Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon Severino » Do 7. Mai 2009, 15:02

In den Nachrichten wurde heute von 40 Toten gesprochen. Bei rund 180 Millionen Einwohnern sind das prozentual gesehen viel weniger als täglich im Strassenverkehr von São Paulo ums Leben kommen. Natürlich ist jeder Einzelfall bedauernswert, aber von einer Katastrophe zu sprechen ist dann wohl doch eher journalistische Stimmungsmache.
Auch die Meldungen über monatelange Regenfälle sind schlichtwegs falsch. Vor kurzem wurde noch über die extreme Trockenheit im Nordosten berichtet. Das Problem ensteht durch die Wassermenge, die in kurzer Zeit herunterkommt. Da würde auch jede deutsche Kanalisation versagen.
Nach der EU oder den EUA schreit hier auch keiner. Lula hat das Gebiet überflogen und dann gesagt, dass man die Ursache zwar noch genau analysieren müsse aber vermutlich der Klimawandel eine Ursache sein könnte.
Hier auf dem Hochplateau geht nun die Regenzeit zu Ende. Vorher hat es täglich für etwa 30 min geregnet. Aber heftig. Wir haben in unserem Bairro keine Kanalisation, bzw. nur an der Avenida. Das Wasser auf der Strasse stieg schnell auf 20-30 cm an. KEine Ahnung, wo das alles hin ist, aber Schäden hat hier niemand zu beklagen....
paz e amor
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon Tuxaua » Do 7. Mai 2009, 15:38

Severino hat geschrieben:Das Wasser auf der Strasse stieg schnell auf 20-30 cm an. KEine Ahnung, wo das alles hin ist, aber Schäden hat hier niemand zu beklagen....
Kenn ich, Starkregen >1 Stunde.
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon bruzundanga » Do 7. Mai 2009, 16:12

Wie in meinem letzten Post schon geschrieben, die Infrastruktur leidet sehr. Siehe

http://g1.globo.com/bomdiabrasil/0,,MUL1111950-16020,00-NUMERO+DE+DESABRIGADOS+PELAS+CHUVAS+NAO+PARA+DE+CRESCER.html

São Luis hat Versorgungsprobleme und Piauì ereicht der Wasserstand schon fast die Stromleitungen. In 14 Städten wurde die Stromversorgung teilweise eingestellt.

Es geht im Prinzip ja nicht darum ob das Eriegnis ins Guiness-Book kommen soll sondern darum dass es z.Z. ein Brasilienrelevantes Thema ist und ein durchaus aussergewöhnliches.

Interessant auch was der Klimatologe meint: 2005 ein Trockenheit Amazonasgebiet und 2009 Überschwemmungen (historischer Rekord hier ja Guinnes Book) seit 107 Jahren, charakteriesieren genau das was von der Erderwärmung erwartet wurde.

http://g1.globo.com/bomdiabrasil/0,,MUL1111984-16020,00-FORCA+DE+CHUVAS+E+RESULTADO+DO+AQUECIMENTO+GLOBAL.html
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon Tuxaua » Do 7. Mai 2009, 16:55

bruzundanga hat geschrieben:Interessant auch was der Klimatologe meint: 2005 ein Trockenheit Amazonasgebiet und 2009 Überschwemmungen (historischer Rekord hier ja Guinnes Book) seit 107 Jahren, charakteriesieren genau das was von der Erderwärmung erwartet wurde.
Um die Entwicklung des Weltklimas beurteilen zu können fehlen mir die fachlichen Voraussetzungen. Wer ist "schuld"?
Natürliche Klimaentwicklung?
El Niño?
Der Mensch?
Kühe, die die Ozonschicht zerfurzen?
Alle zusammen und von jedem ein bisschen?
Ich weiß es nicht. Aus dem Diagramm des Wasserstandes des Rio Negro (siehe meinen Link auf der ersten Seite des Threads, im Dokument die letzte Seite) ist aber entnehmbar, dass der möglicherweise höchste Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen weniger als 10% über dem langjährigen Mittel liegt. Ausreißer nach oben und unten hat es vor -zig Jahren schon gegeben.
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon Elsass » Do 7. Mai 2009, 17:44

Tuxaua hat geschrieben:Um die Entwicklung des Weltklimas beurteilen zu können fehlen mir die fachlichen Voraussetzungen. Wer ist "schuld"?
Natürliche Klimaentwicklung?
El Niño?
Der Mensch?
.....

