Christentum in Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon dimaew » Do 17. Sep 2009, 23:50

brasillo hat geschrieben:Für ein Volk bzw. eine Gesellschaft ohne starke religiöse Identifikation

bedeutet das auf Dauer:

1. Weniger gemeintschaftlicher Sinn/Zusammenhalt

2. Moralischer Verfall was Partnerschaft (Treue), Egoismus,
Kapitalismus, etc.

3. Weniger Familien(werte)

4. Weniger Kinder

5. Ethnische Minderheit mit der größten Moral und Religiösität
übernimmt in Zukunft die Mehrheit im Land der Atheisten.

6. Gesellschaftliche Wandlung findet statt und besinnt sich wieder auf
das was auf lange Sicht schon immer überlebensfähig war und ist.
Kinder und Famlilie!

Fazit:

Kapitalismus und daraus reultierende Dekadenz, Arroganz und Egoismus der Spaßgesellchaft wird auf lange Sicht nie überlebensfähig ein.

Nicht umsonst haben es euch die religiösen Brasilianer angetan, weil sie bedingt durch ihre Religion viele gute Eigenschaften haben die ihr im werteverfallenden Europa immer weniger finden wird. Auch in Bezug auf Partnerschaft. Ihr mögt es doch auch, wie wichtig die Familie in der brasilianischen Gesellschaft ist. Das ist nämlich auch eine religiöse Erziehung. Und viele von euch wollen dewegen auch eine Brasilianerin.

Denkt mal drüber nach.


Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass das jetzt Ironie war :mrgreen: :mrgreen:

Erstens ist ja keine der aufgestellten Thesen in irgend einer Art und Weise bewiesen, ich würde sogar behaupten beweisbar.
Zweitens ist doch wohl gerade in Brasilien der moraliche Verfall (wenn man es so bezeichnen will) mit Händen greifbar. Fremdgehen (und zwar Mann und Frau) gehört zum guten Ton und es ist durchaus an der Tagesordnung, dass jemand jemand anderem etwas wegnimmt.
Drittens halte ich den Begriff "ethnische Minderheit" schon für sehr belastet, ich hoffe Du meinst nicht "Rasse". Die Aussage in Deinem Satz ist für mich nicht logisch. Entweder ist es ein Land der Atheisten oder es gibt eine Mehrheit die religiös ist. Und eine Minderheit, ob ethnisch oder sonstwas übernimmt nie die Mehrheit, sie wird höchstens irgendwann dazu, wenn sich nämlich immer mehr Menschen der (einstigen) Minderheit anschließen.
Viertens passt Dein 6. nicht zum Anfang des Sermon.

Nach meiner persönlichen Ansicht, die ich Deiner persönlichen Ansicht (die ja nur wie ein Dekret formuliert ist) entgegen stelle, haben die positiven wie die negativen Eigenschaften "der Brasilianer" überhaupt nichts mit der Religion zu tun. Auch wenn der Katholizismus immer noch die "Staatsreligion" ist, so hängen doch sehr, sehr viele Brasilianer den unterschiedlichsten Gruppierungen und Sekten an. In unserem Städtchen, das offiziell ca. 20.000 Einwohner zählt habe ich mal 37 Kirchen gezählt, davon zwei (die größten) katholische, der Rest mehr oder weniger bekannte Sekten. Außerdem gibt es aus meiner persönlichen Sicht "den Brasilianer" gar nicht, wenn man von den bereits vor der Kolonialisierung hier ansässigen Indios absieht. Es gibt Portugiesen, Deutsche, Japaner, Libanesen, Schweizer, Spanier, Serben, Kroaten, Tchechen, Slowaken, Holländer, Franzosen, Italiener (Aufzählung völlig willkürlich) usw. usf. und am allermeisten ein gemisch von einigen dieser Völker oder sogar allen. Jedes dieser Völker hat einen kleinen Teil seiner "Eigenschaften" zu dem Gemisch beigetragen und das hat nichts mit Religion, geschweige denn mit Religiösität zu tun. Es gibt tatsächlich hier noch ab und zu den echten Familienzusammenhalt (wie ich ihn aus meiner eigenen deutschen Familie, die inzwischen auch über die Welt verstreut ist, kenne). Der baut aber nicht auf Religion oder Religiösität auf, sondern darauf, dass die Menschen sich mögen. Und wie in jeder kleinen und großen Familie sind diejenigen, die sich aus irgendwelchen Gründen unbeliebt gemacht haben außen vor.

