
Brasilien hat das Endspiel des olympischen Fussballturniers der Frauen gegen die USA mit 0:1 (0:0, 0:0) nach Verlängerung unglücklich verloren. In einer spannenden Partie, bei dem die Seleção über weite Strecken das Spiel dominierte und sich zahlreiche Torchancen herausarbeitete, erzielte Carli Lloyd in der 95. Minute für die Amerikanerinnen das entscheidene Siegtor. Damit scheiterten die Brasilianerinnen nach dem verlorenen Finale bei den olympischen Spielen vor 4 Jahren in Athen erneut an den nun dreifachen Olympiasiegerinnen und müssen sich mit der Silbermedaille zufrieden geben.
Brasilien startete jedoch stark, die USA zogen sich ängstlich weit in die eigene Häfte zurück. In der ersten Halbzeit sahen die knapp 50.000 Zuschauer im Pekinger Arbeiterstadion daher fast ununterbrochen ein Spiel auf ein Tor, US-Keeperin Solo musste immer wieder ihr Team vor einem Rückstand bewahren. Auch in der zweiten Halbzeit hielt Brasilien den Druck aufrecht. Ein ums andere Mal brillierte Weltfussballerin Marta, die sich heute extrem kämpferisch zeigte und ihr Team unbedingt zum Sieg führen wollte. Doch immer wieder scheiterten Cristiane, Renata und Formiga an einer gut positionierten Abwehr des Amerikanerinnen. Grösste Chance in der regulären Spielzeit hatte Marta, die frei am Fünfmeterraum eine Bombe abfeuerte, welche die US-Keeperin durch einen unglaublichen Reflex noch mit der Hand abwehren konnte.
In der 5. Minute der Verlängerung dann jedoch der Schock. Carli Lloyd zieht an der Strafraumgrenze ab, der Ball fliegt an Barbara vorbei ins lange Eck, 1:0 für die USA. Die brasilianische Torhüterin hatte sich falsch positioniert und sah bei dem Aufsetzer extrem unglücklich aus. Die Seleção konnte zwar im weiteren Verlauf der Partie noch den ein oder anderen Angriff starten und Eckbälle herausholen, doch das erlösende Tor wurde dem Team um Kapitänin Tania jedoch verwehrt.
Brasilien verliert am Ende tragisch mit 0:1. Marta & Co. können jedoch erhobenen Hauptes auf diese Olympiade zurückblicken, denn gekämpft haben sie aufopfernd bis zur letzten Minute. Das Glück war heute einfach nicht auf der Seite der "Seleção feminina".