Caso Isabella

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Re: Caso Isabella

Beitragvon bruzundanga » Do 24. Apr 2008, 17:04

Was der Kommentar mit Populismus zu tun haben soll ist mir schleierhaft.

Im Prinzip gings doch darum, dass der Medienrummel Ausmasse angenommen hat, die auch ein solches Verbrechen nicht mehr rechtfertigt. Eine der wenigen Stimmen, die auf die Realität Brasiliens hinweisen war der Kommantar allemal. Fakt ist nun leider mal, dass Gewalt gegen Kinder (mit oder ohne Todesfolge) kein Einzelfall ist.

Der schwierige Weg ist eben die Hinterfragung der Gründe und der Versuch vorzubeugen. Zu verhindern, dass es dazu kommt. Das schuldet die Geselschaft den Opfern, nicht nur Bestrafung und Medienrummel.

Der schwierige Weg ist und war und wird nie der populistische Weg sein.

Abraços
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Re: Caso Isabella

Beitragvon dietmar » Do 24. Apr 2008, 17:27

bruzundanga hat geschrieben:Was der Kommentar mit Populismus zu tun haben soll ist mir schleierhaft.


Populistisch ist daran, dass er dem Volk nach dem Mund redet. Wie die Herrschaften von Record São Paulo, Brasil Urgente, Brasil Alerta, etc.

Populistisch ist, dass er den Mord an einem Mädchen zum Anlass nimmt, ein ganzes Land pauschal zu verurteilen, sich selbst und die Zuschauer davon jedoch ausnimmt - immer nur die anderen.

Die Krönung meiner Ansicht nach ist jedoch die Assoziationskette, die den Bogen von Mord über sexuellen Missbrauch bis hin zur Bratpfanne, den nicht angelegten Sicherheitsgurt oder den unaufgeräumten Garten zieht ... in den Kontext "Gewalt gegen Kinder" setzt und anschliessend fragt: Was für ein Land ist das? - und eben nicht - Was für Eltern sind das?

Später sucht er dann abstrakt nach Lösungen: Was kann man dagegen tun? - und nicht - Was können wir dagegen tun? Er macht damit den Staat verantwortlich und nicht die Bevölkerung selbst. Denn wenn er Bildung fordert, ist der Staat gefragt. Dies impliziert für mich, dass die Menschen ja an sich unschuldig sind. Das alte Spiel: Schuld sind immer die anderen!

Und das ist populistisch!
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Re: Caso Isabella

Beitragvon bruzundanga » Do 24. Apr 2008, 18:04

Das ist nicht populistisch.
Ganz einfach weil das adjektiv (und auch das Substantiv) nichts in der Umgebung eines Fernsehkommentators zu suchen hat.

Man kann es überzogen, teilweise etwas hergezogen, vielleicht auch oberflächlich etc. nennen aber nicht populistisch.
Erstens redet er nicht den Leuten nach dem Mund. Höchstens kann man sagen, dass er ausspricht was viele denken aber wegen ihrer indifferenten Altagsbewältigung nicht umsetzen.

Übrigens:

Aus der Sicht eines Brasilianers ist das Land wir und wir sind das Land.

Er macht beide verantwortlich: Den Staat und die Bevölkerung (Eltern).

Und wer ist man, sind wir nicht auch man?

Der flache Medienrummel ist dann wohl besser?

Bom apetite

http://de.wikipedia.org/wiki/Populismus
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Re: Caso Isabella

Beitragvon dietmar » Do 24. Apr 2008, 18:50

"nosso" kommt lediglich in der Überschrift vor, und das ist zu wenig. Es ist ein Blick von aussen als quasi Unbeteiligter. Dieser Kommentar hätte in jedem anderen Land mit Blick auf Brasilien publiziert werden können. Dies und die Argumentationskette bemängele ich.

Er ist keineswegs unbequem für den Zuschauer. Er ist bestätigend: Die "Anderen" sind die Bösen! Man soll sich ja nicht am Morgenkaffee verschlucken.

Aber vielleicht ist es auch zu interlektuell für mich - aber dann hat es ansonsten auch kaum jemand verstanden ....
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Re: Caso Isabella

Beitragvon valedaspedrinhas » Fr 25. Apr 2008, 02:19

Diesen Schreihals von Brasil Urgente, der nie jemanden ausreden laesst, finde ich auch aetzend. Genauso wie Se liga Bocão oder Varella (wer's kennt ;) ).

