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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 15:03 
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Brummelbärchen hat geschrieben:
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Das ist nur Wunschdenken. Sie ist antastbar, wie man am Beispiel von João Hélio sieht.


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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 15:52 
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G-Man hat geschrieben:
Sorry, dann muss ich umformulieren. Ich wünsch diesen Psychopathen
dann halt einen würdevollen Abgang.

G-Man


finde ich auch, im gegensatz zu ihrem opfer sollten sie nicht leiden und einen schmerzlosen tot haben.


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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 15:56 
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Takeo hat geschrieben:
tinto hat geschrieben:
Denn bedauerlicherweise kommt es in Lateinamerika immer wieder vor, dass der Mob bei der Lynchjustiz die vermeintlich Verdächtigen mit Benzin übergießt und anzündet. Und erst hinterher stellt sich raus, dass es sich bei den Toten doch nicht um die Täter handelt.


Das ist doch Quatsch!


Natürlich ist das kein Quatsch. Es ist sogar noch steigerungsfähig. Um mal zum Thema Kinder zurückzukehren: Als ich 1992 am Konsulat in Sao Paulo war, war es sogar usos, dass sich Geschäftsleute der Straßenkinder auf bestialische Art und Weise zu entledigten, sozusagen präventiv. Wir haben damals derartige Fälle dokumentiert. Da wurde bei denen, die es getroffen hat, nicht lang gefragt ob die überhaupt mal straffällig geworden waren.

Da brauche ich auch von Takeo keine Belehrungen. RTL hat die Fälle gezeigt, in denen im Amazonas-Gebiet angebliche Banditen in umingelt wurden wurden, mit Benzin übergossen wurden. Die Kamera war an bis die Körper der drei abgelöscht wurden. Die Polizei hat nicht eingegriffen.

Hier mal ein paar Denkanstöße:

Zitat:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/n ... d/mord.htm

Kindermord / Kinderjagd/ Kinderbanden
Da Straßenkinder, nach Meinung der Geschäftsleute und Hotelbesitzer Brasiliens, das Bild des exotischen und erholsamen Urlaubsziels stören, haben sich die Geschäftsleute und Hotelbesitzer Brasiliens zusammengeschlossen und Sicherheitsdienste unter Vertrag genommen, um die Störenfriede zu beseitigen.
Diese Sicherheitsdienste bestehen hauptsächlich aus Polizisten, ehemaligen Militärs und entlassenen Polizeibeamten. In Rio sind in den ersten 6 Monaten des Jahres 1992 allein in Brasilien 170 Kinder kaltblütig erschossen worden.
In den letzten 3 Jahren sind, laut einer Untersuchung, 4611 Kinder auf diese Weise ums Leben gekommen. Für jedes getötete Kind bekommen die Mörder ein Kopfgelt von 10 Dollar.
Maira (16) aus Bogota erzählt, wie eine große Gruppe Straßenkinder von Polizisten eingesammelt und auf einen Hügel außerhalb der Stadt gebracht wurde.
Dann begannen die Polizisten auf sie zu schießen. Die Kinder rannten davon und versteckten sich in der Kanalisation. Dorthin kommen die Polizisten zwar nicht, aber sie schütten Benzin hinunter und zünden es an.
Eine Art, wie sich die Straßenkinder Lateiamerikas gegen die Morde der Sicherheitsdienste (auch Todesschwadronen ) wehren, ist das Zusammenschließen zu Kinder- und Jugendbanden.
In Sao Paulo gibt es nach Schätzungen ca. 1500 Kinder- und Jugendbanden, die über kleinere oder größere Arsenale kleiner Waffen verfügen.
Ein geständiger Straßenkindmörder (ehemahliger Militärpolizist ) wurde zu 261 Jahren Haft verurteilt. Solche exemplarisch hohen Haftstrafen wurden als Zeichen dafür interpretiert, daß es mit der jahrzehntelangen Straflosigkeit für Verantwortliche von Verbrechen gegen Sozislschwache vorbei sei.

Zeitungsbericht "Hunderte Kinder von Todesschwadronen ermordet"


Quelle des Bildes: " Der Krieg gegen die Kinder " von Uwe Pollmann ( rororo-Verlag )


Zitat:
http://www.antonianum.de/projekte_ags/i ... kinder.htm
Wenn die Kinder beim Autowaschen zum Beispiel etwas kaputt machen oder die Touristen mit Betteln nerven, werden sie sogar von den Killerkomandos erschossen oder kommen in ein Gefängnis, wo sie sich bessern sollen. Doch das trifft meist nicht zu, da sie im Knast agressivere Jugentliche kennenlernen und dadurch noch krimineller werden. Zwischen 1985 und 1991 wurden insgesamt 2242 Kinder ermordet, und das ist nur die offiziele Zahl.



