FIFA-Weltfußballer des 20. Jahrhunderts.

Allein im vergangenen Jahr hat ADVENIAT mehr als 1.500
Brasilien-Projekte mit rund 13 Millionen Euro gefördert.

Nähere Informationen zur ADVENIAT-Kampagne sowie Fotos und
Gästeporträts finden Sie unter http://www.adveniat.de. Ab der kommenden
Woche stehen hier auch Hörfunk- und Videobeiträge bereit.




Pressekontakt:

ADVENIAT
Bischöfliche Aktion
Michael Brücker
Am Porscheplatz 7
D-45127 Essen
Tel.: 0201/1756-203
Fax: 0201/1756-222
E-Mail: michael.bruecker@adveniat.de
Internet: http://www.adveniat.de



Gruss brasilmen Thomas
http://www.brasilmen.de


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10 Nov 2005 12:37 
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Ich finde die Kampagne nicht nur unterstützenswert, sondern auf og. Homepage finden sich auch viele Berichte und Materialen. Kleine Kostprobe:

Reisebericht: „Schwer beeindruckt“


Anna Luisa Paffhausen, 19 Jahre, machte nach ihrem Abitur ein Sozialpraktikum in Brasilien. In einem Stadtrandviertel von São Paulo arbeitete sie in einem von ADVENIAT unterstützten Projekt zugunsten von Kindern: Sie betreute bis zu 30 Kinder aus ärmsten Verhältnissen. In einer E-Mail an Verwandte und Freunde beschrieb sie ihr Umfeld und ihre Eindrücke. Wir dokumentieren einige Auszüge ihres Briefes:


Jardim dos Álamos ist ein Stadtviertel der südlichen Peripherie von São Paulo. In Álamos sind offiziell 5.700 Einwohner gemeldet, die eigentliche
Zahl wird jedoch auf circa 11.000 geschätzt. Es gibt zwei, drei kleine Supermärkte und eine Vielzahl von kleinen Läden wie Metzgereien, Süßwarenläden oder Nähstuben. Am Rand des Viertels ist Wald. In Álamos leben ausschließlich sozial schwache Familien mit niedrigem bis keinem Einkommen. Bis ins Zentrum von São Paulo braucht man mit dem Bus rund zweieinhalb Stunden. Wegen der großen Entfernung zum Stadtzentrum sind die Grundstückspreise und Mieten hier in Álamos besonders niedrig, teilweise werden auch einfach Waldstücke niedergebrannt und mit Hütten besetzt.


Die "Häuser" bestehen im Durchschnitt aus 2,5 Zimmern, unabhängig davon, wie groß die Familien sind – und die sind oft sehr groß. Der Panoramablick über das Viertel ist trist:
ein chaotisches Durcheinander von unvollendet oder kaputt scheinenden Hütten. Wenn überhaupt,dann ist nur die vordere Fassade verputzt und die Häuser sind Wand an Wand gebaut. Nachmittags und am Wochenende tönt aus manchen Häusern laute Musik, die die Stimmung etwas aufhellt.
Dann muss nur noch die Sonne scheinen und die gute Laune ist komplett. Aber das Wetter wechselt laufend und plötzlich, ohne dass man am Abend eine Ahnung hat, wie es am nächsten Tag aussehen wird.


Lernen bis Mitternacht


Die meisten Bewohner in Álamos sind Migranten und kommen aus dem Nordosten Brasiliens, einer der ärmsten Regionen des Landes. Sie hoffen, in der Metropole São Paulo Arbeit und eine höhere Lebensqualität zu finden. Da sie oft nicht einmal lesen und schreiben können, gibt es für sie jedoch wenig Arbeitsplätze. Und wenn es welche gibt, dann ist die Fahrt dorthin weit und anstrengend. Morgens um vier verlassen die Ersten schon das Haus, um mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Gegen neun Uhr abends kommen sie frühestens nach Hause. Besonders die Jugendlichen in meinem Alter kommen nur sehr spät nach Hause.


