Carteira de Trabalho und Visum für Freiwilligendienst

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Carteira de Trabalho und Visum für Freiwilligendienst

Beitragvon Tacacarl » Do 4. Jan 2007, 01:12

Hallo Brasilienfreunde,

ich würde gerne in Brasilien arbeiten und habe noch keinen Arbeitgeber, demnach auch kein Arbeitsvisum und keine Carteira de Trabalho.
Kann man auch vor Ort eine Arbeitserlaubnis bekommen (innerhalb der sechs Monate)? Welche Möglichkeiten gibt es von hier an eine Arbeitserlaubnis zu kommen?

Und noch was: Hat hier schon jemand Erfahrung mit dem Visum für Freiwilligendienstler (bei einer Hilfsorganisation) gemacht?
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Re: Carteira de Trabalho und Visum für Freiwilligendienst

Beitragvon Brummelbärchen » Do 4. Jan 2007, 01:46

Tacacarl hat geschrieben:Kann man auch vor Ort eine Arbeitserlaubnis bekommen (innerhalb der sechs Monate)?


Du kannst in den 6 Monaten vor Ort in Brasilien einen Arbeitgeber suchen. Wenn Du ein Unternehmen findest dass Dich einstellen will muss dieses ein entsprechendes Gesuch einreichen. Wird die Bewilligung erteilt kannst Du damit zurück nach D/CH/AT und beim brasilianischen Konsulat das für Deinen Wohnort zuständig ist (zB in Zürich) eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen.
Über die Suchfunktion des Forums findest Du eine ganze Menge Beiträge zum Thema Jobchancen in Brasilien und allenfalls geeignete Branchen. Grundsätzlich kriegen Ausländer nur ne Aufenthalts- bzw. Arbeitsbewillung wenn es unter den Millionen von arbeitslosen Brasilianern keinen gibt der diesen Job auch irgendwie erledigen kann oder wenn Du mindestens 50'000 Dollar in ein eigenes Unternehmen in Brasilien investierst. Auch dazu gibt es in diesem Forum schon zahlreiche Beiträge. Suche mal nach 'Investor' oder 'Investorenvisum'.

Tacacarl hat geschrieben:Welche Möglichkeiten gibt es von hier an eine Arbeitserlaubnis zu kommen?


Wie oben beschrieben, nur dass Du anstelle in Brasilien mit Firmen zu sprechen Du diese von D/CH/AT aus ansprichst. Da Dich kaum jemand einstellen wird ohne Dich gesehen zu haben funktioniert dies wenn überhaupt nur bei international tätigen Firmen die hier in Europa ihren Hauptsitz oder eine Niederlassung haben. Du müsstest Dich also direkt bei denen bewerben.

Zusätzlich kannst Du auch die einschlägigen Job-Portale durchsuchen (Monster, LinkedIn). Dort wirst Du auch schnell sehen, ob in Deiner Branche Leute gesucht werden.

Was für einen Job suchst Du? Was für Qualifikationen bringst Du mit? In welche Region Brasiliens willst Du? Je spezifischer Du Dein Anliegen hier vorstellst, desto eher kann Dir jemand konkrete Tips geben.

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Beitragvon Tacacarl » Do 4. Jan 2007, 12:51

Vielen Dank für die Infos.
Das Problem ist, dass ich eine Arbeit in Pará suche. In einer Kleinstadt, in der meine brasilianische Freundin wohnt, mit der ich gerne zusammenwohnen möchte. Mit internationalen Firmen ist da gar nix zu machen und mit einer Arbeit, die ein Brasilianer nicht genauso gut erledigen könnte, ebenfalls nicht.
Hier in Deutschland bin ich Lehrer für Mathematik und Geographie und kann in dem Bereich sicherlich nichts finden. Die Tätigkeit vor Ort kann alles sein. Eine einfache Tätigkeit mit dem staatlich vorgeschriebenen Mindestlohn reicht mir aus. Ich möchte erstmal vor Ort Fuss fassen und bleiben können. Aber wie es scheint, besteht für diese Idee kaum Hoffnung, oder?
Du sagtest, dass man das Arbeitsvisum bei dem am Wohnort liegenden Konsulariat bekommt. Muss man das persönlich beantragen? Denn ein Rückflug nur deswegen ist nicht so ganz billig...
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Beitragvon Brummelbärchen » Do 4. Jan 2007, 13:09

Wende Dich mal an Seitenwandkletterer, der ist glaube ich Professor an einer Uni. Der kann Dir ev. sagen, ob und wenn ja welche Chancen Du auf Deinem Gebiet hast.

Tacacarl hat geschrieben:Die Tätigkeit vor Ort kann alles sein. Eine einfache Tätigkeit mit dem staatlich vorgeschriebenen Mindestlohn reicht mir aus. Ich möchte erstmal vor Ort Fuss fassen und bleiben können. Aber wie es scheint, besteht für diese Idee kaum Hoffnung, oder?


Erste Möglichkeit: Illegal in BR leben und arbeiten bzw. überleben und vor Dich hinvegetieren. Ob das allerdings der Traum eines deutschen Lehrers ist musst Du selber wissen.
Zweite Möglichkeit: Heiraten; dann bekommst Du automatisch Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung.

Tacacarl hat geschrieben:Du sagtest, dass man das Arbeitsvisum bei dem am Wohnort liegenden Konsulariat bekommt. Muss man das persönlich beantragen? Denn ein Rückflug nur deswegen ist nicht so ganz billig...

Wenn Dein Budget so eng ist würde ich Dir dringend raten, noch einige Zeit in Europa zu bleiben, zu arbeiten und Geld auf die Seite zu legen.