Oder schaut mal hier:
http://www.kinderhilfe-brasilien.de/Jah ... HB1997.pdf

Oder lest das:

Zitat:
Papst mahnt in Brasilien mehr Gerechtigkeit an04.10.1997

Politik - Seite 06

-

Katholiken warten nahe der Candelaria-Kirche in Rio de Janeiro, wo 1993 Polizisten acht Kinder erschossen hatten, auf Papst Paul II. Zum Auftakt seines viertägigen Besuchs in Brasilien setzte sich der Papst für die Rechte der ethnischen Minderheiten und der Straßenkinder ein. Er kritisierte die krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich und verlangte soziale Gerechtigkeit in Brasilien.




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tinto


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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 16:00 
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Ergänzen möchte ich noch, dass wir das Thema Lynchjustiz auch schon am Rande der deutsch-brasilianischen Juristenvereinigung thematisiert haben.



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tinto


Zuletzt geändert von tinto am 19 Feb 2007 16:44, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 16:11 
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Zitat:
finde ich auch, im gegensatz zu ihrem opfer sollten sie nicht leiden und einen schmerzlosen tot haben.
Und was ist mit all denen, die das gesehen haben und ausser zu gaffen nichts unternommen haben? Wie weit ist das Auto doch gleich gefahren? Und in welcher Gegend? Gab es denn kein Möglichkeit zum Eingreifen?



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 16:24 
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Dazu passt das hier ganz gut, CC

Zitat:
Brasilien: Menschenrechtler in Lebensgefahr


ai-Bericht dokumentiert Einschüchterung, Folter und Mord an Menschenrechtsaktivisten / Forderung nach Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen und Schutz der Betroffenen

Bonn / Fortaleza, 7. April 1998 - Der Einsatz für die Menschenrechte kann in Brasilien tödlich sein. Wie amnesty international in dem heute veröffentlichten Bericht "Brasilien: Menschenrechtler brauchen Schutz" dokumentiert, sind dort all diejenigen in Lebensgefahr, die sich gegen Polizeigewalt zur Wehr setzen, für die Rechte sozialer Randgruppen wie Obdachloser, landloser Bauern, der indigenen Bevölkerung oder von Straßenkindern eintreten oder als Rechtsanwälte und Journalisten faire Gerichtsverfahren für politische Gefangene einfordern. So schildert der Bericht den Fall des Anwalts Francisco Gilson Nogueira de Carvalho, der wegen seiner Arbeit für das "Zentrum für Menschenrechte und Volkserinnerung" in Natal vor seinem Haus erschossen wurde. Er hatte Nachforschungen über die Todesschwadron "Meninos de Ouro" ("Goldene Jungs") angestellt, die für zahlreiche Fälle von Todesdrohungen, Folter und willkürlichem Mord in den ärmeren Stadtvierteln von Natal verantwortlich sein soll. Immer wieder gab es auch Hinweise darauf, daß die Todesschwadron vom stellvertretenden Innenminister des Bundesstaats Rio Grande do Norte gedeckt wurde. Die Nachforschungen zum Tod von Francisco Gilson Nogueira de Carvalho wurden inzwischen "aus Mangel an Beweisen" eingestellt. Seine ehemaligen Kollegen im Menschenrechtszentrum wurden wiederholt eingeschüchtert und mit dem Tod bedroht, um sie daran zu hindern, eigene Recherchen anzustellen.
Angehörige der Polizei, die schwerer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt werden, werden in Brasilien nur in den seltensten Fällen vom Dienst suspendiert oder müssen sich vor einem zivilen Gericht verantworten. Zwar obliegt die Verantwortung für diese Menschenrechtsverletzungen seit Verabschiedung des Nationalen Menschenrechtsplans vor einigen Monaten offiziell den zivilen Gerichten, jedoch werden in der Praxis weiterhin zahlreiche Fälle vor Militärgerichten verhandelt. Selbst dann, wenn vor Zivilgerichten verhandelt wird, werden die Vorermittlungen in der Regel von den Beschuldigten selbst - meist den Militärs - geführt. Deshalb fordert amnesty international die brasilianische Regierung auf, nicht nur dafür zu sorgen, daß sich Militärpolizisten für alle ihnen zur Last gelegten Menschenrechtsverletzungen tatsächlich vor Zivilgerichten verantworten müssen, sondern auch sicherzustellen, daß die Vorermittlungen von zivilen Beamten durchgeführt werden.



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tinto


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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 16:29 
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War nicht von mir das Zitat, aber falls du es für einen humanistischen
Durchbruch hältst, wenn wir uns über die würdevolle Behandlung von Mördern mehr Gedanken machen, als darüber, wir wir die Bevölkerung
vor ihnen schützen, dann wäre ich froh wenn grosse Teile der anders
denken würden.

G-Man


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BeitragVerfasst: 19 Feb 2007 16:32 
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Und noch eins. Takeo zu wiederlegen ist nicht schwer. Von dem lass ich mich nicht verarschen. Nicht nur weil man es selbst aus eigener Erfahrung kennt. Auch andere haben de Augen offen.

