Christentum in Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » Do 17. Sep 2009, 14:31

Und weil wir alle so fürchterlich gläubig sind pappen wir uns "Deus é fiel" oder ähnlich sinnige Sprüche auf's Auto und fahren dann entsprechend wie der erste Mensch (der Mensch denkt, Gott lenkt - dann lassen wir Gott eben lenken und die Oma, die über die Straße humpelt können wir mit der Hupe zur Höchstgeschwindigkeit antreiben).
Am Sonntag oder wann auch immer gehen wir brav in die Kirche und lassen uns anbrüllen (ganz wichtig: Klingelbeutel füllen und dissimo nicht vergessen), ansonsten lassen wir Gott einen guten Mann sein und widmen uns den weltlichen Themen. Ich nenne das: Verlogenheit!

Möchte jetzt nicht alle über einen Kamm scheren und habe auch nichts gegen Glaubenrichtungen gleich welcher Art, aber nur, solange sie nicht "radikal" ist.
Nur was ich hier im Umfeld der Familie meiner Frau erlebe gibt mir schon zu denken und bestärkt mich in dem Entschluss, dass meine Kinder selber entscheiden sollen, ob und wenn ja welchen Glauben sie annehmen.
Wenn sie volljährig sind.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon cabof » Do 17. Sep 2009, 14:53

Ich glaube schon einmal gefragt zu haben - wo wir jetzt mal wieder bei Glaubensrichtung gelandet sind -

hat jemand Erfahrung oder kennt diese DAIME-Gruppe die sich in den Busch verschlägt und irgend einen
berauschenden Tee trinkt? Hier in Köln gibt es solch eine Gruppe - agiert allerdings in Holland - ich werde
da nicht schlau draus.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon Tuxaua » Do 17. Sep 2009, 15:09

Da müsste der RWS eigentlich Bescheid wissen, der ist in so einem Ayahuasca-Club :wink:

Wikipedia hat einige Infos.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon BeHarry » Do 17. Sep 2009, 15:54

Können wir vielleicht beim Christentum bleiben? Islam und Animisten hätten zwar sicherlich auch ein Thema verdient !
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon Brazil53 » Do 17. Sep 2009, 16:28

Es gibt überall auf der Welt, christliche Gemeinden, wo die Welt noch in Ordnung ist.
Das wird in Brasilien auch so sein.
Und nun zum pauschalen Rundumschlag.
Wie ich die Kirche in Südamerika und Mittelamerika kennengelernt habe, ist dort die Kirche zu eine kommerziellen Krämerladen verkommen. Was so ein Gläubiger alles kaufen soll, damit es anschließend offiziell gesegnet werden kann.
Und Brasilien schießt dabei den Vogel ab, jedenfalls im Bereich Recife und Olinda. Die dortige Jesus-Industrie ist erschreckend. Supermärkte voll mit Jesus- und Gottesgedöns, dass einem das kalte Grausen kommt.
Wenn man sich dort eingedeckt hat, geht man gleich um die Ecke, um vorsichthalber im Schamanenladen mit noch native Kultgegenstände zu kaufen. Kräuter zur Abwehr von bösen Geistern oder getrocknete Tierteile.
Doppelt hält besser. Vorsichtshalber hält man sich noch eine Nebenreligion. Meine peruanische Frau ist nebenher noch getaufte Mormonin. Aber im Ernstfall, muss der Schamane konsultiert werden.

Mein Freund ist ein Trunkenbold und Weiberheld. Seine streng katholische brasilianische Freundin ist davon überzeugt, dass seine Ex ihn ihn mit einem Voodoo-Zauber belegt hat. Was ein Glück für ihn, dass er keine Schuld an seinem Lebenwandel hat.

In Guatemala bin ich mit zwei Putas über 200 Kilometer durch die Wüste gefahren, weil sie nur in genau dieser Wallfahrtskirche die Absolution bekommen konnten.
Die beiden haben Rotz und Wasser geheult, als sie ihre Jahresration von Kerzen und Heiligenbildern, vom Priester mit der Klobürste weihen ließen.
Nach dem sie noch vor Ort ein bessere Leben geheuchelt haben, sind wir dann ins Bett gestiegen um zu sündigen.
Nichts ist oberflächlicher als das Christentum in Südamerika.

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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon amarelina » Do 17. Sep 2009, 17:02

wenn ich hier alles nieder schreiben würde, was ich in den letzten zwanzig jahren mit diesen religiösen in Brasilien, hauptsächlich in Salvador erlebte, würde das ein buch geben....kein schönes notabene :twisted:

als resümee kann ich aber sagen: religionen dienen in der hauptsache dazu, menschen zu manipulieren, sie dumm und klein zu halten und macht über sie auszuüben.