Browse bitte mal durch das Forum, es gibt zahlreiche Threads von und zu Personen die in ähnlicher Situation sind wie Du.

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Wechsel des Visatyps

Beitragvon Severino » Do 4. Jan 2007, 14:16

Ein Wechsel des Visatyps im Land ist nicht möglich. Wenn Du also als Tourist einreist, dann darfst Du nicht arbeiten. Dazu musst Du zuerst ausreisen und dann mit einem Arbeitsvisum wieder einreisen.
Für Lehrer bzw. Professoren gäbe es aber auch weitere Visatypen. Schau mal auf der Seite der PF.
Ansonsten bleibt Dir ohne Rückreise nur die Heirat oder ein Kind. Aber das dauert ja dann auch seine Zeit, bis Du die Papiere hast.
Geht also auch nicht in 6 Monaten. Und für den Minimallohn von 350 R$ (ab April 380 R$) zu arbeiten (also 6 Tage bzw. 45 Stunden pro Woche) das wird es wohl auch nicht sein, oder? Oder brauchst Du die 130 EURO im Monat um dort über die Runden zu kommen? Da würde ich doch lieber zweimal für 180 Tage als Tourist bleiben. Dazwischen ein paar Tage in einem Nachbarland und schon ist alles ganz legal.
P.S.: Unentgeltliche Hilfsarbeit ist auch Touristen in Brasilien nicht verboten. Ich kenne jedenfalls kein Gesetz, dass die Arbeit verbietet.
paz e amor
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Beitragvon Fudêncio » Do 4. Jan 2007, 19:50

Tacacarl hat geschrieben:...Das Problem ist, dass ich eine Arbeit in Pará suche. In einer Kleinstadt, in der meine brasilianische Freundin wohnt, mit der ich gerne zusammenwohnen möchte. Mit internationalen Firmen ist da gar nix ...


Das ist doch total illusorisch :!: :oops:
Warst Du schon mal in Brasilien, in Pará :?: Das ist doch der "Wilde Westen" Brasiliens, wo das Recht des Stärkeren, bzw. des bestbewaffneten gilt. Was willst Du als Gringo da überhaupt :?:

Also wenn überhaupt musst Du schon nach São Paulo runterziehen, wenn Du überhaupt ´ne Chance haben willst ´nen job zu finden. Was ohnehin schon schwieriger ist als ein 6er im Lotto :!: :twisted:
Das beste ist wenn Du Dich von der Vorstellung verabschiedest, ne Anstellung zu finden, mach Dir lieber Gedanken, wie Du selber ein Geschäfty in BRA auf die Beine stellen kannst. :twisted:
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Re: Carteira de Trabalho und Visum für Freiwilligendienst

Beitragvon Lemi » Do 4. Jan 2007, 20:27

Tacacarl hat geschrieben: Und noch was: Hat hier schon jemand Erfahrung mit dem Visum für Freiwilligendienstler (bei einer Hilfsorganisation) gemacht?


Zumindest auf den 2. Teil deiner Anfrage kann ich dir positiven Bescheid geben. Als Freiwilligendienster bekommst du relativ problemlos ein 1-Jahresvisum.

Details kannst du von unserem User "Timbelo" erfahren, der im November ein solches Visum bei der PF in Belo Horizonte erhalten hat. Er kann dir sicherlich auch sagen, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und welche Dokumente du brauchst. Auf jeden Fall ein polizeiliches Führungszeugnis. Das hatte er nämlich vergessen ...

Mit diesem Visum kannst du dann auch in Hilfsprojekten arbeiten. Im Falle von Timbelo ist das unentgeltlich, was aber sicherlich keine Bedingung ist.

Ich glaube auch, dass er den entsprechenden Visumsantrag schon vorher in DE gestellt hat und sich dann nur noch hier bei der PF vorstellen musste. 100 R$ für irgendeine sinnlose Gebühr ist er trotzdem losgeworden.
Man sieht sich,
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Beitragvon Tacacarl » Do 4. Jan 2007, 20:33

@Brummelbärchen: Nee, da hast du schon Recht. Ich werde erstmal ne ganze Weile in Deutschland bleiben müssen, um ein Startkapital für Brasilien zu haben. Und das ist auch mein Plan. Ich bin zwar ein Fatalist, aber kein kopfloser... :)

@Severino: Nein, unentgeltlich zu arbeiten geht als Tourist. Habe ich das letzte Jahr für eine Hilfsorganisation gemacht, doch jetzt geht es um was anderes. Wenn ich dort mit meiner Freundin zusammenlebe, kann ich ihr kaum auf der Tasche hängen. Sie verdient auch nur zwei Mindestlöhne, daher wäre auch 130 Euro eine Unterstützung.
Mit dem Ein- und Ausreisen ist das so eine Sache. Die einen sagen dies und die anderen jenes. Ist es nun so, dass man nur 180 Tage im Jahr oder am Stück bleiben darf. Bei der letzten Variante würde das Ein- und Ausreisen funktionieren. Hast du es schon gemacht?

@Fudencio: Ich war das letzte halbe Jahr dort in Pará, wilder Westen sieht anders aus. Gerade im Gegensatz zum Grossraum São Paulo ist das dort doch das reinste Hobbingen. São Paulo ist für mich der letzte Ort, an den es mich hinziehen würde. Auch wenn meine bisher einzige Bewerbung nach dort geht. Aber ich denke, dass du vollkommen Recht hast. Es ist ein Illusion, eine Arbeit zu finden.
Ein Geschäft auf die Beine Stellen ohne Arbeitserlaubnis?

@Lemi: Das wäre dann unentgeltlich, aber immerhin legal im Land. Danke, ich werde mich mal an ihn wenden.
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