Zitat:
Strafjustiz

Im Bereich der Strafrechtspflege wird die schwierige soziale und wirtschaftliche Lage in Brasilien besonders deutlich. In einigen Grossstädten wird die überbordende Gewaltkriminalität bereits als bürgerkriegsähnlich empfunden. Der dramatischen Situation entspricht eine Tendenz zur Privatisierung der Strafverfolgung durch Einschaltung von "Justiceiros" und Todesschwadronen oder durch Lynchjustiz der aufgebrachten Bevölkerung.

Auf dem Papier verfügt Brasilien über ein ausgefeiltes System des Strafrechts, des Strafverfahrens und der Strafvollstreckung. Die Verfassung von 1988 garantiert grundlegende Freiheits- und Verfahrensrechte, wie sie in Brasilien seit dem vergangenen Jahrhundert entwickelt worden sind. Einzelregelungen enthalten das Strafgesetzbuch "Código Penal", die Strafprozessordnung "Código de Processo Penal", das Gesetz über strafrechtliche Übertretungen "Lei das Contravenções Penais" und zahlreiche Einzel- und Spezialvorschriften.

Die Untersuchung angezeigter Straftaten "Inquérito" obliegt der "Polícia Civil". Über Einleitung und Durchführung polizeilicher Ermittlungen entscheidet daher der jeweilig leitende Polizeibeamte, der "Delegado". Die Stellung der Staatsanwaltschaft ist in dieser Phase des Verfahrens relativ schwach. Sie kann allerdings die Einleitung von Ermittlungen und nach Vorlage des Abschlussberichts ergänzende Ermittlungen verlangen.

Verhaftungen sieht die Verfassung nach Rechtstradition nur auf "frischer Tat - em flagrante delito" oder auf richterliche Anordnung vor. In der Praxis führt dies häufig zu umgehender Flucht, falls ein Brasilianer mit dem gewaltsamen Tod, sei es auch durch Verkehrsunfall oder in Notwehr eines anderen, in Berührung kommt. Über die Verhaftung ist der zuständige Richter und die Familie oder eine andere vom Verhafteten angegebene Person unverzüglich zu unterrichten. Gegen die Verhaftung kann beim zuständigen Richter "Habeas-Corpus" beantragt werden. Es handelt sich hierbei um eines der wenigen Verfahren, für die in Brasilien kein Anwaltszwang besteht. Beruht die Verhaftung auf richterlicher Anordnung, so kann der Habeas-Corpus beim Obersten Gericht des jeweiligen Bundesstaats beantragt werden.

Die formalen Strukturen sind jedoch in der sozialen Wirklichkeit Brasiliens von beschränkter Bedeutung. Die Justiz bleibt vielfach irrelevant. Gleiches gilt in beschränkterem Umfang für die Polizei, die gewissermassen im Ausgleich häufig weit weniger am formalen Recht orientiert agiert als die Justiz. Die Polizeibehörden können auch organisatorisch nicht an mitteleuropäischen Massstäben gemessen werden. Ihre kriminaltechnische Ausstattung ist zumeist rudimentär. Einfache Polizeibeamte verfügen über wenig Bildungsmöglichkeiten und eine zwar regelmässige aber geringe Bezahlung. Sie wohnen in der Regel wie die Mehrzahl der von ihnen zu verfolgenden Kriminellen in den Armenvierteln der Grossstädte.

Dem entspricht die Kritik der Strafrechtspflege durch Presse und Bevölkerung. Sie ist vernichtend: Danach stehen mangelhaft ausgestattete und ausgebildete und überdies korrupte und überforderte Strafvollzugseinrichtungen einer bedrohlichen Welle der Kriminalität gegenüber. Die Polizei wird beschuldigt, Delikte häufig nicht oder nur eingeschränkt und auf besondere, auch finanzielle Veranlassung zu verfolgen. Andererseits wird ihr vorgeworfen, auch elementarste Rechte von Verdächtigen nicht zu beachten; über zumindest formal unrechtmässige Polizeihaft und über Erschiessungen von Unterschichtsangehörigen durch die Polizei unter Berufung auf zweifelhafte Notwehrsituationen wird regelmässig berichtet. Polizeibeamten wird zudem Beteiligung an organisierter Kriminalität und Drogenhandel vorgeworfen.
http://www.brasilien.de/politik/strafjust.asp



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Lynchjustiz passiert in Brasilien sogar, wenn Du als LKW-Fahrer einen tödlicher Verkehrsunfall verursachst.
(Mal was von der Konkurenz)
http://www.brasil-web.de/forum/showthread.php?t=4941



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tinto


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Zitat:
Joao Hélio wurde sieben Kilometer weit mitgeschleift, sein Körper titschte auf dem Asphalt wie ein Pingpongball, erst wurde sein Kopf abgerissen, dann allmählich sein ganzer Körper zerfetzt. Entsetzte Autofahrer machten die Diebe auf den kleinen Jungen aufmerksam, der da draußen am Auto hing. Zu einem davon sagte der Fahrer des Corsa: „Das ist nur eine Judaspuppe“.
Geht es eigentlich noch darum oder um Lynchjustiz und Todesstrafe?



paz e amor
Severino


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