Buchkritik: Dona Flor e seus deus maridos

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Buchkritik: Dona Flor e seus deus maridos

Beitragvon PoisonYvi » Mi 15. Feb 2006, 08:36

Inhalt:
Dona Flor lebt mit ihrem Ehemann Valdomiro ("Vadinho") in der brasilianischen Kleinstadt Bahia. Vadinho liebt seine Frau leidenschaftlich, aber er hat damit nicht genug; er genießt das Leben in vollen Zügen, treibt sich mit Prostituierten herum – zum Zeitvertreib, wie er sagt –, und ist der Spielleidenschaft verfallen. Schon in der Hochzeitsnacht schlich er sich davon, nachdem er seine Frau genommen hatte. Einmal verspielt er die Kleidung, die er am Leib trägt und muss sich von einem Freund einen Mantel borgen, um nicht nackt durch die Straßen nach Hause laufen zu müssen. Er überredet sogar Pfarrer Venâncio, ihm etwas fürs Glücksspiel zu geben. Und als gar nichts mehr hilft, raubt er seiner Frau gewaltsam das Geld, das sie mit Kochkursen verdient und gespart hat. Ein paar Stunden später taucht er mit einer Kapelle vor dem Haus auf und bringt ihr ein Ständchen, obwohl es mitten in der Nacht ist. Das versöhnt Dona Flor. Doch als er vier Tage lang fortbleibt, wird sie von ihrer Freundin und Nachbarin Norma überredet, ihm einen Denkzettel zu verpassen und vorübergehend zu ihr zu ziehen. Dona Flor hat bereits ihren Koffer gepackt, da erfährt sie durch einen kleinen Jungen, dass Vadinho volltrunken auf dem Gehsteig liegt. Sofort eilt sie hin und bringt ihn nach Hause.

Nach sieben Jahren Ehe bricht Vadinho beim Karnavalszug tot zusammen. Dona Flor betrauert ihn. Ihre Mutter Rozilda und ihre Freundinnen Norma und Dinorah sind dagegen froh, dass sie endlich von dem untreuen Wüstling befreit ist. Obwohl man Toten eigentlich nichts Schlechtes nachsagt, schimpfen sie über den "arbeitsscheuen Alkoholiker".

Bald bringt Norma ihre Freundin dazu, die Witwentracht wieder abzulegen, und sie verkuppelt Dona Flor mit dem zweiundvierzigjährigen Apotheker Dr. Teodoro Madureira. Teodoro liebt seine junge, schöne Frau abgöttisch, aber er ist ein ganz anderer Charakter als der stürmische, leichtsinnige Vadinho es war: Der sparsame Spießbürger lässt sich im Apothekerverband zum Kassenführer wählen. Und er spielt Fagott. Das Hausmädchen Sofia wirft er hinaus, weil sie ihm nicht fleißig und unterwürfig genug ist.

Während Teodoro nach der Feier des ersten Hochzeitstages die letzten Gäste zur Straßenbahn bringt, glaubt Dona Flor ihren ersten Ehemann nackt in ihrem Bett liegen zu sehen. Er spricht mit ihr, will sie verführen, aber Dona Flor hat sich geschworen, auch ihrem zweiten Ehemann treu zu sein, und sie verscheucht ihn. Hin- und hergerissen von ihrem Vorsatz, Teodoro nicht zu betrügen und ihrem Verlangen nach Vadinhos Leidenschaft, lässt sie sich an den nächsten Tagen darauf ein, mit Vadinho wenigstens zu reden. Doch er will mehr, und es dauert nicht lang, da liegt Dona Flor zwischen ihren beiden Ehemännern im Bett. Sie gehen auch zu dritt zur Kirche, und Vadinho ist dabei wie immer splitternackt, aber das macht nichts, denn außer Dona Flor kann ihn niemand sehen.


Mein persönliches Fazit: Es war sehr schön und amüsant zu lesen. Auf jeden Fall empfehlenswert.
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Beitragvon Seebaer » Mi 15. Feb 2006, 10:31

Moin PoisonYvi,

das Buch ist auch verfimt worden und lief vor einiger Zeit mal auf ARTE.

Ich persoenlich finde das Buch "Os Pastores de Noite" (dt. Titel: Naechte in Bahia) jedoch besser, auf jeden Fall lohnt es sich auch dieses zu lesen.
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finde ich auch !

Beitragvon brasilmen » Mi 15. Feb 2006, 12:18

Beide genannten finde ich ebenfalls lesenswert.
Noch besser finde ich persönlich:
Jorge Amado : Herren des Strandes
Gruss brasilmen Thomas
http://www.brasilmen.de
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Bahia Zyklus und Kakao Zyklus

Beitragvon Lunge » Mi 15. Feb 2006, 22:42

Moin
haeufig viel Romance und Sex. Immer einen respektvollen und liebevollen Blick und Urteil ueber seine Personagens.
Es lohnt sich sowohl den Kako Zyklus als auch den Bahiazyklus zu lesen.
Meine Favoriten aus dem Bahia Z. Mar Morto Tote See und
Kakao neben Gabriela aus dem Kakao Z.
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