Kinder willkommen


Je nachdem,ob die Frauen und Männer über Verhütung aufgeklärt sind und/oder sich um Familienplanung sorgen, variiert die Zahl der Kinder in den Familien. Es gibt Paare mit einem bis drei Kindern, aber zum Beispiel auch eine 22-Jährige, die schon fünffache Mutter ist. Bei einem Rundgang durch das Viertel habe ich eine 38-Jährige kennen gelernt, die vier Töchter hat: 22, 18, 8 Jahre und die letzte war gerade geboren. Oma war sie natürlich auch schon. Oder eine 56-Jährige mit drei erwachsenen Söhnen, die später einen anderen Mann kennen gelernt hat und mit ihm noch mal drei Söhne im Alter von acht bis 13 Jahren bekam. Gestern habe ich eine 15-Jährige kennen gelernt, die im Dezember ihr erstes Kind bekommt und deshalb nun den Vater des Kindes heiraten wird. Trotz ›Unvorgesehenheit ‹ und Armut wird jedes Kindals Geschenk angesehen und mit sehr viel Liebe und Zärtlichkeit innerhalb der ganzen Familie aufgezogen.
Im Leben der Menschen hat die Familie eine sehr große Bedeutung. Man pflegt eine starke Bindung und viel Kontakt nicht nur zu Eltern, Geschwistern und Großeltern, sondern ebenso zu Onkel, Tante, Cousin und Cousine, deren Kindern und so weiter. Schon kleine Kinder passen auf ihre jüngeren Geschwister auf, beschützen und verteidigen sie. Bei schwierigen Phasen von Angehörigen, zum Beispiel finanziellen Engpässen, Krankheit, Todesfall oder auch psychischen Problemen, versucht die ganze Familie immer, so gut es geht, auszuhelfen.
Wegen der teilweise extrem schlechten hygienischen Bedingungen, Unkenntnis, unzureichender medizinischer Versorgung und Ernährung leiden die Menschen in Álamos unter diversen Krankheiten. In der Regel haben alle Kinder Würmer. Ein großes Problem sind das feuchte Klima und die Bauweise der Häuser, die darauf nicht vorbereitet ist. In jedem Haus sind die Decken und Wände voller Schimmel. So leiden viele unter Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Dazu kommen psychische Schäden, hervorgerufen durch die Situationen zu Hause: Arbeitslosigkeit, Geldmangel, Hunger, Alkohol, Gewalt, Diskriminierung etc.


50 Cent für den Bus


Das Elend in den Familien ist ein Teufelskreis. Und dieser fängt schon bei Kleinigkeiten an. Zum Beispiel können einige Arbeitslose nicht auf Stellensuche gehen, weil sie sich den Bus in die Stadt nicht leisten können (1,70 R$=ca.0,50 Euro). Aus demselben Grund können Kranke nicht zur Untersuchung oder ins Krankenhaus fahren. So versuchen viele in Álamos selbst Geld zu verdienen, indem sie Plastikflaschen, Blechdosen und altes Eisen sammeln, und es zu verkaufen versuchen. Schon Kinder versuchen, so zu Geld zu kommen.

Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft im Viertel haben mich schwer beeindruckt. Die Menschen in Álamos verdienen wenig, viele gar nichts. Und trotzdem versuchen die, die mehr haben, denen, die gar nichts haben, auszuhelfen. Man hilft seinem Nachbarn, wenn der nichts zu essen hat, oder sammelt für einen Freund in Not, gibt ihm seine Blechdosen und Plastikflaschen zum Verkauf. Gemeinsam wurde neulich eine Hütte für eine Familie gebaut, nachdem ihre vorherige Hütte einem Hagelschlag nicht standhalten konnte. Man legte zusammen, kaufte die Materialien und baute die Hütte dann mit vereinten Kräften. Ähnlich läuft es auch bei den Essenskörben, die der Verein Martim de Lima verteilt. 45 Körbe werden vom Verein Martim de Lima finanziert, neun weitere werden dank der Lebensmittelspenden von Mitgliedern der Kirchengemeinde ermöglicht.


aus: Blickpunkt Lateinamerika, 2/2005





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Der Verein Martim de Lima wurde 1999 von dem Deutschen Uwe Weibrecht (34)gegründet und wird seitdem von ADVENIAT unterstützt. Ziel des Vereins ist es, den Menschen in Álamos zu einem würdigen Leben zu verhelfen und sie zu selbstständigem Handeln zu ermutigen.


Der Verein hat ein Kommunikationszentrum errichtet, in dem die Bewohner von Álamos kostenlos Computer benutzen dürfen, Internetzugang haben und Informatikunterricht nehmen können. Die hinteren Räume des Zentrums bieten Platz für das Projekt BIA, das Kindern Betreuung und Mahlzeiten ermöglicht und Frauen Handarbeitskurse. Der Verein hat eine Kooperative für Näherinnen initiiert und hilft Arbeitslosen bei der Stellensuche. Neben einigen Festangestellten arbeiten vor allem Freiwillige bei den Projekten und Veranstaltungen des Vereins mit.
Da das Zentrum mittlerweile aus allen Nähten platzt, finanziert ADVENIAT seit Anfang dieses Jahres seine Erweiterung mit.

aus: Blickpunkt Lateinamerika, 2/2005



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Schöne Grüße,
tinto


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