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An Euch alle, die ihr hier geschrieben habt, erstmal: Danke für die Infos.
Ich hab hier noch eine Geschichte:
Als wir das letzte mal in Búzios waren, da stellte sich am Aeroporto die Frage, wie man da hin kommt. In der Ankunftshalle wurde man von mehr oder weniger seriösen und aufdringlichen Reisagentur-Leuten angesprochen und auf einen ließen wir uns dann auch ein. Er versprach, uns mit einem modernen Van nach Búzios zu bringen, der Preis erschien angemessen. Vor allem, weil er uns auf jeden Fall bis vor die Pousada fahren wollte. An der Tourist-info kannte die Tante den Typen offenbar ganz gut, das reichte uns als ersten Vertrauensbeweis.
Das Problem war nun folgendes. Der Van war gar nicht da. Nach 40 Minuten -wir luden unsere Koffer ein, der motorista fuhr aber nicht los, auch nicht nach weiteren 30 Minuten obwohl wir mittlerweile schon 6 Leute waren. Der Grund war schnell klar: Der Mercedes-Sprinter hatte noch mehr Plätze. Er wartete angeblich noch auf Personen, die schon reserviert hatten, aus Argentinien – und tatsächlich in nunmehr weiniger als 10 Minuten sollte eine Varig-Maschine von dort eintreffen, bis die ersten Passagiere draußen waren, vergingen 30 weitere Minuten, der vermeintliche guia quatschte sie alle an, keiner hatte reserviert, ein paar ließen sich aber endlich überreden, so wie mehr als 2 Stunden vorher, einzusteigen, wobei einer von denen leider sein Handgepäck irgendwo hat stehen lassen. Weitere 20 Minuten, bis er wieder kam. Dann ging es, kaum zu glauben, endlich los. Ein Platz blieb frei, der guia hatte echt noch vergeblich versucht, den zu verticken.
Mit dem üblichen Stop an einer typischen Raststätte mit so Köstlichkeiten wie Bauru und vitaminas ging es immerhin zügig nach Búzios mit natürlich auf 15 Grad runtergedrehter Klimaanlage, bis sich sogar die Argentinier beschwerten, das man nicht nach Bariloche zum Skifahren wollte. Wir kamen bis zur Polizeikontrolle 2000 Meter vorm Ortseingang, wo wir angeblich zu schnell waren. Diskussion, nach 10 Minuten weiterfahren ohne muta, das Gerät hat angeblich falsch angezeigt. Hier lernte ich den motorista erstmals schätzen, der vorher noch wie eine Wildsau gefahren war.
Dann stiegen so alle nach und nach aus, nur wir nicht, weil wir noch keine Unterkunft reserviert hatten. Und dann fuhr der Motorista kreuz und quer von Geriba bis zum Zentrum alle Unterkünfte ab, die ich im Internet angetroffen hatte, meistens voll, mal unakzeptabel teuer. Immerhin kostenlose Stadtrundfahrt inklusive, auch in Feradura usw waren wir. Der Motorista hatte immer noch eine Engelsgeduld, als wir schon rund eine Stunde in Búzios unterwegs waren. Er selbst war in Rio zu Hause, erzählte, dass es sein Wagen ist und der angebliche Guia nur ein Vermittler, der alle Vans gegen Bares füllt, er kann Englisch, Spanisch und ein bisschen italienisch oder deutsch, das wäre sein Vorteil. Der Vermittler kassiere 50%, den anderen Teil der Fahrer, der hiervon noch Benzin und sonstige Kosten bestreitet, aber der Vermittler habe auch so einiges "geschmiert", damit alles laufe. Mit dem Wagen hätte er mehr in der Tasche als ein taxista und selbst abzüglich aller Kosten blieben noch so 500 Real, das reiche ihm um sich, seine Frau, die Ex-Frau und die insgesamt 4 Kinder so über die Runden zu bringen. Mindestens 10x pro Woche sei er nach B unterwegs, einige Touren nach Cabo frio, Paraty oder auch an die Copacabana kämen hinzu, da aber müsse er zusätzlich Schutzgeld bezahlen, der Markt sei eben eng. Er fuhr uns selbst dann noch weiter, als wir keine Adresse mehr hatten, telefonierte und kehrte zurück an die tourist-info am Ortseingang, um noch etwas zu finden. Er machte nach fast 2 Stunden vergeblicher Suche (mir war schon richtig schlecht von den Hügeln und Bergen, zeitweise hatte ich keinerlei Orientierung mehr) das Unmögliche möglich, das wir kurz vor Carnaval doch noch eine Unterkunft fanden, die wir tags darauf gegen eine bessere tauschen konnten. Er hat wie ein Besessener gesucht. Zum Schluss hatte ich ihn gefragt, warum er das mache, da sagte er, wenn sein Vermittler erfahre, dass jemand unzufrieden sei, bekomme er keine Aufträge mehr...
Das alles ein jeito - für alle Beteiligten????
Für mein bescheidenes Trinkgeld habe ich mich hinterher geschämt – meine Frau meinte auch nach solch einer Tortour sei in Brasilien nicht mehr üblich...
Leider, leider habe ich die Namen von den beiden nicht mehr präsent, wer hätte auch 2003 gedacht, dass ich diese Geschichte hier erzähle – und seit dem ist sooo viel passiert.
Aber hat jemand Ähnliches erlebt oder kennt einen besseren Weg nach Búzios?
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