Das Christentum ist aus meiner persönlichen Sicht in Brasilien genau wie im Rest der Welt überlebt. Und das liegt nicht daran, was Christus sich gedacht haben mag, als er auf der Erde war sondern daran, was die ihm nachfolgenden Amtsträger über 2000 Jahre daraus gemacht haben. Das gilt meines Erachtens übrigens für die Nachfolger Mohameds genau so.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon brasillo » Fr 18. Sep 2009, 01:34

Kurz und knapp.

Damit wollte ich zeigen das Religionen nicht schlecht sind. Die Sache mit der Ethnie meine ich nicht so wie du es verstanden hast. [-X

Und das Brasilien ein Michvolk ist ist mir auch klar.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon dimaew » Fr 18. Sep 2009, 01:58

Antwort kurz und knapp:
Danke für die Klarstellung bezüglich der Etnien.
Ob man Religionen für gut oder schlecht oder neutral hält, hängt sehr viel von der eigenen Erfahrung und daraus resultierenden Sichtweise ab. Da wird es immer unterschiedliche Auffassungen geben, richtig oder falsch funktioniert dabei nicht. Meine Auffassung scheint eine andere als Deine zu sein, lassen wir es dabei.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon Takeo » Fr 18. Sep 2009, 04:54

amarelina hat geschrieben: religionen dienen in der hauptsache dazu, menschen zu manipulieren, sie dumm und klein zu halten und macht über sie auszuüben.


Daraus muss ich philosophisch streng logisch folgern, dass Du MaterialistIn bist?
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon amarelina » Fr 18. Sep 2009, 07:44

Takeo hat geschrieben:
Daraus muss ich philosophisch streng logisch folgern, dass Du MaterialistIn bist?


.................na gut, ich verstehe das zwar nicht so ganz mit der materialistin....ich lasse mich einfach von nichts und niemandem gängeln und bis jetzt sind mir noch keine betbrüder oder -schwestern begegnet, die genau das nicht tun....

ich lasse diese leute in ruhe und will von ihnen in ruhe gelassen werden.....

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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon BeHarry » Sa 19. Sep 2009, 06:56

Westig hat geschrieben:Aufdringlich hingegen können Mitglieder evangelikaler Kirchen oder Sekten sein, und Zeugen Jehovas, die sonntagsmorgens in der Früh' an der Tür klingeln um ihre Doktrin loszuwerden und um den "Wachturm" und religiöse Traktate anzubieten.

Je nach Sichtweise, können aber auch die Katholische und die Lutherische Kirche in Deutschland und in Brasilien und anderswo ganz schön aufdringlich sein, mit "katholischem Glockenläuten" 24 Stunden am Tag zu jeder vollen Stunde, in Dörfern katholischer Regionen auch alle 15 Minuten, oder mit sogenannten Kirchentagen und anderen Zelebrationen großer kirchlicher Festivitäten, die nichtkirchlich oder nichtkatholisch orientierten Mitmenschen ganz schön auf den Geist gehen können.


Lass mal die verirrten schafe von ein paar ultra-radikalen Grüppchen raus.
die sind minderheit, und nur ein kleiner Teil vom Christentum.

Verwirrte Schafe gibt's halt überall.
Aber es gibt doch auch Atheisten Kampagne, sogar Busse schicken sie in Deutschland rum.
Mir passiert es auch immer wieder, das radikale Heiden versuchen einen zum Ketzern versuchen zu verführen.
Sind manchmal echt penetrant.

Kirchenglocken:
warum stören dich die?
Gehört das nicht mit zur "allgemeinen" Geräuschkulisse in den Abendländern?

So wie auch Nachbar's Rasenmäher, das vorbeiknatternde friesierte Mofa, oder eine Muhende Kuh auf der Weide?
Ich find das ganz normal - und sollte eigentlich niemanden stören können. Sind doch meist nur eine paar kurze bing bang bongs... dann ist wieder vorbei.


Weihnachten feierst Du doch sicherlich auch, wird heute auch als Allgemeinfest akzeptiert, selbt von Heiden.
Man sollte sich an sowas nicht gestört fühlen.

Übrigens, ich hätte auch ncihts dagegen, wenn die Moslems in Europa mehr Moscheen bauen würden, und dort einen Mudjahedin draufstellen. Da finde ich meist die Lautsprecher vomm Baumarkt schon schlimmer.

