Brummelbärchen hat geschrieben:
Die wenigsten Sprücheklopfer in Parlamenten und Foren haben wirklich Bock, sich selber die Hände für eine bessere Zukunft schmutzig zu machen und dafür auch eigene Nachteile in Kauf zu nehmen. Auch ich werfe hier ganz sicher nicht den ersten Stein.
BB
Wer in Brasilien mutig ist wird auch sehr schnell mit dem Tod bestraft.
Was oft gar nicht in den Schlagzeilen erwähnt ist, dass Menschenrechtler in Brasilien regelmässig getötet werden.
In einigen Teilen im Nordosten herrschen noch diktatorische Zustände. Eine Welt, die nichtmal die Brasilianer aus den Grosstädten kennen und sich auch nicht dafür interessieren.
Ein zur Zeit immer noch aktueller Fall ist der Streit eines Pfarrers mit Richtern im Hinterland Pernambucos:
Die Richter dort haben 3 Monate Urlaub im Jahr und bestrafen weisse priviligierte Brasilianer nicht einmal für Vergewaltigungen oder Totschlag.
Arme und Dunkelhäutige werden aber schon für Mundraub in das Gefängnis gesteckt, so wie es einer jungen Frau vor ein paar Monaten passiert ist.
Für einen vermutlichen Obstklau wurde sie in eine Zelle mit 20 Männern gesteckt. Dort wurde bzw. wird sie täglich mehrfach vergewaltigt. Sie ist schon ein psychisches Wrack und wird nie wieder normal im Kopf sein.
Eine Staatsanwältin besuchte das Gefängnis und reagierte auf die Hilfeschreie dieser Frau mit sexistischen Witzen.
Ein kath. Pfarrer setzt sich dafür ein, dass sie entlassen und entschädigt wird. Auf die Frage, wie man denn eine Frau in eine Männerzelle stecken könnte, antworteten die Richter mit einem Lachen, dass man dort eingesperrt wird, wo Platz ist.
Der Pfarrer schwebt zur Zeit in Lebensgefahr, da Morddrohungen schon ausgesprochen wurden.
Ich würde diese Geschichten nicht glauben, wenn ich nicht einen Kumpel hätte, der in Pernambuco als Entwicklungshelfer tätig war. Er hat einmal aus 100m Entfernung gesehen, wie aus Geländewagen auf schwarze Kinder geschossen wurde. Als man sich daraufhin an den Bürgermeister wandte, folgten Morddrohungen. Mein Kumpel hielt diesen Druck nicht mehr aus und verliess daraufhin Brasilien. Andere Kollegen von ihm sind tatsächlich getötet worden.
Wer solche Geschichten nicht glaubt, braucht sich nur bei Amnesty International erkundigen.
Meine Frage ist, wie erzieht man mächtige, grausame und ignorante "Oberschichtler" um?
Ich persönlich habe keine Lösung dafür, aber eines weiss ich:
Mit liebevollen Gesprächen ändert sich bei solchen Bestien nichts. Man müsste rigoros in den Machtpositionen aufräumen und durch "ehrenwertere" Menschen ersetzen.
Doch wer räumt auf?
Und wer ist ehrenwert?
Man müsste in Brasilien die Mentalität aber auch in den armen Schichten ändern, doch wie?