Die freuen sich doch wenn wieder ein Kind stirbt bzw. ermordet wird. Schoen was zu berichten.
Das wird auf unterstem Niveau ausgeschlachtet...und die meisten Brasis scheinen den Braten auch noch zu fressen.
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Re: Caso Isabella

Beitragvon Männlein » Fr 25. Apr 2008, 03:38

brasilblog hat geschrieben:
Männlein hat geschrieben:
brasilblog hat geschrieben:Der Kommentar ist mir zu populistisch .... auch wenn er vielleicht nicht mehr Sendezeit hat, man muss es differenzierter darstellen - oder sein lassen. Die Berichterstattung ist natürlich auch nicht besser, inkl. den nachfolgenden Videos.


Na Gott sei Dank gibt es ja dich hier . Ich meine damit Das es jemanden gibt der für das Differenzierte zuständig ist
Außerdem war das was ich geschrieben habe mein Empfinden . Und ich hatte danach gefragt wie das andere sehen . So und nun sehe ich das mal differenzierter da ist ein Kind ermordet worden . Braucht es noch mehr Differenzierung ??????

So bis denne und neulich
Männlein


Ich meinte damit den Kommentar von Bom Dia Brasil (Bruzus Post) und nicht deinen.

Wenn kein Zitat erfolgt, so ist es zumindest in Foren üblich, dass sich das Geschriebene direkt auf das vorherige Posting bezieht und nicht auf irgendwelche Posts davor. Ansonsten ist dies dann gesondert zu kennzeichnen.


Ja die Ansätze sind gut . Dann schreibe auch in Zukunft so das es unmissverständlich ist . Welcher Beitrag oder Kommentar gemeint sind .
Wäre echt lieb und nett auch wenn es sich um den Chefe von dat Janze handelt.

Bis denne und neulich
Männlein
.
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Re: Caso Isabella

Beitragvon amarelina » Fr 25. Apr 2008, 08:17

es ist die grenzenlose gleichgültigkeit der menschen gegenüber den kindern.
auch wenn staatliche organisationen möglichkeiten zur verfügung stellen, wie babyklappen oder die anonyme geburt, gibt es immer noch menschen (eltern) die das neugeborene in einer kartonkiste hinter dem haus abstellen. gleichgültigkeit...
ich persönlich glaube schon lange nicht mehr daran, dass sog. gebildete menschen ihre kinder oder die kinder besser behandeln. es ist den leuten, gebildet oder ungebildet doch piepegal, dass ihre teuren turnschuhe von pakistanischen kinderhänden genäht wurden.
es ist ihnen piepegal, dass die orangen für den frühstückssaft der ach so gesundheitsbewussten europäer von brasilianischen kinderhänden für einen Real pro tag gepflückt wurden. hauptsache billig! geiz ist geil!
aus- "gebildete" menschen haben hübsche kleine bomben in form eines spielzeugs erfunden, damit es den kindern die hände abreisst, wenn sie sie auf der strasse finden. die liste ist noch lange nicht zu ende....gleichgültigkeit....
kinder haben keine lobby, es kostet nichts, sie in die welt zu stellen. wenn sie stören oder man sie gerade nicht gebrauchen kann, wirft man sie einfach zum fenster raus oder auf den müll...
im zusammenhang mit kindermisshandlung ob körperlich oder psychisch, ist mir nichts polemisch genug.

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"Wenn man sich mit einem langweiligen, unglücklichen Leben abfindet, weil man auf seine Mutter, seinen Vater, seinen Priester, irgendeinen Burschen im Fernsehen oder irgendeinen anderen Kerl gehört hat, der einem vorschreibt, wie man leben soll, dann hat man es verdient."
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Re: Caso Isabella

Beitragvon 007 » Fr 25. Apr 2008, 20:00

Mir geht es mehr um das breittreten der brasilianischen Medien dieses absolut tragischen Falles.

Es ist zum kotzen was da alles gemutmasst und gezeigt wird, in allen Tagesschauen in Brasilien.
Kein Sender ausgeschlossen. Dieser Sensationsjournalismus ist doch dermassen abstossend!

Möge den Tätern eine gerechte Strafe aufgebrummt werden. Nur das wünsche ich, zusammen mit dem Ende der skandlösen Berichterstattungen.

Anscheinend gibt es nichts intressanteres zu berichten in den Nachrichten als diesen Falle und jeder will den anderen übertrumpfen. (Kotz,würg...)

abraço


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