à brazillo
Dein Beitrag auf der vorhergehenden Seite spricht mir aus dem Herzen !
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon littlebee » Sa 19. Sep 2009, 18:17

Takeo hat geschrieben:
amarelina hat geschrieben: religionen dienen in der hauptsache dazu, menschen zu manipulieren, sie dumm und klein zu halten und macht über sie auszuüben.

Daraus muss ich philosophisch streng logisch folgern, dass Du MaterialistIn bist?


Ich sehe zwar keinen zwingenden Grund, daraus zu folgern, dass man mit dieser Aussage ergo "nur" noch MaterialistIn sein kann aber vielleicht habe ich bei den ganzen philosophischem Is-mussen (Materialismus, Naturalismus, Idealismus, Atheismus etc.) auch den Überblick verloren :mrgreen:

Wie immer stellt sich bei der Diskussion Philosphie <-> Religion die Frage nach dem Ursprung und ob es nun die Philosophie mit ihrer Metaphysik oder die Religion für den Fragenden besser beantwortet, sei mal dahingestellt und vor allem jedem selbst überlassen. :wink:

Wie m.E. hier schon ganz richtig erwähnt wurde, sollte man zwischen Religion(stheorie) und Kirche unterscheiden.

Als (Achtung: nur Touristin!) habe ich diverse Kirche in Brasilien ganz unterschiedlich kennengelernt- "bestenfalls" war es die mir bekannte katholische Variante von büße und dir wird vergeben (verbunden mit "Mildtätigkeit" und "Nächstenliebe" und allem was dazu gehört), schlimmstenfalls war es die Variante mit büße und dir wird vergeben (verbunden mit ziemlich viel Geld auf der Ausgabenseite für die Gläubigen und auf der Einnahmenseite für die Initiatoren).

Manch kleine Kirchengemeinde tut vor Ort sicherlich gutes und ebnet Wege, bietet Kontakte etc...
...verallgemeinern würde ich das so nicht :wink:

Ob nun ohne die Religion (oder war hiermit die Religiösität oder kirchliche Präsenz gemeint?) Sitte/Werte/Moral verfallen?

Das führt in diesem Thread sicherlich zu weit, deshalb wüsste ich gerne mal von Euch, ob Ihr Euch als religiös oder gläubig bezeichnet?
Wenn ja, was bedeutet das für Euch und wie setzt Ihr das um?

Grüße,
littlebee
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon rwschuster » Sa 19. Sep 2009, 20:06

littlebee hat geschrieben:Das führt in diesem Thread sicherlich zu weit, deshalb wüsste ich gerne mal von Euch, ob Ihr Euch als religiös oder gläubig bezeichnet?

buddistischer Atheist und Kirchenfeind
Wenn ja, was bedeutet das für Euch und wie setzt Ihr das um?

praktisch, und die Schreihälse machen einen Bogen um mich
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon littlebee » Sa 19. Sep 2009, 20:55

rwschuster hat geschrieben:
littlebee hat geschrieben:Das führt in diesem Thread sicherlich zu weit, deshalb wüsste ich gerne mal von Euch, ob Ihr Euch als religiös oder gläubig bezeichnet?

buddistischer Atheist und Kirchenfeind
Wenn ja, was bedeutet das für Euch und wie setzt Ihr das um?

praktisch, und die Schreihälse machen einen Bogen um mich


Dann hätten wir hiermit einen neuen Is-Mus--> den Pragmatismus :mrgreen:
Der gefällt mir :wink:
grüße,
lb

PS: Ich bin somit wohl auch bekennende Pragmatikerin- mit Kirche habe ich nichts am Hut, bei der Religion bin ich mir noch nicht sicher. Gegen Menschen die mir ungefragt/ungewollt was aufschwatzen wollen, habe ich per se was.
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Re: Christentum in Brasilien

Beitragvon rwschuster » Sa 19. Sep 2009, 22:34

...Emocionado, o bispo Dom Mário diz que crimes contra comunidades paroquiais estão se tornando comuns em Manaus, e que dinheiro de oito comunidades eram guardados na casa paroquial em que o padre morava.
"Estamos nas mãos dos bandidos", disse, por telefone, ao G1...
Quelle Globo
Na in Manaus hats heute einen italienischen Padre erwischt, hatte zuviel Kohle im Keller. Wen der Mario wohl mit den Banditen gemeint hat ?

PS. war schon zweimal "drüben", einmal 5 Tage, einmal 3; dort wird eine andere Währung gehandelt. kaufts euch ein tibetanisches Totenbuch, ist recht hilfreich im Leben :happy: :happy: :happy:
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