Cheque ohne Deckung

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Cheque ohne Deckung

Beitragvon Arne » Mo 29. Jun 2009, 16:38

Hallo
Ich habe 2007 einem „Grande Amigo“ Waren gegen einen Cheque verkauft, der nach 30 Tagen eingelöst werden sollte. Er hatte vorher immer bezahlt. Als ich zur Bank ging und den Cheque einlösen wollte, war auf dem Konto keine Deckung vorhanden. Mein“ Amigo“ hatte immer andere Ausreden, nur eben kein Geld. Nach 6 Monaten nahm ich einen Anwalt, der verlangte zunächst 8000 Relais.Ich war darauf hin schon 3 mal bei Delegados,und habe Rechnungen Zoll und Steuerdockumente abgegeben .
Aber es hat sich bisher nichts getan.
Ich habe erfahren, dass meine Waren sofort weiterverkauft wurden, um Schulden zu bezahlen.
Laut Delgado hat mein“ Amigo“ nichts mehr außer Schulden.
Heute erhielt ich einen Anruf indem mir mitgeteilt wurde ich soll weitere 3000 Relais an den Anwalt zahlen. Laut Anwalt bin ich im Recht, aber es nützt mir nichts.
Ich denke ich werde nichts mehr überweisen, und mein Geld abschreiben.
Was muss ich dabei beachten?
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon Habu » Mo 29. Jun 2009, 16:54

Uups, R$ 8000,00 für den Anwalt. Das muß ja ein dicker Scheck gewesen sein.
Ohne Moos nix los, wenn dein "grande amigo" pleite ist, haste Pech gehabt.
Was allerdings die Honorarforderungen deines Anwalts betrifft, müßte man mehr wissen. Was habt ihr schriftlich fixiert?
Solltest Du mit ihm einen Vertrag gemacht haben, kannst Du seine Zahlungsanforderungen wohl schwer umgehen,
außer Du kommst nicht mehr nach Brasil und hast hier kein Besitz, der gepfändet werden könnte.
Wende dich doch mal an dimaew, als Jurist kann er dir wohl eher helfen.
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon MESSENGER08 » Mo 29. Jun 2009, 18:04

Ich würde wenigstens zum CARTÓRIO DE PROTESTO gehen und dort Deine Forderungen gegen den Amigo anmelden, dann erhält er eine Art gerichtl. Mahnbescheid inkl. Mahngebühren und eine Frist gesetz zum zahlen der Forderung.
Netter Nebeneffekt ist das er auf diese Art und Weise vom Cartório ins SPC/SERASA Register als säumiger Zahler eingetragen.

Obe es viel bringt ist fraglich, aber besser als garnichts zu unternehmen. Der Anwalt scheint ja auch nicht viel drauf zu haben ausser Honorarforderungen zu verschicken! :twisted: :lol:
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon landau » Di 30. Jun 2009, 12:22

@ Arne
Du hattest wohl den falschen Anwalt. Mit dem richtigen Anwalt würde Dein Schuldner bezahlen. Egal woher, aber plötzlich hätte er Geld, zumindest für Ratenzahlung.
Such für Inkasso einen bekannten Anwalt für Kriminalrecht. Die haben immer die besten Verbindungen zur Polizei. :mrgreen:
Der kann das auch nachhaltig regeln damit später keine "Regressansprüche" vom Schuldner kommen.

Gruß Landau
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon Arne » Di 30. Jun 2009, 14:40

landau hat geschrieben:@ Arne
Du hattest wohl den falschen Anwalt. Mit dem richtigen Anwalt würde Dein Schuldner bezahlen. Egal woher, aber plötzlich hätte er Geld, zumindest für Ratenzahlung.
Such für Inkasso einen bekannten Anwalt für Kriminalrecht. Die haben immer die besten Verbindungen zur Polizei. :mrgreen:
Der kann das auch nachhaltig regeln damit später keine "Regressansprüche" vom Schuldner kommen.

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Es wurde schon vor ca. einem Jahr Ratenzahlung vereinbart.Jedoch nichts bezahlt,er ist bei der Serasa eingetragen dafür habe ich gesorgt.Laut Polizei sind gegen ihn Forderungen über 450 000 Reais.Wobei meine 58 000 nicht sehr ins Gewicht
fallen.Da ich mit dem Anwalt keinen Vertrag habe,sondern ein Erfolgshonorar von 20 % ,werde ich die Angelegenheit beenden.Ich kann nur jedem raten in Brasilien keine Cheques anzunehmen.
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 30. Jun 2009, 15:10

Arne hat geschrieben:
landau hat geschrieben:@ Arne
Du hattest wohl den falschen Anwalt. Mit dem richtigen Anwalt würde Dein Schuldner bezahlen. Egal woher, aber plötzlich hätte er Geld, zumindest für Ratenzahlung.
Such für Inkasso einen bekannten Anwalt für Kriminalrecht. Die haben immer die besten Verbindungen zur Polizei. :mrgreen:
Der kann das auch nachhaltig regeln damit später keine "Regressansprüche" vom Schuldner kommen.

Gruß Landau


Es wurde schon vor ca. einem Jahr Ratenzahlung vereinbart.Jedoch nichts bezahlt,er ist bei der Serasa eingetragen dafür habe ich gesorgt.Laut Polizei sind gegen ihn Forderungen über 450 000 Reais.Wobei meine 58 000 nicht sehr ins Gewicht
fallen.Da ich mit dem Anwalt keinen Vertrag habe,sondern ein Erfolgshonorar von 20 % ,werde ich die Angelegenheit beenden.Ich kann nur jedem raten in Brasilien keine Cheques anzunehmen.