Überschwemmungen flussabwärts stehen meistens in direktem Zusammenhang mit dem Abholzen der Wälder flussaufwärts. Wald wirkt wie ein Schwamm auf Regenwasser.
Wenn man den Schwamm Wald entfernt, läuft das Wasser einfach schneller ab und überschwemmt die Tallagen. Wenns dann mal wieder nicht regnet für längere Zeit, kommt die Dürre schneller, weil alles Wasser ja schon weg ist.
Gilt weltweit, in Europa wie auch in Südamerika, und anderswo.
Abhilfe: Wiederaufforsten, oder erst mal mit dem Abholzen aufhören.
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon dimaew » Do 7. Mai 2009, 19:50

Auch ich bin kein Experte zum Thema Klima (meine Schwester lehrt allerdings an der Uni Adelaide Earth-Science). Ich denke aber, dass von allem ein bißchen eine Rolle für die aktuellen Kapriolen verantwortlich ist.
Langfristige Klimaschwankungen spielen ganz sicher auch eine Rolle, auf ganz lange Sicht gesehen, ist das Klima der Erde nicht stabil.
Das El Niño Phänomen ist soweit ich es verstanden habe auch auf diese langfristigen natürlichen Schwankungen zurück zu führen.
Aber genau so sicher spielen die Einflüsse, die der Mensch ausübt eine Rolle, Nutzung von Kohle und Öl und damit Freisetzung von für die Ozonschicht schädlichen Gasen, Kuhfürze, Abholzung in großem Maßstab, "Entwicklung" von chemischen Gemischen, die natürlich gar nicht oder nicht in dem Ausmaß vorkommen usw.
Und alles zusammen bekommen wir nun eben zu spüren. In Australien ist es so trocken, dass das bißchen Wald das noch steht auch noch abbrennt, ebenso in Kalifornien, In Südostasien kommt ein Wirbelsturm nach dem anderen, hier ist es an einem Fleck trocken, am nächsten nass.

Damit müssen wir meines Erachtens leben. Die Welt auf Steinzeitniveau zurück drehen geht nicht und ob es viel helfen würde (ein bißchen sicher), ist auch fraglich.
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt (chin. Sprichwort)
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon nyabarongo » Do 7. Mai 2009, 22:07

Hab heute die IGUAÇU Faelle im TV gesehen, mikriges Geplaetscher, das man auch in der Chapada Diamantina haben koennte. Dafuer ist es im NO nass.

Klimawandel bedeutet zuallererst Abschied von den bisherigen Bauernregeln, es wird alles ein wenig extremer, mal zuviel mal zuwenig. Fuer meinen Job sind damit fuer die naechsten 20000 Jahre die Auftraege sicher =D> =D> =D>
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon Männlein » Fr 8. Mai 2009, 00:49

Severino hat geschrieben:In den Nachrichten wurde heute von 40 Toten gesprochen. Bei rund 180 Millionen Einwohnern sind das prozentual gesehen viel weniger als täglich im Strassenverkehr von São Paulo ums Leben kommen. Natürlich ist jeder Einzelfall bedauernswert, aber von einer Katastrophe zu sprechen ist dann wohl doch eher journalistische Stimmungsmache.
Auch die Meldungen über monatelange Regenfälle sind schlichtwegs falsch. Vor kurzem wurde noch über die extreme Trockenheit im Nordosten berichtet. Das Problem ensteht durch die Wassermenge, die in kurzer Zeit herunterkommt. Da würde auch jede deutsche Kanalisation versagen.
Nach der EU oder den EUA schreit hier auch keiner. Lula hat das Gebiet überflogen und dann gesagt, dass man die Ursache zwar noch genau analysieren müsse aber vermutlich der Klimawandel eine Ursache sein könnte.
Hier auf dem Hochplateau geht nun die Regenzeit zu Ende. Vorher hat es täglich für etwa 30 min geregnet. Aber heftig. Wir haben in unserem Bairro keine Kanalisation, bzw. nur an der Avenida. Das Wasser auf der Strasse stieg schnell auf 20-30 cm an. KEine Ahnung, wo das alles hin ist, aber Schäden hat hier niemand zu beklagen....


Hallo

Ja wenn Lula das feststellt das könne auf den Klimawandel zurück zuführen sein . Na dann wer hat da noch Zweifel :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Bis denne und neulich
Männlein
.
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon tinto » Fr 8. Mai 2009, 08:49

Mittlerweile wird ausführlich darüber berichtet. Auch in Deutschland. Von dramatischer Lage und von Plünderungen ist die rede, auch werden mehr Tote und lang andauernde Regenfälle befürchtet

:grgr: :grgr: :grgr: :grgr: :grgr: :grgr:
_________________________________
Schöne Grüße,
tinto
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Re: Brasilien unter Wasser, EU schaut aus sicherer Entfernung zu

Beitragvon BrasilJaneiro » Fr 8. Mai 2009, 15:45

Tuxaua hat geschrieben:Alle zusammen und von jedem ein bisschen?


Das Problem ist nur, dass dies keiner verstehen will oder nur wenige. Hier wird typisch "brasilianisch" gehandelt. Nichts und niemanden respektieren. Wie im Strassenverkehr.
Ursachen sind bekannt aber warum bekaempfen, ist ja nicht unsere Zukunft, sondern unserer Kindeskinder. Und wenn, dann nur so, indem man das Volk durch zusaetzliche Steuern abzockt.
Wenn man bedenkt, dass Nordafrika vor 2000 Jahren fuer die Roemer noch der groesste Holzlieferant war und reich an Wald, dann kann man sich heute schon vorstellen, wie ein Teil Brasiliens mal aussehen wird. Im besten Falle wird man eine Heidelandschaft erzielen.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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