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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon bruzundanga » Do 17. Sep 2009, 18:02

Bei all dem (und das sag ich obwohl Atheist bin) sollte man zwischen Kirche und Religion unterscheiden.

Theoretisch könnte ich z.B. an das christliche Konzept glauben aber alle Kirchen sagen:

Gott braucht keine Stellvertreter(Fanatiker, Kämpfer, Streiter) auf Erden, denn er ist allmächtig.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon rwschuster » Do 17. Sep 2009, 21:41

amarelina hat geschrieben:wenn ich hier alles nieder schreiben würde, was ich in den letzten zwanzig jahren mit diesen religiösen in Brasilien, hauptsächlich in Salvador erlebte, würde das ein buch geben....kein schönes notabene :twisted:

Na das wäre in erster linie wohl ein lustiges Buch

als resümee kann ich aber sagen: religionen dienen in der hauptsache dazu, menschen zu manipulieren, sie dumm und klein zu halten und macht über sie auszuüben.


und damit erfüllen sie seit tausenden von Jahren ihren Zweck in der Hand der Herrschenden.
jetzt werden sie langsam durch Justiz, Polizei, Politiker, Sozialexperten, Entwicklungshelfer, Wirtschaftsexperten.... ersetzt. Die meisten verzapfen denselben Quatsch und wenden dieselben Verdummungstechniken an.
Prost Mahlzeit, Sachen gibts dies garnicht gibt
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon rwschuster » Do 17. Sep 2009, 22:00

cabof hat geschrieben:Ich glaube schon einmal gefragt zu haben - wo wir jetzt mal wieder bei Glaubensrichtung gelandet sind -

hat jemand Erfahrung oder kennt diese DAIME-Gruppe die sich in den Busch verschlägt und irgend einen
berauschenden Tee trinkt? Hier in Köln gibt es solch eine Gruppe - agiert allerdings in Holland - ich werde
da nicht schlau draus.

es gibt 2 Gruppen die den Ayahuasca anwenden. Die "União do vegetal" und die "Comunidade do Santo Daimo". der Tee ist der gleiche und die Wirkung auch.
UNIÃO DO VEGETAL
In der União lässt man die Haluzinationen sitzend oder liegend auf sich einwirken, beim Daimo in Bewegung, tanzend mit rytmischer Musik.
Ich finde die União besser, da der Tee furchtbare Wirkungen hat, besonders wenn er zum Drogenentzug angewendet wird. Ich hab ihn ein paar mal getrunken, aber da ich den Schnaps und das Rauchen nicht aufgeben will musste ich damit aufhören. Als Religion würde ich das allerdings nicht bezeichnen, es ist eher eine Art Gruppenterapie, ich geh manchmal hin weil man dort eine Menge nette Leute trifft, und auf abzocken sind die auch nicht aus.

Bei schwerer Drogensucht und gewissen psychischen Krankheiten ist die Gemeinschaft sehr empfehlenswert, es ist eine Abgliederung der Freimaurerei. Wie das in Europa und USA funktioniert kann ich nicht beurteilen, ich glaub halt dass die Natur und Einsamkeit im Urwald ein notwendiges Umfeld zur Meditation bringt, wie sie das in Köln oder Holland hinbringen wollen kann ich mir nicht vorstellen.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon brasillo » Do 17. Sep 2009, 23:17

Für ein Volk bzw. eine Gesellschaft ohne starke religiöse Identifikation

bedeutet das auf Dauer:

1. Weniger gemeintschaftlicher Sinn/Zusammenhalt

2. Moralischer Verfall was Partnerschaft (Treue), Egoismus,
Kapitalismus, etc.

3. Weniger Familien(werte)

4. Weniger Kinder

5. Ethnische Minderheit mit der größten Moral und Religiösität
übernimmt in Zukunft die Mehrheit im Land der Atheisten.

6. Gesellschaftliche Wandlung findet statt und besinnt sich wieder auf
das was auf lange Sicht schon immer überlebensfähig war und ist.
Kinder und Famlilie!

Fazit:

Kapitalismus und daraus reultierende Dekadenz, Arroganz und Egoismus der Spaßgesellchaft wird auf lange Sicht nie überlebensfähig sein.

Nicht umsonst haben es euch die religiösen Brasilianer angetan weil sie bedingt durch ihre Religion viele gute Eigenschaften haben die es im werteverfallenden Europa immer weniger gibt. Wenn ihr ehrlich seit, mögt es doch auch wie die Familie in der brasilianischen Gesellschaft verehrt wird. Das ist nämlich auch eine Art von religiöser Erziehung. Und viele von euch wollen dewegen auch eine Brasilianerin.

Denkt mal drüber nach.
Zuletzt geändert von brasillo am Fr 18. Sep 2009, 00:01, insgesamt 1-mal geändert.
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