Ein kleiner Tipp bevor du eine weitere Entscheidung triffst:
Suche einen guten Detektiven. Der soll herausbekommen, was der Schuldner evtl. besitzt (kann ja auch auf die Frau oder Kinder geschrieben sein) und womit der sein Unterhalt verdient. Vielleicht sind noch Gueter irgendwo versteckt. Die Polizei wird ja keine Hausdurchsuchung gemacht haben. Also die 20% fuer einen Anwalt kannst auch einen Teil an eine Detektei investieren. Danach kannst du wenigstens mit Sicherheit sagen ob noch was zu holen ist oder nicht.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon landau » Di 30. Jun 2009, 17:44

Wenn Du den richtigen auf Kriminalrecht spezialisierten ausgefuchsten Anwalt gefunden hast brauchst Du keinen Detektiv mehr. Das ist alles in den 50% Gage enthalten und plötzlich hast Du als Gringo die Polizei auf Deiner Seite.
Das funktioniert bestimmt auch bei Dir und besser die Hälfte als nix. Ich hatte auch mal so einen Amigao. Großes Haus in Curitiba, Oldtimerrestauration mit bester Clientel und gut ausgelastet. Bekannte Familie in Curitiba und quasi pleite.
Aber als er vor der Wahl stand in den Knast (glaube es war Industriespionage) zu gehen oder die Schulden zu begleichen hat er sich für letzteres entschieden.
Er hatte und hat noch immer viele Gläubiger aber ich bekomme im Juli meine letzte Rate.
Und laß Dir ruhig Zeit beim suchen des Anwalts. Das wichtigste ist der richtige Anwalt.
Du kannst ja eh nur gewinnen und nicht mehr verlieren. Die 50% sind Erfolgshonorar.
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon seitenwandkletterer » Di 30. Jun 2009, 20:11

Der Betrag von 8000 Reais für den Anwalt ist ja wohl ein Witz. Ich habe hier einen Prozess beim Juizado Especial Civel (JEC), das sich genau um derartige Streitigkeiten kümmert, laufen mit dem Streitwert von R$ 6000 und mein Anwalt hat 1,5 salários mínimos verlangt und es gab bisher 2 Verhandlungen und ein pedido de recurso der anderen Seite. Am 8. Juli läuft die letzte Frist für meinen Gegner aus, das Urteil anzufechten.

Um wieviel geht´s denn bei Deinem Fall, dass ein derartiges Honorar fällig wird. Ich habe mal was davon gehört, dass Anwälte erfolgsabhängig bis zu 20% der GEwinnsumme rausschlagen können. Aber auch nur, wenn der Prozess das JEC sprengt (d.h. Streitsumme > 12000R$).

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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon Arne » Di 30. Jun 2009, 22:32

seitenwandkletterer hat geschrieben:Der Betrag von 8000 Reais für den Anwalt ist ja wohl ein Witz. Ich habe hier einen Prozess beim Juizado Especial Civel (JEC), das sich genau um derartige Streitigkeiten kümmert, laufen mit dem Streitwert von R$ 6000 und mein Anwalt hat 1,5 salários mínimos verlangt und es gab bisher 2 Verhandlungen und ein pedido de recurso der anderen Seite. Am 8. Juli läuft die letzte Frist für meinen Gegner aus, das Urteil anzufechten.

Um wieviel geht´s denn bei Deinem Fall, dass ein derartiges Honorar fällig wird. Ich habe mal was davon gehört, dass Anwälte erfolgsabhängig bis zu 20% der GEwinnsumme rausschlagen können. Aber auch nur, wenn der Prozess das JEC sprengt (d.h. Streitsumme > 12000R$).

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Bei mir geht es um 58 000 Reais.Ich habe vor 3 Jahren diese 8 000 Reais bezahlt als Einstand.Bei erfolgreichem Abschluss sollte der Anwalt nochmals 20% erhalten.Der Anwalt teilte mir aber gestern mit ich solle weitere 3 000 Reais überweisen.
Es wurde mir gesagt,dass ich den Prozess nicht verlieren kann,und die Gegenpartei bezahlen wird,um nicht ins Gefängniss zu gehen.Das war vor 3 Jahren,heute bin ich um ettliche Erfahrungen reicher und möchte nicht weiter bezahlen,für ein (in meinen Augen) Lotteriespiel.
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Re: Cheque ohne Deckung

Beitragvon landau » Di 30. Jun 2009, 23:30

@Arne
Das was ich Dir geschrieben habe ist ein außergerichtliche Lösung :mrgreen:
Ich verstehe im Moment auch nicht so ganz was Du beim Gericht sollst? Ist Dein Anspruch denn nicht geklärt?
Ich hatte Dein Problem so verstanden Das Dein Grande Amigo seine Schuld anerkennt aber nicht zahlen kann oder will.
Was soll denn da ein Gericht entscheiden? Willst Du dir einen Titel holen? Der ist in Deutschland schon nix Wert, geschweige denn hier. In Brasilien ist doch quasi nichts pfändbar.
Wenn dem so ist, dann benötigt er nur Druck.
Den hatte er ja scheinbar auch damals von einem anderen Gläubiger, denn Du schriebst ja, daß er mit dem Erlös Deiner Waren einen Gläubiger befriedigt hat.
Also: Wenn er nun von Dir genügend Druck bekommt wird er sich wieder jemanden wie damals (das warst ja leider Du) suchen.
Bei mir war es genau das Gleiche. Mein Amigao hatte das damals genau drauf angelegt.

Sieh zu das er zahlt und nutze jede Möglichkeit.

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