Lemi hat geschrieben:
Hi Käfer,
tja die Blauäugigkeit - oder besser gesagt: die blauen Augen - denn die kommen noch vor der Blauäugigkeit, werden so manchen von uns Gringos zum Verhängnis.
Ich als Ex-Marido meiner Ex-Frau habe durch den unvermeidlichen Scheidungsprozess gelernt, dass die vorher so weltlich-vielseitige Frau plötzlich ihre Intelligenz auf einen einzigen Fakt ballen kann: das Geld.
Da ich arg gebeutelt das Schlachtfeld verliess - aber schliesslich wieder frei wurde - sozusagen doppelt frei, nämlich zum doppelt freien Lohnarbeiter (Zitat Marx) - lernte ich ein Briefgeheimnis aus meinem Kontostand und meiner monatlichen Einkünfte zu machen. Fortan wusste keine meiner Damen auch nur annähernd über meine finanziellen Verhältnisse Bescheid. Einen Anlass gab es sowieso nicht, darüber zu sprechen, da ich durch die Scheidung pleite war und mein Lohn teilweise verpfändet wurde.
Dadurch ergab sich eine gute Gelegenheit die Frau fürs Leben zu suchen. Sie musste mit meiner Armut klarkommen ohne grosse Fragen zu stellen.
Andererseits war ich lange genug in Brasilien, um die Sprache und ihre Gemeinheiten im Klang (Hinterfotzigkeit inklusive) heraushören zu können. So viel mir die Selektion sehr leicht. Ein Grossteil der fragenden Damen fielen schon nach dem 1. Bettbesuch aus der engeren Wahl, nicht etwa weil sie dort schlecht waren, sondern weil ich trotz vorher nicht bestandener Tests immer noch auf eine Probenummer Wert legte (man muss ja ein komplettes Bild von der Frau haben). Es ist unglaublich, aber ca. 80% der Bewerberinnen fragten schon in den ersten 2 Stunden nach meinen Grund- und Boden-Besitztümern, dem Auto (damals noch ein Ford Escort / gebraucht gekauft) und nach meiner Stellung. Als ich die Wahrheit erzählte, wurde mir kein Glauben geschenkt ............ aaaiii que gringo mentiroso ............
Zum Schluss fand ich die Richtige. Sie wusste bis ca. 2 Jahre nach unseres Zusammenzugs nicht wieviel ich verdiene. Sie machte auch nie irgendeine Andeutung es wissen zu wollen. Irgendwann sagte ich es ihr dann mal, da ich es schon peinlich fand ....... sie fand die Info aber nebensächlich. Völlig reaktionslos zuckte sie mit den Schultern und sagte "wir kommen doch gut zurecht".
Ich glaube, dass sie in dieser Beziehung eine Ausnahme ist. Sparsame Brasilianer gibt es selten. Normal ist, dass alles auf den Kopf gestellt wird, was da ist ...... oder noch ein bisschen mehr. Gringos gelten sowieso immer als reich - egal ob sie es sind oder nicht ...... also müssen sie ausgebeutet werden. Von solchen Schicksalen haben wir schon viel lesen können ...........
Schon wieder eine Gemeinsamkeit Lemi. Meine Frau habe ich genauso wie Du kennengelernt, als ich ein armer Schlucker war (keine eigene Wohnung, kleines altes Auto mit Rostlöchern, etc.). Sie hat mir sogar Schuhe und Klamotten gekauft.
Mein beruflicher Erfolg kam es Jahre später, und auch dann hat sie nie nach meinem Verdienst gefragt. Als ich sie mal fragte, warum sie gerade mich genommen hat, und nicht irgendeinen hübschen reichen Mann, antwortete sie: "Weil Du so zuckersüss und eine Feuerbiene bist". So ein Kompliment geht einem Mann runter wie Butter.
Gruss